21.7.2026a
Vorschlag für die documenta 16
Das Soheits-Atelier des globalen Dorfes
Forschungskunst als öffentliche Referenz-, Tätigkeits- und Konsequenzprüfung
Sehr geehrte Frau Beckwith,
sehr geehrte Mitglieder des künstlerischen Teams der documenta 16,
seit 1975 untersuche ich in meiner Forschungskunst die Frage, warum der Mensch trotz seiner Wahrnehmungsfähigkeit, seines Wissens, seiner technischen Leistungsfähigkeit und seiner Möglichkeit zur Korrektur seine eigenen Existenzbedingungen zerstört.
Diese Frage ist für mich nicht nur ein Thema, das durch Kunst dargestellt werden soll. Sie verlangt eine Kunst, die selbst zum öffentlichen Untersuchungs-, Lern- und Prüfverfahren wird.
Der Mensch kann die Natur nicht verlassen und nicht unabhängig von ihren Bedingungen handeln. Sein Körper, sein Gehirn, sein Denken, seine Sprache und seine technischen Tätigkeiten bleiben vollständig an physikalische, biologische und planetare Wirkungszusammenhänge gebunden. Er kann sich seine Unabhängigkeit lediglich vorstellen, sie wünschen, behaupten, gesetzlich festlegen oder gesellschaftlich darstellen.
Gerade daraus entsteht ein existenzielles Gefährdungs-, Täuschungs- und Tarnungspotenzial. Der Mensch lebt in notwendigen Konstrukten, Begriffen und Symbolwelten, die ihm Orientierung ermöglichen. Gefährlich werden diese Orientierungsformen, wenn er nicht mehr erkennt, dass sie menschliche Hervorbringungen sind, sondern sie wie vorgefundene Eigenschaften der Wirklichkeit behandelt.
Ein Boden gilt innerhalb einer Rechtsordnung als Eigentum. Ein Gegenstand gilt innerhalb eines Marktes als Ware. Ein Papier gilt innerhalb eines Geldsystems als Zahlungsmittel. Ein Mensch tritt innerhalb einer gesellschaftlichen Ordnung als Eigentümer, Arbeitnehmer, Experte, Amtsträger oder Künstler auf. Diese Geltungen sind keine physikalischen Eigenschaften der bezeichneten Körper und Materialien. Sie werden durch Sprache, Anerkennung, Dokumente, Institutionen und fortgesetzte Tätigkeiten hergestellt.
Der entscheidende Umschlag erfolgt, wenn das „als“ verschwindet. Aus „dieser Boden gilt als Eigentum“ wird „dieser Boden ist Eigentum“. Aus einer gesellschaftlichen Geltung wird eine scheinbar innewohnende Eigenschaft. Das menschlich hervorgebrachte Als-ob tarnt sich als Wirklichkeit.
Sobald Menschen ihren Begriffen, Rollen und Geltungen entsprechend tätig werden, greifen diese Konstruktionen jedoch tatsächlich in Materialien, Organismen, Beziehungen und Lebensräume ein. Aus der Vorstellung wird eine Behauptung, aus der Behauptung eine Tat, aus der Tat ein Werk und aus dem Werk eine Konsequenzspur.
Meine Forschungskunst untersucht diesen gesamten Hervorbringungszusammenhang:
Erscheinung, Wahrnehmung, Orientierung, Benennung, Vorstellung, Eigenschaftszuschreibung, Geltung, Tätigkeit, Widerstand, Wirkung, Konsequenz, Rückkopplung und mögliche Korrektur.
Dabei muss der Ausgangspunkt noch vor der vermeintlich objektiven Erscheinung liegen. Sinneswahrnehmungen sind keine vollständigen Abbilder einer fertigen Außenwelt. Sie sind begrenzte, körperlich hervorgebrachte Orientierungsleistungen. Auch der Körperorganismus ist kein vollständig abgeschlossenes Objekt. Er ist ein offener, durchlässiger und fortlaufend regulierter Stoffwechsel- und Beziehungsprozess innerhalb eines planetaren Milieus.
Zwischen den molekularen, neuronalen und organismischen Vorgängen, dem bewusst auftretenden Gedanken und der daraus hervorgehenden Tätigkeit bestehen Lücken des Nichtwissens. Der Mensch erlebt einen Gedanken, weiß aber nicht vollständig, wodurch dieser Gedanke hervorgebracht wurde. Er hört sich selbst zu, verändert den Satz und erklärt den entstandenen Gedanken anschließend zu seinem Eigentum, seinem Willen oder seiner Überzeugung.
Wird eine solche vorläufige Orientierung ohne Referenz- und Konsequenzprüfung in eine Tätigkeit überführt, kann aus einem kaum verstandenen inneren Vorgang eine weitreichende äußere Wirklichkeit entstehen.
Hier setzt mein erweiterter Kunstbegriff an. Der Mensch wird zum Künstler, indem er wahrnimmt, unterscheidet, benennt, darstellt und tätig wird. Zugleich wird er zum Kunstwerk seines eigenen Selbstverständnisses, weil seine Begriffe, Rollen, Gewohnheiten und Tätigkeiten auf seinen Organismus und seine Lebenswelt zurückwirken.
Das menschliche Kunstwerk besteht daher nicht nur aus beabsichtigten Produkten, Bildern, technischen Erfindungen und gesellschaftlichen Erfolgen. Zu ihm gehören ebenso die verwendeten Materialien, Arbeitsbedingungen, Verletzungen, ausgelagerten Schäden, zerstörten Lebensräume und langfristigen Tätigkeitskonsequenzen.
Die gegenwärtige existenzielle Bedrohung ist damit auch eine Gewohnheits- und Bedürfniswelt. Menschen wurden darin trainiert, sich als abgegrenzte Individuen zu verstehen, Eigentum zu beanspruchen, sich zu vergleichen, ihre Lebenszeit zu verwerten und technischen oder wirtschaftlichen Erfolg als Beweis des Gelingens zu behandeln.
Wissen allein verändert diese eingeübten Bedürfnisse nicht. Der Mensch kann um eine Gefährdung wissen und dennoch unverändert handeln. Deshalb lautet meine entscheidende Frage:
Kann Kunst neue Wahrnehmungs-, Denk- und Tätigkeitsgewohnheiten und daraus neue Bedürfnisse hervorbringen?
Kann sie ein Bedürfnis nach Referenz, Rückmeldung, Korrektur, Konsequenzwahrnehmung und tragfähiger Passung entstehen lassen?
Für die documenta 16 schlage ich dazu das Soheits-Atelier des globalen Dorfes mit seiner analogen und digitalen Arbeitsplattform Globale Schwarmintelligenz vor.
Das Atelier ist keine traditionelle Retrospektive und kein Raum unverbindlicher Beteiligung. Ausgewählte Schlüsselwerke meines mehr als fünfzigjährigen Lebenswerkes werden zu anwendbaren Versuchsanordnungen. Die Besucher werden nicht nur informiert, sondern können wiederholt erproben, wie sich Wahrnehmen, Benennen und Tätigwerden verändern, wenn Referenzsysteme und Konsequenzen bewusst mitgeführt werden.
Die „24-Stunden-Uhr des Planeten Erde“ bildet den übergeordneten Maßstab. Überträgt man die rund 4,54 Milliarden Jahre der Erdgeschichte auf einen Tag, erscheint Homo sapiens erst ungefähr sechs Sekunden vor Mitternacht. Die technisch-industrielle Entwicklung der letzten hundert Jahre umfasst knapp zwei Millisekunden.
Die Uhr konfrontiert den Millisekunden-Menschen mit den vorausliegenden planetaren Entstehungs-, Anpassungs- und Regenerationsprozessen. Sie macht sichtbar, dass der Mensch kein unabhängiger Mittelpunkt einer ihn umgebenden Umwelt ist, sondern ein verletzbarer Tätigkeits- und Referenzknoten innerhalb eines sehr viel älteren Wirkungszusammenhangs.
Wasser-, Wellen- und Strömungsmodelle, Deichprofile, Sand, Beton, Kartoffeln, Schultafeln, Werkzeuge, Malbücher, Fotografien, Körper- und Rollenübungen machen materielle Rückmeldung, Eigenschaftszuschreibung, Passung, Unterspülung, Zeitverzögerung und Konsequenz unmittelbar erfahrbar.
Das Verhältnis 50:50 bezeichnet dabei die Gefahr einer scheinbar vollkommenen, spiegelbildlichen und zeitlosen Ordnung. Das Verhältnis 51:49 steht als künstlerischer und operativer Maßstab für die minimale Differenz, durch die Richtung, Bewegung, Anpassung und Korrektur sichtbar werden. 51:49 ist keine behauptete Naturkonstante, sondern eine praktische Frage an jedes scheinbar abgeschlossene Gleichgewicht.
Die „Eintausend Tapeziertische“ meines Projekts von 1993 werden in die heutige Kommunikationswirklichkeit übersetzt. Die Smartphones der Besucher und ergänzend bereitgestellte Laptops werden zu digitalen Tapeziertischen. Jeder Bildschirm kann vorübergehend zu einem Arbeitsort werden, an dem eine Behauptung, ein Begriff, ein Werk oder eine Tätigkeit auf seine Referenzsysteme und Konsequenzen hin untersucht wird.
Das Smartphone ist dabei nicht nur Hilfsmittel, sondern selbst Prüfgegenstand: als persönliches Eigentum, Kommunikationsgerät, Selbstdarstellungsinstrument, Rohstoffprodukt, Datenschnittstelle, Aufmerksamkeitsmaschine und späterer Abfall.
Die einzelnen digitalen Tapeziertische werden über die Plattform Globale Schwarmintelligenz miteinander verbunden. Besucher können eigene Fragen, Beobachtungen, Fotografien, Tonaufnahmen und Gegenbeispiele einbringen. Auf einer gemeinsamen Atelierübersicht wird sichtbar, welche Interessen, Widersprüche und Verbindungsmöglichkeiten entstehen.
Der rote Punkt wird vom Verkaufszeichen zum Forschungs- und Verbindungszeichen. Er macht sichtbar, mit welcher Frage oder Gewohnheit sich ein Besucher beschäftigen will und wo andere Menschen an verwandten Fragestellungen arbeiten.
Künstliche Intelligenz wird in diesem Zusammenhang nicht als Wahrheitsinstanz eingesetzt. Sie dient als Gegenleser, Vergleichs- und Frageinstrument. Sie kann verborgene Voraussetzungen, unklare Referenzsysteme und widersprüchliche Aussagen markieren. Auch ihre Antworten bleiben Behauptungen, die auf Quellen, Referenzen und Konsequenzen geprüft werden müssen.
Den methodischen Rahmen bildet mein Vier-Ebenen-Modell. Es unterscheidet die physikalisch-materiellen Wirkungsbedingungen, die organismischen Bedingungen des Lebens und der Verletzbarkeit, die menschlichen Symbol-, Rollen-, Eigentums- und Geltungswelten sowie eine öffentliche Ebene der Rückkopplung, Korrektur, Reparatur und Verantwortungszuordnung.
Die zentrale Prüffrage lautet:
Welche nicht verhandelbare Rückmeldung aus der physikalischen oder organismischen Wirklichkeit würde diese Aussage korrigieren, und wer trägt die Konsequenz, wenn sie falsch ist?
Ich bitte Sie nicht darum, meine Ausgangsthese ungeprüft zu übernehmen. Mein künstlerischer Vorschlag besteht gerade darin, die These, die Begriffe, die Werke und die beteiligten Besucher einem öffentlichen Prüfprozess auszusetzen.
Die documenta könnte damit zu einem Ort werden, an dem Kunst nicht nur über existenzielle Gefährdungen berichtet, sondern neue Gewohnheiten des Referenzierens, Unterscheidens, Spielens, Korrigierens und verantwortlichen Tätigwerdens praktisch erprobt.
Die beigefügten vierzehn Anlagen erläutern die Werkentwicklung, das zugrunde liegende Menschen- und Wirklichkeitsverständnis, die Referenzgrammatik, die Bedeutung von Tätigkeit und Konsequenz, die Möglichkeit künstlerischer Gewohnheitsbildung, das vorhandene Werkmaterial sowie die analoge und digitale Realisierung des Soheits-Ateliers.
Mit 77 Jahren arbeite ich an der Zusammenführung und öffentlichen Verortung meines Lebenswerkes weitgehend allein. Für die technische, räumliche und wissenschaftliche Umsetzung benötige ich Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner aus Kunst, Programmierung, Vermittlung, Handwerk und Forschung.
Ich würde Ihnen diesen Werk- und Prüfzusammenhang gern persönlich anhand der vorhandenen Arbeiten, Modelle, Publikationen und der digitalen Plattform vorstellen.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Fenner
Aufzählung der Anlagen
- Ausgangsfrage, Werkentwicklung und Forschungskunst
- Die 24-Stunden-Uhr des Planeten Erde
- Der Mensch als offener Organismus innerhalb eines planetaren Milieus
- Wahrnehmung, Orientierungskonstruktion und die Lücke des Nichtwissens
- Erscheinung, Eigenschaft, Geltung und Referenzgrammatik
- Tätigkeit, Tat, Tatsache und Konsequenz
- Spracharchäologie von Tätigkeit, Werk, Eigenschaft und Besitz
- Kann Kunst neue Gewohnheiten und Bedürfnisse schaffen?
- Der Mensch als Künstler und Kunstwerk seines Selbstverständnisses
- 50:50, 51:49, Skulpturidentität und plastische Identität
- Das Vier-Ebenen-Modell und der öffentliche Prüfmechanismus
- Vorhandenes Werkmaterial als spielerisches Prüfinstrumentarium
- Das Soheits-Atelier als Gewohnheitswerkstatt
- Eintausend digitale Tapeziertische, Globale Schwarmintelligenz und Umsetzung
Anlage 1
Ausgangsfrage, Werkentwicklung und Forschungskunst
Seit 1975 untersucht meine Forschungskunst die Frage, warum der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen zerstört, obwohl er über Wahrnehmung, Erkenntnis, technische Fähigkeiten und die Möglichkeit zur Korrektur verfügt.
Diese Untersuchung entwickelte sich nicht allein aus theoretischen Überlegungen. Sie entstand aus der praktischen Arbeit mit Material, Werkzeug, Wasser, Strömung, Landschaft, Fotografie, gesellschaftlichen Rollen und den Konsequenzen menschlicher Tätigkeiten.
Meine Ausbildung zum Maschinenschlosser, das Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, meine Beschäftigung mit Bionik, Deichbau, Strömungsforschung, Umweltgestaltung, Fotografie, Theater und gesellschaftlicher Beteiligung führten zu einem disziplinübergreifenden Kunstverständnis.
Die Beobachtung eines Biberdamms, die Erfahrungen mit dem Capella-Orkan und den Deichbrüchen von 1976, eigene Wasser- und Wellenmodelle sowie die Untersuchung asymmetrischer Formen machten deutlich, dass Tragfähigkeit nicht aus einer abstrakten Idealform hervorgeht. Sie entsteht in der Auseinandersetzung mit Richtung, Belastung, Zeit, Milieu und Rückkopplung.
Als Joseph Beuys 1980 zu mir sagte, ich nähme die Soziale Plastik zu ernst, berührte er damit den Kern meiner weiteren Arbeit. Wenn jeder Mensch an der Gestaltung gesellschaftlicher Wirklichkeit beteiligt ist, muss auch jede Tätigkeit auf ihre Voraussetzungen und Folgen hin untersucht werden.
Der erweiterte Kunstbegriff darf deshalb nicht bei der Behauptung stehen bleiben, jeder Mensch sei kreativ. Aus der Urheberschaft folgt Verantwortung für das vollständige Werk.
Forschungskunst bedeutet für mich nicht, wissenschaftliche Erkenntnisse nachträglich zu illustrieren. Die Kunst selbst wird zum Erkenntnis- und Prüfverfahren. Sie erzeugt Situationen, in denen eine Vorstellung auf ein materielles, körperliches oder gesellschaftliches Gegenüber trifft.
Der Widerstand des Gegenübers ist dabei kein Hindernis der Kunst. Er ist ihre Erkenntnisbedingung.
Die zentrale Aufgabe lautet, die gesamte Werkentstehung sichtbar zu machen: von der Wahrnehmung und Benennung über Vorstellung und Tätigkeit bis zur Wirkung, Konsequenz und möglichen Korrektur.
Forschungskunst wird dadurch zur öffentlichen Überzeugungsprüfung. Sie will den Menschen nicht überreden, sondern Bedingungen schaffen, unter denen er seine eigene Tätigkeit und deren tatsächliches Werk untersuchen kann.
Anlage 2
Die 24-Stunden-Uhr des Planeten Erde
Die „24-Stunden-Uhr des Planeten Erde“ überträgt die rund 4,54 Milliarden Jahre der Erdgeschichte proportional auf einen Tag. Homo sapiens erscheint in diesem Maßstab erst ungefähr sechs Sekunden vor Mitternacht. Die letzten hundert Jahre technisch-industrieller Entwicklung umfassen knapp zwei Millisekunden.
Die Uhr ist kein bloßes Schaubild. Sie ist ein künstlerischer Maßstab gegen die Verkürzung menschlicher Zeitvorstellungen.
Die vorausliegenden 23 Stunden, 59 Minuten und 54 Sekunden stehen für physikalische, chemische und biologische Entwicklungen, innerhalb deren sich die Bedingungen des Lebens herausgebildet haben. Atmosphäre, Wasser, Temperaturbereiche, Stoffkreisläufe, Photosynthese, Zellen, Stoffwechsel und unzählige Abhängigkeitsbeziehungen gingen dem Menschen voraus.
Pflanzen und Tiere besitzen ihre Passung an diese Bedingungen nicht als unveränderliche Eigenschaft. Sie stellen sie durch Stoffwechsel, Wahrnehmung, Bewegung, Wachstum, Tarnung, Schutz, Kooperation, Fortpflanzung und Regeneration fortlaufend her.
Funktionieren oder Nichtfunktionieren wird durch den Organismus und sein Milieu beantwortet. Eine Pflanze kann ihre Verträglichkeit mit Trockenheit nicht behaupten. Ein Tier kann fehlende Nahrung oder eine ungeeignete Temperatur nicht durch gesellschaftliche Anerkennung ersetzen.
Der Mensch ist aus dieser Bedingungswelt nicht herausgetreten. Auch sein Denken, seine Sprache und seine technischen Konstruktionen beruhen auf einem verletzbaren Organismus.
Seine Besonderheit liegt darin, eine zusätzliche Symbol- und Geltungswelt hervorbringen zu können. Er kann sich vorstellen, als sei er unabhängig, unbegrenzt, unverletzlich und zur vollständigen Verfügung über seine Umwelt berechtigt.
Die Uhr stellt diese Vorstellung in einen planetaren Referenzrahmen. Sie fragt, mit welcher Berechtigung der Millisekunden-Mensch seine kurzfristigen Eigentums-, Markt- und Verwertungsordnungen für grundlegender hält als die Prozesse, durch die sein Organismus überhaupt möglich wurde.
Die 24-Stunden-Uhr bildet deshalb den zeitlichen Grundriss des Soheits-Ateliers. Jede Behauptung, jedes Produkt und jede Tätigkeit kann danach befragt werden, welche Entstehungszeit ihre Voraussetzungen benötigten, welche Regenerationszeit sie beansprucht und wie lange ihre Folgen fortwirken.
Anlage 3
Der Mensch als offener Organismus innerhalb eines planetaren Milieus
Der Begriff Umwelt erzeugt leicht die Vorstellung einer Welt, die den Menschen umgibt. Der Mensch erscheint als Mittelpunkt, während sich Natur, Tiere, Pflanzen und Dinge um ihn herum befinden.
Diese räumliche Ordnung unterstützt die Trennung zwischen Subjekt und Objekt: hier der wahrnehmende und handelnde Mensch, dort eine Umwelt, die betrachtet, bearbeitet und verwertet werden kann.
Organismisch ist diese Trennung nicht haltbar. Der Mensch befindet sich nicht wie ein abgeschlossener Gegenstand in einem äußeren Behälter. Luft, Wasser, Nahrung, Temperatur, Mikroorganismen, Beziehungen und Stoffkreisläufe gehen fortlaufend in seine Existenz ein.
Er ist nicht nur von einem Milieu umgeben. Er ist eine zeitweilige Verdichtung dieses Milieus.
Auch der Begriff Körperorganismus ist eine notwendige Konstruktion. Er fasst etwas als Einheit zusammen, das fortlaufend Stoffe aufnimmt, umwandelt und wieder abgibt.
Haut, Schleimhäute und Zellmembranen bilden Grenzen, aber keine absoluten Trennwände. Sie sind aktive Übergangs- und Regulationstätigkeiten. Sie unterscheiden innen und außen, indem sie Stoffe auswählen, Signale beantworten und ihre Durchlässigkeit verändern.
Präziser als die Vorstellung einer festen Grenze ist deshalb der Begriff der Grenztätigkeit.
Der Organismus besitzt seine Einheit nicht ein für alle Mal. Er stellt sie durch Stoffwechsel, Austausch, Regulation, Abgrenzung und Reparatur fortlaufend her.
Damit verändert sich auch das menschliche Selbstverständnis. Das Ich ist kein unabhängiger Eigentümer eines Körpers, der einer äußeren Welt gegenübersteht. Es ist eine innerhalb eines offenen Organismus- und Milieuzusammenhangs hervorgebrachte Zuordnungs- und Darstellungsfigur.
Diese Einsicht bedeutet nicht, dass jede individuelle Grenze aufgehoben wird. Sie bedeutet, dass jede Grenze als bedingte, zeitliche und verletzbare Hervorbringung verstanden werden muss.
Der Mensch wird dadurch als Abhängigkeits- und Referenzknotenpunkt erkennbar. Seine Handlungsfähigkeit entsteht nicht trotz seiner Abhängigkeiten, sondern innerhalb ihrer tragfähigen Regulation.
Anlage 4
Wahrnehmung, Orientierungskonstruktion und die Lücke des Nichtwissens
Der Mensch lebt nicht unmittelbar in einer vollständig vorliegenden Wirklichkeit. Er lebt in einer durch Sinnesorgane, Nervensystem, Körperzustand, Erinnerung, Sprache und gesellschaftliche Erfahrung hervorgebrachten Orientierungswelt.
Das Auge sieht nicht die vollständige Wirklichkeit. Es reagiert innerhalb begrenzter Bedingungen auf Lichtunterschiede. Das Ohr verarbeitet bestimmte zeitliche und frequenzbezogene Veränderungen. Geruch, Geschmack, Berührung und Gleichgewicht erschließen jeweils andere Ausschnitte.
Sinneswahrnehmungen sind deshalb nicht einfach Täuschungen. Der Begriff Täuschung würde bereits ein vollständiges richtiges Bild voraussetzen, von dem die Wahrnehmung abweicht. Sinneswahrnehmungen sind selektive organismische Orientierungsleistungen.
Sie ermöglichen ein Handeln innerhalb bestimmter Bedingungen, bilden den gesamten Wirkungszusammenhang jedoch niemals vollständig ab.
Auch Erscheinung darf deshalb nicht wie eine Eigenschaft des Gegenstandes behandelt werden. Etwas erscheint einem bestimmten Organismus unter bestimmten Bedingungen als etwas.
Auf der molekularen Ebene gibt es keine Erscheinung im menschlichen Sinne. Dort finden Wechselwirkungen, Bewegungen, Bindungen und Zustandsveränderungen statt. Erst innerhalb eines wahrnehmenden Systems entsteht eine Orientierung, die als Farbe, Form, Gegenstand, Gefahr oder Bedeutung erlebt wird.
Zwischen den molekularen und neuronalen Vorgängen und dem bewusst auftretenden Gedanken besteht eine Lücke des Nichtwissens. Der Mensch erlebt den fertigen oder teilweise fertigen Gedanken, kennt aber nicht alle körperlichen, sprachlichen, erinnerungsbezogenen und gesellschaftlichen Prozesse, die ihn hervorgebracht haben.
Er kann sich anschließend selbst zuhören, den Satz verändern und ihn erneut auf sich zurückwirken lassen.
Denken ist daher kein einfacher Befehl eines souveränen Ichs. Es ist ein rückgekoppelter Hervorbringungsprozess.
Eine zweite Lücke besteht zwischen dem Gedanken und den zukünftigen Folgen der daraus entstehenden Tätigkeit. Der Mensch kennt weder die vollständige Herkunft seiner Vorstellungen noch die vollständige Zukunft seiner Taten.
Gefährlich wird dieses Nichtwissen, wenn es durch Begriffe wie Geist, Substanz, Gewissheit oder souveräner Wille verdeckt wird. Eine Wissenslücke wird dann nicht offengehalten, sondern mit einem scheinbar unabhängigen Urheber gefüllt.
Forschungskunst hat die Aufgabe, diese Lücken nicht durch neue Gewissheiten zu verschließen. Sie macht sie als Ausgangspunkte von Neugier, Versuch, Vergleich und Korrektur nutzbar.
Anlage 5
Erscheinung, Eigenschaft, Geltung und Referenzgrammatik
Der Begriff Eigenschaft fasst sehr unterschiedliche Vorgänge zusammen. Er kann eine physikalische Wirkungsweise, eine organismische Funktion, eine Wahrnehmung, ein sprachliches Prädikat, eine gesellschaftliche Rolle, eine rechtliche Geltung oder eine metaphysische Behauptung bezeichnen.
Dadurch entsteht ein begriffliches Kuddelmuddel, in dem unterschiedliche Referenzsysteme wie gleichartige Bestandteile derselben Wirklichkeit behandelt werden.
Ein Material besitzt Festigkeit nicht wie einen inneren Gegenstand. Es widersteht unter bestimmten Bedingungen einer Belastung, verändert sich oder bricht.
Eine gesellschaftliche Rolle befindet sich ebenfalls nicht als stoffliche Eigenschaft im Körper eines Menschen. Sie wird dargestellt, anerkannt und durch Institutionen beantwortet.
Eigentum ist keine Eigenschaft des Bodens. Es ist eine rechtliche und gesellschaftliche Geltungstätigkeit.
Der entscheidende Fehler entsteht, wenn die Referenzen verschwinden und aus einem Verhältnis ein innewohnender Besitz gemacht wird.
Die Forschungskunst benötigt deshalb eine Referenzgrammatik. Jeder Begriff muss erkennen lassen, auf welcher Ebene und unter welchen Bedingungen er gilt.
Statt zu sagen: „Dieser Boden ist Eigentum“, muss es heißen: „Dieser Boden gilt innerhalb einer bestimmten Rechtsordnung als Eigentum und bleibt zugleich materieller Stoffzusammenhang, Lebensraum und Bestandteil planetarer Kreisläufe.“
Statt zu sagen: „Dieser Gegenstand hat einen Wert“, muss kenntlich bleiben, ob Marktpreis, Gebrauch, organismische Bedeutung, Energieaufwand, Erinnerung oder langfristige Tragfähigkeit gemeint ist.
Statt zu sagen: „Dieser Mensch ist Experte“, muss erkennbar bleiben, innerhalb welcher Institution, für welchen Gegenstand und aufgrund welcher überprüfbaren Erfahrung diese Geltung besteht.
Die deutsche Wortgeschichte macht die Gefahr besonders sichtbar. Die Wortfamilie „eigen, Eigenschaft und Eigentum“ verbindet charakteristische Bestimmung, Zugehörigkeit und Besitz. Der Mensch kann dadurch glauben, eine Wirkungsweise werde zum Eigentum eines Gegenstandes und durch Erkenntnis zugleich zu seinem begrifflichen Besitz.
Auch die Endungen verstärken Verfestigungen. Die Endung „-keit“ bildet aus einem Adjektiv ein Substantiv, das einen Zustand, eine Beschaffenheit oder Eigenschaft bezeichnet. Das Suffix „-ig“ kann unter anderem ausdrücken, dass etwas in der Art von etwas ist oder etwas hat.
Aus einem Tätigsein wird dadurch „Tätigkeit“, aus einem Beweglichsein „Beweglichkeit“ und aus einem Wirklichsein „Wirklichkeit“. Die Substantivierung ist zur Orientierung notwendig, kann aber den Hervorbringungsvorgang verdecken.
Die Referenzgrammatik soll Begriffe nicht abschaffen. Sie soll ihre Bedingungen, Grenzen und Tätigkeitsfolgen wieder sichtbar machen.
Anlage 6
Tätigkeit, Tat, Tatsache und Konsequenz
Tätigkeit bezeichnet den Übergang, durch den eine Vorstellung in der verletzbaren Wirklichkeit wirksam wird.
Der vollständige Vorgang lautet:
Erscheinung, Orientierung, Benennung, Vorstellung, Prädikation, Geltung, Tätigkeit, Widerstand, Wirkung, Konsequenz, Rückkopplung und Korrektur.
Die Tat ist dabei der entscheidende Umschlagpunkt. Eine Vorstellung wird in eine wirkende Welt gesetzt.
Die Wortgeschichte der Tat führt zum Tun, Setzen, Stellen und Legen. In derselben indoeuropäischen Wortfamilie steht das griechische thésis: das Setzen, Aufstellen und Behaupten eines Satzes.
Eine These ist eine begriffliche Setzung. Eine Tat überführt eine solche Setzung in einen materiellen, körperlichen oder gesellschaftlichen Wirkungszusammenhang.
Die Tat umfasst nicht nur den sichtbaren Einzelakt. Zu ihr gehören die Voraussetzungen, der zeitliche Verlauf, die Betroffenen und die langfristigen Folgen.
Eine Kaufentscheidung ist nicht nur der Augenblick des Bezahlens. Sie setzt Produktions-, Transport-, Arbeits-, Energie- und Entsorgungstätigkeiten voraus und führt diese weiter.
Eine gesetzliche Entscheidung verändert nicht nur Texte. Sie setzt Verwaltung, Anerkennung, Ausschluss und möglicherweise Gewalt in Tätigkeit.
Besonders aufschlussreich ist der Begriff Tatsache. Er verbindet Tat und Sache. Etwas wurde getan, festgestellt, hergestellt oder durchgesetzt und erscheint anschließend als feststehender Sachverhalt.
Die Tat wird in der Tatsache stillgestellt. Ihre Entstehung, ihr Täter und ihre Bewegungsrichtung verschwinden.
Eigentumsordnungen, Marktpreise, Staatsgrenzen und Rollen erscheinen dadurch als Tatsachen, obwohl sie nur durch fortgesetzte Tätigkeiten bestehen.
Dies ist ein grundlegender Tarnungsmechanismus der Geltungswelt. Was zunächst als Behauptung gesetzt und gesellschaftlich stabilisiert wurde, wird später als vorgefundene Wirklichkeit behandelt.
Die Forschungskunst führt die Tatsache auf ihre vorausliegende Tat und die Tat auf ihre Konsequenzspur zurück.
Wirksamkeit ist dabei noch kein Wahrheitsbeweis. Eine falsche Vorstellung kann sehr wirksam sein. Ein wirtschaftlich erfolgreiches System kann zugleich seine langfristigen Existenzbedingungen zerstören.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, ob eine Tätigkeit funktioniert, sondern innerhalb welchen Referenzsystems sie funktioniert und welche Folgen aus diesem Funktionieren hervorgehen.
Anlage 7
Spracharchäologie von Tätigkeit, Werk, Eigenschaft und Besitz
Die Untersuchung verschiedener Sprachtraditionen dient nicht dazu, eine einzige ursprüngliche Wahrheit aus Wörtern abzuleiten. Sie zeigt vielmehr, wie unterschiedlich Sprachen Tätigkeit, Herstellung, Werk, Beschaffenheit, Besitz und Konsequenz voneinander trennen oder miteinander verschmelzen.
Im Griechischen lassen sich thésis, praxis, poíesis, érgon und enérgeia unterscheiden. Thésis bezeichnet das Setzen oder Aufstellen, praxis den Handlungsvollzug, poíesis das Hervorbringen, érgon das Werk und enérgeia das Im-Werk- oder Wirksamsein.
Im Lateinischen unterscheiden agere und facere zwischen Handeln beziehungsweise In-Bewegung-Setzen und Herstellen. Actio verbindet Tätigkeit, öffentliche Handlung, Rechtsakt und Darstellung. Opus bezeichnet das Werk. Proprietas kann sowohl eine besondere Beschaffenheit als auch Eigentum und Besitzrecht bezeichnen.
Im Englischen bewahrt property bis heute die Doppelbedeutung von Eigenschaft und Eigentum. Act kann Tat, Gesetzesakt und schauspielerische Darstellung bezeichnen. Work umfasst Tätigkeit, Arbeit und Werk. Deed bezeichnet sowohl eine Tat als auch eine rechtlich wirksame Urkunde.
Hebräische Wortfelder um asah und ma’aseh verbinden Tun, Machen, Tat, Arbeit, Werk und hervorgebrachtes Ergebnis. Dadurch bleibt die Tätigkeit enger mit ihrem Werk verbunden.
Im Arabischen können fi‘l und ‘amal unterschiedliche Aspekte des Geschehens, Handelns und zielgerichteten Arbeitens markieren. Die Eigenschafts- und Beschreibungsbegriffe liegen zugleich nahe an der Frage, wodurch etwas als etwas bezeichnet wird.
In indischen Sprach- und Denktraditionen verbinden karman und kriyā Handlung, Vollzug, Werk und Konsequenz. Guṇa, lakṣaṇa und svabhāva können unterschiedliche Aspekte von Qualität, Kennzeichen und eigener Wirkungsweise unterscheiden.
Diese Begriffe sind keine einfachen Übersetzungen voneinander. Ihre Gegenüberstellung macht jedoch eine wiederkehrende Bewegung sichtbar:
Ein Geschehen wird benannt.
Die Benennung wird einem Träger zugerechnet.
Aus dem Vollzug wird eine Tat.
Aus der Tat wird ein Werk.
Aus dem Werk wird ein Produkt.
Aus dem Produkt kann Besitz, Lohn oder Geltung werden.
Schließlich wird die gesellschaftliche Zuschreibung wie eine Eigenschaft des Menschen oder Gegenstandes behandelt.
Die Spracharchäologie dient deshalb als künstlerisches Arbeitsmaterial. Sie macht sichtbar, wie tief Tätigkeits-, Besitz- und Substanzvorstellungen in den alltäglichen Begriffen verankert sind.
Anlage 8
Kann Kunst neue Gewohnheiten und Bedürfnisse schaffen?
Die gegenwärtige existenzielle Bedrohung ist nicht nur das Ergebnis fehlenden Wissens. Sie ist das Ergebnis eingeübter Wahrnehmungs-, Bewertungs-, Begehrens- und Tätigkeitsgewohnheiten.
Menschen werden darin trainiert, Dinge zu besitzen, Leistungen zu vergleichen, sich selbst zu vermarkten, Aufmerksamkeit zu gewinnen und technischen oder wirtschaftlichen Erfolg als Beweis des Gelingens zu behandeln.
Diese Ordnungen werden nicht nur begrifflich gelernt. Sie werden körperlich und emotional verinnerlicht. Besitz, Anerkennung, Status, Kontrolle und Wachstum können dadurch wie unverzichtbare Bedürfnisse erscheinen.
Wissen allein verändert solche Bedürfnisse nicht. Ein Mensch kann wissen, dass eine Tätigkeit langfristig schädlich ist, und sie dennoch fortsetzen, weil seine Gewohnheiten, sozialen Beziehungen und Belohnungssysteme unverändert bleiben.
Kunst kann neue Gewohnheiten hervorbringen, wenn sie nicht nur eine Botschaft vermittelt, sondern wiederholbare Wahrnehmungs- und Tätigkeitsformen bereitstellt.
Sie kann eine Unterbrechungsgewohnheit schaffen: nicht sofort zu benennen, zu bewerten und zu verwerten.
Sie kann ein Referenzbedürfnis entwickeln: wissen zu wollen, innerhalb welcher Bedingungen eine Aussage gilt.
Sie kann ein Korrekturbedürfnis einüben: die Abweichung nicht als persönliche Niederlage, sondern als notwendige Information zu behandeln.
Sie kann ein Konsequenzbedürfnis erzeugen: ein Werk erst dann als verstanden zu betrachten, wenn seine Wirkungsgeschichte sichtbar wird.
Sie kann das Bedürfnis nach Beherrschung in ein Bedürfnis nach Rückkopplung und Passung verwandeln.
Diese Bedürfnisse werden nicht aus dem Nichts erzeugt. Kunst kann bereits vorhandene organismische Fähigkeiten zu Neugier, Spiel, Kooperation, Resonanz, Nachahmung und Korrektur anders gewichten und trainieren.
Referenzgebundenheit bedeutet dabei keine Unfreiheit. Ein Spiel wird erst durch Regeln, Unterschiede, Widerstände und Veränderungsmöglichkeiten möglich.
Grenzenlose Freiheit wäre weder wahrnehmbar noch überprüfbar. Freiheit entsteht als bewegliche Gestaltung innerhalb erkannter Abhängigkeiten.
Das Soheits-Atelier wird deshalb als Gewohnheitswerkstatt verstanden. Die Besucher sollen die Referenzprüfung nicht nur einmal nachvollziehen, sondern auf unterschiedliche Begriffe, Gegenstände, Rollen und Tätigkeiten anwenden.
Aus der äußeren Methode kann dadurch allmählich eine innere Erwartung entstehen: Eine Behauptung ohne erkennbare Referenz wird als unvollständig erlebt, ein Erfolg ohne Konsequenzprüfung als fragwürdig und eine Korrektur als notwendiger Bestandteil des eigenen Werkes.
Anlage 9
Der Mensch als Künstler und Kunstwerk seines Selbstverständnisses
Der Mensch wird nicht erst durch die Herstellung eines anerkannten Kunstgegenstandes zum Künstler. Er wird zum Künstler, indem er wahrnimmt, auswählt, benennt, deutet, darstellt und tätig wird.
Er gestaltet Werkzeuge, Räume, Landschaften, Beziehungen, Rollen, Unternehmen, Gesetze, Märkte und technische Systeme. Er erzeugt Bilder seiner selbst und bestimmt, was als wertvoll, nützlich, erfolgreich, normal oder verfügbar gelten soll.
Zugleich wird er selbst zum Kunstwerk. Sein Körper, seine Sprache, seine Erziehung, seine Ernährung, sein Milieu, seine Beziehungen und seine Gewohnheiten formen ihn.
Er ist Künstler, Material, Darsteller, Betrachter und Betroffener seines Werkes zugleich.
Der traditionelle Werkbegriff trennt häufig das beabsichtigte Produkt von seinen Folgen. Das Auto gilt als Werk, nicht aber Rohstoffabbau, Energieverbrauch, Straßenbau, Lärm, Abgase und Entsorgung. Das Unternehmen gilt als Werk, nicht aber die ausgelagerten Schäden. Der Gewinn gilt als Leistung, während seine Voraussetzungen und Opfer aus der Bilanz des Werkes entfernt werden.
Mein erweiterter Kunstbegriff führt diese Bereiche wieder zusammen. Das vollständige Werk umfasst die Vorstellung, die Benennung, die Tätigkeit, das Material, das Produkt, den Gebrauch, den Verschleiß und die gesamte Konsequenzspur.
Auch Artensterben, vergiftete Böden, technische Ruinen und klimatische Veränderungen gehören in diesem Sinne zum menschlichen Kunstwerk. Sie werden dadurch nicht ästhetisch aufgewertet. Der Kunstbegriff stellt die verdrängte Urheberschaft wieder her.
Der Mensch kann nicht allein das gewünschte Ergebnis als sein Werk beanspruchen und die Schäden als unzuständige Nebenwirkungen behandeln.
Künstlersein bedeutet deshalb nicht Selbsterhöhung, sondern Verantwortung und Korrekturbereitschaft.
Wenn der Mensch erkennt, dass auch sein Ich, seine Rolle und sein Selbstverständnis hervorgebracht wurden, werden sie veränderbar. Er muss sich nicht als fertige und zu verteidigende Form behandeln.
Er kann zum Forschungskünstler seines eigenen Selbstverständnisses werden und untersuchen, welches Menschenbild seine Lebensfähigkeit unterstützt und welches sie gefährdet.
Anlage 10
50:50, 51:49, Skulpturidentität und plastische Identität
50:50 bezeichnet in meinem Modell nicht jede Form mathematischer oder physikalischer Symmetrie. Es bezeichnet eine verfestigte Vorstellung des vollkommenen, spiegelbildlichen und abgeschlossenen Gleichgewichts.
Eine solche Vorstellung kann Zeit, Entstehung, Bewegungsrichtung, Belastung und Erhaltungsaufwand ausblenden. Das Gleichgewicht erscheint als fertige Eigenschaft eines Systems.
Lebendige Gleichgewichte sind jedoch keine ruhenden Zustände. Sie bestehen aus fortlaufender Regulation, Austausch, Abweichung und Korrektur.
51:49 bezeichnet die minimale Differenz, durch die Richtung, Bewegung, Spannung und Veränderung wahrnehmbar werden.
Es ist keine behauptete universelle Naturkonstante. Es ist ein künstlerischer und operativer Prüfmaßstab. Er fragt nach der kleinen Abweichung, durch die ein vermeintlich abgeschlossenes Verhältnis wieder als zeitlicher Prozess erkennbar wird.
Die Skulpturidentität bezeichnet den Versuch, das bewegliche, abhängige und verletzbare Leben in eine feste Form zu bringen. Sie will Eigenschaften besitzen, Eindeutigkeit herstellen und Korrektur abwehren.
Sie immunisiert sich, indem sie Widerspruch und Rückmeldung als Angriff auf ihre Identität behandelt.
Die plastische Identität bleibt dagegen formbar. Plastik wird hier im Sinne des Auf-, An- und Weiterformens verstanden. Sie entsteht in der Auseinandersetzung mit Material, Milieu und Rückmeldung.
Eine plastische Identität besitzt ihre Form nicht endgültig. Sie stellt Passung immer wieder her.
Das Verhältnis 51:49 hält den Spielraum dieser plastischen Veränderung offen. Die minimale Differenz ermöglicht Neugier, Versuch, Irrtum und Korrektur.
Im Soheits-Atelier können diese Unterschiede durch asymmetrische Deichprofile, Wasserströmungen, Körperhaltungen, Drahtformen, Torsozeichnungen und handwerkliche Passungsversuche erfahrbar werden.
Anlage 11
Das Vier-Ebenen-Modell und der öffentliche Prüfmechanismus
Das Vier-Ebenen-Modell unterscheidet verschiedene Wirkungs- und Geltungsweisen, ohne sie als voneinander getrennte Welten zu behandeln.
Die erste Ebene umfasst physikalisch-materielle Bedingungen wie Raum, Zeit, Bewegung, Energie, Gewicht, Temperatur, Widerstand, Belastung und Grenze.
Hier zeigt sich, ob etwas trägt, fließt, bricht, sich erwärmt, abkühlt oder seine Form verändert. Diese Rückmeldungen können nicht durch Preis, Rolle oder gesellschaftliche Anerkennung ersetzt werden.
Die zweite Ebene umfasst Leben, Stoffwechsel, Milieu, Regulation, Regeneration, Abhängigkeit und Verletzbarkeit.
Ein technischer Vorgang kann funktionieren und dennoch Organismen schädigen. Effizienz und Lebensfähigkeit sind nicht identisch.
Die dritte Ebene umfasst Sprache, Begriffe, Rollen, Eigentum, Geld, Markt, Status, Gesetze und gesellschaftliche Geltungstätigkeiten.
Diese Ebene ist nicht unwirklich. Sie besitzt große Wirkungsmacht, weil Menschen nach ihren Regeln handeln. Sie kann jedoch die Bedingungen der ersten beiden Ebenen nicht außer Kraft setzen.
Die vierte Ebene ist die Ebene der öffentlichen Prüfung, Rückkopplung, Korrektur, Reparatur und Verantwortungszuordnung.
Sie führt die Aussagen und Tätigkeiten der dritten Ebene auf ihre physikalischen und organismischen Konsequenzen zurück.
Die zentrale Prüffrage lautet:
Welche nicht verhandelbare Rückmeldung aus der ersten oder zweiten Ebene würde diese Aussage korrigieren, und wer trägt die Konsequenz, wenn sie falsch ist?
Das Modell verhindert, dass unterschiedliche Bestimmungen unter dem Wort Eigenschaft verschmolzen werden.
Ein Smartphone kann gleichzeitig Materialgefüge, Gebrauchsgegenstand, Eigentum, Ware, Statuszeichen, Kommunikationsinstrument, Datenschnittstelle und Abfallprodukt sein. Diese Bestimmungen besitzen jedoch unterschiedliche Referenzen und müssen unterschiedlich geprüft werden.
Die öffentliche Prüfung kann in fünf Schritten erfolgen: Zunächst wird der Gegenstand oder die Behauptung den Ebenen zugeordnet. Danach werden Geltung und Tragfähigkeit unterschieden. Anschließend wird die Konsequenzspur verfolgt. Dann wird nach möglichen Kipppunkten gefragt. Abschließend entsteht ein vorläufiges und revidierbares Urteil.
Das Urteil bleibt offen für neue Rückmeldungen. Die Prüfarchitektur darf nicht selbst zu einem neuen dogmatischen Referenzsystem erstarren.
Anlage 12
Vorhandenes Werkmaterial als spielerisches Prüfinstrumentarium
Für das Soheits-Atelier steht bereits ein umfangreiches Werk- und Arbeitsmaterial zur Verfügung.
Die 24-Stunden-Uhr stellt den übergeordneten Zeitmaßstab bereit.
Biberdamm, asymmetrische Deichprofile und das asymmetrische Auto machen Passung, Belastungsrichtung und 51:49 erfahrbar.
Wellenbecken, Wellenmaschine und Strömungsmodelle zeigen, wie kleine Formveränderungen Wirbel, Anlandung, Unterspülung und Kipppunkte auslösen.
Ein veränderbarer Küstenstreifen aus Sand, Wasser und Steinen macht deutlich, dass Grenze keine starre Linie, sondern ein zeitlicher Übergangsprozess ist.
Ein Quadratmeter nasser Sand kann geformt, verdichtet, eingefroren, aufgetaut und belastet werden. Dadurch wird sichtbar, dass Festigkeit und Tragfähigkeit bedingungsgebundene Wirkungsweisen sind.
Ein Betonklotz, dessen Untergrund langsam ausgespült wird, zeigt, dass selbst massive Formen ihre Stabilität nicht allein in sich besitzen. Seine Tragfähigkeit liegt im Verhältnis zum Untergrund und kann lange vor dem sichtbaren Umsturz verloren gehen.
Die Kartoffel kann als Pflanze, Nahrung, Ware, Eigentum, Kunstobjekt, Abfall und Ausgangspunkt neuen Wachstums untersucht werden. Durch Vergoldung erhält sie eine Geltung, die nicht aus ihrer organismischen Funktion stammt.
Schultafel, Kreide und Goldschrift untersuchen die Verwandlung einer vorläufigen Behauptung in eine scheinbar dauerhafte und wertvolle Aussage. Eine Aussage wird nicht wahrer, weil sie vergoldet wird.
Das Erwachsenen-Malbuch und das Fußgängermalbuch machen den Besucher zum Tätigen. Sie können als Referenz- und Konsequenzprotokolle reaktiviert werden.
Die Roter-Punkt-Aktion verwandelt das Verkaufszeichen in ein Zeichen des Forschungsinteresses und der Verbindungsbereitschaft.
Die „Eintausend Tapeziertische“ bilden das Grundmodell einer verteilten Arbeits- und Austauschstruktur.
Die Arbeiten zum Sozialen Organismus und zur Arche machen Abhängigkeiten, Versorgungsverhältnisse und gesellschaftliche Verknüpfungen sichtbar.
Die Zeitmaschine verbindet menschliche, technische, organismische und planetare Zeiträume.
Das Partizipatorische Welttheater untersucht Käufer, Verkäufer, Eigentümer, Arbeitnehmer, Wissenschaftler, Künstler und politische Entscheidungsträger als dargestellte Rollen.
Das Tonmaterial „Ein Fußbreit Raum“ macht Wahrnehmung von Medium, Abstand, Körper und Aufmerksamkeit abhängig.
Die Capella-Fotografie wird zum Ausgangspunkt einer Spurensicherung: Welche vorausliegenden Bedingungen und Tätigkeiten führten zum sichtbaren Deichbruch?
Torsozeichnungen, gerade Linien und plastische S-Kurven unterscheiden starre Skulpturidentität und bewegliche plastische Identität.
Werkzeug, Maß, Oberfläche, Gewicht und Reibung bilden das handwerkliche Passungsatelier. Der Begriff wird dort wie ein Werkstück behandelt, das am Widerstand seines Gegenübers geprüft werden muss.
Dieses Material wird nicht als historische Sammlung nebeneinandergestellt. Jedes Werk erhält einen gegenwärtigen Prüfauftrag.
Anlage 13
Das Soheits-Atelier als Gewohnheitswerkstatt
Das Soheits-Atelier ist als begehbarer Werk-, Lern- und Prüfzusammenhang konzipiert.
Der Begriff Soheit richtet die Aufmerksamkeit auf das, was sich innerhalb eines bestimmten Referenzsystems tatsächlich als Wirkung und Konsequenz zeigt, bevor es durch Wunsch, Rolle oder Geltungsbehauptung überformt wird.
Der Besuch beginnt mit einer persönlichen Verortung auf der 24-Stunden-Uhr. Die Besucher tragen die eigene Lebenszeit, wichtige technische Entwicklungen und eine ausgewählte Alltagstätigkeit in den planetaren Zeitmaßstab ein.
An einer Begriffsstation wählen sie eine scheinbar selbstverständliche Aussage. Diese wird auf der Schultafel mit ihrem fehlenden „als“ und ihrem Referenzsystem ergänzt.
An den Materialstationen stellen die Besucher Vermutungen auf und prüfen sie mit Wasser, Sand, Gewicht, Werkzeug und veränderlichen Formen. Das abweichende Ergebnis wird nicht als Fehler versteckt, sondern als Erkenntnismaterial dokumentiert.
Im Rollentheater wird dieselbe Situation aus verschiedenen Geltungspositionen gespielt. Ein Mensch tritt als Käufer, Verkäufer, Eigentümer, Arbeiter, Wissenschaftler oder politisch Verantwortlicher auf. Durch den Rollenwechsel wird sichtbar, dass keine dieser Darstellungen das vollständige Wesen der Person bezeichnet.
An den Frage-und-Antwort-Tischen werden Aussagen durch das Vier-Ebenen-Modell geführt.
Der rote Punkt kennzeichnet, welche Frage oder eigene Gewohnheit ein Besucher weiter untersuchen will. Menschen mit ähnlichen Interessen können sich finden und vorübergehend Arbeitsgruppen bilden.
Die Besucher sollen nicht nur etwas hinzufügen oder ihre Meinung äußern. Beteiligung bedeutet, die eigene Wahrnehmung, Benennung und Tätigkeit als Bestandteil eines gemeinsamen Kunstwerkes zu untersuchen.
Wiederholung ist dabei entscheidend. Eine einmalige Irritation schafft noch keine neue Gewohnheit. Der Prüfmechanismus muss auf verschiedene Gegenstände und Situationen übertragbar werden.
Das Soheits-Atelier soll ein Bedürfnis danach erzeugen, Referenzen, Grenzen und Konsequenzen mitzuführen. Es verbindet Spiel und Ernsthaftigkeit: Die Freiheit des Versuchs bleibt erhalten, aber die Wirkungen werden nicht aus dem Werk herausgerechnet.
Das Atelier wird damit zur öffentlichen Übungsform einer Soheitsgesellschaft. Jeder Mensch kann zum Forschungskünstler werden, ohne deshalb eine neue feste Identität oder einen besonderen Status beanspruchen zu müssen.
Anlage 14
Eintausend digitale Tapeziertische, Globale Schwarmintelligenz und Umsetzung
Die „Eintausend Tapeziertische“ von 1993 waren einfache, mobile Arbeits-, Austausch- und Verhandlungstische. Sie bildeten kein hierarchisches Zentrum, sondern eine verteilte gesellschaftliche Arbeitsstruktur.
Für das Soheits-Atelier müssen nicht erneut eintausend materielle Tische aufgebaut werden. Die Smartphones der Besucher und ergänzend bereitgestellte Laptops werden zu digitalen Tapeziertischen.
Über einen QR-Code oder eine offene Webanwendung eröffnet jeder Besucher einen vorübergehenden Arbeitstisch. Er wählt einen Begriff, ein Werk, eine Alltagstätigkeit oder eine gesellschaftliche Behauptung aus und führt sie durch die Prüfarchitektur.
Er kann Texte, Fotografien, Zeichnungen, Tonaufnahmen, Quellen, Beobachtungen und Gegenbeispiele einbringen.
Die einzelnen Tische werden auf einer gemeinsamen digitalen Atelierkarte sichtbar. Verbindungen, Widersprüche und wiederkehrende Fragen können miteinander verknüpft werden.
Einige reale Tapeziertische bleiben als gemeinschaftliche Arbeitsstationen bestehen. Dort befinden sich Laptops, Werkzeuge, Materialien, Karten, Schultafeln und Modelle.
Die physischen Tische bieten Berührung, Gewicht, Abstand, soziale Begegnung und materiellen Widerstand. Die digitalen Tische ermöglichen Dokumentation, Vergleich, Verknüpfung und Weiterarbeit über den Ausstellungsraum hinaus.
Das Smartphone wird nicht nur zum Werkzeug, sondern selbst zum Untersuchungsgegenstand. Seine Materialien, Produktionsbedingungen, Energieabhängigkeit, Datenerzeugung, Aufmerksamkeitseffekte, Geltungsfunktion und Entsorgung werden in die Untersuchung einbezogen.
Die Plattform Globale Schwarmintelligenz sammelt nicht einfach Meinungen. Sie unterscheidet deren Referenzsysteme und führt sie auf Tätigkeiten und Konsequenzen zurück.
Schwarmintelligenz entsteht nicht automatisch durch eine große Zahl von Beteiligten. Auch ein Schwarm kann Vorurteile, Feindbilder, Konsumzwänge und selbstzerstörerische Gewohnheiten verstärken.
Eine globale Schwarmintelligenz entsteht erst, wenn unterschiedliche Erfahrungen und Wissensformen in einen gemeinsamen, korrigierbaren Prüfprozess eintreten.
Künstliche Intelligenz kann dabei Aussagen vergleichen, unausgesprochene Voraussetzungen sichtbar machen und alternative Fragestellungen erzeugen. Sie bleibt selbst Bestandteil des Prüfgegenstandes.
Für die Umsetzung werden eine räumliche Werkauswahl, die Rekonstruktion beziehungsweise Aktivierung einzelner Modelle, eine barrierearme Webanwendung, technische Betreuung, Vermittlung, Dokumentation und eine wissenschaftlich-künstlerische Begleitung benötigt.
Die persönliche und strukturelle Paradoxie des Projektes besteht darin, dass eine Globale Schwarmintelligenz weitgehend als Einzelarbeit entwickelt wurde. Die documenta könnte zum Ort werden, an dem aus diesem individuellen Lebenswerk ein gemeinsamer künstlerischer Forschungs-, Lern- und Reparaturprozess hervorgeht.
Die abschließende Frage des Projektes lautet:
Kann der Mensch lernen, sein eigenes Selbstverständnis und seine gesellschaftliche Wirklichkeit als veränderbares Kunstwerk zu erkennen und neue Bedürfnisse nach Referenz, Rückkopplung, Passung und Konsequenzverantwortung zu entwickeln, bevor die Folgen seines bisherigen Werkes seine Existenzbedingungen unumkehrbar zerstören?
Der Aufbau hält das Anschreiben vergleichsweise konzentriert; die vierzehn Anlagen entwickeln den vollständigen Zusammenhang schrittweise vom Menschenbild bis zur praktischen und digitalen Umsetzung.
