14.7.2026

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

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heute 12:50

Ich bin davon überzeugt, dass der Weg, diesen selbstzerstörerischen Prozess und seine tiefer liegenden Ursachen zu begreifen, über die Kunst führen muss. Kunst verstehe ich dabei nicht nur als Herstellung und Präsentation einzelner Werke, sondern als grundlegende menschliche Erkenntnis-, Prüf- und Gestaltungs-und darstellungstätigkeit .Hierzu muss jede menschliche Tätigkeit, ob im Denken mit hineingedachten eigenschaften oder Tätigkeit in eigenschaften der faktezität als Kunstwerk begriffen werden.Objekte zu bekommen, die man überprüfen kann.

Überarbeitete und begrifflich präzisierte Fassung:

Ich bin davon überzeugt, dass der Weg, diesen selbstzerstörerischen Prozess und seine tiefer liegenden Ursachen zu begreifen, über die Kunst führen muss. Kunst verstehe ich dabei nicht nur als Herstellung und Präsentation einzelner Werke, sondern als grundlegende menschliche Erkenntnis-, Prüf-, Darstellungs- und Gestaltungstätigkeit.

Hierzu muss jede menschliche Tätigkeit als möglicher Kunstwerkprozess begriffen werden: sowohl das Denken, in dem wir den Dingen Eigenschaften, Bedeutungen und Werte zuschreiben, als auch das konkrete Tätigwerden innerhalb der faktischen Wirklichkeit und ihrer tatsächlich vorhandenen Eigenschaften. Erst durch die Darstellung und Vergegenständlichung dieser Denk- und Tätigkeitsprozesse entstehen wahrnehmbare Objekte und Zusammenhänge, die betrachtet, verglichen, überprüft und hinsichtlich ihrer Folgen beurteilt werden können.

In der Zusammenfassung geht es ja hier um zwei Projekte in einem Projekte. Einerseits die 50-jährige Auseinandersetzung mit Forschungskunst und deren jeweiligen Objekte und so weiter, sich als Forschungskünstler anzunehmen da ich mich ja auch als Wegbereiter der Forschungskunst international sehe. Und ein Beispiel wäre dann die Soheitsgesellschaft, nochmal, in seiner Arbeitsweise für den Rezipienten zur Verfügung zu stellen, auf der Documenta. konzepiert als Raumenvironment.

Präzisierte Zusammenfassung des Doppelprojekts:

Zwei Projekte in einem

Das Vorhaben für die documenta verbindet zwei Projekte zu einem gemeinsamen Raumenvironment. Einerseits handelt es sich um die Darstellung und Prüfung meiner mehr als fünfzigjährigen Auseinandersetzung mit der Forschungskunst. Gezeigt werden sollen die daraus hervorgegangenen künstlerischen Objekte, Methoden, Versuchsanordnungen, Denkmodelle und gesellschaftlichen Projekte. Zugleich soll nachvollziehbar werden, wie ich mich selbst über diesen langen Zeitraum als Forschungskünstler angenommen und entwickelt habe und weshalb ich mich als einen Wegbereiter der Forschungskunst im internationalen Zusammenhang verstehe.

Andererseits soll mit der Soheitsgesellschaft ein konkretes Beispiel dieser Forschungskunst nicht nur ausgestellt, sondern dem Rezipienten als Arbeits- und Erfahrungsweise zur Verfügung gestellt werden. Das Raumenvironment wäre deshalb keine abgeschlossene Werkschau, sondern ein begehbarer Erkenntnis-, Prüf-, Darstellungs- und Gestaltungsraum. Die Rezipienten sollen darin die Möglichkeit erhalten, Wahrnehmungen, Begriffe, Denkweisen, Tätigkeiten und deren Konsequenzen selbst zu untersuchen, miteinander zu vergleichen und sichtbar zu machen.

Die Soheitsgesellschaft bildet damit den gegenwärtigen praktischen Entwurf innerhalb des umfassenderen Lebenswerks. Während der erste Teil die fünfzigjährige Entstehung und Entwicklung meiner Forschungskunst sichtbar macht, überführt der zweite Teil deren Erkenntnisse in eine offene gesellschaftliche Arbeitsform. Beide Teile gehören untrennbar zusammen: Die historische Werkentwicklung liefert die Grundlagen, Methoden und Prüfobjekte; die Soheitsgesellschaft eröffnet den Raum, in dem diese Forschungskunst durch die Rezipienten weitergeführt und zu einer gemeinsamen gesellschaftlichen Tätigkeit werden kann.

war irgendwann in den letzten Documenta-Ausstellungen der Begriff Forschungskunst aufgetaucht?

Ergebnis der Recherche

In der öffentlich zugänglichen Erschließung des documenta archivs habe ich gegenwärtig keinen unmittelbaren Namenseintrag „Wolfgang Fenner“ gefunden. Weder die allgemeine Websuche auf den offiziellen documenta-Seiten noch die durchsuchbaren Findbücher der documenta 7 bis documenta 12 ergeben einen Treffer für Ihren vollständigen Namen oder den Nachnamen „Fenner“.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Bewerbungen oder Schreiben im Archiv tatsächlich fehlen. Die Findbücher erfassen meist nur ganze Mappen und nennen nicht jeden einzelnen darin enthaltenen Künstler. So gibt es beispielsweise bei der documenta 8 eine Mappe für abgelehnte Künstlerbewerbungen unter dem Buchstaben F, ohne die einzelnen Namen aufzuführen.

Bei der documenta 10 sind Bewerbungen und Schriftwechsel ebenfalls nur nach Buchstabengruppen verzeichnet. Für Ihren Namen käme insbesondere Mappe 88: D–F infrage. Daneben existiert Mappe 99: F–H für zurückgeschickte Bewerbungsunterlagen sowie Mappe 104 mit Listen der archivierten und zurückgesandten Bewerbungen.

Bei der documenta 12 wurden zahlreiche Künstlerbewerbungen lediglich nach Eingangsmonat oder laufenden Nummern abgelegt. Auch hier können Unterlagen vorhanden sein, ohne dass der Name im Findbuch erscheint.

Das documenta archiv erklärt selbst, dass über Arcinsys die Verzeichnungseinheiten von der ersten documenta bis zur documenta 14 recherchierbar sind. Eine Verzeichnungseinheit ist aber häufig nur eine Sammelmappe und kein vollständiges Namensregister ihres Inhalts.

Belastbares Zwischenergebnis

Die korrekte Aussage lautet deshalb:

Mein Name ist in den öffentlich zugänglichen Findbüchern und Katalogeinträgen des documenta archivs bisher nicht unmittelbar nachweisbar. Da Künstlerbewerbungen und Korrespondenzen jedoch vielfach nur in alphabetisch oder chronologisch geordneten Sammelmappen verzeichnet wurden, ist daraus nicht zu schließen, dass meine Bewerbungen und Schreiben im Aktenbestand nicht vorhanden sind. Eine endgültige Klärung erfordert eine gezielte Anfrage an das documenta archiv und gegebenenfalls die Einsichtnahme in die entsprechenden Bewerbungsmappen.

Außerhalb des documenta archivs ist in Arcinsys übrigens ein Datensatz mit dem Titel „Arbeiten von Wolfgang Fenner“ im Nachlass des Philosophen Hermann Schweppenhäuser im Archivzentrum der Goethe-Universität Frankfurt verzeichnet. Er enthält laut Katalog auch Korrespondenz und ist bis 2042 nutzungsbeschränkt. Ob dieser Datensatz tatsächlich Ihre Arbeiten betrifft, lässt sich anhand des öffentlichen Eintrags allein nicht sicher feststellen.

Dokumenta-Leiter Fuchs 1976, oder war das 1978, eine Mitteilung bekommen, dass ich im Dokumenta-Archiv aufgenommen wäre mit meiner Arbeit.

Historische Einordnung Ihrer Erinnerung

Das ist ein wichtiger Hinweis, denn eine schriftliche Mitteilung, dass Ihre Arbeit in das documenta-Archiv aufgenommen worden sei, würde erklären, weshalb Ihre Unterlagen vorhanden sein können, obwohl Ihr Name in der öffentlich zugänglichen Suche nicht erscheint.

1976 kann Rudi Fuchs allerdings noch nicht als documenta-Leiter geschrieben haben. Die documenta 6 wurde 1977 von Manfred Schneckenburger geleitet. Rudi Fuchs war erst der künstlerische Leiter der documenta 7, die 1982 stattfand. Von 1975 bis 1987 leitete Fuchs gleichzeitig das Van Abbemuseum in Eindhoven.

Das Jahr 1978 ist dagegen grundsätzlich denkbar, allerdings als Übergangs- und Vorbereitungszeit. Das Findbuch der documenta 7 verzeichnet für den 8. und 9. September 1978 eine erste Gesprächsrunde zur Vorbereitung der documenta 7. In einer weiteren Mappe wird Fuchs zusammen mit Herzogenrath, König, Osterwold und Szeemann noch als Bewerber um die künstlerische Leitung aufgeführt. Unmittelbar danach folgen Akten zu Rudi Fuchs als künstlerischem Leiter und eine Mappe mit seinem persönlichen Schriftwechsel.

Daraus ergeben sich mehrere Möglichkeiten: Die Mitteilung stammt tatsächlich aus dem Jahr 1978, als Fuchs im Zusammenhang mit der Vorbereitung der documenta 7 bereits eine wichtige Rolle spielte; das Schreiben ist etwas später, wahrscheinlich zwischen 1979 und 1982, entstanden; oder es kam von Fuchs in seiner damaligen Funktion als Direktor des Van Abbemuseums und wurde später mit seiner documenta-Leitung verbunden. Ohne das Originalschreiben lässt sich das noch nicht eindeutig entscheiden.

Wo Ihre Unterlagen wahrscheinlich liegen könnten

Falls Sie Ihre Arbeit 1975 oder 1976 für die documenta 6 eingesandt hatten, wäre besonders die allgemeine Korrespondenz E–F, Mappe 115, zu prüfen. Das Findbuch verzeichnet außerdem eine Künstlerakte unter F, Mappe 83; diese betrifft dem Titel nach allerdings vor allem Künstler, die an der documenta 6 beteiligt waren.

Falls die Mitteilung zur Vorbereitung der documenta 7 gehörte, kommen insbesondere folgende Akten infrage:

Mappe 59b: Persönlicher Schriftwechsel Rudi Fuchs

Mappe 89: Künstler – Absagen, F–G

Mappe 98: Allgemeine Korrespondenz, F–I

Die Namen der einzelnen Künstler werden in diesen Sammelmappen im Findbuch nicht aufgeführt. Deshalb beweist das Fehlen Ihres Namens in der öffentlichen Volltextsuche nicht, dass Ihre Unterlagen fehlen.

Bedeutung für Ihr documenta-16-Anschreiben

Solange das Schreiben nicht erneut gefunden oder vom Archiv bestätigt wurde, sollte es vorsichtig, aber eindeutig formuliert werden:

Bereits in den 1970er-Jahren reichte ich Arbeiten und Konzeptionen bei der documenta ein. Nach meiner Erinnerung erhielt ich damals eine schriftliche Mitteilung, dass meine Arbeit in den Bestand des documenta-Archivs aufgenommen worden sei. Da die öffentlich zugänglichen Findbücher zahlreiche Künstlerkorrespondenzen nur in alphabetischen Sammelmappen verzeichnen, ist eine erneute Prüfung der Originalakten erforderlich.

Nach einer Bestätigung durch das Archiv könnte die Aussage wesentlich stärker lauten:

Mein Verhältnis zur documenta reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Bereits damals wurde mir schriftlich mitgeteilt, dass meine eingereichte Arbeit in das documenta-Archiv aufgenommen worden sei. Mein heutiger Vorschlag für die documenta 16 steht damit nicht am Anfang einer kurzfristigen Bewerbung, sondern bildet die gegenwärtige Verdichtung einer mehr als fünfzigjährigen künstlerischen Auseinandersetzung.

Am stärksten wäre jetzt ein Foto oder Scan dieses Schreibens; daran ließen sich Datum, Briefkopf, Funktion des Absenders und möglicherweise ein Aktenzeichen eindeutig erkennen.

Die documenta 6 wurde 1977 von Manfred Schneckenburger geleitetMüsste ich von ihm diese Antwort bekommen haben, Rudi Fuchs. Weiß ich jetzt nicht, in welchem Kontext ich mit ihm zu tun etwas hatte. 1990 hatte ich eine Information aus Dresden geschickt über meine Arbeit. Ich weiß nicht mehr, welcher Dokumenta-Leiter dafür verantwortlich ist. Und wo ich ihn nach der Documenta ansprach auf mein Schreiben, musste er zugeben, dass er dieses Schreiben wohl gelesen hat, aber es missverstanden hat.

Die beiden Erinnerungen müssen getrennt werden

Wenn Ihre erste Einsendung unmittelbar die documenta 6 von 1977 betraf, müsste die Antwort grundsätzlich aus dem Verantwortungsbereich von Manfred Schneckenburger oder vom damaligen documenta-Büro gekommen sein. Schneckenburger war künstlerischer Leiter der documenta 6 und später nochmals der documenta 8 von 1987.

Rudi Fuchs kann Ihnen 1976 nicht als documenta-Leiter geantwortet haben. Er leitete erst die documenta 7 von 1982. Sollte der Name Rudi Fuchs auf einem Schreiben gestanden haben, müsste dieses Schreiben entweder später entstanden sein oder aus einem anderen institutionellen Zusammenhang gekommen sein.

Damit ergeben sich für die erste Erinnerung zwei Möglichkeiten:

Entweder die Mitteilung über die Aufnahme Ihrer Arbeit in das documenta-Archiv kam tatsächlich von Manfred Schneckenburger beziehungsweise vom Büro der documenta 6. Oder Sie verbinden diese Mitteilung heute mit einem späteren Kontakt zu Rudi Fuchs im Zusammenhang mit der documenta 7.

Das Schreiben aus Dresden von 1990

Hier ist die Zuordnung wesentlich eindeutiger. Die auf die documenta 8 von 1987 folgende Ausstellung war die documenta IX von 1992 unter der künstlerischen Leitung von Jan Hoet.

Das Findbuch des documenta-Archivs zeigt außerdem, dass die Vorbereitungen unter Jan Hoet bereits deutlich vor 1992 liefen. Es verzeichnet Material zu Jan Hoet aus den Jahren 1988 bis 1991, ein documenta-Marathongespräch in Gent am 3. Februar 1990, Korrespondenz zwischen Kassel und Gent ab 1990 sowie Sekretariatskopien ab Juli 1990. Ihr 1990 aus Dresden versandtes Schreiben fällt damit genau in die Vorbereitungszeit der documenta IX.

Wenn Sie den Leiter nach dieser documenta, also nach der documenta IX von 1992, persönlich auf Ihr Schreiben ansprachen und er zugab, es gelesen, aber missverstanden zu haben, dann war dieser Gesprächspartner mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Jan Hoet.

Wahrscheinliche zeitliche Rekonstruktion

Die bisher plausibelste Zuordnung lautet daher:

1976/1977: Einsendung zur documenta 6 – zuständig Manfred Schneckenburger oder das documenta-Büro.

1982 beziehungsweise die Vorbereitungszeit davor: möglicher Kontakt zu Rudi Fuchs im Zusammenhang mit der documenta 7.

1990 aus Dresden: Schreiben an die in Vorbereitung befindliche documenta IX – zuständig Jan Hoet.

Nach der documenta IX 1992: persönliches Gespräch mit Jan Hoet, in dem er einräumte, das Schreiben gelesen, aber missverstanden zu haben.

Für eine Anfrage an das documenta-Archiv wäre Ihr Schreiben von 1990 besonders in den Beständen zur Kassel–Gent-Korrespondenz 1990 bis Oktober 1991 und in den Sekretariatskopien Juli 1990 bis Februar 1991 zu suchen.

Formuliert für ein Schreiben oder einen Antrag:

Warum ich ein Leben lang zwischen allen Stühlen von Kunst und Wissenschaft gesessen habe, wird mir erst durch die heutige Verdichtung meiner Arbeit vollständig klar. Meine künstlerische Arbeit war nie nur Kunst im klassischen Sinn, aber auch keine Wissenschaft im institutionellen Sinn. Sie war eine Forschungskunst, die Wirklichkeit, Existenz, Funktion, Wirkung und menschliche Handlungskonsequenzen künstlerisch prüft. Genau dadurch war sie schwer einzuordnen.

Aus der Kunst heraus wurde meine Arbeit oft nicht verstanden, weil sie nicht nur auf Form, Ausdruck, Stil oder Ausstellung zielte. Aus der Wissenschaft heraus wurde sie nicht aufgenommen, weil sie nicht in den üblichen akademischen Verfahren, Begriffen und Zuständigkeiten entstand. Ich kam aus dem Handwerk, aus der Erfahrung von Material, Passung, Toleranz, Funktionieren und Nichtfunktionieren. Dieser Maßstab wurde zum Kern meiner künstlerischen Arbeit, passte aber weder in den Kunstmarkt noch in die wissenschaftlichen Institutionen.

Dadurch entstand über Jahrzehnte eine doppelte Ausgrenzung. Mein Werk war zu forschend für den Kunstbetrieb und zu künstlerisch für die Wissenschaft. Es war zu praktisch für die Theorie und zu theoretisch für eine bloß handwerkliche oder ästhetische Einordnung. Diese Zwischenstellung hat dazu geführt, dass ich kaum verstanden wurde und mit meiner Arbeit auch wirtschaftlich nicht bestehen konnte.

Das besonders Bittere ist, dass selbst das jetzige Ergebnis, das nach drei Jahren Komprimierung, Verdichtung und sprachlicher Klärung durch KI-Unterstützung deutlich benennbar geworden ist, weiterhin von den zuständigen Institutionen nicht aufgenommen wird. Obwohl nun klarer sichtbar wird, dass meinem Lebenswerk eine eigenständige Forschungskunst zugrunde liegt, findet auch dieses Ergebnis bisher keinen Ort, keine Anerkennung und keine tragfähige Unterstützung.

Noch stärker und persönlicher:

Heute verstehe ich klarer, warum ich ein Leben lang zwischen allen Stühlen von Kunst und Wissenschaft gesessen habe. Mein Werk war nie nur Kunst im üblichen Sinn und nie Wissenschaft im akademischen Sinn. Es war eine Forschungskunst, die aus künstlerischer Praxis, handwerklicher Erfahrung, gesellschaftlicher Beobachtung und existenzieller Prüfung entstanden ist. Sie fragt nicht zuerst nach Stil, Marktwert oder kunsthistorischer Einordnung, sondern nach Wirklichkeit: Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Welche Folgen haben menschliche Werke, Begriffe und Handlungen?

Gerade dieser Ansatz hat mich institutionell heimatlos gemacht. Für den Kunstbetrieb war meine Arbeit oft zu komplex, zu forschend, zu systemisch und zu wenig verkäuflich. Für die Wissenschaft war sie zu künstlerisch, zu biografisch, zu werkbezogen und nicht in die üblichen akademischen Formate eingebunden. Für den Markt war sie nicht einfach genug zu verwerten. Für Stiftungen und Institutionen war sie schwer einzuordnen. So entstand eine Lebenssituation, in der mein Werk zwar über Jahrzehnte gewachsen ist, aber kaum verstanden, kaum anerkannt und wirtschaftlich nicht tragfähig wurde.

Das jetzige Ergebnis nach drei Jahren KI-gestützter Komprimierung und Verdichtung macht diesen Zusammenhang erstmals in großer Klarheit sichtbar. Es zeigt, dass meinem Lebenswerk eine eigenständige Forschungskunst zugrunde liegt. Aber auch dieses Ergebnis will bisher offenbar niemand haben. Damit setzt sich genau das fort, was mein Leben geprägt hat: Die Arbeit wird klarer, aber sie findet keinen institutionellen Ort. Sie wird verständlicher, aber nicht angenommen. Sie wird dringlicher, aber bleibt ohne Unterstützung.

zurzeit bin ich dabei, eine neue Documenta-Bewerbung zu machen.

Für die Bewerbung sollte dieser Punkt als zentrale Begründung erscheinen: Die documenta-Bewerbung ist nicht einfach eine weitere Bewerbung, sondern der Versuch, Ihrem Lebenswerk jetzt einen passenden Ort zu geben.

Zurzeit erarbeite ich eine neue Bewerbung für die documenta. Diese Bewerbung entsteht nicht aus einem kurzfristigen Projekt heraus, sondern aus der jahrzehntelangen Verdichtung meines künstlerischen Lebenswerks. Heute kann ich klarer benennen, warum meine Arbeit über Jahrzehnte zwischen Kunst und Wissenschaft stand und deshalb schwer einzuordnen war: Ihr liegt eine eigenständige Forschungskunst zugrunde.

Diese Forschungskunst ist aus künstlerischer Praxis, handwerklicher Erfahrung, Naturbeobachtung, gesellschaftlicher Analyse und der Prüfung von Wirklichkeit entstanden. Als gelernter Maschinenschlosser habe ich früh gelernt, dass Material, Passung, Toleranz und Funktion nicht beliebig sind. Etwas funktioniert oder es funktioniert nicht. Diese Erfahrung wurde zum grundlegenden Parameter meiner künstlerischen Arbeit.

Für die Kunst war dieser Ansatz oft zu forschend, zu systemisch und zu wenig marktförmig. Für die Wissenschaft war er zu künstlerisch, zu biografisch und nicht akademisch institutionell eingebunden. Dadurch saß ich ein Leben lang zwischen allen Stühlen. Genau diese Zwischenstellung ist jedoch nicht die Schwäche meines Werks, sondern sein eigentlicher Kern.

Die neue documenta-Bewerbung soll deshalb zeigen, dass mein Lebenswerk nicht nur aus einzelnen Arbeiten besteht, sondern aus einer über Jahrzehnte entwickelten künstlerischen Prüfweise von Wirklichkeit. Es geht um die Frage, wie menschliche Werke, Begriffe, Handlungen und Systeme daraufhin überprüft werden können, ob sie mit Existenz, Wirkung, Tragfähigkeit und Konsequenz verbunden sind. Gerade in einer Zeit globaler Krisen, institutioneller Erschöpfung und begrifflicher Entleerung halte ich diese Forschungskunst für dringlicher denn je.

Eine noch kürzere Kernformel für die Bewerbung:

Meine neue documenta-Bewerbung ist der Versuch, einem Lebenswerk einen Ort zu geben, das über Jahrzehnte zwischen Kunst und Wissenschaft stand. Heute lässt sich klarer benennen, dass diesem Werk eine Forschungskunst zugrunde liegt: eine künstlerische Prüfweise von Wirklichkeit, Funktion, Existenz, Wirkung und menschlichen Handlungskonsequenzen. Gerade weil diese Arbeit nie vollständig in den Kunstmarkt und nie vollständig in die Wissenschaft passte, blieb sie lange schwer einzuordnen. Diese Zwischenstellung ist jedoch nicht ihr Mangel, sondern ihr eigentlicher Beitrag.

documenta 2027 deren Programm vorstellen und mit meinen Kontextankern oder Werkankern überprüfen. Wie müsste ich eine Bewerbung zu Dokument schreiben?

Ich prüfe zuerst den aktuellen offiziellen Stand zur documenta 16 / 2027, weil Programm, Leitung und Bewerbungswege sich ändern können. Danach übertrage ich das auf Ihre Kontextanker/Werkanker und formuliere eine verwendbare Bewerbungsstruktur.

Aktueller Stand documenta 16 / 2027

Die kommende documenta 16 findet offiziell vom 12. Juni bis 19. September 2027 in Kassel statt. Künstlerische Leiterin ist Naomi Beckwith. Das endgültige Programm ist nach dem öffentlich auffindbaren Stand noch nicht vollständig veröffentlicht; es gibt aber bereits klare kuratorische Leitlinien: Zukunftsfragen, globale Krisen, soziale und kulturelle Landschaften, Respekt, Menschenwürde, künstlerische Freiheit, Diskurs, Experiment, Utopie und Reflexion.

Wichtig für Ihre Bewerbung: Die documenta spricht nicht von einer normalen offenen Künstlerbewerbung wie bei einem Wettbewerb. Offiziell sichtbar ist vor allem die kuratorische Struktur: Naomi Beckwith und ihr künstlerisches Team entwickeln Ausstellung, Publikationen und Programm. Deshalb sollte Ihr Schreiben nicht wie ein gewöhnlicher Antrag klingen, sondern wie ein kuratorisch präzises Dossier an die künstlerische Leitung.

Prüfung mit Ihren Kontextankern / Werkankern

Ihre stärkste Anschlussstelle liegt hier: Naomi Beckwiths Ansatz fragt danach, was Kunst für die Welt tun kann, welche Zukünfte gemeinsam geformt werden können und wie Kunst auf globale Krisen, Wahrnehmung und äußere Bedingungen reagiert. Genau hier passt Ihre Forschungskunst / Experimentelle Umweltgestaltung / Plastische Anthropologie 51:49 an.

Ihre Bewerbung sollte deshalb nicht beginnen mit: „Ich möchte mich als Künstler bewerben.“

Sie sollte beginnen mit: „Ich schlage ein Lebenswerk als Forschungskunst vor, das seit über 50 Jahren prüft, wie menschliche Werke, Begriffe, Systeme und Handlungskonsequenzen an Wirklichkeit, Tragfähigkeit und Existenzbedingungen rückgebunden werden können.“

Das ist der entscheidende Punkt: Sie bewerben nicht einzelne Bilder. Sie bewerben ein Werkorganismus-Dossier.

Was in der Bewerbung stehen muss

Die Bewerbung sollte aus vier Teilen bestehen:

Erstens: ein kurzes Anschreiben, maximal zwei Seiten. Darin steht: Wer Sie sind, warum documenta 16 der richtige Ort ist, warum Ihr Werk zwischen Kunst und Wissenschaft bisher nicht verstanden wurde, und warum es jetzt durch KI-Unterstützung erstmals klar vermittelbar geworden ist.

Zweitens: ein Projekttitel, zum Beispiel:

„Forschungskunst als Prüfung von Wirklichkeit: Experimentelle Umweltgestaltung, Plastische Anthropologie 51:49 und Globale Schwarmintelligenz“

Drittens: ein Werk-Dossier, etwa 10–20 Seiten. Darin nicht alles erzählen, sondern streng gliedern: Herkunft als Maschinenschlosser, Funktionieren/Nichtfunktionieren, Wasser/Deich/Capella-Orkan, 51:49, Tragwirklichkeit, Mensch als Funktionsteil, Globale Schwarmintelligenz, Entelechie-Museum, Kunsthalle auf Zeit, Archiv und heutige KI-Verdichtung.

Viertens: ein klarer documenta-Vorschlag, also nicht nur „Anerkennung meines Lebenswerks“, sondern eine mögliche Form in Kassel: Archivraum, Denkwerkstatt, partizipatives Prüfmodell, Tisch-Struktur, digitale Plattform, Besucher als Spurenleser, Werkstatt „Was trägt? Was zerstört? Was muss repariert werden?“

Der wichtigste Satz für Ihre Bewerbung

Meine Arbeit ist keine nachträgliche Theorie zu einzelnen Kunstwerken, sondern eine über mehr als fünf Jahrzehnte entwickelte Forschungskunst. Sie entstand aus Handwerk, Materialprüfung, Naturbeobachtung, Wasser- und Strömungsforschung, gesellschaftlicher Analyse, künstlerischer Praxis und der Frage, warum der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen zerstört. Ihr Prüfmaßstab ist nicht Stil, Markt oder Meinung, sondern Wirklichkeit: Was funktioniert, was funktioniert nicht, was trägt, was zerstört, und welche Handlungskonsequenzen entstehen daraus?

Entwurf für das Anschreiben an die documenta

Sehr geehrte Frau Beckwith,

sehr geehrtes künstlerisches Team der documenta 16,

ich wende mich mit dem Vorschlag an Sie, mein über mehr als fünf Jahrzehnte entstandenes künstlerisches Lebenswerk im Kontext der documenta 16 zu prüfen. Dieses Werk lässt sich heute präziser benennen als Forschungskunst: als eine künstlerische Prüfweise von Wirklichkeit, Existenz, Funktion, Wirkung, Tragfähigkeit und menschlichen Handlungskonsequenzen.

Die documenta 16 wird nach den bisher öffentlich formulierten kuratorischen Ansätzen Fragen nach Zukunft, Menschenwürde, Respekt, globalen Krisen, künstlerischer Freiheit, Experiment, Utopie und Reflexion berühren. Genau an dieser Stelle sehe ich eine wesentliche Verbindung zu meinem Werk. Meine Arbeit fragt seit den 1970er-Jahren, wie menschliche Werke, Begriffe, Systeme und Selbstbilder daraufhin überprüft werden können, ob sie mit den tragenden Existenzbedingungen des Lebens verbunden sind oder diese zerstören.

Ich bin gelernter Maschinenschlosser und habe später Bildhauerei studiert. Aus dem Handwerk stammt mein entscheidender Prüfmaßstab: Passung, Toleranz, Materialverhalten, Funktionieren und Nichtfunktionieren. In der Maschine, im Material, im Wasser, im Deichbau, im Strömungsverhalten und in natürlichen Prozessen entscheidet nicht Behauptung, sondern Wirkung. Dieser Maßstab wurde zur Grundlage meiner künstlerischen Arbeit.

Daraus entstand eine Forschungskunst, die ich bereits vor Jahrzehnten als Experimentelle Umweltgestaltung bezeichnet habe. Sie umfasst Plastik, Fotografie, Installation, Archiv, Modellbau, Wasser- und Strömungsforschung, soziale Versuchsanordnungen, partizipative Formate, Werkstattmodelle, künstlerische Pädagogik, öffentliche Denkprozesse und digitale Schwarmintelligenz. Heute fasse ich diesen Zusammenhang unter anderem als Plastische Anthropologie 51:49, Tragwirklichkeit und Globale Schwarmintelligenz.

Mein Werk saß dadurch ein Leben lang zwischen den Stühlen von Kunst und Wissenschaft. Für den Kunstbetrieb war es häufig zu forschend, zu systemisch und zu wenig marktförmig. Für die Wissenschaft war es zu künstlerisch, zu biografisch und nicht in akademische Verfahren eingebunden. Genau diese Zwischenstellung ist jedoch nicht der Mangel meines Werks, sondern sein eigentlicher Beitrag. Es handelt sich um eine künstlerische Prüfung der Frage, wie Wirklichkeit selbst lesbar, erfahrbar und korrigierbar wird.

Nach drei Jahren intensiver KI-gestützter Komprimierung und Verdichtung ist es mir heute möglich, diesen jahrzehntelang gewachsenen Werkzusammenhang klarer darzustellen. Die KI ersetzt dabei nicht das Werk. Sie hilft mir, ein komplexes Lebenswerk trotz Alter, gesundheitlicher Einschränkungen und Legasthenie sprachlich zugänglich zu machen.

Für die documenta 16 schlage ich keinen einzelnen Werkblock im klassischen Sinn vor, sondern einen Werkorganismus: einen begehbaren Forschungs- und Resonanzraum, in dem Archivmaterial, Modelle, Texte, Fotografien, Diagramme, Werkzeuge, Wasser- und Strömungsmodelle, partizipative Tischformate und die digitale Plattform Globale Schwarmintelligenz zusammengeführt werden. Besucherinnen und Besucher würden dabei nicht nur Betrachter sein, sondern Spurenleser: Sie prüfen mit dem Werk die Fragen, die mein Lebenswerk tragen: Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Was trägt? Was zerstört? Was muss repariert werden?

Diese Arbeit verstehe ich als Beitrag zu einer documenta, die Kunst nicht nur als Darstellung, sondern als Prüf-, Denk- und Reparaturraum für die Gegenwart und mögliche Zukünfte versteht. Ich bitte Sie daher um Prüfung, ob mein Werk im Rahmen der documenta 16, ihres Programms, ihrer Publikationen, ihrer Diskursformate oder ihrer archivalisch-künstlerischen Forschung berücksichtigt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Fenner

Was Sie als Anlagen beifügen sollten

Nicht zu viel auf einmal. Für den ersten Kontakt besser:

Anlage 1: Kurzvita, eine Seite.

Anlage 2: Werkstatement „Forschungskunst / Experimentelle Umweltgestaltung“, zwei Seiten.

Anlage 3: Bild- und Werkdossier mit 10–15 Schlüsselwerken.

Anlage 4: Diagramm oder Übersicht „Kontextanker / Werkanker“.

Anlage 5: Link zur Plattform „Globale Schwarmintelligenz“.

Anlage 6: kurzer Hinweis auf Archivumfang: Tagebücher, Fotografien, Modelle, Installationsmaterial, Plattform.

Die offizielle documenta-Kontaktseite nennt die documenta und Museum Fridericianum gGmbH am Friedrichsplatz 18 in Kassel sowie die allgemeine Kontaktadresse; zugleich weist sie darauf hin, dass für unverlangt eingesandtes Material keine Haftung übernommen und nichts zurückgesandt wird. Deshalb sollten Sie möglichst digital, knapp und mit klarer Inhaltsübersicht einreichen.

Warum ich ein Leben lang zwischen allen Stühlen von Kunst und Wissenschaft gesessen habe, wird mir erst durch die heutige Verdichtung meiner Arbeit vollständig klar. Meine künstlerische Arbeit war nie nur Kunst im klassischen Sinn, aber auch keine Wissenschaft im institutionellen Sinn. Sie war eine Forschungskunst, die Wirklichkeit, Existenz, Funktion, Wirkung und menschliche Handlungskonsequenzen künstlerisch prüft. Genau dadurch war sie schwer einzuordnen.

Aus der Kunst heraus wurde meine Arbeit oft nicht verstanden, weil sie nicht nur auf Form, Ausdruck, Stil oder Ausstellung zielte. Aus der Wissenschaft heraus wurde sie nicht aufgenommen, weil sie nicht in den üblichen akademischen Verfahren, Begriffen und Zuständigkeiten entstand. Ich kam aus dem Handwerk, aus der Erfahrung von Material, Passung, Toleranz, Funktionieren und Nichtfunktionieren. Dieser Maßstab wurde zum Kern meiner künstlerischen Arbeit, passte aber weder in den Kunstmarkt noch in die wissenschaftlichen Institutionen.

Dadurch entstand über Jahrzehnte eine doppelte Ausgrenzung. Mein Werk war zu forschend für den Kunstbetrieb und zu künstlerisch für die Wissenschaft. Es war zu praktisch für die Theorie und zu theoretisch für eine bloß handwerkliche oder ästhetische Einordnung. Diese Zwischenstellung hat dazu geführt, dass ich kaum verstanden wurde und mit meiner Arbeit auch wirtschaftlich nicht bestehen konnte.

Das besonders Bittere ist, dass selbst das jetzige Ergebnis, das nach drei Jahren Komprimierung, Verdichtung und sprachlicher Klärung durch KI-Unterstützung deutlich benennbar geworden ist, weiterhin von den zuständigen Institutionen nicht aufgenommen wird. Obwohl nun klarer sichtbar wird, dass meinem Lebenswerk eine eigenständige Forschungskunst zugrunde liegt, findet auch dieses Ergebnis bisher keinen Ort, keine Anerkennung und keine tragfähige Unterstützung.

Noch stärker und persönlicher:

Heute verstehe ich klarer, warum ich ein Leben lang zwischen allen Stühlen von Kunst und Wissenschaft gesessen habe. Mein Werk war nie nur Kunst im üblichen Sinn und nie Wissenschaft im akademischen Sinn. Es war eine Forschungskunst, die aus künstlerischer Praxis, handwerklicher Erfahrung, gesellschaftlicher Beobachtung und existenzieller Prüfung entstanden ist. Sie fragt nicht zuerst nach Stil, Marktwert oder kunsthistorischer Einordnung, sondern nach Wirklichkeit: Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Welche Folgen haben menschliche Werke, Begriffe und Handlungen?

Gerade dieser Ansatz hat mich institutionell heimatlos gemacht. Für den Kunstbetrieb war meine Arbeit oft zu komplex, zu forschend, zu systemisch und zu wenig verkäuflich. Für die Wissenschaft war sie zu künstlerisch, zu biografisch, zu werkbezogen und nicht in die üblichen akademischen Formate eingebunden. Für den Markt war sie nicht einfach genug zu verwerten. Für Stiftungen und Institutionen war sie schwer einzuordnen. So entstand eine Lebenssituation, in der mein Werk zwar über Jahrzehnte gewachsen ist, aber kaum verstanden, kaum anerkannt und wirtschaftlich nicht tragfähig wurde.

Das jetzige Ergebnis nach drei Jahren KI-gestützter Komprimierung und Verdichtung macht diesen Zusammenhang erstmals in großer Klarheit sichtbar. Es zeigt, dass meinem Lebenswerk eine eigenständige Forschungskunst zugrunde liegt. Aber auch dieses Ergebnis will bisher offenbar niemand haben. Damit setzt sich genau das fort, was mein Leben geprägt hat: Die Arbeit wird klarer, aber sie findet keinen institutionellen Ort. Sie wird verständlicher, aber nicht angenommen. Sie wird dringlicher, aber bleibt ohne Unterstützung.

zurzeit bin ich dabei, eine neue Documenta-Bewerbung zu machen.

Für die Bewerbung sollte dieser Punkt als zentrale Begründung erscheinen: Die documenta-Bewerbung ist nicht einfach eine weitere Bewerbung, sondern der Versuch, Ihrem Lebenswerk jetzt einen passenden Ort zu geben.

Zurzeit erarbeite ich eine neue Bewerbung für die documenta. Diese Bewerbung entsteht nicht aus einem kurzfristigen Projekt heraus, sondern aus der jahrzehntelangen Verdichtung meines künstlerischen Lebenswerks. Heute kann ich klarer benennen, warum meine Arbeit über Jahrzehnte zwischen Kunst und Wissenschaft stand und deshalb schwer einzuordnen war: Ihr liegt eine eigenständige Forschungskunst zugrunde.

Diese Forschungskunst ist aus künstlerischer Praxis, handwerklicher Erfahrung, Naturbeobachtung, gesellschaftlicher Analyse und der Prüfung von Wirklichkeit entstanden. Als gelernter Maschinenschlosser habe ich früh gelernt, dass Material, Passung, Toleranz und Funktion nicht beliebig sind. Etwas funktioniert oder es funktioniert nicht. Diese Erfahrung wurde zum grundlegenden Parameter meiner künstlerischen Arbeit.

Für die Kunst war dieser Ansatz oft zu forschend, zu systemisch und zu wenig marktförmig. Für die Wissenschaft war er zu künstlerisch, zu biografisch und nicht akademisch institutionell eingebunden. Dadurch saß ich ein Leben lang zwischen allen Stühlen. Genau diese Zwischenstellung ist jedoch nicht die Schwäche meines Werks, sondern sein eigentlicher Kern.

Die neue documenta-Bewerbung soll deshalb zeigen, dass mein Lebenswerk nicht nur aus einzelnen Arbeiten besteht, sondern aus einer über Jahrzehnte entwickelten künstlerischen Prüfweise von Wirklichkeit. Es geht um die Frage, wie menschliche Werke, Begriffe, Handlungen und Systeme daraufhin überprüft werden können, ob sie mit Existenz, Wirkung, Tragfähigkeit und Konsequenz verbunden sind. Gerade in einer Zeit globaler Krisen, institutioneller Erschöpfung und begrifflicher Entleerung halte ich diese Forschungskunst für dringlicher denn je.

Eine noch kürzere Kernformel für die Bewerbung:

Meine neue documenta-Bewerbung ist der Versuch, einem Lebenswerk einen Ort zu geben, das über Jahrzehnte zwischen Kunst und Wissenschaft stand. Heute lässt sich klarer benennen, dass diesem Werk eine Forschungskunst zugrunde liegt: eine künstlerische Prüfweise von Wirklichkeit, Funktion, Existenz, Wirkung und menschlichen Handlungskonsequenzen. Gerade weil diese Arbeit nie vollständig in den Kunstmarkt und nie vollständig in die Wissenschaft passte, blieb sie lange schwer einzuordnen. Diese Zwischenstellung ist jedoch nicht ihr Mangel, sondern ihr eigentlicher Beitrag.

documenta 2027 deren Programm vorstellen und mit meinen Kontextankern oder Werkankern überprüfen. Wie müsste ich eine Bewerbung zu Dokument schreiben?

Ich prüfe zuerst den aktuellen offiziellen Stand zur documenta 16 / 2027, weil Programm, Leitung und Bewerbungswege sich ändern können. Danach übertrage ich das auf Ihre Kontextanker/Werkanker und formuliere eine verwendbare Bewerbungsstruktur.

Aktueller Stand documenta 16 / 2027

Die kommende documenta 16 findet offiziell vom 12. Juni bis 19. September 2027 in Kassel statt. Künstlerische Leiterin ist Naomi Beckwith. Das endgültige Programm ist nach dem öffentlich auffindbaren Stand noch nicht vollständig veröffentlicht; es gibt aber bereits klare kuratorische Leitlinien: Zukunftsfragen, globale Krisen, soziale und kulturelle Landschaften, Respekt, Menschenwürde, künstlerische Freiheit, Diskurs, Experiment, Utopie und Reflexion.

Wichtig für Ihre Bewerbung: Die documenta spricht nicht von einer normalen offenen Künstlerbewerbung wie bei einem Wettbewerb. Offiziell sichtbar ist vor allem die kuratorische Struktur: Naomi Beckwith und ihr künstlerisches Team entwickeln Ausstellung, Publikationen und Programm. Deshalb sollte Ihr Schreiben nicht wie ein gewöhnlicher Antrag klingen, sondern wie ein kuratorisch präzises Dossier an die künstlerische Leitung.

Prüfung mit Ihren Kontextankern / Werkankern

Ihre stärkste Anschlussstelle liegt hier: Naomi Beckwiths Ansatz fragt danach, was Kunst für die Welt tun kann, welche Zukünfte gemeinsam geformt werden können und wie Kunst auf globale Krisen, Wahrnehmung und äußere Bedingungen reagiert. Genau hier passt Ihre Forschungskunst / Experimentelle Umweltgestaltung / Plastische Anthropologie 51:49 an.

Ihre Bewerbung sollte deshalb nicht beginnen mit: „Ich möchte mich als Künstler bewerben.“

Sie sollte beginnen mit: „Ich schlage ein Lebenswerk als Forschungskunst vor, das seit über 50 Jahren prüft, wie menschliche Werke, Begriffe, Systeme und Handlungskonsequenzen an Wirklichkeit, Tragfähigkeit und Existenzbedingungen rückgebunden werden können.“

Das ist der entscheidende Punkt: Sie bewerben nicht einzelne Bilder. Sie bewerben ein Werkorganismus-Dossier.

Was in der Bewerbung stehen muss

Die Bewerbung sollte aus vier Teilen bestehen:

Erstens: ein kurzes Anschreiben, maximal zwei Seiten. Darin steht: Wer Sie sind, warum documenta 16 der richtige Ort ist, warum Ihr Werk zwischen Kunst und Wissenschaft bisher nicht verstanden wurde, und warum es jetzt durch KI-Unterstützung erstmals klar vermittelbar geworden ist.

Zweitens: ein Projekttitel, zum Beispiel:

„Forschungskunst als Prüfung von Wirklichkeit: Experimentelle Umweltgestaltung, Plastische Anthropologie 51:49 und Globale Schwarmintelligenz“

Drittens: ein Werk-Dossier, etwa 10–20 Seiten. Darin nicht alles erzählen, sondern streng gliedern: Herkunft als Maschinenschlosser, Funktionieren/Nichtfunktionieren, Wasser/Deich/Capella-Orkan, 51:49, Tragwirklichkeit, Mensch als Funktionsteil, Globale Schwarmintelligenz, Entelechie-Museum, Kunsthalle auf Zeit, Archiv und heutige KI-Verdichtung.

Viertens: ein klarer documenta-Vorschlag, also nicht nur „Anerkennung meines Lebenswerks“, sondern eine mögliche Form in Kassel: Archivraum, Denkwerkstatt, partizipatives Prüfmodell, Tisch-Struktur, digitale Plattform, Besucher als Spurenleser, Werkstatt „Was trägt? Was zerstört? Was muss repariert werden?“

Der wichtigste Satz für Ihre Bewerbung

Meine Arbeit ist keine nachträgliche Theorie zu einzelnen Kunstwerken, sondern eine über mehr als fünf Jahrzehnte entwickelte Forschungskunst. Sie entstand aus Handwerk, Materialprüfung, Naturbeobachtung, Wasser- und Strömungsforschung, gesellschaftlicher Analyse, künstlerischer Praxis und der Frage, warum der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen zerstört. Ihr Prüfmaßstab ist nicht Stil, Markt oder Meinung, sondern Wirklichkeit: Was funktioniert, was funktioniert nicht, was trägt, was zerstört, und welche Handlungskonsequenzen entstehen daraus?

Entwurf für das Anschreiben an die documenta

Sehr geehrte Frau Beckwith,

sehr geehrtes künstlerisches Team der documenta 16,

ich wende mich mit dem Vorschlag an Sie, mein über mehr als fünf Jahrzehnte entstandenes künstlerisches Lebenswerk im Kontext der documenta 16 zu prüfen. Dieses Werk lässt sich heute präziser benennen als Forschungskunst: als eine künstlerische Prüfweise von Wirklichkeit, Existenz, Funktion, Wirkung, Tragfähigkeit und menschlichen Handlungskonsequenzen.

Die documenta 16 wird nach den bisher öffentlich formulierten kuratorischen Ansätzen Fragen nach Zukunft, Menschenwürde, Respekt, globalen Krisen, künstlerischer Freiheit, Experiment, Utopie und Reflexion berühren. Genau an dieser Stelle sehe ich eine wesentliche Verbindung zu meinem Werk. Meine Arbeit fragt seit den 1970er-Jahren, wie menschliche Werke, Begriffe, Systeme und Selbstbilder daraufhin überprüft werden können, ob sie mit den tragenden Existenzbedingungen des Lebens verbunden sind oder diese zerstören.

Ich bin gelernter Maschinenschlosser und habe später Bildhauerei studiert. Aus dem Handwerk stammt mein entscheidender Prüfmaßstab: Passung, Toleranz, Materialverhalten, Funktionieren und Nichtfunktionieren. In der Maschine, im Material, im Wasser, im Deichbau, im Strömungsverhalten und in natürlichen Prozessen entscheidet nicht Behauptung, sondern Wirkung. Dieser Maßstab wurde zur Grundlage meiner künstlerischen Arbeit.

Daraus entstand eine Forschungskunst, die ich bereits vor Jahrzehnten als Experimentelle Umweltgestaltung bezeichnet habe. Sie umfasst Plastik, Fotografie, Installation, Archiv, Modellbau, Wasser- und Strömungsforschung, soziale Versuchsanordnungen, partizipative Formate, Werkstattmodelle, künstlerische Pädagogik, öffentliche Denkprozesse und digitale Schwarmintelligenz. Heute fasse ich diesen Zusammenhang unter anderem als Plastische Anthropologie 51:49, Tragwirklichkeit und Globale Schwarmintelligenz.

Mein Werk saß dadurch ein Leben lang zwischen den Stühlen von Kunst und Wissenschaft. Für den Kunstbetrieb war es häufig zu forschend, zu systemisch und zu wenig marktförmig. Für die Wissenschaft war es zu künstlerisch, zu biografisch und nicht in akademische Verfahren eingebunden. Genau diese Zwischenstellung ist jedoch nicht der Mangel meines Werks, sondern sein eigentlicher Beitrag. Es handelt sich um eine künstlerische Prüfung der Frage, wie Wirklichkeit selbst lesbar, erfahrbar und korrigierbar wird.

Nach drei Jahren intensiver KI-gestützter Komprimierung und Verdichtung ist es mir heute möglich, diesen jahrzehntelang gewachsenen Werkzusammenhang klarer darzustellen. Die KI ersetzt dabei nicht das Werk. Sie hilft mir, ein komplexes Lebenswerk trotz Alter, gesundheitlicher Einschränkungen und Legasthenie sprachlich zugänglich zu machen.

Für die documenta 16 schlage ich keinen einzelnen Werkblock im klassischen Sinn vor, sondern einen Werkorganismus: einen begehbaren Forschungs- und Resonanzraum, in dem Archivmaterial, Modelle, Texte, Fotografien, Diagramme, Werkzeuge, Wasser- und Strömungsmodelle, partizipative Tischformate und die digitale Plattform Globale Schwarmintelligenz zusammengeführt werden. Besucherinnen und Besucher würden dabei nicht nur Betrachter sein, sondern Spurenleser: Sie prüfen mit dem Werk die Fragen, die mein Lebenswerk tragen: Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Was trägt? Was zerstört? Was muss repariert werden?

Diese Arbeit verstehe ich als Beitrag zu einer documenta, die Kunst nicht nur als Darstellung, sondern als Prüf-, Denk- und Reparaturraum für die Gegenwart und mögliche Zukünfte versteht. Ich bitte Sie daher um Prüfung, ob mein Werk im Rahmen der documenta 16, ihres Programms, ihrer Publikationen, ihrer Diskursformate oder ihrer archivalisch-künstlerischen Forschung berücksichtigt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Fenner

Was Sie als Anlagen beifügen sollten

Nicht zu viel auf einmal. Für den ersten Kontakt besser:

Anlage 1: Kurzvita, eine Seite.

Anlage 2: Werkstatement „Forschungskunst / Experimentelle Umweltgestaltung“, zwei Seiten.

Anlage 3: Bild- und Werkdossier mit 10–15 Schlüsselwerken.

Anlage 4: Diagramm oder Übersicht „Kontextanker / Werkanker“.

Anlage 5: Link zur Plattform „Globale Schwarmintelligenz“.

Anlage 6: kurzer Hinweis auf Archivumfang: Tagebücher, Fotografien, Modelle, Installationsmaterial, Plattform.

Die offizielle documenta-Kontaktseite nennt die documenta und Museum Fridericianum gGmbH am Friedrichsplatz 18 in Kassel sowie die allgemeine Kontaktadresse; zugleich weist sie darauf hin, dass für unverlangt eingesandtes Material keine Haftung übernommen und nichts zurückgesandt wird. Deshalb sollten Sie möglichst digital, knapp und mit klarer Inhaltsübersicht einreichen.