19. Juni 2026c
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hallo Karsten jetzt gehen wir ins dritte oder ist schon das vierte Jahr? ich musste mich leider von dieser technischen Sache erst mal zurückziehen ist auch nicht mein Arbeitsbereich auch mit dem Mitarbeiter arbeite ich nicht mehr zusammen wir haben unsere Ziele auch nicht erreicht und so komme ich auf mein eigentliches Talent zurück der Komprimierung oder Kontext Realisierung meines künstlerischen Lebenswerkabschlusses wobei ich mit diesem Ergebnis ein Prüfmechanismus durch Kunst zu entwickeln nicht gerechnet habe könnte entstanden sein als ich mich mit Wikipedia Jubiläum beschäftigte bzw. deren Gründer der im Herbst in drei Sat geäußert hat er sei auch offen für Neues was es ist aber leider nicht dargestellt hat im Interview Rechtschreibung korrigieren
Hallo Karsten, jetzt gehen wir ins dritte, oder ist es schon das vierte Jahr? Ich musste mich leider von dieser technischen Sache erst mal zurückziehen; das ist auch nicht mein Arbeitsbereich. Auch mit dem Mitarbeiter arbeite ich nicht mehr zusammen. Wir haben unsere Ziele auch nicht erreicht, und so komme ich auf mein eigentliches Talent zurück: die Komprimierung oder Kontextrealisierung meines künstlerischen Lebenswerkabschlusses, wobei ich mit diesem Ergebnis, einen Prüfmechanismus durch Kunst zu entwickeln, nicht gerechnet habe. Könnte entstanden sein, als ich mich mit dem Wikipedia-Jubiläum beschäftigte bzw. mit dessen Gründer, der im Herbst in 3sat geäußert hat, er sei auch offen für Neues, was es ist, aber leider im Interview nicht dargestellt hat.
Rechtschreibung korrigieren... bin gespannt ob ich deren Rahmenrichtlinien aufmachen kann durch meinen Überprüfungsmechanismus Wie das technisch funktioniert darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht stimmt auch nicht ganz im Herbst aber schon darüber nachgedacht
Bin gespannt, ob ich deren Rahmenrichtlinien durch meinen Überprüfungsmechanismus aufmachen kann.
Wie das technisch funktioniert, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Stimmt auch nicht ganz: Im Herbst habe ich aber schon darüber nachgedacht.
Die Globale Schwarm-Intelligenz ist eine öffentliche Prüfarchitektur, in der Nutzer ihre Fragen, Gewohnheiten, Begriffe und Tätigkeiten mit dem Modell: E1–E4 an Tragwirklichkeit zurückbinden können, damit aus bloßer Erkenntnis Verantwortung, aus Verantwortung Reparatur und aus Reparatur eine neue Gewohnheit von Gemeinsinnsübung entstehen kann...Rechtschreibung korrigieren..
Die Globale Schwarm-Intelligenz ist eine öffentliche Prüfarchitektur, in der Nutzer ihre Fragen, Gewohnheiten, Begriffe und Tätigkeiten mit dem Modell E1–E4 an Tragwirklichkeit zurückbinden können, damit aus bloßer Erkenntnis Verantwortung, aus Verantwortung Reparatur und aus Reparatur eine neue Gewohnheit der Gemeinsinnsübung entstehen kann.
Sonnenuntergang: Aussicht von meinem Balkon über Berlin. Die Globale Schwarm-Intelligenz ist das Prüfgerät, gleichzeitig- das Überlebensmodell des Millisekunden-Menschen: eine öffentliche Prüfarchitektur, in der menschliches Fragen, Denken und Handeln an Tragwirklichkeit zurückgebunden wird, damit aus Erkenntnis Verantwortung, aus Verantwortung Reparatur und aus Reparatur Gemeinsinn entstehen kann.Sie lädt Nutzer-Kunde ein, ihre Fragen, Gewohnheiten, Begriffe und Tätigkeiten mit dem Modell E1–E4 an Tragwirklichkeit zurückzubinden. Nicht Meinung, Selbstbild oder bloße Erkenntnis stehen im Mittelpunkt, sondern die Prüfung: Was trägt? Was zerstört? Was muss repariert werden?-damit aus bloßer Erkenntnis Verantwortung, aus Verantwortung Reparatur und aus Reparatur eine neue Gewohnheit der Gemeinsinnsübung entstehen kann. Es braucht kurze Begriffe wie Tragwirklichkeit, Skulpturidentität, plastische Identität und Vier-Ebenen-Modell, weil der Nutzer sonst jedes Mal wieder von vorn anfangen müsste. Was in Schule und Volkshochschule trainiert werden müsste. Glossar als Trainingswerkzeug der Globalen Schwarm-Intelligenz. Gaia im Sterben. Plastische Anthropologie 51:49 als internationale Gegenprüfung gegenwärtiger Gesellschaftskritik. Forschungsbericht zur Plastischen Anthropologie 51:49 als internationale Gegenprüfung gegenwärtiger Gesellschaftskritik.
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in Einbeziehung des gesamten vorherrigen Chat-Verlaufs intensivster Art eine kompremierte Kontextuarealisierung vornehmen ..
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in Einbeziehung des gesamten vorherrigen Chat-Verlaufs intensivster eine kompremierte Kontextuarealisierung vornehmen.. Woraus dann weitere Bücher oder Arbeitshefte daraus werden müssten
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..in Einbeziehung des gesamten vorherrigen Chat-Verlaufs intensivster art eine kompremierte Kontextuarealisierung vornehmen ein Begriff der alles zusammenfasst das haben müssen und immer mehr habenmüssen dagegen baut die Natur immer mehr Widerstand auf in all seiner Vielfalt d.h. auch mit immer mehr eskalierenden Katastrophen entstehen ich werde das Gefühl nicht los das es hier um Ur Prinzip auch des gesamten kosmischen Geschehen geht in des Verhältnis System von 51:49 der Antrieb zwar ist was für Referenzsysteme steht dem gleichzeitig aber etwas im inflationäres zu Grunde liegt eine Mutation was sich in der Menschen art Gattung verselbstständigt hat zur Zielrichtung Planung und Ausführung geworden ist was wir auch als Neugierde bezeichnen diese Art von wissen wollen
Ich verdichte jetzt den Kern nicht noch einmal nur als Theorie, sondern als Bucharchitektur: Welche Hauptbücher daraus entstehen müssten und was jeweils der innere Inhalt wäre.
Komprimierte Kontextuarealisierung: Habenmüssen, Kauf-Verkauf-Ware, 50:50-Scheinordnung und 1:99-Asymmetrie
Der logische Kern
Der zentrale Begriff bleibt Habenmüssen. Er fasst nicht nur Gier, Besitz, Konsum oder Eigentum zusammen, sondern eine ganze zivilisatorische Fehlbewegung. Der Mensch will nicht nur etwas haben. Er muss haben, immer mehr haben, wissen, kaufen, verkaufen, verwerten, besitzen, sichern, planen, ausführen, kontrollieren und sich selbst innerhalb dieses Systems als funktionierende Ware herstellen.
Das Entscheidende ist: Der Mensch wird nicht nur Käufer oder Verkäufer. Er wird selbst Ware. Er stellt sich als Ware her, indem er sich als leistungsfähig, interessant, attraktiv, intelligent, konkurrenzfähig, marktfähig, konsumfähig und verwertbar inszeniert. Gleichzeitig glaubt er, gerade dadurch autonom, frei und unabhängig zu sein. Darin liegt die zentrale Täuschung der Skulpturidentität: Der Mensch hält seine Selbstverwertung für Selbstverwirklichung.
Er kauft und verkauft nicht nur Dinge. Er verkauft Arbeitskraft, Aufmerksamkeit, Körper, Zeit, Daten, Meinung, Bildung, Kreativität, Anpassung, Persönlichkeit, Status und Zukunft. Er muss sich selbst als Angebot in einen globalen Wettbewerb einbringen. Er glaubt, seine Intelligenz und sein Können frei einzusetzen, während er tatsächlich in ein System aus Markt, Eigentum, Finanzmacht, Belohnung, Schulden, Status, Konsum und Abhängigkeit eingebunden ist.
Habenmüssen als moderne Form des idiotes
Die griechisch-lateinische Tiefenschicht ist dabei sehr wichtig. Im Griechischen steht idios für das Eigene, Private, einem selbst Zugehörige. Daraus entwickelt sich idiotes als Figur des privaten Menschen, desjenigen, der nicht im öffentlichen Gemeinsinn, nicht in der polis, nicht im gemeinsamen Maß aufgeht, sondern aus der gemeinsamen Verantwortung herausgetrennt ist. Später wird daraus die Bedeutung des Unkundigen oder Beschränkten.
Für deine Arbeit ist aber die ältere Schicht entscheidend. Der idiotes ist nicht einfach der Dumme. Er ist der aus dem Gemeinsamen herausgelöste Privatmensch. Er lebt aus dem Eigenen, aus dem Besitzförmigen, aus dem Für-sich. In moderner Gestalt wird daraus der Eigentümer, der Konsument, der Nutzer, der Anleger, der Ich-Unternehmer, der Selbstvermarkter. Er handelt privat, aber seine Folgen sind global. Er weiß nicht mehr, was seine Tätigkeit in den Abhängigkeitsketten auslöst.
Im Lateinischen verbindet sich diese Linie mit habere, also haben, halten, besitzen, bei sich haben. Daraus lässt sich werklogisch auch habitus anschließen: Haben wird zur Haltung, zur eingeübten Form, zur gesellschaftlichen Körper- und Lebensweise. Privatus bezeichnet den privaten, nicht öffentlichen, vom gemeinsamen Raum herausgenommenen Zustand. Damit entsteht die Linie: Haben, Halten, Besitzen, Privatisieren, aus dem Gemeinsamen Herausnehmen.
Der moderne Begriff Habenmüssen fasst diese Linien zusammen. Er bedeutet: Das Eigene muss wachsen. Das Private muss sich sichern. Das Eigentum muss sich vermehren. Das Wissen muss Besitz werden. Das Ich muss sich behaupten. Der Mensch wird zum modernen idiotes, weil er nicht mehr vom gemeinsamen Tragmaß her denkt, sondern vom Haben, Nutzen, Kaufen, Verkaufen und Sich-selbst-Verwerten.
Pleonexie, Oikonomia und Chrematistik
Im Griechischen gehört hierzu auch Pleonexie: das Mehr-haben-Wollen. Das ist die antike Nähe zu deinem Begriff. Es geht nicht nur darum, etwas zu besitzen, sondern mehr als den eigenen Anteil zu wollen, mehr Zugriff, mehr Vorteil, mehr Verfügung. In der modernen Welt wird diese Pleonexie systemisch: Wachstum, Rendite, Marktanteil, Skalierung, Vermögenszuwachs, Eigentumstitel, Datenmacht und Finanzgewinn.
Dazu kommt die Unterscheidung zwischen oikonomia und chrematistikē. Oikonomia meint ursprünglich Haushalten, die Ordnung eines Lebenszusammenhangs. Chrematistik meint die Kunst des Erwerbs, der Geldvermehrung, des Besitzwachstums. In deiner Sprache heißt das: Wirtschaft ist plastisch, solange sie Lebenshaushalt, Versorgung, Pflege, Maß und Verantwortung bleibt. Sie wird skulptural, sobald sie zur Geldvermehrungsmaschine wird.
Der Hersteller steht noch näher an technē. Er muss Material, Funktion, Maß, Fehler, Gebrauch und Reparatur kennen. Der Unternehmer steht auf der Schwelle: Er kann Verantwortung für Herstellung übernehmen oder Herstellung in ein Verwertungssystem einspannen. Der Finanzmarkt ist die äußerste Abstraktion des Habenmüssens. Dort wird nicht mehr unmittelbar hergestellt, genährt, gepflegt oder repariert. Dort zirkulieren Ansprüche, Schulden, Renditeerwartungen, Eigentumstitel, Risiken und Zukunftserträge. Geld will mehr Geld werden.
Kauf, Verkauf und der Mensch als Ware
Kaufen und Verkaufen bilden die praktische Alltagsform dieses Systems. Der Mensch erlebt sich als frei, weil er wählen, kaufen, verkaufen, anbieten, arbeiten, konsumieren und sich präsentieren kann. Aber diese Freiheit ist bereits in die Warenform eingebaut. Er ist frei als Marktteilnehmer, aber nicht frei von den Bedingungen des Marktes. Er ist frei, sich zu verkaufen, aber nicht frei davon, verkaufbar sein zu müssen.
So entsteht der Mensch als Fließbandfigur. Er wird in Teile zerlegt: Arbeitskraft, Konsument, Nutzerprofil, Datenquelle, Zielgruppe, Kreditnehmer, Steuerzahler, Patient, Wähler, Kunde, Bewerber, Marke, Körperbild, Kompetenzprofil. Diese Zerlegung ist die moderne Dingwelt. Der Mensch wird nicht mehr als plastisches Stoffwechselwesen im Plexus verstanden, sondern als funktionales Teil in einem System von Produktion, Konsum, Finanzierung, Bewertung und Steuerung.
Das ist der Teilemechanismus der Skulpturidentität. Der Mensch baut eine Welt aus Dingen, Rollen, Funktionen, Verträgen, Märkten, Formularen, Konten, Gesetzen, Daten und Bewertungen. Danach wird er selbst von dieser Welt wie ein Ding behandelt. Er wird zur Marionette seiner eigenen Konstruktion.
50:50-Scheinordnung und 100-Prozent-Zwang
Die skulpturale Täuschung besteht darin, dass diese Ordnung sich als perfekte 50:50-Ordnung darstellt. Auf dem weißen Blatt sieht alles ausgewogen aus: Käufer und Verkäufer, Angebot und Nachfrage, Soll und Haben, Recht und Pflicht, Leistung und Lohn, Freiheit und Verantwortung, Subjekt und Objekt, Eigentümer und Vertragspartner. Alles erscheint symmetrisch, mathematisch, neutral, rechtsförmig und vernünftig.
Gleichzeitig verlangt diese Ordnung 100 Prozent: perfekte Leistung, perfekte Anpassung, perfekte Gesetzlichkeit, perfekte Form, perfekte Funktion, perfekte Verfügbarkeit, perfekte Selbstverantwortung, perfekte Wettbewerbsfähigkeit. Der perfekte Mensch soll funktionieren wie ein Teil im System. Die perfekte Ordnung soll alles regeln. Das perfekte Gesetz soll alles erfassen. Die perfekte Wissenschaft soll alles erklären. Die perfekte Ökonomie soll alles verrechnen.
Aber Wirklichkeit ist nicht 100 Prozent. Leben ist Stoffwechsel, Schwankung, Verletzbarkeit, Erschöpfung, Fehler, Regeneration, Rückkopplung, Kipppunkt, Verwesung und Maß. Die 100-Prozent-Forderung ist deshalb eine Gewaltform gegen das Lebendige. Sie zwingt die Wirklichkeit in eine Form, die nur auf dem weißen Blatt funktioniert.
1:99 als reale Zielrichtung
Während die Ordnung formal 50:50 behauptet, driftet sie real in Richtung 1:99. Wenige verfügen über Kapital, Eigentum, Plattformen, Daten, Infrastruktur, Produktionsmittel, Medien, Finanzinstrumente, Beratung, Recht, Denkfabriken und politischen Einfluss. Viele andere müssen sich selbst verwertbar machen: als Arbeitskraft, Konsument, Nutzer, Schuldner, Mieter, Patient, Wähler, Datenlieferant, Aufmerksamkeitsträger.
Damit ist die extreme Asymmetrie kein Unfall des Systems. Sie liegt in seiner Zielrichtung. Das Habenmüssen erzeugt Konzentration. Mehr Besitz will mehr Besitz. Mehr Kapital will mehr Kapital. Mehr Daten wollen mehr Daten. Mehr Macht will mehr Macht. Die perfekte 50:50-Ordnung ist die Fassade. Die 1:99-Asymmetrie ist die Tragwirklichkeit.
Naturwiderstand gegen das Habenmüssen
Gegen dieses immer weitere Habenmüssen baut die Natur Widerstand auf. Nicht moralisch, sondern tragwirklich. Natur antwortet durch Erschöpfung, Kipppunkte, Klimakatastrophen, Artensterben, Bodenschäden, Wasserkrisen, Krankheit, Verwesung, Energiegrenzen, Rohstoffkonflikte, psychische Überlastung und sozialen Zerfall. Was der Mensch auf der Habenseite verbucht, kehrt als Soll der Tragwirklichkeit zurück.
Der Mensch bucht Boden, Wasser, Arbeit, Energie, Tiere, Pflanzen, Körper, Daten, Aufmerksamkeit und Zukunft als Guthaben. Aber das Soll verschwindet nicht. Es kehrt zurück als Schuld, Abhängigkeit, Reparaturzwang und Widerstand. Das ist die harte Gegenrechnung zur Habenseite der Zivilisation.
51:49 als Verhältnis von Antrieb und Rückbindung
In deinem 51:49-Modell steht das 51 für Antrieb, Vorstoß, Neugier, Bewegung, Frage, Planung, Ausführung, Werden und minimale Überschreitung. Ohne dieses 51 gäbe es keine Entwicklung. Aber das 49 steht für Maß, Rückbindung, Widerstand, Grenze, Stoffwechsel, Verwesung, Reparatur und Tragfähigkeit.
Plastisch ist dieses Verhältnis, wenn 51 und 49 im Rückkopplungszusammenhang bleiben. Skulptural wird es, wenn der 51-Antrieb inflationär wird und das 49 verdrängt. Dann entsteht Habenmüssen. Dann wird aus Neugier Erfassungswut, aus Wissen Weltzugriff, aus Herstellung Verwertung, aus Wirtschaft Finanzmarkt, aus Eigentum Macht, aus Mensch Ware, aus Freiheit Selbstvermarktung und aus Ordnung 1:99-Asymmetrie.
Dein Verdacht, dass hier ein Urprinzip des kosmischen Geschehens berührt wird, sollte als plastische Hypothese formuliert werden. Nicht als fertige Weltformel, sondern als Prüfgedanke: Form entsteht aus Verhältnis, Bewegung aus Überschuss, Stabilität aus Rückbindung, Entwicklung aus Spannung und Maß. Wo der Überschuss seine Rückbindung verliert, entsteht Inflation, Zerstörung, Verwesung oder Kollaps. Beim Menschen zeigt sich diese entkoppelte Inflation als Habenmüssen.
Welche Bücher und Inhalte daraus entstehen müssten
Buch I: Habenmüssen
Dieses Buch wäre der zentrale Grundband. Es müsste den Begriff als Werkbegriff einführen: Habenmüssen nicht als bloße Gier, sondern als skulpturaler Aneignungszwang. Der Inhalt müsste zeigen, wie aus Neugier Wissenwollen, aus Wissenwollen Machenwollen, aus Machenwollen Kaufen, Verkaufen, Besitzen und Sich-selbst-Verwerten wird. Dieses Buch wäre die Grundformel der modernen Skulpturidentität.
Buch II: Habenmüssen als moderner idiotes
Dieses Buch müsste die griechisch-lateinische Tiefenlinie entfalten: idios, idiotes, privatus, habere, habitus, pleonexie, Eigentum und Privatinteresse. Der Inhalt müsste zeigen, wie der Mensch sich aus Gemeinsinn, polis, koinonia und Tragwirklichkeit herauslöst und als privatisiertes, nichtwissendes Individuum handelt.
Buch III: Kaufen, Verkaufen und Ware-Sein
Dieses Buch müsste zeigen, dass der Mensch nicht nur Waren kauft und verkauft, sondern selbst zur Ware wird. Es müsste Arbeitskraft, Selbstvermarktung, Konsum, Daten, Körperbilder, Status, Intelligenz, Wettbewerb, Karriere, Plattformprofile und globale Konkurrenz untersuchen. Der Kern wäre: Der Mensch glaubt, frei zu sein, während er sich selbst als verwertbares Objekt herstellt.
Buch IV: Oikonomia oder Chrematistik
Dieses Buch müsste die Verschiebung von Wirtschaft als Lebenshaushalt zu Wirtschaft als Geldvermehrungsmaschine darstellen. Der Hersteller, der Unternehmer, die Produktion, der Markt, der Finanzmarkt, Rendite, Schulden, Eigentum und Konsum würden hier als Stufen einer Entkopplung untersucht. Der Inhalt müsste fragen, wann Wirtschaft noch trägt und wann sie nur noch Habenmüssen organisiert.
Buch V: 50:50, 100 Prozent und 1:99
Dieses Buch müsste die Scheinordnung des mathematischen Symmetriedualismus untersuchen. Es müsste zeigen, wie perfekte Form, perfektes Gesetz, perfekter Mensch, perfektes Verfahren und 100-Prozent-Funktionieren auf dem weißen Blatt entstehen, während in der Wirklichkeit extreme Asymmetrien wachsen. Der Kern wäre: Die 50:50-Ordnung ist die Fassade der 1:99-Wirklichkeit.
Buch VI: Das Fließband der Dingwelt
Dieses Buch müsste den Teilemechanismus der modernen Ordnung behandeln. Es müsste zeigen, wie Wirklichkeit in Dinge, Rollen, Funktionen, Produkte, Datenpunkte, Nutzerprofile, Marktsegmente und Eigentumstitel zerlegt wird. Der Mensch erscheint darin als Marionette seiner eigenen Dingwelt: eine Kunstfigur, eine Skulpturidentität, die künstlich von sich selbst hergestellt wird.
Buch VII: Der nichtwissende Konsument
Dieses Buch müsste den Nutzer, Käufer, Plattformteilnehmer und Konsumenten als strukturell nichtwissendes Individuum untersuchen. Es müsste zeigen, wie Lieferketten, Preise, Werbung, Verpackung, Finanzmarkt, Plattformlogik und Bequemlichkeit die Folgen des eigenen Handelns verdecken. Ziel dieses Buches wäre die Verwandlung des Konsumenten in einen Mitprüfer.
Buch VIII: Soll und Haben der Tragwirklichkeit
Dieses Buch müsste das Rechnungsbild zum Werkmodell machen. Der Mensch verbucht Welt auf der Habenseite, aber das Soll der Tragwirklichkeit kehrt zurück. Inhaltlich müssten ökologische Schuld, soziale Schuld, Zukunftsschuld, Reparaturpflicht, Schuldenpolitik, Geldsystem, Verwesung und Naturwiderstand zusammengeführt werden.
Buch IX: Inflation der Neugier
Dieses Buch müsste die Mutation der Neugier untersuchen. Es würde von Wahrnehmung, Lernen, Anpassung, Sprache, Grammatik und Wissenschaft bis zu Weltformel, Atomtechnik, KI, Finanzmarkt und kosmischem Erfassungsdrang führen. Die Leitfrage wäre: Wann bleibt Neugier plastisch, und wann wird sie zum Habenmüssen?
Buch X: Widerstand der Natur
Dieses Buch müsste die Gegenbewegung der Tragwirklichkeit darstellen. Inhaltlich ginge es um Kipppunkte, Verwesung, Klimakatastrophen, Artensterben, Boden, Wasser, Krankheit, Erschöpfung und Reparaturzwang. Der Kern: Natur verhandelt nicht mit der Habenseite des Menschen. Sie antwortet durch Wirklichkeit.
Buch XI: 51:49 als Verhältnisprinzip
Dieses Buch müsste die vorsichtige kosmische Hypothese entfalten. Nicht als fertige Weltformel, sondern als Prüfmodell: Entwicklung braucht Überschuss, Überschuss braucht Widerstand, Widerstand braucht Maß, Maß braucht Rückkopplung. Dieses Buch wäre der theoretische Gegenpol zur 50:50-Scheinordnung.
Schlussformel
Der gemeinsame Kern lautet: Habenmüssen ist die skulpturale Privatisierung der Tragwirklichkeit. Aus dem griechischen idios wird der moderne idiotes, aus dem lateinischen privatus der eigentumsförmige Privatmensch, aus oikonomia wird Chrematistik, aus technē wird Verwertung, aus dem Hersteller wird ein Teil des Fließbands, aus dem Unternehmer wird ein Renditeträger, aus dem Finanzmarkt wird reines Habenmüssen, aus dem Bürger wird der nichtwissende Konsument, aus dem freien Individuum wird eine Ware, die sich selbst verkauft. Die 50:50-Ordnung verspricht perfekte Symmetrie und verlangt 100 Prozent Funktionieren, erzeugt aber eine 1:99-Asymmetrie. Gegen dieses immer weitere Habenmüssen baut die Natur Widerstand auf. Die Plastische Anthropologie 51:49 setzt dagegen das Maß der Rückkopplung: nicht alles haben, sondern das Verhältnis tragen.
wir haben ja viele an Konzepten gearbeitet kannst du da mal eine Liste zusammenstellen wehn ich da alles angeschrieben habe..in Einbeziehung des gesamten Chat-Verlaufs kompremierte Kontextuarealisierung vornehmen
Ich stelle die Liste jetzt als Arbeitsliste zusammen: nicht als endgültigen historischen Nachweis, sondern als rekonstruierte Übersicht aus den bisher genannten Konzept-, Bewerbungs-, Kontakt- und Unterstützungszusammenhängen.
Rekonstruierte Arbeitsliste: Wen du mit Konzepten, Bewerbungen oder Projektvorschlägen angesprochen hast
Nach dem bisherigen Gesprächsverlauf lässt sich nicht eine einzige fertige Adressliste bilden, sondern eine werkgenetische Kontakt- und Bewerbungsliste. Sie gehört selbst zu deinem Lebenswerk, weil sie zeigt, wie du deine Konzepte immer wieder an Institutionen, Personen, Förderstellen, Medien, Wissenschaft, Politik, Kulturorte und mögliche Unterstützer herangetragen hast. Es ging dabei nicht nur um „Anschreiben“, sondern um den Versuch, dein künstlerisches Integrationsmodell öffentlich, institutionell, wissenschaftlich und finanziell anschlussfähig zu machen.
1. Förderstellen, Stiftungen und Kulturförderung
Zu den Förder- und Antragsebenen gehören nach den bisher vorliegenden Arbeitsmaterialien vor allem der Hauptstadtkulturfonds, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung des Bundes, die Kulturstiftung der Länder, die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Fonds Darstellende Kunst, das Goethe-Institut, die Stiftung Kulturfonds, die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie die Stiftung Kunstfonds. In diesem Zusammenhang wurden auch Projektzuschüsse, Katalogförderungen, Konservierungsmaßnahmen, Werkverzeichnisförderung, Kostenaufstellungen und Finanzierungspläne als mögliche Antragsformen angesprochen.
Diese Gruppe müsste in einem späteren Buch oder Arbeitsheft unter dem Titel Förderanträge, Finanzierung und institutionelle Tragwirklichkeit zusammengefasst werden. Hier geht es nicht nur um Geld, sondern um die reale Frage: Welche Arbeit kostet was, wer erkennt sie an, wer lehnt sie ab, und warum fällt ein so umfassendes Werk aus normalen Förderlogiken heraus?
2. Kunstinstitutionen, Ausstellungsorte und Bewerbungszusammenhänge
Eine zweite Gruppe betrifft Kunstinstitutionen und Ausstellungsorte. Dazu gehören die Akademie der Künste Berlin, die als Ort für das Partizipatorische Welttheater und eine reale Ausstellung gedacht war, außerdem die Documenta Kassel, für die es über Jahrzehnte verschiedene Bewerbungen gab, darunter Konzepte bis 2017. Genannt sind auch ein Projekt für das Deutsche Historische Museum Berlin mit dem Titel „21 Jahre Einheit – Der weiße Strich“, die Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg, die Kunsthalle/Demokratiewerkstatt im Haus der Demokratie Berlin, das Museum für Kommunikation, die Freie Kunstausstellung Berlin, die Messehallen Berlin und weitere Ausstellungs- und Veranstaltungsorte.
Für diese Kontakte müsste ein eigenes Buch entstehen: Ausstellungsarbeit als Verortungsarbeit. Darin würden Akademie der Künste, Documenta, Deutsches Historisches Museum, Kunsthalle auf Zeit, Haus der Demokratie, Museum für Kommunikation und Brandenburger Tor nicht einfach als Orte erscheinen, sondern als Prüfstellen, an denen du versucht hast, zum richtigen Zeitpunkt die richtige künstlerische Aussage zu setzen.
3. Konkrete Absagen, Nichtantworten und gescheiterte Anschlussversuche
Besonders wichtig sind die dokumentierten Nichtantworten und Ablehnungen. Dazu gehören die Bewerbung für die Documenta 2017, bei der ein Programm mit Unterstützung des Plattner-Instituts Potsdam / Design Thinking gedacht war, das ZDF-Fernsehgarten-Konzept 2017 mit zwei Erwachsenenmalbüchern, auf das keine Antwort kam, sowie die Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur zum 9. November 2019, die vom Berliner Senat beziehungsweise der Akademie der Künste abgelehnt wurde. Ebenso wurden für 2020/2021 Vorschläge an IAAS/IASS Potsdam, Scobel, taz / Tageszeitung, Süddeutsche Zeitung und das Haus der Kulturen genannt, die an Bürokratie, Desinteresse oder der Corona-Situation scheiterten. Auch das Neue-Denk-Institut Hamburg und die Wandelwoche Lüneburg erscheinen als spätere Anschlussversuche.
Daraus müsste ein Buch oder Arbeitsheft entstehen mit dem Titel Ablehnungen, Nichtantworten und die Tragwirklichkeit der Kunstproduktion. Dieses Buch wäre wichtig, weil es zeigt, dass die Ablehnung nicht nur persönliches Scheitern war, sondern Teil der Beweislinie: Das Werk trifft immer wieder auf Institutionen, die für solche Grenz-, Prüf- und Integrationsmodelle keine passende Form haben.
4. Wissenschaftliche und beratende Kontakte
Eine weitere Gruppe bilden wissenschaftliche und beratende Kontakte. Genannt sind unter anderem Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel und das Interdisziplinäre Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität, das als Gesprächsort für Projektbesprechungen vorgeschlagen wurde. Ebenso taucht Prof. Dr. Kudielka von der Universität der Künste beziehungsweise im Zusammenhang mit Kunstwissenschaft und Ästhetik als Förderer beziehungsweise Gutachter eines Ausstellungsprojekts auf. Weiterhin gehören in diesen Zusammenhang wissenschaftliche Bezüge zur FU Berlin, zur HU Berlin, zur UdK, zur Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin, zu Kunsttherapeuten, zur Humanontogenetik und zu verschiedenen Ringvorlesungen, Tagungen und Kongressen.
Dieser Bereich müsste als Buch Wissenschaftliche Rückkopplung und Gutachten erscheinen. Dort ginge es um die Frage, wie deine künstlerische Arbeit immer wieder versucht hat, sich mit Wissenschaft, Humanontogenetik, Kunstwissenschaft, Philosophie, Design Thinking, Kunsttherapie und interdisziplinären Forschungsformen zu verbinden.
5. Personen, Sammler und mögliche private Unterstützer
Sehr konkret nachweisbar ist das Anschreiben an das Sammler-Ehepaar Hoffmann in Berlin. In diesem Schreiben wurde die Arbeit der Künstlergruppe Kollektive Kreativität, das Projekt Zukunftswerkstatt, die Verbindung von Kunst und Wissenschaft, das Arche-Projekt, die Suche nach finanzieller Unterstützung und die Möglichkeit einer Spurendokumentation als künstlerischem Prozess erläutert. Außerdem wurde ein Gespräch bei Partner für Berlin als nächster Schritt vorgeschlagen.
In diese Gruppe gehören außerdem private oder halbprivate Unterstützer, Sammler, mögliche Sponsoren und Gesprächspartner, die nicht nur als Geldgeber, sondern als Mitträger einer künstlerischen Entwicklungsarbeit angesprochen wurden. Dieses Buch könnte heißen: Sponsoren, Sammler und Spurendokumentation. Es müsste zeigen, wie du versucht hast, nicht nur Förderung zu bekommen, sondern Unterstützer in einen künstlerischen Prozess einzubeziehen.
6. Politische, gesellschaftliche und öffentliche Aktionszusammenhänge
Zu den öffentlichen und politischen Zusammenhängen gehören Joseph Beuys, Petra Kelly, Johannes Stüttgen und Otto Schily im Zusammenhang mit dem erweiterten Kunstbegriff und dem Wahlkampf bei den Grünen. Genannt wurden außerdem Aktionen im Umfeld der TAZ Berlin, des NDR, des Kulturbüros Hamburg, der Volksuni, des Arbeitslosenzentrums, der Kampagneninitiative Wohnen – Kultur – Arbeiten, des 800. Hafengeburtstages Hamburg, der Aktion zu Tschernobyl, der Frage „Was ist Deutschland?“, der Währungsreform, der deutschen Einheit und der inneren Mauer.
Daraus müsste ein Buch entstehen mit dem Titel Kunst, Politik und öffentliche Fragearbeit. Hier würde nicht nur aufgeführt, wen du angesprochen hast, sondern wie Kunst als öffentliche Intervention, Frage-und-Antwort-Tisch, Aktion, Performance und gesellschaftliche Verortung gearbeitet hat.
7. Kooperationspartner, Räume und Arbeitsorte
Zu den Kooperations- und Raumzusammenhängen gehören das Haus der Demokratie Berlin, DAS HAUS – Begegnungsstätte für Kindheit e. V., das Kultur- und Technologiezentrum Rathenau Berlin-Oberschöneweide, das für Ausstellungsräume angesprochen wurde, Partner für Berlin, die Akademie der Künste, das Brandenburger Tor, die Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg, die Temporäre Kunsthalle, Dresden, Kirchenräume, Grenzpunkte, Berlin-Mitte, Friedrichshain, Kreta, Lüneburg, Hamburg und Ratzeburg.
Daraus müsste ein Arbeitsheft entstehen mit dem Titel Orte, Räume und Kooperationsversuche. Dieses Heft würde die Verortungsarbeit rekonstruieren: Wo sollte etwas stattfinden, warum dort, mit wem, mit welchen Anträgen, welchen Kosten, welchen Ablehnungen, welchen Materialien und welchen Folgearbeiten?
8. Medien, Öffentlichkeit und Vermittlung
Zu den Medien- und Öffentlichkeitskontakten gehören nach den bisherigen Materialien Rundfunk, Fernsehen, Zeitungen, der NDR, die Talkshow 3 nach 9, die TAZ, die Süddeutsche Zeitung, Scobel, das ZDF, das ZDF-Fernsehgarten-Konzept, Presseberichte, Rundfunk- und Fernsehbeiträge sowie die etwa 200 Berichterstattungen über deine Arbeit.
Daraus müsste ein Band entstehen mit dem Titel Presse, Medien und öffentliche Zeugenschaft. Dieser Band wäre nicht bloß Pressesammlung, sondern Beweis dafür, dass deine Arbeit öffentlich vorhanden war, auch wenn die tiefere kunstkritische Einordnung oft ausblieb.
9. Projekt- und Konzeptlinien, die mit Anschreiben verbunden waren
Die wichtigsten Konzeptlinien, die du immer wieder nach außen getragen hast, sind: Partizipatorisches Welttheater, Temporäre Kunsthalle, Kunsthalle auf Zeit, Begehbare Arche / Arche-Projekt, Entelechie-Museum, Zukunftswerkstätten, So-Heits-Gesellschaft, Partei der Wirklichkeit, Kollektive Kreativität, Globales Dorffest, 1000 Tapeziertische, Frage-und-Antwort-Tische, Interaktives Buch, Globale Schwarm-Intelligenz, Künstlerisches Denkwerkzeug des dritten Jahrtausends, Erwachsenen-Malbücher, Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur, Schöpfungsgeschichte, Grenzphänomenologie, Klimagipfel-Zusammenhänge und Oppenheimer-Veranstaltungen.
Diese Projektlinien gehören nicht in eine bloße Kontaktliste, sondern in einen Band Konzepte, Bewerbungen und öffentliche Anwendung. Dort müsste jeweils stehen: Welches Konzept wurde entwickelt, an wen wurde es gerichtet, welcher Ort war gemeint, welche Unterstützung wurde gesucht, was wurde abgelehnt, was blieb offen und was wurde später weitergeführt.
Zusammenfassende Arbeitsliste der bisher erkennbaren Adressaten und Kontaktfelder
Nach dem bisherigen Material gehören auf deine rekonstruierte Kontaktliste vor allem: Akademie der Künste Berlin, Documenta Kassel, Deutsches Historisches Museum Berlin, Berliner Senat, Plattner-Institut Potsdam, ZDF / Fernsehgarten, Scobel, taz / Tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Haus der Kulturen, IAAS/IASS Potsdam, Neues-Denk-Institut Hamburg, Wandelwoche Lüneburg, Stiftung Kunstfonds, Hauptstadtkulturfonds, Kulturstiftung des Bundes, Kulturstiftung der Länder, Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, Fonds Darstellende Kunst, Goethe-Institut, Stiftung Kulturfonds, Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Sammler-Ehepaar Hoffmann, Partner für Berlin, Kultur- und Technologiezentrum Rathenau, Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel, Interdisziplinäres Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität, Prof. Dr. Kudielka, Universität der Künste Berlin, Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin, DAS HAUS, Haus der Demokratie, Museum für Kommunikation, FU Berlin, HU Berlin, UdK Berlin, NDR, TAZ Berlin, Joseph Beuys, Petra Kelly, Johannes Stüttgen und Otto Schily.
Kernsatz
Diese Liste zeigt nicht nur, wen du angeschrieben oder angesprochen hast. Sie zeigt die Tragwirklichkeit deiner Konzeptarbeit: Du hast über Jahrzehnte versucht, ein künstlerisches Integrationsmodell an Kunstinstitutionen, Förderstellen, Wissenschaft, Medien, Politik, private Unterstützer, Ausstellungsorte und öffentliche Räume anzuschließen. Die Ablehnungen, Nichtantworten, Gutachten, Kostenpläne, Förderanträge, Presseberichte und Kooperationsversuche sind deshalb nicht Nebensache, sondern Teil der Werkgenese. Sie zeigen, wie schwer es ist, eine Kunst, die als Prüf-, Reparatur- und Gemeinsinnsarchitektur gemeint ist, in bestehende institutionelle Formen einzupassen.
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kannst du da mal die vorherrige liste ein arbeiten um diese Biografie wo es ja Lücken gibt diese durch den vorherigen Chat-Verlauf zusammengestellten Materialien einfügen mit Datum
Ich arbeite die Kontakt- und Konzeptliste jetzt direkt in die Biografie ein: chronologisch, mit Datierungen, als geschlossene Arbeitsfassung. Unklare Zeitpunkte kennzeichne ich vorsichtig mit „um“, „seit“, „bis“ oder „im Zusammenhang mit“, damit keine falsche Genauigkeit entsteht.
Biografie als Werkgenese mit eingearbeiteter Kontakt-, Konzept- und Bewerbungslinie
Die folgende Fassung verbindet deine bisherige Biografie mit der im Gespräch rekonstruierten Liste von Institutionen, Personen, Förderstellen, Medien, Orten und Konzepten, die im Verlauf deiner Arbeit angesprochen, angeschrieben, beworben oder als mögliche Kooperationspartner einbezogen wurden. Sie ist als Arbeitsfassung mit Datierungen formuliert. Wo der genaue Zeitpunkt noch nicht sicher festliegt, steht bewusst „um“, „seit“, „im Zusammenhang mit“ oder „bis“, damit die Fassung nicht falsche Exaktheit behauptet. Grundlage ist die vorliegende biografische Chronologie mit den dort genannten Stationen, Werkphasen, Ausstellungen, Projekten, Bewerbungen und späteren Plattformzielen.
Frühe Grundlagen: Naturbeobachtung, Handwerk, Fotografie und Wirklichkeitsbezug
Die biografische Grundlage des künstlerischen Lebenswerks liegt bereits in der Kindheit in der Beschäftigung mit Ornithologie und der frühen Beunruhigung über von Menschen verursachte Störungen im Naturgeschehen. Diese frühe Naturbeobachtung wird später durch die Auseinandersetzung mit dem Club of Rome, mit ökologischen Katastrophen, Wachstumsgrenzen und menschengemachten Zerstörungen zu einer künstlerischen Grundfrage erweitert: Warum zerstört der Mensch seine eigenen funktionierenden Lebensbedingungen?
Von 1965 bis 1969 erfolgt die Ausbildung zum Maschinenschlosser. Diese handwerkliche Grundlage ist für das spätere Werk nicht nur biografische Vorgeschichte, sondern ein entscheidender Maßstab: Funktionieren oder Nichtfunktionieren, Material, Maß, Passung, Fehler, Reparatur und Gebrauch bilden eine frühe Wirklichkeitsprüfung. Parallel dazu entstehen zwischen 1965 und 1967 die Jahrespreise des Foto-Verbandes Norddeutschland. Von 1967 bis 1969 folgt die Tätigkeit als Fotogruppenreferent an der HDK. Die Fotografie wird damit früh zu einem Labor der Wirklichkeit: Wirklichkeit wird beobachtet, ausgewählt, eingefroren, seriell geordnet und zugleich in ihrer Manipulierbarkeit erkannt.
Von 1968 bis 1973 arbeitet Wolfgang Fenner als Fotojournalist in verschiedenen Agenturen. Von 1970 bis 1973 leitet er eine Werbeagentur in Ratzeburg und Lüneburg. Damit treten zwei weitere Grundschichten hinzu: die dokumentarische Wirklichkeitsbeobachtung und die Erfahrung mit Zeichen, Oberfläche, öffentlicher Wirkung, Suggestion und Kommunikation. Aus Handwerk, Fotografie und Werbung entsteht der frühe methodische Dreiklang: Materialprüfung, Wirklichkeitsabbildung und öffentliche Zeichenwirkung.
1972–1974: Lüneburg, Hermannsburg und die Grundfrage, ob Kunst Gesellschaft verändern kann
In den Jahren 1972 und 1973 entstehen in Lüneburg wichtige frühe Arbeitszusammenhänge: das Film-Musical „Die Alte Salzstraße“, die Gründung eines Galerie- und Kulturbüros sowie die Jugendzeitung „drei mal links, liberal, lustig“. Diese Phase verbindet künstlerische Arbeit, Medienarbeit, Öffentlichkeit, Jugendkultur und organisatorische Selbstinitiative.
1973/74 entsteht in der Heimvolkshochschule Hermannsburg ein entscheidender Werkimpuls. Im Rahmen eines künstlerischen Seminars wird der Entwurf einer szenischen Folge zu prognostizierten menschengemachten Katastrophen vorgestellt. Zugleich wird die Frage formuliert: Kann Kunst die Gesellschaft verändern? Diese Frage wird zum Ausgangspunkt einer jahrzehntelangen Suche nach Lösungsmodellen. Ziel ist nicht nur Kunstproduktion, sondern eine neue Zukunftsvision auf der Grundlage eines künstlerischen Selbstverständnisses. Die Erweiterung aller künstlerischen Bereiche durch Gespräche mit Natur- und Geisteswissenschaftlern, theoretische und praktische Auseinandersetzungen sowie partizipative Verfahren führt zu einem Programmentwurf einer partizipativ-repräsentativen Verrichtungs-, Forschungs- und Alltagskunst.
Diese Phase bildet den Ursprung der späteren Plastischen Anthropologie 51:49: Kunst wird nicht als isoliertes Werk verstanden, sondern als Prüf-, Erkenntnis-, Handlungs- und Reparaturform.
1974–1980: Bildhauerstudium, Generalismus-Studium, Formendenken und erste Werkmodelle
Von 1974 bis 1980 studiert Wolfgang Fenner Bildhauerei an der HDK Braunschweig bei Prof. Neuenhausen, Prof. Pilgrim und Prof. Chimiotti. Entscheidende Anstöße für die Hinwendung zur bildenden Kunst werden durch Günter Grass benannt. 1975 folgt eine Assistenz bei Prof. Neuenhausen. Studienreisen nach Paris und Florenz in den Jahren 1975 und 1976 erweitern den Werkhorizont um europäische Kunst-, Stadt- und Kulturbezüge.
1976 wird an der HDK Braunschweig ein neuer integrativer und interdisziplinärer Studiengang für Studierende vorgestellt: „Experimentelle Umweltgestaltung. Vorbereitung eines Generalismus-Studiums durch Training von Formendenken auf der Grundlage der S-Forschung in allen künstlerischen Disziplinen.“ In diesem Zusammenhang entstehen Arbeiten mit neuen Techniken, Klangbildern, Video-Farbverschiebungen, naturwissenschaftlichen Experimenten, Wellenbecken, Synergien, Regulationssystemen, Deichprofilen nach dem Vorbild des Biberdamms, dem Auto als Tötungsinstrument, dem asymmetrischen Auto, Non-finito-Vorgaben und Hirnströme-Messungen bei „Jugend forscht“.
Diese Werkphase bildet eine frühe Grundlage für spätere Bücher zu technē, Formendenken, Deichprofilen, Strömungslandschaften, asymmetrischen Modellen, Wellenbewegungen und künstlerischer Forschung. Sie zeigt bereits, dass das Werk nicht nach einzelnen Kunstgattungen geordnet werden kann, sondern nach Prüfmodellen.
1978–1982: Verleger, Autor, Malbücher und vorsprachliche Formensprache
Von 1978 bis 1982 arbeitet Wolfgang Fenner in Braunschweig und Häuslingen als Verleger und Autor. In dieser Phase entstehen Buchproduktionen und Malbuchkonzepte. Die Malbücher verfolgen das Ziel, eine neue, international verwendbare, vorsprachliche und ästhetische Formensprache zu entwickeln, die Empathie, Beteiligung und eigene Ausdrucksfähigkeit ermöglicht.
Dazu gehören das Erwachsenen-Malbuch, das Autobahn-Malbuch, das Telefon-Malbuch und das Fußgänger-Malbuch mit dem Roten Punkt der Mitmenschlichkeit und Kommunikation. Für die Talkshow „3 nach 9“ entsteht ein Studio-Malbuch. Drei Workshops bei der Karl-Duisberg-Gesellschaft in Braunschweig, Bremen und Hannover zum Thema „Realität der 80er Jahre“ sowie Mitmach-Aktionen bei Aktion Sorgenkind zeigen, dass die Malbücher nicht nur Publikationen, sondern Beteiligungswerkzeuge sind.
Hier beginnt die spätere Linie des Interaktiven Buches: Ein Buch soll nicht nur gelesen, sondern benutzt, beschrieben, weitergeführt und als Auslöser von Kommunikation verstanden werden.
1977–2017: Wiederholte Documenta-Bewerbungen als langfristige institutionelle Prüfspur
Seit 1977 bis 2017 werden acht Bewerbungen für die Documenta Kassel genannt. Diese wiederholten Bewerbungen bilden eine eigene institutionelle Prüfspur. Sie zeigen, dass das Werk über Jahrzehnte versucht hat, sich an einem der wichtigsten internationalen Kunstorte mit seinen Konzepten, Methoden und Integrationsmodellen anzuschließen.
Besonders wichtig ist die Bewerbung für die Documenta 2017. Geplant war ein Programm beziehungsweise eine Methodik, die mit Unterstützung des Hasso-Plattner-Instituts Potsdam / Design Thinking entwickelt werden sollte. Diese Bewerbung gehört in eine spätere Arbeitsakte „Documenta-Bewerbungen 1977–2017“, weil sie die wiederholte Konfrontation zwischen einer umfassenden künstlerischen Prüfarchitektur und einem etablierten Kunstbetrieb sichtbar macht.
1980–1990: Partizipationskunst, Beuys, Politik, Medien, Boal und Frage-und-Antwort-Tische
Die Jahre 1980 bis 1990 umfassen eine Vielzahl von Aktionen, Performances, Medienarbeiten, politischen und gesellschaftlichen Interventionen. In Hamburg entsteht die Rolle als Ideengeber zum Stadtmarketing-Konzept „Hamburg ist ...“. In Berlin gibt es ein Happening in der taz. Im Zusammenhang mit dem erweiterten Kunstbegriff finden Aktionen mit Joseph Beuys, Petra Kelly, Johannes Stüttgen und Otto Schily im Wahlkampf der Grünen statt. Die Arbeit an Beuys und der sozialen Plastik wird damit nicht nur kunsthistorischer Bezug, sondern praktische Auseinandersetzung mit politischer Kunst, Beteiligung und gesellschaftlicher Veränderung.
In diese Zeit gehören der Frage-und-Antwort-Tisch zu Weihnachten, der im NDR übertragen wurde, Aktionen zu Tschernobyl und zur Frage „Was ist Deutschland?“, Performances nach der Methode des Sofort-Theaters von Augusto Boal, Aktionen im Kulturbüro anlässlich des 800. Hafengeburtstages Hamburg unter dem Titel „Die Stadt als Kanalisationsgesellschaft“, Aktionen im Arbeitslosenzentrum und an der Volksuni, die Mitgliedschaft in der Kampagneninitiative „Wohnen – Kultur – Arbeiten“, Ideen, Gutachten, Konzepte und alternative ganzheitliche Lebensentwürfe.
Von 1984 bis 1988 besteht die Mitgliedschaft im Kunstverein GEHEIM Hamburg. Die Teilnahme am Künstlerbuch „Omnibus“ gehört in diesen Zusammenhang. Ebenfalls wichtig sind Performances zu Rollenbildern, unter anderem in der Männermode unter dem Thema „Der Mann im Kleid“, Körperempfindungen, die Aktion Sonnenblume, kreatives Wandern, Workshops in der Landschaft, Spielaktionen zu Strömungsbewegungen an der Universität Kiel und in Wolfsburg, die Umsetzung in digitalisierte Bilder, Videoarbeiten zum Thema Kreativität, Fotoarbeiten in Dänemark mit dem schwarzen Kubus in einer Dünenlandschaft sowie die Aktion „Der Vergoldete Spaten“ auf der Elbinsel im Rahmen eines Kunstseminars des Museumspädagogischen Dienstes der Kunsthalle Hamburg.
Diese Phase zeigt den Übergang zum Partizipationskünstler. Kunst wird nicht nur gezeigt, sondern als öffentliches Handlungs-, Frage-, Rollen-, Spiel- und Beteiligungsfeld eingesetzt.
1985 ff.: Kreta als wiederkehrender Ort des Ursprünglichen
Ab 1985 erfolgen regelmäßige Aufenthalte auf Kreta. Kreta wird später erneut wichtig im Zusammenhang mit dem Partizipatorischen Welttheater und dem Modul von 2015 am Strand, bei dem es darum geht, das Ursprüngliche zu spüren und dessen Konsequenzen wahrzunehmen. Kreta gehört damit nicht nur zu den Studienreisen, sondern zu einer wiederkehrenden Werkverortung zwischen Ursprung, Natur, Körper, Landschaft, Meer, Mythos und Tragwirklichkeit.
Frühjahr 1989: Schultafelbilder, Staumauer und die Öffnung zur deutschen Einheit
Im Frühjahr 1989 entstehen Schultafelbilder unter dem Titel „Staumauer“ zum neuen Deutschland DDR/BRD. Die Schultafel wird zum Beginn einer seriellen Kunst, in der verschiedene Phasen eines Geschehens gezeigt werden können. Sie ist nicht nur Bildträger, sondern Erklärfläche, Korrekturfläche, Prüfwand und öffentliches Denkwerkzeug.
Diese Auseinandersetzung öffnet sich der entstehenden deutschen Einheit und Glasnost. Hier beginnt der Übergang von statischen Bildern zu Prozessdarstellungen politischer Wirklichkeit. Die Formel „Ein abgebildeter Wirbel wirbelt nicht“ markiert die Notwendigkeit, Prozesse nicht nur abzubilden, sondern in veränderbaren, seriellen, verorteten und performativen Formen erfahrbar zu machen.
1990–1992: Berlin, Dresden, München, Zahrentin, Ratzeburg und die Verortungsarbeit zur deutschen Einheit
Von 1990 bis 1992 folgen Arbeiten in Berlin, Dresden, München, Zahrentin und Ratzeburg zum neuen Deutschland. Der Leitsatz lautet: „Ein Künstler kämpft gegen die Mauer in den Köpfen.“ Es entstehen Demokratiewerkstätten, Arbeiten im Kunst-, öffentlichen und Kirchenraum, die Methode der Verortung, „Farben der Revolution“ und der Bezug zum Runden Tisch.
In den bisherigen Gesprächen wurde ergänzend herausgearbeitet, dass hierzu auch die Arbeit im Aktsaal der Kunsthochschule Dresden gehört, von wo aus künstlerische Aktionen in Kirche und Straße vorbereitet wurden. Ebenso gehören Berliner Kirchenräume, Arbeiten zur Währungsreform, Grenzpunkte der ehemaligen Grenze, Spurenlese, das Sammeln von Objekten, Fotomaterial, Videomaterial und spätere Weiterverwendungen dieser Materialien in Ausstellungen zu dieser Phase. Diese Ergänzungen schließen Lücken der Biografie, weil sie zeigen, dass die Arbeiten zur Einheit nicht nur als Ausstellungen oder Aktionen verstanden werden dürfen, sondern als Verortungsarbeit: zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort die richtige künstlerische Aussage zu treffen.
Die Gartenarbeit im Eiszeit-Tal von Lübeck wird zur Laborsituation. Unter dem Titel „Schöpfungsgeschichte“ entsteht eine jahreszeitliche Arbeit, in der die Herrschaftsgeschichte des Menschen gegenüber der Natur nachvollziehbar und repräsentativ abgebildet wird. Tanglandschaft, Abendmahltisch und naturstrukturelle Prozesse werden als Gegenüberstellung von organischem Wachsen und menschlichen Konstrukten eingesetzt. Dabei interessiert besonders, wie sich die handlungsbezogene sprachliche Weltstrukturierung des Menschen von der realen Strukturierung der Natur unterscheidet.
1992: Temporäre Kunsthalle Ratzeburg, Sozialer Organismus Katharsis und öffentliche Werkverdichtung
1992 führt dieses Programm zur Gründung der Temporären Kunsthalle Ratzeburg mit dem Ausstellungszyklus „Sozialer Organismus Katharsis“. Ebenfalls 1992 finden das Mittwochsgespräch in der Hamburger Kunsthalle im Raum C. D. Friedrich und eine Kunstaktion zum Thema „Gewalt“ an der Gesamtschule Rethem statt.
In die erweiterte Biografie gehört hier zusätzlich die im Gespräch präzisierte Dimension der Kunsthalle auf Zeit. Eine solche Kunsthalle besteht nicht nur aus ausgestellten Arbeiten, sondern aus Anträgen, Bauanträgen, Finanzierungsanträgen, Kosten, Ablehnungen, Genehmigungen, Pressemeldungen, Aufbau, Raumorganisation, Fotodokumentation, Videodokumentation, Objektmaterial, Spurenlese und Folgeausstellungen. Diese Ebene muss künftig als eigene Arbeitsakte oder eigenes Buch geführt werden: „Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg – Ausstellungsarbeit als Verortungsarbeit.“
1993–2010: Berlin, Haus der Demokratie, Kollektive Kreativität und Globales Dorffest
Von 1993 bis 2010 verlagert sich ein zentraler Werkstandort nach Berlin. Im Haus der Demokratie entstehen Galeriearbeit und künstlerische Arbeitsbüros. 1993 beginnt die Mitgliedschaft im BBK Berlin. Es erfolgt die Gründung der Künstlergruppe Kollektive Kreativität. Es entstehen Ausstellungen zu Einheit, Zivilcourage und innerer Mauer.
Ein zentraler Höhepunkt ist die Aktion „Globales Dorffest“ am Brandenburger Tor mit dem Beispiel globaler Integration: 1000 Tapeziertische. Daraus entwickelt sich das Integrationsmodell einer lebendigen Bürgergesellschaft im Anschluss an Richard von Weizsäcker, außerdem das „interaktive Unikat der Fax-Vernetzungs-Patenschaft“. Das Konzept der Frage-und-Antwort-Tische wird hier zur öffentlichen Beteiligungsarchitektur. Das Paradigma lautet: Jeder hat eine Meinung, und 1000 reagieren darauf.
In diese Phase gehören auch die Parteigründung „Partei der Wirklichkeit“, bei der das Parteiprogramm als künstlerisches Objekt erscheint, Aktionen zu Kunst- und Wirtschaftsbegriff, die Geburtstagsfeier für Franz Oppenheimer zum 130. Geburtstag, die Arbeit in der Begegnungsstätte für Kindheit e. V. DAS HAUS, die Performance „Zeitmaschine“ und Zukunftswerkstätten an verschiedenen Orten zu Evolution und Natur.
Im bisherigen Gespräch wurden dazu ergänzend mögliche oder tatsächliche Kontakt- und Kooperationsfelder benannt: Partner für Berlin, private Unterstützer und Sammler, darunter das Sammler-Ehepaar Hoffmann, sowie Räume, Förderstellen und Institutionen, die in dieser Phase oder im Umfeld der Projektentwicklung angesprochen wurden. Diese Kontakte sollten in einer späteren Fassung als eigene Rubrik „Unterstützungs-, Sponsoren- und Kooperationsversuche im Umfeld der Kollektiven Kreativität“ aufgenommen werden.
1993–2019: Ausstellungen, Veranstaltungen, Wissenschaftskontakte, Tagungen und öffentliche Diskursarbeit in Berlin
Von 1993 bis 2019 entstehen zahlreiche Berliner Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Diskurszusammenhänge. Dazu gehören die Freie Kunstausstellung in den Messehallen, eine Ausstellung im Museum für Kommunikation, die Arbeit in der Faktory, Veranstaltungen im Rahmen der Langen Nacht der Museen, Veranstaltungsreihen, Ringvorlesungen, Tagungen und Kongresse an verschiedenen Orten.
Genannt werden unter anderem „Sehen und Denken“ an der Akademie der Künste, „Die Wüste in uns“ an der Humboldt-Universität, Ben Wagin und Humanontogenetik an der HU Berlin, „Energie, Umwelt, Gesellschaft – aktuelle Probleme aus wissenschaftlicher Sicht“ an der FU Berlin, „Kulturen des Performativen“ an der FU Berlin, Graduiertenkolleg, UdK, Haus der Kulturen, die Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Metabolisches Büro – zur Reparatur von Wirklichkeit“ in der Akademie der Künste / Urania sowie Lesungen und Ausstellungen mit wechselnden Gästen aus Kunst und Gesellschaft in der Denkerei Berlin.
In diese Phase gehören auch wissenschaftliche und beratende Kontakte. Zu nennen sind Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel, Humanontogenetik und Humboldt-Universität, außerdem kunstwissenschaftliche, philosophische, therapeutische und interdisziplinäre Anschlussversuche an FU Berlin, HU Berlin, UdK Berlin, Akademie der Künste, Haus der Kulturen, Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin und weitere Diskursorte. Diese Kontakte sollten in der erweiterten Biografie nicht nur als besuchte Veranstaltungen erscheinen, sondern als wissenschaftliche Rückkopplungs- und Anschlussversuche.
2005–2019: Partizipatorisches Welttheater, Entelechie-Museum und digitale Vorformen
Von 2005 bis 2019 entsteht das Konzept „Das Partizipatorische Welttheater“ als geplante reale Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin. Gedacht ist eine Reise in die plastische Lebensgemeinschaft der sozialen Plastik, der Natur-Mensch-Beziehungen und ihrer unterschiedlichen Module. Dazu gehören eine interaktive animierte 3D-Website, ein internationales, interaktives, integratives und interdisziplinäres Wettbewerbs- und Mitmach-Konzept für Besucher, User und Netzwerke sowie die Zielrichtung globaler Handlungsverantwortlichkeit.
Das Ausstellungsarrangement setzt sich mit einer Geisteshaltung auseinander, die das vermeintlich natürliche Getrenntsein von Mensch und Natur in eine gewollte Trennung verwandelt. Die Beiträge der partizipierenden Ausstellungsbesucher sollen eine Form von Schwarmintelligenz entwickeln und das sich wandelnde Ausstellungsarrangement zum Modell einer Plastischen Welt werden lassen. Der Besucher soll Fragen stellen und Antworten geben können und sich selbst als plastisches Grenzwesen in der Lebensgemeinschaft aller Lebewesen wahrnehmen.
In diese Phase gehören auch das Entelechie-Museum, das Zukunftsmuseum, die So-Heits-Gesellschaft als fiktive Gesellschaftsform und das Ziel, eine Kunstgesellschaft auf der Grundlage partizipativen Gemeinsinns zu entwickeln. Diese Konzepte bilden die direkte Vorstufe zur späteren Plattform Globale Schwarm-Intelligenz.
13. August 2013: Fest der Grenze und zweites Globales Dorffest
Am 13. August 2013 findet am Brandenburger Tor das „Fest der Grenze“ zum 53. Jahrestag des Mauerbaus statt. Vorbereitungen für den 55. Jahrestag werden genannt. Im Zusammenhang damit steht ein zweites Globales Dorffest unter dem Thema „Die Fata Morgana über dem Brandenburger Tor“.
Diese Station gehört in die Linie der Grenzphänomenologie. Das Brandenburger Tor ist hier nicht nur ein Symbolort, sondern ein Verortungsort: Grenze, Einheit, nationale Erinnerung, Öffentlichkeit, Weltbezug, Fata Morgana, Projektion und Gemeinsinn werden am konkreten Ort geprüft.
2015–2017: Kreta, Sigmund-Freud-Privatuniversität, Documenta und Fernsehgarten
2015 entsteht ein Modul des Partizipatorischen Welttheaters auf Kreta am Strand, in dem es darum geht, das Ursprüngliche zu spüren und dessen Konsequenzen wahrzunehmen.
2016 folgt in Berlin ein Zusammenhang mit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin und Kunsttherapeuten. Dieser Kontakt sollte in der Biografie als Schnittstelle zwischen Kunst, Therapie, Körper, Ausdruck und Selbstverständnis geführt werden.
2017 erfolgt die bereits genannte Bewerbung für die Documenta mit einem geplanten Programm, das mit Unterstützung des Plattner-Instituts Potsdam / Design Thinking entwickelt werden sollte. Ebenfalls 2017 entsteht ein Modul für den ZDF-Fernsehgarten als spielerisches Mitmachkonzept zweier Erwachsenen-Malbücher. Dazu wird notiert: Konzept, keine Antwort. Diese Nichtantwort gehört in die Arbeitsakte der institutionellen Verweigerungen oder Nichtanschlüsse.
2019: Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur und Ablehnung
2019 entsteht das Modul einer Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur zum 9. November. Dieses Projekt wird vom Berliner Senat beziehungsweise von der Akademie der Künste abgelehnt. Diese Ablehnung gehört in die erweiterte Biografie, weil sie eine wichtige Gegenprobe der Verortungsarbeit bildet: Der Ort ist symbolisch hoch aufgeladen, der Zeitpunkt historisch präzise, die Aussage werklogisch vorbereitet, aber die institutionelle Realisierung wird blockiert.
Diese Station sollte in einem späteren Arbeitsheft „Ablehnungen, Nichtantworten und institutionelle Tragwirklichkeit“ dokumentiert werden.
2020–2021: Katastrophensituation, Integrationsmodell, Corona, IAAS/IASS, Medien, Haus der Kulturen und Neues-Denk-Institut
Anfang 2020 wird von einer eingetretenen Katastrophensituation ausgegangen. Der Zeitpunkt einer neuen Kunstgesellschaft scheint gekommen. Das Integrationsmodell mit seinen vielschichtigen Methoden wird als Training angeboten. Vorschläge scheitern an Bürokratie, Desinteresse oder Corona.
Genannt werden in diesem Zusammenhang IAAS/IASS Potsdam, Scobel, die taz / Tageszeitung, die Süddeutsche Zeitung und das Haus der Kulturen mit der Idee, eine Ausstellung zu 30 Jahre Einheit unter dem Motiv „Die Person ist eins geworden mit der Natur“ vorzustellen. Diese Stationen gehören in die erweiterte Kontaktliste und sollten datiert als 2020/2021: Medien-, Wissenschafts- und Ausstellungsanschlüsse in der Katastrophensituation geführt werden.
Von 2020 bis 2021 findet außerdem ein 9-Monate-Geburtsprozess im Neuen-Denk-Institut Hamburg statt, der mit der Ablehnung des Integrationsmodells endet. Auch diese Phase gehört in die Biografie, weil der Begriff „Geburtsprozess“ eine Werklogik trägt: Ein Konzept wird nicht nur eingereicht, sondern in einem langen Prozess zur Welt gebracht, geprüft, formuliert und schließlich zurückgewiesen.
2022: Wandelwoche Lüneburg
2022 soll das Integrationsmodell im Rahmen der Wandelwoche Lüneburg vorgestellt werden. Die Veranstalter halten es jedoch für zu komplex. Auch diese Station gehört in die Biografie, weil sie eine wiederkehrende Bruchstelle zeigt: Das Werk ist anschlussfähig an die Themen der Zeit, wird aber in seiner Komplexität nicht aufgenommen.
2023–2025: Interaktives Buch, Globale Schwarm-Intelligenz und digitale Werkverdichtung
Von 2023 bis 2025 liegt das Ziel in Berlin darin, das Interaktive Buch auf der professionellen Wiki-Website Globale Schwarmintelligenz vorzustellen. Jeder Leser soll sein eigenes Buch spielend zusammenstellen können, um der Frage nachzugehen, warum der Mensch seine eigenen funktionierenden Lebensbedingungen zerstört.
Das Interaktive Buch ist eine Zusammenfassung künstlerischer Erkenntnisse und Methoden. Es soll eine Kunst für den Rezipienten und Betrachter schaffen, mit der er sich mit der Dekonstruktion und Konstruktion von Wirklichkeit auseinandersetzen kann. Vorgabebilder, Collagen, Zeichnungen, Folien und Fotos sollen zurückgegriffen, verarbeitet, gedeutet und neu zusammengesetzt werden. Ziel ist es, die verschiedensten Sachzusammenhänge der komplexen Welt aus unterschiedlichen Perspektiven auf einen Sachzusammenhang zurückzuführen: den der Kunst. Praktische Anwendungsbeispiele sollen Kunst anders erfahrbar machen als bisher.
In diese Phase gehören auch die bisher im Gespräch herausgearbeiteten digitalen Arbeitslinien: KI als Frage-, Spiegelungs- und Verdichtungswerkzeug, die Plattform als Opus Magnum, die mögliche technische Weiterentwicklung über eine eigene Website-Struktur, die Globale Kunsthalle, Nutzer als Mitprüfer und die Umwandlung des nichtwissenden Konsumenten in einen aktiv prüfenden Teilnehmer.
Zusammenfassende ergänzte Kontakt- und Bewerbungslinie
In die Biografie müssen zusätzlich die Institutionen, Medien, Förderstellen und Kontaktfelder eingearbeitet werden, die bisher als wiederkehrende Anschlüsse sichtbar wurden. Dazu gehören auf der Förder- und Antragsebene der Hauptstadtkulturfonds, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung des Bundes, die Kulturstiftung der Länder, die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Fonds Darstellende Kunst, das Goethe-Institut, die Stiftung Kulturfonds, die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie die Stiftung Kunstfonds.
Auf der Kunst- und Ausstellungsebene gehören dazu Akademie der Künste Berlin, Documenta Kassel, Deutsches Historisches Museum Berlin, Berliner Senat, Museum für Kommunikation, Freie Kunstausstellung Berlin, Messehallen Berlin, Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg, Temporäre Kunsthalle Ratzeburg, Haus der Demokratie Berlin, Brandenburger Tor, Kunsthalle Hamburg, Urania, Denkerei Berlin und DAS HAUS.
Auf der Wissenschafts- und Diskursebene gehören dazu Humboldt-Universität Berlin, Freie Universität Berlin, Universität der Künste Berlin, Haus der Kulturen, Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin, Humanontogenetik, Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel, Kunsttherapeuten, Plattner-Institut Potsdam / Design Thinking, IAAS/IASS Potsdam, Neues-Denk-Institut Hamburg und Wandelwoche Lüneburg.
Auf der Medienebene gehören dazu NDR, taz / Tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Scobel, ZDF / Fernsehgarten, Rundfunk, Fernsehen und Presse. Auf der politischen und öffentlichen Ebene gehören dazu Joseph Beuys, Petra Kelly, Johannes Stüttgen, Otto Schily, die Grünen, Bürgergesellschaft, Runder Tisch, deutsche Einheit, DDR-BRD-Kontext, Währungsreform, Tschernobyl, Globales Dorffest und die 1000 Tapeziertische.
Diese Ergänzung macht deutlich, dass deine Biografie nicht nur künstlerische Stationen enthält, sondern eine lange Geschichte von Anschreiben, Konzepten, Bewerbungen, Förderversuchen, institutionellen Kontaktaufnahmen, Medienvorschlägen, wissenschaftlichen Rückkopplungen, Ablehnungen und Nichtantworten.
Schlussfassung für die Biografie
Zusammenfassend entsteht aus dieser erweiterten Biografie kein klassischer Lebenslauf, sondern eine Biografie als Werkgenese. Sie zeigt, wie sich aus Kindheit, Naturbeobachtung, Handwerk, Fotografie, Werbung, Bildhauerei, Malbüchern, Frage-und-Antwort-Tischen, Partizipationskunst, Verortungsarbeit, Temporärer Kunsthalle, Kollektiver Kreativität, Globalem Dorffest, Partizipatorischem Welttheater, Entelechie-Museum, So-Heits-Gesellschaft und Interaktivem Buch eine durchgehende künstlerische Prüfarchitektur entwickelt.
Die Lücken der bisherigen Biografie liegen weniger in fehlenden Einzelwerken als in fehlenden Verbindungsschichten. Ergänzt werden müssen vor allem die Anschreiben, Anträge, Ablehnungen, Kosten, Bauanträge, Förderanträge, Pressemeldungen, Foto- und Videodokumentationen, wissenschaftlichen Kontakte, Medienversuche, Ausstellungsorte, Kooperationspartner und Folgeprozesse. Denn genau diese Materialien zeigen die Tragwirklichkeit der Arbeit: Nicht nur was entstanden ist, sondern was nötig war, um es überhaupt in die Welt zu bringen.
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..in Einbeziehung des gesamten vorherrigen Chat-Verlaufs intensivster art eine kompremierte Kontextuarealisierung vornehmen ein Begriff der alles zusammenfasst das haben müssen und immer mehr habenmüssen dagegen baut die Natur immer mehr Widerstand auf in all seiner Vielfalt d.h. auch mit immer mehr eskalierenden Katastrophen entstehen ich werde das Gefühl nicht los das es hier um Ur Prinzip auch des gesamten kosmischen Geschehen geht in des Verhältnis System von 51:49 der Antrieb zwar ist was für Referenzsysteme steht dem gleichzeitig aber etwas im inflationäres zu Grunde liegt eine Mutation was sich in der Menschen art Gattung verselbstständigt hat zur Zielrichtung Planung und Ausführung geworden ist was wir auch als Neugierde bezeichnen diese Art von wissen wollen
Ich verdichte jetzt den Kern nicht noch einmal nur als Theorie, sondern als Bucharchitektur: Welche Hauptbücher daraus entstehen müssten und was jeweils der innere Inhalt wäre.
Komprimierte Kontextuarealisierung: Habenmüssen, Kauf-Verkauf-Ware, 50:50-Scheinordnung und 1:99-Asymmetrie
Der logische Kern
Der zentrale Begriff bleibt Habenmüssen. Er fasst nicht nur Gier, Besitz, Konsum oder Eigentum zusammen, sondern eine ganze zivilisatorische Fehlbewegung. Der Mensch will nicht nur etwas haben. Er muss haben, immer mehr haben, wissen, kaufen, verkaufen, verwerten, besitzen, sichern, planen, ausführen, kontrollieren und sich selbst innerhalb dieses Systems als funktionierende Ware herstellen.
Das Entscheidende ist: Der Mensch wird nicht nur Käufer oder Verkäufer. Er wird selbst Ware. Er stellt sich als Ware her, indem er sich als leistungsfähig, interessant, attraktiv, intelligent, konkurrenzfähig, marktfähig, konsumfähig und verwertbar inszeniert. Gleichzeitig glaubt er, gerade dadurch autonom, frei und unabhängig zu sein. Darin liegt die zentrale Täuschung der Skulpturidentität: Der Mensch hält seine Selbstverwertung für Selbstverwirklichung.
Er kauft und verkauft nicht nur Dinge. Er verkauft Arbeitskraft, Aufmerksamkeit, Körper, Zeit, Daten, Meinung, Bildung, Kreativität, Anpassung, Persönlichkeit, Status und Zukunft. Er muss sich selbst als Angebot in einen globalen Wettbewerb einbringen. Er glaubt, seine Intelligenz und sein Können frei einzusetzen, während er tatsächlich in ein System aus Markt, Eigentum, Finanzmacht, Belohnung, Schulden, Status, Konsum und Abhängigkeit eingebunden ist.
Habenmüssen als moderne Form des idiotes
Die griechisch-lateinische Tiefenschicht ist dabei sehr wichtig. Im Griechischen steht idios für das Eigene, Private, einem selbst Zugehörige. Daraus entwickelt sich idiotes als Figur des privaten Menschen, desjenigen, der nicht im öffentlichen Gemeinsinn, nicht in der polis, nicht im gemeinsamen Maß aufgeht, sondern aus der gemeinsamen Verantwortung herausgetrennt ist. Später wird daraus die Bedeutung des Unkundigen oder Beschränkten.
Für deine Arbeit ist aber die ältere Schicht entscheidend. Der idiotes ist nicht einfach der Dumme. Er ist der aus dem Gemeinsamen herausgelöste Privatmensch. Er lebt aus dem Eigenen, aus dem Besitzförmigen, aus dem Für-sich. In moderner Gestalt wird daraus der Eigentümer, der Konsument, der Nutzer, der Anleger, der Ich-Unternehmer, der Selbstvermarkter. Er handelt privat, aber seine Folgen sind global. Er weiß nicht mehr, was seine Tätigkeit in den Abhängigkeitsketten auslöst.
Im Lateinischen verbindet sich diese Linie mit habere, also haben, halten, besitzen, bei sich haben. Daraus lässt sich werklogisch auch habitus anschließen: Haben wird zur Haltung, zur eingeübten Form, zur gesellschaftlichen Körper- und Lebensweise. Privatus bezeichnet den privaten, nicht öffentlichen, vom gemeinsamen Raum herausgenommenen Zustand. Damit entsteht die Linie: Haben, Halten, Besitzen, Privatisieren, aus dem Gemeinsamen Herausnehmen.
Der moderne Begriff Habenmüssen fasst diese Linien zusammen. Er bedeutet: Das Eigene muss wachsen. Das Private muss sich sichern. Das Eigentum muss sich vermehren. Das Wissen muss Besitz werden. Das Ich muss sich behaupten. Der Mensch wird zum modernen idiotes, weil er nicht mehr vom gemeinsamen Tragmaß her denkt, sondern vom Haben, Nutzen, Kaufen, Verkaufen und Sich-selbst-Verwerten.
Pleonexie, Oikonomia und Chrematistik
Im Griechischen gehört hierzu auch Pleonexie: das Mehr-haben-Wollen. Das ist die antike Nähe zu deinem Begriff. Es geht nicht nur darum, etwas zu besitzen, sondern mehr als den eigenen Anteil zu wollen, mehr Zugriff, mehr Vorteil, mehr Verfügung. In der modernen Welt wird diese Pleonexie systemisch: Wachstum, Rendite, Marktanteil, Skalierung, Vermögenszuwachs, Eigentumstitel, Datenmacht und Finanzgewinn.
Dazu kommt die Unterscheidung zwischen oikonomia und chrematistikē. Oikonomia meint ursprünglich Haushalten, die Ordnung eines Lebenszusammenhangs. Chrematistik meint die Kunst des Erwerbs, der Geldvermehrung, des Besitzwachstums. In deiner Sprache heißt das: Wirtschaft ist plastisch, solange sie Lebenshaushalt, Versorgung, Pflege, Maß und Verantwortung bleibt. Sie wird skulptural, sobald sie zur Geldvermehrungsmaschine wird.
Der Hersteller steht noch näher an technē. Er muss Material, Funktion, Maß, Fehler, Gebrauch und Reparatur kennen. Der Unternehmer steht auf der Schwelle: Er kann Verantwortung für Herstellung übernehmen oder Herstellung in ein Verwertungssystem einspannen. Der Finanzmarkt ist die äußerste Abstraktion des Habenmüssens. Dort wird nicht mehr unmittelbar hergestellt, genährt, gepflegt oder repariert. Dort zirkulieren Ansprüche, Schulden, Renditeerwartungen, Eigentumstitel, Risiken und Zukunftserträge. Geld will mehr Geld werden.
Kauf, Verkauf und der Mensch als Ware
Kaufen und Verkaufen bilden die praktische Alltagsform dieses Systems. Der Mensch erlebt sich als frei, weil er wählen, kaufen, verkaufen, anbieten, arbeiten, konsumieren und sich präsentieren kann. Aber diese Freiheit ist bereits in die Warenform eingebaut. Er ist frei als Marktteilnehmer, aber nicht frei von den Bedingungen des Marktes. Er ist frei, sich zu verkaufen, aber nicht frei davon, verkaufbar sein zu müssen.
So entsteht der Mensch als Fließbandfigur. Er wird in Teile zerlegt: Arbeitskraft, Konsument, Nutzerprofil, Datenquelle, Zielgruppe, Kreditnehmer, Steuerzahler, Patient, Wähler, Kunde, Bewerber, Marke, Körperbild, Kompetenzprofil. Diese Zerlegung ist die moderne Dingwelt. Der Mensch wird nicht mehr als plastisches Stoffwechselwesen im Plexus verstanden, sondern als funktionales Teil in einem System von Produktion, Konsum, Finanzierung, Bewertung und Steuerung.
Das ist der Teilemechanismus der Skulpturidentität. Der Mensch baut eine Welt aus Dingen, Rollen, Funktionen, Verträgen, Märkten, Formularen, Konten, Gesetzen, Daten und Bewertungen. Danach wird er selbst von dieser Welt wie ein Ding behandelt. Er wird zur Marionette seiner eigenen Konstruktion.
50:50-Scheinordnung und 100-Prozent-Zwang
Die skulpturale Täuschung besteht darin, dass diese Ordnung sich als perfekte 50:50-Ordnung darstellt. Auf dem weißen Blatt sieht alles ausgewogen aus: Käufer und Verkäufer, Angebot und Nachfrage, Soll und Haben, Recht und Pflicht, Leistung und Lohn, Freiheit und Verantwortung, Subjekt und Objekt, Eigentümer und Vertragspartner. Alles erscheint symmetrisch, mathematisch, neutral, rechtsförmig und vernünftig.
Gleichzeitig verlangt diese Ordnung 100 Prozent: perfekte Leistung, perfekte Anpassung, perfekte Gesetzlichkeit, perfekte Form, perfekte Funktion, perfekte Verfügbarkeit, perfekte Selbstverantwortung, perfekte Wettbewerbsfähigkeit. Der perfekte Mensch soll funktionieren wie ein Teil im System. Die perfekte Ordnung soll alles regeln. Das perfekte Gesetz soll alles erfassen. Die perfekte Wissenschaft soll alles erklären. Die perfekte Ökonomie soll alles verrechnen.
Aber Wirklichkeit ist nicht 100 Prozent. Leben ist Stoffwechsel, Schwankung, Verletzbarkeit, Erschöpfung, Fehler, Regeneration, Rückkopplung, Kipppunkt, Verwesung und Maß. Die 100-Prozent-Forderung ist deshalb eine Gewaltform gegen das Lebendige. Sie zwingt die Wirklichkeit in eine Form, die nur auf dem weißen Blatt funktioniert.
1:99 als reale Zielrichtung
Während die Ordnung formal 50:50 behauptet, driftet sie real in Richtung 1:99. Wenige verfügen über Kapital, Eigentum, Plattformen, Daten, Infrastruktur, Produktionsmittel, Medien, Finanzinstrumente, Beratung, Recht, Denkfabriken und politischen Einfluss. Viele andere müssen sich selbst verwertbar machen: als Arbeitskraft, Konsument, Nutzer, Schuldner, Mieter, Patient, Wähler, Datenlieferant, Aufmerksamkeitsträger.
Damit ist die extreme Asymmetrie kein Unfall des Systems. Sie liegt in seiner Zielrichtung. Das Habenmüssen erzeugt Konzentration. Mehr Besitz will mehr Besitz. Mehr Kapital will mehr Kapital. Mehr Daten wollen mehr Daten. Mehr Macht will mehr Macht. Die perfekte 50:50-Ordnung ist die Fassade. Die 1:99-Asymmetrie ist die Tragwirklichkeit.
Naturwiderstand gegen das Habenmüssen
Gegen dieses immer weitere Habenmüssen baut die Natur Widerstand auf. Nicht moralisch, sondern tragwirklich. Natur antwortet durch Erschöpfung, Kipppunkte, Klimakatastrophen, Artensterben, Bodenschäden, Wasserkrisen, Krankheit, Verwesung, Energiegrenzen, Rohstoffkonflikte, psychische Überlastung und sozialen Zerfall. Was der Mensch auf der Habenseite verbucht, kehrt als Soll der Tragwirklichkeit zurück.
Der Mensch bucht Boden, Wasser, Arbeit, Energie, Tiere, Pflanzen, Körper, Daten, Aufmerksamkeit und Zukunft als Guthaben. Aber das Soll verschwindet nicht. Es kehrt zurück als Schuld, Abhängigkeit, Reparaturzwang und Widerstand. Das ist die harte Gegenrechnung zur Habenseite der Zivilisation.
51:49 als Verhältnis von Antrieb und Rückbindung
In deinem 51:49-Modell steht das 51 für Antrieb, Vorstoß, Neugier, Bewegung, Frage, Planung, Ausführung, Werden und minimale Überschreitung. Ohne dieses 51 gäbe es keine Entwicklung. Aber das 49 steht für Maß, Rückbindung, Widerstand, Grenze, Stoffwechsel, Verwesung, Reparatur und Tragfähigkeit.
Plastisch ist dieses Verhältnis, wenn 51 und 49 im Rückkopplungszusammenhang bleiben. Skulptural wird es, wenn der 51-Antrieb inflationär wird und das 49 verdrängt. Dann entsteht Habenmüssen. Dann wird aus Neugier Erfassungswut, aus Wissen Weltzugriff, aus Herstellung Verwertung, aus Wirtschaft Finanzmarkt, aus Eigentum Macht, aus Mensch Ware, aus Freiheit Selbstvermarktung und aus Ordnung 1:99-Asymmetrie.
Dein Verdacht, dass hier ein Urprinzip des kosmischen Geschehens berührt wird, sollte als plastische Hypothese formuliert werden. Nicht als fertige Weltformel, sondern als Prüfgedanke: Form entsteht aus Verhältnis, Bewegung aus Überschuss, Stabilität aus Rückbindung, Entwicklung aus Spannung und Maß. Wo der Überschuss seine Rückbindung verliert, entsteht Inflation, Zerstörung, Verwesung oder Kollaps. Beim Menschen zeigt sich diese entkoppelte Inflation als Habenmüssen.
Welche Bücher und Inhalte daraus entstehen müssten
Buch I: Habenmüssen
Dieses Buch wäre der zentrale Grundband. Es müsste den Begriff als Werkbegriff einführen: Habenmüssen nicht als bloße Gier, sondern als skulpturaler Aneignungszwang. Der Inhalt müsste zeigen, wie aus Neugier Wissenwollen, aus Wissenwollen Machenwollen, aus Machenwollen Kaufen, Verkaufen, Besitzen und Sich-selbst-Verwerten wird. Dieses Buch wäre die Grundformel der modernen Skulpturidentität.
Buch II: Habenmüssen als moderner idiotes
Dieses Buch müsste die griechisch-lateinische Tiefenlinie entfalten: idios, idiotes, privatus, habere, habitus, pleonexie, Eigentum und Privatinteresse. Der Inhalt müsste zeigen, wie der Mensch sich aus Gemeinsinn, polis, koinonia und Tragwirklichkeit herauslöst und als privatisiertes, nichtwissendes Individuum handelt.
Buch III: Kaufen, Verkaufen und Ware-Sein
Dieses Buch müsste zeigen, dass der Mensch nicht nur Waren kauft und verkauft, sondern selbst zur Ware wird. Es müsste Arbeitskraft, Selbstvermarktung, Konsum, Daten, Körperbilder, Status, Intelligenz, Wettbewerb, Karriere, Plattformprofile und globale Konkurrenz untersuchen. Der Kern wäre: Der Mensch glaubt, frei zu sein, während er sich selbst als verwertbares Objekt herstellt.
Buch IV: Oikonomia oder Chrematistik
Dieses Buch müsste die Verschiebung von Wirtschaft als Lebenshaushalt zu Wirtschaft als Geldvermehrungsmaschine darstellen. Der Hersteller, der Unternehmer, die Produktion, der Markt, der Finanzmarkt, Rendite, Schulden, Eigentum und Konsum würden hier als Stufen einer Entkopplung untersucht. Der Inhalt müsste fragen, wann Wirtschaft noch trägt und wann sie nur noch Habenmüssen organisiert.
Buch V: 50:50, 100 Prozent und 1:99
Dieses Buch müsste die Scheinordnung des mathematischen Symmetriedualismus untersuchen. Es müsste zeigen, wie perfekte Form, perfektes Gesetz, perfekter Mensch, perfektes Verfahren und 100-Prozent-Funktionieren auf dem weißen Blatt entstehen, während in der Wirklichkeit extreme Asymmetrien wachsen. Der Kern wäre: Die 50:50-Ordnung ist die Fassade der 1:99-Wirklichkeit.
Buch VI: Das Fließband der Dingwelt
Dieses Buch müsste den Teilemechanismus der modernen Ordnung behandeln. Es müsste zeigen, wie Wirklichkeit in Dinge, Rollen, Funktionen, Produkte, Datenpunkte, Nutzerprofile, Marktsegmente und Eigentumstitel zerlegt wird. Der Mensch erscheint darin als Marionette seiner eigenen Dingwelt: eine Kunstfigur, eine Skulpturidentität, die künstlich von sich selbst hergestellt wird.
Buch VII: Der nichtwissende Konsument
Dieses Buch müsste den Nutzer, Käufer, Plattformteilnehmer und Konsumenten als strukturell nichtwissendes Individuum untersuchen. Es müsste zeigen, wie Lieferketten, Preise, Werbung, Verpackung, Finanzmarkt, Plattformlogik und Bequemlichkeit die Folgen des eigenen Handelns verdecken. Ziel dieses Buches wäre die Verwandlung des Konsumenten in einen Mitprüfer.
Buch VIII: Soll und Haben der Tragwirklichkeit
Dieses Buch müsste das Rechnungsbild zum Werkmodell machen. Der Mensch verbucht Welt auf der Habenseite, aber das Soll der Tragwirklichkeit kehrt zurück. Inhaltlich müssten ökologische Schuld, soziale Schuld, Zukunftsschuld, Reparaturpflicht, Schuldenpolitik, Geldsystem, Verwesung und Naturwiderstand zusammengeführt werden.
Buch IX: Inflation der Neugier
Dieses Buch müsste die Mutation der Neugier untersuchen. Es würde von Wahrnehmung, Lernen, Anpassung, Sprache, Grammatik und Wissenschaft bis zu Weltformel, Atomtechnik, KI, Finanzmarkt und kosmischem Erfassungsdrang führen. Die Leitfrage wäre: Wann bleibt Neugier plastisch, und wann wird sie zum Habenmüssen?
Buch X: Widerstand der Natur
Dieses Buch müsste die Gegenbewegung der Tragwirklichkeit darstellen. Inhaltlich ginge es um Kipppunkte, Verwesung, Klimakatastrophen, Artensterben, Boden, Wasser, Krankheit, Erschöpfung und Reparaturzwang. Der Kern: Natur verhandelt nicht mit der Habenseite des Menschen. Sie antwortet durch Wirklichkeit.
Buch XI: 51:49 als Verhältnisprinzip
Dieses Buch müsste die vorsichtige kosmische Hypothese entfalten. Nicht als fertige Weltformel, sondern als Prüfmodell: Entwicklung braucht Überschuss, Überschuss braucht Widerstand, Widerstand braucht Maß, Maß braucht Rückkopplung. Dieses Buch wäre der theoretische Gegenpol zur 50:50-Scheinordnung.
Schlussformel
Der gemeinsame Kern lautet: Habenmüssen ist die skulpturale Privatisierung der Tragwirklichkeit. Aus dem griechischen idios wird der moderne idiotes, aus dem lateinischen privatus der eigentumsförmige Privatmensch, aus oikonomia wird Chrematistik, aus technē wird Verwertung, aus dem Hersteller wird ein Teil des Fließbands, aus dem Unternehmer wird ein Renditeträger, aus dem Finanzmarkt wird reines Habenmüssen, aus dem Bürger wird der nichtwissende Konsument, aus dem freien Individuum wird eine Ware, die sich selbst verkauft. Die 50:50-Ordnung verspricht perfekte Symmetrie und verlangt 100 Prozent Funktionieren, erzeugt aber eine 1:99-Asymmetrie. Gegen dieses immer weitere Habenmüssen baut die Natur Widerstand auf. Die Plastische Anthropologie 51:49 setzt dagegen das Maß der Rückkopplung: nicht alles haben, sondern das Verhältnis tragen.
wir haben ja viele an Konzepten gearbeitet kannst du da mal eine Liste zusammenstellen wehn ich da alles angeschrieben habe..in Einbeziehung des gesamten Chat-Verlaufs kompremierte Kontextuarealisierung vornehmen
Ich stelle die Liste jetzt als Arbeitsliste zusammen: nicht als endgültigen historischen Nachweis, sondern als rekonstruierte Übersicht aus den bisher genannten Konzept-, Bewerbungs-, Kontakt- und Unterstützungszusammenhängen.
Rekonstruierte Arbeitsliste: Wen du mit Konzepten, Bewerbungen oder Projektvorschlägen angesprochen hast
Nach dem bisherigen Gesprächsverlauf lässt sich nicht eine einzige fertige Adressliste bilden, sondern eine werkgenetische Kontakt- und Bewerbungsliste. Sie gehört selbst zu deinem Lebenswerk, weil sie zeigt, wie du deine Konzepte immer wieder an Institutionen, Personen, Förderstellen, Medien, Wissenschaft, Politik, Kulturorte und mögliche Unterstützer herangetragen hast. Es ging dabei nicht nur um „Anschreiben“, sondern um den Versuch, dein künstlerisches Integrationsmodell öffentlich, institutionell, wissenschaftlich und finanziell anschlussfähig zu machen.
1. Förderstellen, Stiftungen und Kulturförderung
Zu den Förder- und Antragsebenen gehören nach den bisher vorliegenden Arbeitsmaterialien vor allem der Hauptstadtkulturfonds, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung des Bundes, die Kulturstiftung der Länder, die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Fonds Darstellende Kunst, das Goethe-Institut, die Stiftung Kulturfonds, die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie die Stiftung Kunstfonds. In diesem Zusammenhang wurden auch Projektzuschüsse, Katalogförderungen, Konservierungsmaßnahmen, Werkverzeichnisförderung, Kostenaufstellungen und Finanzierungspläne als mögliche Antragsformen angesprochen.
Diese Gruppe müsste in einem späteren Buch oder Arbeitsheft unter dem Titel Förderanträge, Finanzierung und institutionelle Tragwirklichkeit zusammengefasst werden. Hier geht es nicht nur um Geld, sondern um die reale Frage: Welche Arbeit kostet was, wer erkennt sie an, wer lehnt sie ab, und warum fällt ein so umfassendes Werk aus normalen Förderlogiken heraus?
2. Kunstinstitutionen, Ausstellungsorte und Bewerbungszusammenhänge
Eine zweite Gruppe betrifft Kunstinstitutionen und Ausstellungsorte. Dazu gehören die Akademie der Künste Berlin, die als Ort für das Partizipatorische Welttheater und eine reale Ausstellung gedacht war, außerdem die Documenta Kassel, für die es über Jahrzehnte verschiedene Bewerbungen gab, darunter Konzepte bis 2017. Genannt sind auch ein Projekt für das Deutsche Historische Museum Berlin mit dem Titel „21 Jahre Einheit – Der weiße Strich“, die Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg, die Kunsthalle/Demokratiewerkstatt im Haus der Demokratie Berlin, das Museum für Kommunikation, die Freie Kunstausstellung Berlin, die Messehallen Berlin und weitere Ausstellungs- und Veranstaltungsorte.
Für diese Kontakte müsste ein eigenes Buch entstehen: Ausstellungsarbeit als Verortungsarbeit. Darin würden Akademie der Künste, Documenta, Deutsches Historisches Museum, Kunsthalle auf Zeit, Haus der Demokratie, Museum für Kommunikation und Brandenburger Tor nicht einfach als Orte erscheinen, sondern als Prüfstellen, an denen du versucht hast, zum richtigen Zeitpunkt die richtige künstlerische Aussage zu setzen.
3. Konkrete Absagen, Nichtantworten und gescheiterte Anschlussversuche
Besonders wichtig sind die dokumentierten Nichtantworten und Ablehnungen. Dazu gehören die Bewerbung für die Documenta 2017, bei der ein Programm mit Unterstützung des Plattner-Instituts Potsdam / Design Thinking gedacht war, das ZDF-Fernsehgarten-Konzept 2017 mit zwei Erwachsenenmalbüchern, auf das keine Antwort kam, sowie die Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur zum 9. November 2019, die vom Berliner Senat beziehungsweise der Akademie der Künste abgelehnt wurde. Ebenso wurden für 2020/2021 Vorschläge an IAAS/IASS Potsdam, Scobel, taz / Tageszeitung, Süddeutsche Zeitung und das Haus der Kulturen genannt, die an Bürokratie, Desinteresse oder der Corona-Situation scheiterten. Auch das Neue-Denk-Institut Hamburg und die Wandelwoche Lüneburg erscheinen als spätere Anschlussversuche.
Daraus müsste ein Buch oder Arbeitsheft entstehen mit dem Titel Ablehnungen, Nichtantworten und die Tragwirklichkeit der Kunstproduktion. Dieses Buch wäre wichtig, weil es zeigt, dass die Ablehnung nicht nur persönliches Scheitern war, sondern Teil der Beweislinie: Das Werk trifft immer wieder auf Institutionen, die für solche Grenz-, Prüf- und Integrationsmodelle keine passende Form haben.
4. Wissenschaftliche und beratende Kontakte
Eine weitere Gruppe bilden wissenschaftliche und beratende Kontakte. Genannt sind unter anderem Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel und das Interdisziplinäre Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität, das als Gesprächsort für Projektbesprechungen vorgeschlagen wurde. Ebenso taucht Prof. Dr. Kudielka von der Universität der Künste beziehungsweise im Zusammenhang mit Kunstwissenschaft und Ästhetik als Förderer beziehungsweise Gutachter eines Ausstellungsprojekts auf. Weiterhin gehören in diesen Zusammenhang wissenschaftliche Bezüge zur FU Berlin, zur HU Berlin, zur UdK, zur Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin, zu Kunsttherapeuten, zur Humanontogenetik und zu verschiedenen Ringvorlesungen, Tagungen und Kongressen.
Dieser Bereich müsste als Buch Wissenschaftliche Rückkopplung und Gutachten erscheinen. Dort ginge es um die Frage, wie deine künstlerische Arbeit immer wieder versucht hat, sich mit Wissenschaft, Humanontogenetik, Kunstwissenschaft, Philosophie, Design Thinking, Kunsttherapie und interdisziplinären Forschungsformen zu verbinden.
5. Personen, Sammler und mögliche private Unterstützer
Sehr konkret nachweisbar ist das Anschreiben an das Sammler-Ehepaar Hoffmann in Berlin. In diesem Schreiben wurde die Arbeit der Künstlergruppe Kollektive Kreativität, das Projekt Zukunftswerkstatt, die Verbindung von Kunst und Wissenschaft, das Arche-Projekt, die Suche nach finanzieller Unterstützung und die Möglichkeit einer Spurendokumentation als künstlerischem Prozess erläutert. Außerdem wurde ein Gespräch bei Partner für Berlin als nächster Schritt vorgeschlagen.
In diese Gruppe gehören außerdem private oder halbprivate Unterstützer, Sammler, mögliche Sponsoren und Gesprächspartner, die nicht nur als Geldgeber, sondern als Mitträger einer künstlerischen Entwicklungsarbeit angesprochen wurden. Dieses Buch könnte heißen: Sponsoren, Sammler und Spurendokumentation. Es müsste zeigen, wie du versucht hast, nicht nur Förderung zu bekommen, sondern Unterstützer in einen künstlerischen Prozess einzubeziehen.
6. Politische, gesellschaftliche und öffentliche Aktionszusammenhänge
Zu den öffentlichen und politischen Zusammenhängen gehören Joseph Beuys, Petra Kelly, Johannes Stüttgen und Otto Schily im Zusammenhang mit dem erweiterten Kunstbegriff und dem Wahlkampf bei den Grünen. Genannt wurden außerdem Aktionen im Umfeld der TAZ Berlin, des NDR, des Kulturbüros Hamburg, der Volksuni, des Arbeitslosenzentrums, der Kampagneninitiative Wohnen – Kultur – Arbeiten, des 800. Hafengeburtstages Hamburg, der Aktion zu Tschernobyl, der Frage „Was ist Deutschland?“, der Währungsreform, der deutschen Einheit und der inneren Mauer.
Daraus müsste ein Buch entstehen mit dem Titel Kunst, Politik und öffentliche Fragearbeit. Hier würde nicht nur aufgeführt, wen du angesprochen hast, sondern wie Kunst als öffentliche Intervention, Frage-und-Antwort-Tisch, Aktion, Performance und gesellschaftliche Verortung gearbeitet hat.
7. Kooperationspartner, Räume und Arbeitsorte
Zu den Kooperations- und Raumzusammenhängen gehören das Haus der Demokratie Berlin, DAS HAUS – Begegnungsstätte für Kindheit e. V., das Kultur- und Technologiezentrum Rathenau Berlin-Oberschöneweide, das für Ausstellungsräume angesprochen wurde, Partner für Berlin, die Akademie der Künste, das Brandenburger Tor, die Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg, die Temporäre Kunsthalle, Dresden, Kirchenräume, Grenzpunkte, Berlin-Mitte, Friedrichshain, Kreta, Lüneburg, Hamburg und Ratzeburg.
Daraus müsste ein Arbeitsheft entstehen mit dem Titel Orte, Räume und Kooperationsversuche. Dieses Heft würde die Verortungsarbeit rekonstruieren: Wo sollte etwas stattfinden, warum dort, mit wem, mit welchen Anträgen, welchen Kosten, welchen Ablehnungen, welchen Materialien und welchen Folgearbeiten?
8. Medien, Öffentlichkeit und Vermittlung
Zu den Medien- und Öffentlichkeitskontakten gehören nach den bisherigen Materialien Rundfunk, Fernsehen, Zeitungen, der NDR, die Talkshow 3 nach 9, die TAZ, die Süddeutsche Zeitung, Scobel, das ZDF, das ZDF-Fernsehgarten-Konzept, Presseberichte, Rundfunk- und Fernsehbeiträge sowie die etwa 200 Berichterstattungen über deine Arbeit.
Daraus müsste ein Band entstehen mit dem Titel Presse, Medien und öffentliche Zeugenschaft. Dieser Band wäre nicht bloß Pressesammlung, sondern Beweis dafür, dass deine Arbeit öffentlich vorhanden war, auch wenn die tiefere kunstkritische Einordnung oft ausblieb.
9. Projekt- und Konzeptlinien, die mit Anschreiben verbunden waren
Die wichtigsten Konzeptlinien, die du immer wieder nach außen getragen hast, sind: Partizipatorisches Welttheater, Temporäre Kunsthalle, Kunsthalle auf Zeit, Begehbare Arche / Arche-Projekt, Entelechie-Museum, Zukunftswerkstätten, So-Heits-Gesellschaft, Partei der Wirklichkeit, Kollektive Kreativität, Globales Dorffest, 1000 Tapeziertische, Frage-und-Antwort-Tische, Interaktives Buch, Globale Schwarm-Intelligenz, Künstlerisches Denkwerkzeug des dritten Jahrtausends, Erwachsenen-Malbücher, Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur, Schöpfungsgeschichte, Grenzphänomenologie, Klimagipfel-Zusammenhänge und Oppenheimer-Veranstaltungen.
Diese Projektlinien gehören nicht in eine bloße Kontaktliste, sondern in einen Band Konzepte, Bewerbungen und öffentliche Anwendung. Dort müsste jeweils stehen: Welches Konzept wurde entwickelt, an wen wurde es gerichtet, welcher Ort war gemeint, welche Unterstützung wurde gesucht, was wurde abgelehnt, was blieb offen und was wurde später weitergeführt.
Zusammenfassende Arbeitsliste der bisher erkennbaren Adressaten und Kontaktfelder
Nach dem bisherigen Material gehören auf deine rekonstruierte Kontaktliste vor allem: Akademie der Künste Berlin, Documenta Kassel, Deutsches Historisches Museum Berlin, Berliner Senat, Plattner-Institut Potsdam, ZDF / Fernsehgarten, Scobel, taz / Tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Haus der Kulturen, IAAS/IASS Potsdam, Neues-Denk-Institut Hamburg, Wandelwoche Lüneburg, Stiftung Kunstfonds, Hauptstadtkulturfonds, Kulturstiftung des Bundes, Kulturstiftung der Länder, Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, Fonds Darstellende Kunst, Goethe-Institut, Stiftung Kulturfonds, Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Sammler-Ehepaar Hoffmann, Partner für Berlin, Kultur- und Technologiezentrum Rathenau, Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel, Interdisziplinäres Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität, Prof. Dr. Kudielka, Universität der Künste Berlin, Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin, DAS HAUS, Haus der Demokratie, Museum für Kommunikation, FU Berlin, HU Berlin, UdK Berlin, NDR, TAZ Berlin, Joseph Beuys, Petra Kelly, Johannes Stüttgen und Otto Schily.
Kernsatz
Diese Liste zeigt nicht nur, wen du angeschrieben oder angesprochen hast. Sie zeigt die Tragwirklichkeit deiner Konzeptarbeit: Du hast über Jahrzehnte versucht, ein künstlerisches Integrationsmodell an Kunstinstitutionen, Förderstellen, Wissenschaft, Medien, Politik, private Unterstützer, Ausstellungsorte und öffentliche Räume anzuschließen. Die Ablehnungen, Nichtantworten, Gutachten, Kostenpläne, Förderanträge, Presseberichte und Kooperationsversuche sind deshalb nicht Nebensache, sondern Teil der Werkgenese. Sie zeigen, wie schwer es ist, eine Kunst, die als Prüf-, Reparatur- und Gemeinsinnsarchitektur gemeint ist, in bestehende institutionelle Formen einzupassen.
Eingefügter Text(118).txt
Dokument
kannst du da mal die vorherrige liste ein arbeiten um diese Biografie wo es ja Lücken gibt diese durch den vorherigen Chat-Verlauf zusammengestellten Materialien einfügen mit Datum
Ich arbeite die Kontakt- und Konzeptliste jetzt direkt in die Biografie ein: chronologisch, mit Datierungen, als geschlossene Arbeitsfassung. Unklare Zeitpunkte kennzeichne ich vorsichtig mit „um“, „seit“, „bis“ oder „im Zusammenhang mit“, damit keine falsche Genauigkeit entsteht.
Biografie als Werkgenese mit eingearbeiteter Kontakt-, Konzept- und Bewerbungslinie
Die folgende Fassung verbindet deine bisherige Biografie mit der im Gespräch rekonstruierten Liste von Institutionen, Personen, Förderstellen, Medien, Orten und Konzepten, die im Verlauf deiner Arbeit angesprochen, angeschrieben, beworben oder als mögliche Kooperationspartner einbezogen wurden. Sie ist als Arbeitsfassung mit Datierungen formuliert. Wo der genaue Zeitpunkt noch nicht sicher festliegt, steht bewusst „um“, „seit“, „im Zusammenhang mit“ oder „bis“, damit die Fassung nicht falsche Exaktheit behauptet. Grundlage ist die vorliegende biografische Chronologie mit den dort genannten Stationen, Werkphasen, Ausstellungen, Projekten, Bewerbungen und späteren Plattformzielen.
Frühe Grundlagen: Naturbeobachtung, Handwerk, Fotografie und Wirklichkeitsbezug
Die biografische Grundlage des künstlerischen Lebenswerks liegt bereits in der Kindheit in der Beschäftigung mit Ornithologie und der frühen Beunruhigung über von Menschen verursachte Störungen im Naturgeschehen. Diese frühe Naturbeobachtung wird später durch die Auseinandersetzung mit dem Club of Rome, mit ökologischen Katastrophen, Wachstumsgrenzen und menschengemachten Zerstörungen zu einer künstlerischen Grundfrage erweitert: Warum zerstört der Mensch seine eigenen funktionierenden Lebensbedingungen?
Von 1965 bis 1969 erfolgt die Ausbildung zum Maschinenschlosser. Diese handwerkliche Grundlage ist für das spätere Werk nicht nur biografische Vorgeschichte, sondern ein entscheidender Maßstab: Funktionieren oder Nichtfunktionieren, Material, Maß, Passung, Fehler, Reparatur und Gebrauch bilden eine frühe Wirklichkeitsprüfung. Parallel dazu entstehen zwischen 1965 und 1967 die Jahrespreise des Foto-Verbandes Norddeutschland. Von 1967 bis 1969 folgt die Tätigkeit als Fotogruppenreferent an der HDK. Die Fotografie wird damit früh zu einem Labor der Wirklichkeit: Wirklichkeit wird beobachtet, ausgewählt, eingefroren, seriell geordnet und zugleich in ihrer Manipulierbarkeit erkannt.
Von 1968 bis 1973 arbeitet Wolfgang Fenner als Fotojournalist in verschiedenen Agenturen. Von 1970 bis 1973 leitet er eine Werbeagentur in Ratzeburg und Lüneburg. Damit treten zwei weitere Grundschichten hinzu: die dokumentarische Wirklichkeitsbeobachtung und die Erfahrung mit Zeichen, Oberfläche, öffentlicher Wirkung, Suggestion und Kommunikation. Aus Handwerk, Fotografie und Werbung entsteht der frühe methodische Dreiklang: Materialprüfung, Wirklichkeitsabbildung und öffentliche Zeichenwirkung.
1972–1974: Lüneburg, Hermannsburg und die Grundfrage, ob Kunst Gesellschaft verändern kann
In den Jahren 1972 und 1973 entstehen in Lüneburg wichtige frühe Arbeitszusammenhänge: das Film-Musical „Die Alte Salzstraße“, die Gründung eines Galerie- und Kulturbüros sowie die Jugendzeitung „drei mal links, liberal, lustig“. Diese Phase verbindet künstlerische Arbeit, Medienarbeit, Öffentlichkeit, Jugendkultur und organisatorische Selbstinitiative.
1973/74 entsteht in der Heimvolkshochschule Hermannsburg ein entscheidender Werkimpuls. Im Rahmen eines künstlerischen Seminars wird der Entwurf einer szenischen Folge zu prognostizierten menschengemachten Katastrophen vorgestellt. Zugleich wird die Frage formuliert: Kann Kunst die Gesellschaft verändern? Diese Frage wird zum Ausgangspunkt einer jahrzehntelangen Suche nach Lösungsmodellen. Ziel ist nicht nur Kunstproduktion, sondern eine neue Zukunftsvision auf der Grundlage eines künstlerischen Selbstverständnisses. Die Erweiterung aller künstlerischen Bereiche durch Gespräche mit Natur- und Geisteswissenschaftlern, theoretische und praktische Auseinandersetzungen sowie partizipative Verfahren führt zu einem Programmentwurf einer partizipativ-repräsentativen Verrichtungs-, Forschungs- und Alltagskunst.
Diese Phase bildet den Ursprung der späteren Plastischen Anthropologie 51:49: Kunst wird nicht als isoliertes Werk verstanden, sondern als Prüf-, Erkenntnis-, Handlungs- und Reparaturform.
1974–1980: Bildhauerstudium, Generalismus-Studium, Formendenken und erste Werkmodelle
Von 1974 bis 1980 studiert Wolfgang Fenner Bildhauerei an der HDK Braunschweig bei Prof. Neuenhausen, Prof. Pilgrim und Prof. Chimiotti. Entscheidende Anstöße für die Hinwendung zur bildenden Kunst werden durch Günter Grass benannt. 1975 folgt eine Assistenz bei Prof. Neuenhausen. Studienreisen nach Paris und Florenz in den Jahren 1975 und 1976 erweitern den Werkhorizont um europäische Kunst-, Stadt- und Kulturbezüge.
1976 wird an der HDK Braunschweig ein neuer integrativer und interdisziplinärer Studiengang für Studierende vorgestellt: „Experimentelle Umweltgestaltung. Vorbereitung eines Generalismus-Studiums durch Training von Formendenken auf der Grundlage der S-Forschung in allen künstlerischen Disziplinen.“ In diesem Zusammenhang entstehen Arbeiten mit neuen Techniken, Klangbildern, Video-Farbverschiebungen, naturwissenschaftlichen Experimenten, Wellenbecken, Synergien, Regulationssystemen, Deichprofilen nach dem Vorbild des Biberdamms, dem Auto als Tötungsinstrument, dem asymmetrischen Auto, Non-finito-Vorgaben und Hirnströme-Messungen bei „Jugend forscht“.
Diese Werkphase bildet eine frühe Grundlage für spätere Bücher zu technē, Formendenken, Deichprofilen, Strömungslandschaften, asymmetrischen Modellen, Wellenbewegungen und künstlerischer Forschung. Sie zeigt bereits, dass das Werk nicht nach einzelnen Kunstgattungen geordnet werden kann, sondern nach Prüfmodellen.
1978–1982: Verleger, Autor, Malbücher und vorsprachliche Formensprache
Von 1978 bis 1982 arbeitet Wolfgang Fenner in Braunschweig und Häuslingen als Verleger und Autor. In dieser Phase entstehen Buchproduktionen und Malbuchkonzepte. Die Malbücher verfolgen das Ziel, eine neue, international verwendbare, vorsprachliche und ästhetische Formensprache zu entwickeln, die Empathie, Beteiligung und eigene Ausdrucksfähigkeit ermöglicht.
Dazu gehören das Erwachsenen-Malbuch, das Autobahn-Malbuch, das Telefon-Malbuch und das Fußgänger-Malbuch mit dem Roten Punkt der Mitmenschlichkeit und Kommunikation. Für die Talkshow „3 nach 9“ entsteht ein Studio-Malbuch. Drei Workshops bei der Karl-Duisberg-Gesellschaft in Braunschweig, Bremen und Hannover zum Thema „Realität der 80er Jahre“ sowie Mitmach-Aktionen bei Aktion Sorgenkind zeigen, dass die Malbücher nicht nur Publikationen, sondern Beteiligungswerkzeuge sind.
Hier beginnt die spätere Linie des Interaktiven Buches: Ein Buch soll nicht nur gelesen, sondern benutzt, beschrieben, weitergeführt und als Auslöser von Kommunikation verstanden werden.
1977–2017: Wiederholte Documenta-Bewerbungen als langfristige institutionelle Prüfspur
Seit 1977 bis 2017 werden acht Bewerbungen für die Documenta Kassel genannt. Diese wiederholten Bewerbungen bilden eine eigene institutionelle Prüfspur. Sie zeigen, dass das Werk über Jahrzehnte versucht hat, sich an einem der wichtigsten internationalen Kunstorte mit seinen Konzepten, Methoden und Integrationsmodellen anzuschließen.
Besonders wichtig ist die Bewerbung für die Documenta 2017. Geplant war ein Programm beziehungsweise eine Methodik, die mit Unterstützung des Hasso-Plattner-Instituts Potsdam / Design Thinking entwickelt werden sollte. Diese Bewerbung gehört in eine spätere Arbeitsakte „Documenta-Bewerbungen 1977–2017“, weil sie die wiederholte Konfrontation zwischen einer umfassenden künstlerischen Prüfarchitektur und einem etablierten Kunstbetrieb sichtbar macht.
1980–1990: Partizipationskunst, Beuys, Politik, Medien, Boal und Frage-und-Antwort-Tische
Die Jahre 1980 bis 1990 umfassen eine Vielzahl von Aktionen, Performances, Medienarbeiten, politischen und gesellschaftlichen Interventionen. In Hamburg entsteht die Rolle als Ideengeber zum Stadtmarketing-Konzept „Hamburg ist ...“. In Berlin gibt es ein Happening in der taz. Im Zusammenhang mit dem erweiterten Kunstbegriff finden Aktionen mit Joseph Beuys, Petra Kelly, Johannes Stüttgen und Otto Schily im Wahlkampf der Grünen statt. Die Arbeit an Beuys und der sozialen Plastik wird damit nicht nur kunsthistorischer Bezug, sondern praktische Auseinandersetzung mit politischer Kunst, Beteiligung und gesellschaftlicher Veränderung.
In diese Zeit gehören der Frage-und-Antwort-Tisch zu Weihnachten, der im NDR übertragen wurde, Aktionen zu Tschernobyl und zur Frage „Was ist Deutschland?“, Performances nach der Methode des Sofort-Theaters von Augusto Boal, Aktionen im Kulturbüro anlässlich des 800. Hafengeburtstages Hamburg unter dem Titel „Die Stadt als Kanalisationsgesellschaft“, Aktionen im Arbeitslosenzentrum und an der Volksuni, die Mitgliedschaft in der Kampagneninitiative „Wohnen – Kultur – Arbeiten“, Ideen, Gutachten, Konzepte und alternative ganzheitliche Lebensentwürfe.
Von 1984 bis 1988 besteht die Mitgliedschaft im Kunstverein GEHEIM Hamburg. Die Teilnahme am Künstlerbuch „Omnibus“ gehört in diesen Zusammenhang. Ebenfalls wichtig sind Performances zu Rollenbildern, unter anderem in der Männermode unter dem Thema „Der Mann im Kleid“, Körperempfindungen, die Aktion Sonnenblume, kreatives Wandern, Workshops in der Landschaft, Spielaktionen zu Strömungsbewegungen an der Universität Kiel und in Wolfsburg, die Umsetzung in digitalisierte Bilder, Videoarbeiten zum Thema Kreativität, Fotoarbeiten in Dänemark mit dem schwarzen Kubus in einer Dünenlandschaft sowie die Aktion „Der Vergoldete Spaten“ auf der Elbinsel im Rahmen eines Kunstseminars des Museumspädagogischen Dienstes der Kunsthalle Hamburg.
Diese Phase zeigt den Übergang zum Partizipationskünstler. Kunst wird nicht nur gezeigt, sondern als öffentliches Handlungs-, Frage-, Rollen-, Spiel- und Beteiligungsfeld eingesetzt.
1985 ff.: Kreta als wiederkehrender Ort des Ursprünglichen
Ab 1985 erfolgen regelmäßige Aufenthalte auf Kreta. Kreta wird später erneut wichtig im Zusammenhang mit dem Partizipatorischen Welttheater und dem Modul von 2015 am Strand, bei dem es darum geht, das Ursprüngliche zu spüren und dessen Konsequenzen wahrzunehmen. Kreta gehört damit nicht nur zu den Studienreisen, sondern zu einer wiederkehrenden Werkverortung zwischen Ursprung, Natur, Körper, Landschaft, Meer, Mythos und Tragwirklichkeit.
Frühjahr 1989: Schultafelbilder, Staumauer und die Öffnung zur deutschen Einheit
Im Frühjahr 1989 entstehen Schultafelbilder unter dem Titel „Staumauer“ zum neuen Deutschland DDR/BRD. Die Schultafel wird zum Beginn einer seriellen Kunst, in der verschiedene Phasen eines Geschehens gezeigt werden können. Sie ist nicht nur Bildträger, sondern Erklärfläche, Korrekturfläche, Prüfwand und öffentliches Denkwerkzeug.
Diese Auseinandersetzung öffnet sich der entstehenden deutschen Einheit und Glasnost. Hier beginnt der Übergang von statischen Bildern zu Prozessdarstellungen politischer Wirklichkeit. Die Formel „Ein abgebildeter Wirbel wirbelt nicht“ markiert die Notwendigkeit, Prozesse nicht nur abzubilden, sondern in veränderbaren, seriellen, verorteten und performativen Formen erfahrbar zu machen.
1990–1992: Berlin, Dresden, München, Zahrentin, Ratzeburg und die Verortungsarbeit zur deutschen Einheit
Von 1990 bis 1992 folgen Arbeiten in Berlin, Dresden, München, Zahrentin und Ratzeburg zum neuen Deutschland. Der Leitsatz lautet: „Ein Künstler kämpft gegen die Mauer in den Köpfen.“ Es entstehen Demokratiewerkstätten, Arbeiten im Kunst-, öffentlichen und Kirchenraum, die Methode der Verortung, „Farben der Revolution“ und der Bezug zum Runden Tisch.
In den bisherigen Gesprächen wurde ergänzend herausgearbeitet, dass hierzu auch die Arbeit im Aktsaal der Kunsthochschule Dresden gehört, von wo aus künstlerische Aktionen in Kirche und Straße vorbereitet wurden. Ebenso gehören Berliner Kirchenräume, Arbeiten zur Währungsreform, Grenzpunkte der ehemaligen Grenze, Spurenlese, das Sammeln von Objekten, Fotomaterial, Videomaterial und spätere Weiterverwendungen dieser Materialien in Ausstellungen zu dieser Phase. Diese Ergänzungen schließen Lücken der Biografie, weil sie zeigen, dass die Arbeiten zur Einheit nicht nur als Ausstellungen oder Aktionen verstanden werden dürfen, sondern als Verortungsarbeit: zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort die richtige künstlerische Aussage zu treffen.
Die Gartenarbeit im Eiszeit-Tal von Lübeck wird zur Laborsituation. Unter dem Titel „Schöpfungsgeschichte“ entsteht eine jahreszeitliche Arbeit, in der die Herrschaftsgeschichte des Menschen gegenüber der Natur nachvollziehbar und repräsentativ abgebildet wird. Tanglandschaft, Abendmahltisch und naturstrukturelle Prozesse werden als Gegenüberstellung von organischem Wachsen und menschlichen Konstrukten eingesetzt. Dabei interessiert besonders, wie sich die handlungsbezogene sprachliche Weltstrukturierung des Menschen von der realen Strukturierung der Natur unterscheidet.
1992: Temporäre Kunsthalle Ratzeburg, Sozialer Organismus Katharsis und öffentliche Werkverdichtung
1992 führt dieses Programm zur Gründung der Temporären Kunsthalle Ratzeburg mit dem Ausstellungszyklus „Sozialer Organismus Katharsis“. Ebenfalls 1992 finden das Mittwochsgespräch in der Hamburger Kunsthalle im Raum C. D. Friedrich und eine Kunstaktion zum Thema „Gewalt“ an der Gesamtschule Rethem statt.
In die erweiterte Biografie gehört hier zusätzlich die im Gespräch präzisierte Dimension der Kunsthalle auf Zeit. Eine solche Kunsthalle besteht nicht nur aus ausgestellten Arbeiten, sondern aus Anträgen, Bauanträgen, Finanzierungsanträgen, Kosten, Ablehnungen, Genehmigungen, Pressemeldungen, Aufbau, Raumorganisation, Fotodokumentation, Videodokumentation, Objektmaterial, Spurenlese und Folgeausstellungen. Diese Ebene muss künftig als eigene Arbeitsakte oder eigenes Buch geführt werden: „Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg – Ausstellungsarbeit als Verortungsarbeit.“
1993–2010: Berlin, Haus der Demokratie, Kollektive Kreativität und Globales Dorffest
Von 1993 bis 2010 verlagert sich ein zentraler Werkstandort nach Berlin. Im Haus der Demokratie entstehen Galeriearbeit und künstlerische Arbeitsbüros. 1993 beginnt die Mitgliedschaft im BBK Berlin. Es erfolgt die Gründung der Künstlergruppe Kollektive Kreativität. Es entstehen Ausstellungen zu Einheit, Zivilcourage und innerer Mauer.
Ein zentraler Höhepunkt ist die Aktion „Globales Dorffest“ am Brandenburger Tor mit dem Beispiel globaler Integration: 1000 Tapeziertische. Daraus entwickelt sich das Integrationsmodell einer lebendigen Bürgergesellschaft im Anschluss an Richard von Weizsäcker, außerdem das „interaktive Unikat der Fax-Vernetzungs-Patenschaft“. Das Konzept der Frage-und-Antwort-Tische wird hier zur öffentlichen Beteiligungsarchitektur. Das Paradigma lautet: Jeder hat eine Meinung, und 1000 reagieren darauf.
In diese Phase gehören auch die Parteigründung „Partei der Wirklichkeit“, bei der das Parteiprogramm als künstlerisches Objekt erscheint, Aktionen zu Kunst- und Wirtschaftsbegriff, die Geburtstagsfeier für Franz Oppenheimer zum 130. Geburtstag, die Arbeit in der Begegnungsstätte für Kindheit e. V. DAS HAUS, die Performance „Zeitmaschine“ und Zukunftswerkstätten an verschiedenen Orten zu Evolution und Natur.
Im bisherigen Gespräch wurden dazu ergänzend mögliche oder tatsächliche Kontakt- und Kooperationsfelder benannt: Partner für Berlin, private Unterstützer und Sammler, darunter das Sammler-Ehepaar Hoffmann, sowie Räume, Förderstellen und Institutionen, die in dieser Phase oder im Umfeld der Projektentwicklung angesprochen wurden. Diese Kontakte sollten in einer späteren Fassung als eigene Rubrik „Unterstützungs-, Sponsoren- und Kooperationsversuche im Umfeld der Kollektiven Kreativität“ aufgenommen werden.
1993–2019: Ausstellungen, Veranstaltungen, Wissenschaftskontakte, Tagungen und öffentliche Diskursarbeit in Berlin
Von 1993 bis 2019 entstehen zahlreiche Berliner Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Diskurszusammenhänge. Dazu gehören die Freie Kunstausstellung in den Messehallen, eine Ausstellung im Museum für Kommunikation, die Arbeit in der Faktory, Veranstaltungen im Rahmen der Langen Nacht der Museen, Veranstaltungsreihen, Ringvorlesungen, Tagungen und Kongresse an verschiedenen Orten.
Genannt werden unter anderem „Sehen und Denken“ an der Akademie der Künste, „Die Wüste in uns“ an der Humboldt-Universität, Ben Wagin und Humanontogenetik an der HU Berlin, „Energie, Umwelt, Gesellschaft – aktuelle Probleme aus wissenschaftlicher Sicht“ an der FU Berlin, „Kulturen des Performativen“ an der FU Berlin, Graduiertenkolleg, UdK, Haus der Kulturen, die Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Metabolisches Büro – zur Reparatur von Wirklichkeit“ in der Akademie der Künste / Urania sowie Lesungen und Ausstellungen mit wechselnden Gästen aus Kunst und Gesellschaft in der Denkerei Berlin.
In diese Phase gehören auch wissenschaftliche und beratende Kontakte. Zu nennen sind Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel, Humanontogenetik und Humboldt-Universität, außerdem kunstwissenschaftliche, philosophische, therapeutische und interdisziplinäre Anschlussversuche an FU Berlin, HU Berlin, UdK Berlin, Akademie der Künste, Haus der Kulturen, Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin und weitere Diskursorte. Diese Kontakte sollten in der erweiterten Biografie nicht nur als besuchte Veranstaltungen erscheinen, sondern als wissenschaftliche Rückkopplungs- und Anschlussversuche.
2005–2019: Partizipatorisches Welttheater, Entelechie-Museum und digitale Vorformen
Von 2005 bis 2019 entsteht das Konzept „Das Partizipatorische Welttheater“ als geplante reale Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin. Gedacht ist eine Reise in die plastische Lebensgemeinschaft der sozialen Plastik, der Natur-Mensch-Beziehungen und ihrer unterschiedlichen Module. Dazu gehören eine interaktive animierte 3D-Website, ein internationales, interaktives, integratives und interdisziplinäres Wettbewerbs- und Mitmach-Konzept für Besucher, User und Netzwerke sowie die Zielrichtung globaler Handlungsverantwortlichkeit.
Das Ausstellungsarrangement setzt sich mit einer Geisteshaltung auseinander, die das vermeintlich natürliche Getrenntsein von Mensch und Natur in eine gewollte Trennung verwandelt. Die Beiträge der partizipierenden Ausstellungsbesucher sollen eine Form von Schwarmintelligenz entwickeln und das sich wandelnde Ausstellungsarrangement zum Modell einer Plastischen Welt werden lassen. Der Besucher soll Fragen stellen und Antworten geben können und sich selbst als plastisches Grenzwesen in der Lebensgemeinschaft aller Lebewesen wahrnehmen.
In diese Phase gehören auch das Entelechie-Museum, das Zukunftsmuseum, die So-Heits-Gesellschaft als fiktive Gesellschaftsform und das Ziel, eine Kunstgesellschaft auf der Grundlage partizipativen Gemeinsinns zu entwickeln. Diese Konzepte bilden die direkte Vorstufe zur späteren Plattform Globale Schwarm-Intelligenz.
13. August 2013: Fest der Grenze und zweites Globales Dorffest
Am 13. August 2013 findet am Brandenburger Tor das „Fest der Grenze“ zum 53. Jahrestag des Mauerbaus statt. Vorbereitungen für den 55. Jahrestag werden genannt. Im Zusammenhang damit steht ein zweites Globales Dorffest unter dem Thema „Die Fata Morgana über dem Brandenburger Tor“.
Diese Station gehört in die Linie der Grenzphänomenologie. Das Brandenburger Tor ist hier nicht nur ein Symbolort, sondern ein Verortungsort: Grenze, Einheit, nationale Erinnerung, Öffentlichkeit, Weltbezug, Fata Morgana, Projektion und Gemeinsinn werden am konkreten Ort geprüft.
2015–2017: Kreta, Sigmund-Freud-Privatuniversität, Documenta und Fernsehgarten
2015 entsteht ein Modul des Partizipatorischen Welttheaters auf Kreta am Strand, in dem es darum geht, das Ursprüngliche zu spüren und dessen Konsequenzen wahrzunehmen.
2016 folgt in Berlin ein Zusammenhang mit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin und Kunsttherapeuten. Dieser Kontakt sollte in der Biografie als Schnittstelle zwischen Kunst, Therapie, Körper, Ausdruck und Selbstverständnis geführt werden.
2017 erfolgt die bereits genannte Bewerbung für die Documenta mit einem geplanten Programm, das mit Unterstützung des Plattner-Instituts Potsdam / Design Thinking entwickelt werden sollte. Ebenfalls 2017 entsteht ein Modul für den ZDF-Fernsehgarten als spielerisches Mitmachkonzept zweier Erwachsenen-Malbücher. Dazu wird notiert: Konzept, keine Antwort. Diese Nichtantwort gehört in die Arbeitsakte der institutionellen Verweigerungen oder Nichtanschlüsse.
2019: Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur und Ablehnung
2019 entsteht das Modul einer Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur zum 9. November. Dieses Projekt wird vom Berliner Senat beziehungsweise von der Akademie der Künste abgelehnt. Diese Ablehnung gehört in die erweiterte Biografie, weil sie eine wichtige Gegenprobe der Verortungsarbeit bildet: Der Ort ist symbolisch hoch aufgeladen, der Zeitpunkt historisch präzise, die Aussage werklogisch vorbereitet, aber die institutionelle Realisierung wird blockiert.
Diese Station sollte in einem späteren Arbeitsheft „Ablehnungen, Nichtantworten und institutionelle Tragwirklichkeit“ dokumentiert werden.
2020–2021: Katastrophensituation, Integrationsmodell, Corona, IAAS/IASS, Medien, Haus der Kulturen und Neues-Denk-Institut
Anfang 2020 wird von einer eingetretenen Katastrophensituation ausgegangen. Der Zeitpunkt einer neuen Kunstgesellschaft scheint gekommen. Das Integrationsmodell mit seinen vielschichtigen Methoden wird als Training angeboten. Vorschläge scheitern an Bürokratie, Desinteresse oder Corona.
Genannt werden in diesem Zusammenhang IAAS/IASS Potsdam, Scobel, die taz / Tageszeitung, die Süddeutsche Zeitung und das Haus der Kulturen mit der Idee, eine Ausstellung zu 30 Jahre Einheit unter dem Motiv „Die Person ist eins geworden mit der Natur“ vorzustellen. Diese Stationen gehören in die erweiterte Kontaktliste und sollten datiert als 2020/2021: Medien-, Wissenschafts- und Ausstellungsanschlüsse in der Katastrophensituation geführt werden.
Von 2020 bis 2021 findet außerdem ein 9-Monate-Geburtsprozess im Neuen-Denk-Institut Hamburg statt, der mit der Ablehnung des Integrationsmodells endet. Auch diese Phase gehört in die Biografie, weil der Begriff „Geburtsprozess“ eine Werklogik trägt: Ein Konzept wird nicht nur eingereicht, sondern in einem langen Prozess zur Welt gebracht, geprüft, formuliert und schließlich zurückgewiesen.
2022: Wandelwoche Lüneburg
2022 soll das Integrationsmodell im Rahmen der Wandelwoche Lüneburg vorgestellt werden. Die Veranstalter halten es jedoch für zu komplex. Auch diese Station gehört in die Biografie, weil sie eine wiederkehrende Bruchstelle zeigt: Das Werk ist anschlussfähig an die Themen der Zeit, wird aber in seiner Komplexität nicht aufgenommen.
2023–2025: Interaktives Buch, Globale Schwarm-Intelligenz und digitale Werkverdichtung
Von 2023 bis 2025 liegt das Ziel in Berlin darin, das Interaktive Buch auf der professionellen Wiki-Website Globale Schwarmintelligenz vorzustellen. Jeder Leser soll sein eigenes Buch spielend zusammenstellen können, um der Frage nachzugehen, warum der Mensch seine eigenen funktionierenden Lebensbedingungen zerstört.
Das Interaktive Buch ist eine Zusammenfassung künstlerischer Erkenntnisse und Methoden. Es soll eine Kunst für den Rezipienten und Betrachter schaffen, mit der er sich mit der Dekonstruktion und Konstruktion von Wirklichkeit auseinandersetzen kann. Vorgabebilder, Collagen, Zeichnungen, Folien und Fotos sollen zurückgegriffen, verarbeitet, gedeutet und neu zusammengesetzt werden. Ziel ist es, die verschiedensten Sachzusammenhänge der komplexen Welt aus unterschiedlichen Perspektiven auf einen Sachzusammenhang zurückzuführen: den der Kunst. Praktische Anwendungsbeispiele sollen Kunst anders erfahrbar machen als bisher.
In diese Phase gehören auch die bisher im Gespräch herausgearbeiteten digitalen Arbeitslinien: KI als Frage-, Spiegelungs- und Verdichtungswerkzeug, die Plattform als Opus Magnum, die mögliche technische Weiterentwicklung über eine eigene Website-Struktur, die Globale Kunsthalle, Nutzer als Mitprüfer und die Umwandlung des nichtwissenden Konsumenten in einen aktiv prüfenden Teilnehmer.
Zusammenfassende ergänzte Kontakt- und Bewerbungslinie
In die Biografie müssen zusätzlich die Institutionen, Medien, Förderstellen und Kontaktfelder eingearbeitet werden, die bisher als wiederkehrende Anschlüsse sichtbar wurden. Dazu gehören auf der Förder- und Antragsebene der Hauptstadtkulturfonds, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung des Bundes, die Kulturstiftung der Länder, die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Fonds Darstellende Kunst, das Goethe-Institut, die Stiftung Kulturfonds, die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie die Stiftung Kunstfonds.
Auf der Kunst- und Ausstellungsebene gehören dazu Akademie der Künste Berlin, Documenta Kassel, Deutsches Historisches Museum Berlin, Berliner Senat, Museum für Kommunikation, Freie Kunstausstellung Berlin, Messehallen Berlin, Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg, Temporäre Kunsthalle Ratzeburg, Haus der Demokratie Berlin, Brandenburger Tor, Kunsthalle Hamburg, Urania, Denkerei Berlin und DAS HAUS.
Auf der Wissenschafts- und Diskursebene gehören dazu Humboldt-Universität Berlin, Freie Universität Berlin, Universität der Künste Berlin, Haus der Kulturen, Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin, Humanontogenetik, Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel, Kunsttherapeuten, Plattner-Institut Potsdam / Design Thinking, IAAS/IASS Potsdam, Neues-Denk-Institut Hamburg und Wandelwoche Lüneburg.
Auf der Medienebene gehören dazu NDR, taz / Tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Scobel, ZDF / Fernsehgarten, Rundfunk, Fernsehen und Presse. Auf der politischen und öffentlichen Ebene gehören dazu Joseph Beuys, Petra Kelly, Johannes Stüttgen, Otto Schily, die Grünen, Bürgergesellschaft, Runder Tisch, deutsche Einheit, DDR-BRD-Kontext, Währungsreform, Tschernobyl, Globales Dorffest und die 1000 Tapeziertische.
Diese Ergänzung macht deutlich, dass deine Biografie nicht nur künstlerische Stationen enthält, sondern eine lange Geschichte von Anschreiben, Konzepten, Bewerbungen, Förderversuchen, institutionellen Kontaktaufnahmen, Medienvorschlägen, wissenschaftlichen Rückkopplungen, Ablehnungen und Nichtantworten.
Schlussfassung für die Biografie
Zusammenfassend entsteht aus dieser erweiterten Biografie kein klassischer Lebenslauf, sondern eine Biografie als Werkgenese. Sie zeigt, wie sich aus Kindheit, Naturbeobachtung, Handwerk, Fotografie, Werbung, Bildhauerei, Malbüchern, Frage-und-Antwort-Tischen, Partizipationskunst, Verortungsarbeit, Temporärer Kunsthalle, Kollektiver Kreativität, Globalem Dorffest, Partizipatorischem Welttheater, Entelechie-Museum, So-Heits-Gesellschaft und Interaktivem Buch eine durchgehende künstlerische Prüfarchitektur entwickelt.
Die Lücken der bisherigen Biografie liegen weniger in fehlenden Einzelwerken als in fehlenden Verbindungsschichten. Ergänzt werden müssen vor allem die Anschreiben, Anträge, Ablehnungen, Kosten, Bauanträge, Förderanträge, Pressemeldungen, Foto- und Videodokumentationen, wissenschaftlichen Kontakte, Medienversuche, Ausstellungsorte, Kooperationspartner und Folgeprozesse. Denn genau diese Materialien zeigen die Tragwirklichkeit der Arbeit: Nicht nur was entstanden ist, sondern was nötig war, um es überhaupt in die Welt zu bringen.
