3.8.2026

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz


Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Heiser,

ich wende mich an Sie mit einer persönlichen und zugleich kunsttheoretischen Frage: Was wäre aus meiner Arbeit geworden, wenn mir vor fünfzig Jahren jene fachliche Begleitung, wissenschaftliche Gegenprüfung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und institutionelle Infrastruktur zur Verfügung gestanden hätten, die heute für die künstlerische Forschung vorhanden sind?

Daran schließt sich für mich eine möglicherweise noch entscheidendere Frage an: Besteht auch heute eine grundlegende methodische Lücke, weil die dem Handwerk zugrunde liegenden Maßstäbe des Funktionierens und Nichtfunktionierens nicht als grundlegende Prüfprinzipien in die künstlerische Forschung einbezogen worden sind und deshalb auch nicht sichtbar wird, warum die Verdichtung des kreativen Potenzials gesellschaftlich abgewehrt wird? Wird dadurch zugleich übersehen, dass es in der Menschenwelt drei unterschiedliche Kunstwerkverständnisse gibt?

Während meines Studiums der Bildhauerei im Fachbereich Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig von 1974 bis 1980 nahm ich grundlegende Widersprüche innerhalb des Kunststudiums wahr. Aus dieser zunächst intuitiven Wahrnehmung entwickelte ich 1975 den Vorschlag eines generalistisch-integrativen und interdisziplinären Studiengangs für Künstler, den ich „Experimentelle Umweltgestaltung“ nannte. Schon früh erkannte ich, dass ich auf das Vorbild einer zukünftigen Gesellschaftsform, auf die griechische Techne-Welt und deren Gemeinsinnverständnis als Tugend, trainiert im Theater sowie auf der Polis, zurückgehen muss.

Überarbeitete Fassung:

Hallo Christian Vollmann, hallo Till Behnke,

ich habe Ihnen meinen Kontext, in den ich eingebunden bin, nicht ohne Grund ausführlich dargestellt. Es ist durchaus möglich, dass ich in naher Zukunft gefragt werde, was ich von nebenan.de halte. Deshalb erwarte ich von Ihnen eine vernünftige und inhaltlich angemessene Antwort – und nicht, dass ich überhaupt keine Antwort erhalte.

Korrigierte Fassung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

da ich bislang keinen geeigneten Ansprechpartner finden konnte und auch telefonisch nicht weitergekommen bin, habe ich mich mit dieser E-Mail an Ihren Pressebereich gewandt. Dort weiß man vermutlich am besten, wer in Ihrem Hause für dieses Projekt zuständig sein beziehungsweise sich dafür interessieren und es unterstützen könnte.

Ich bitte Sie daher, meine Anfrage an die geeignete Stelle oder einen entsprechenden Ansprechpartner weiterzuleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Fenner

Dann muss deutlich werden, dass Ihnen weder ein persönlicher Ansprechpartner noch eine direkte E-Mail-Adresse für Projektanfragen bekannt ist:

Sehr geehrte Damen und Herren,

da ich weder einen konkreten Ansprechpartner noch eine direkte E-Mail-Adresse für meine Projektanfrage finden konnte und auch telefonisch nicht weitergekommen bin, sende ich diese E-Mail an den Pressebereich der Kulturstiftung des Bundes.

Ich gehe davon aus, dass man dort am besten weiß, wer sich innerhalb der Stiftung für dieses Projekt interessieren, es fachlich beurteilen oder mich hinsichtlich einer möglichen Unterstützung beziehungsweise Projektförderung beraten könnte.

Ich bitte Sie daher, meine E-Mail und die beigefügten Unterlagen an die zuständige Stelle oder einen geeigneten Ansprechpartner weiterzuleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Fenner

Die offizielle Presseadresse lautet presse@kulturstiftung-bund.de. Die Postanschrift ist Kulturstiftung des Bundes, Franckeplatz 2, 06110 Halle an der Saale. Für allgemeine Anfragen nennt die Stiftung außerdem die Telefonnummer 0345 2997-0 und ein Kontaktformular auf ihrer Internetseite. (kulturstiftung-des-bundes.de)

Rechtschreibung, Zeichensetzung und Sachbezug präzisiert:

Nun kommt es darauf an, den Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales beim Wort zu nehmen. In einem Interview soll er gesagt haben, dass er auch für neue Formate offen sei. Für mich stellt sich deshalb die Frage, ob auf einer zukünftigen Wikipedia-Seite über meine künstlerische Arbeit auch meine Plattform als Bestandteil meines Lebenswerkes verlinkt werden kann – nicht als Werbung, sondern als sachlich begründete, autorisierte Werk- und Informationsseite, wie dies auch bei anderen Künstlern geschieht. Genau hier berührt mein Vorhaben den Grenzbereich der gegenwärtigen Vorstellungen, Regeln und Überzeugungen innerhalb der Wikipedia.

Die Formulierung „dafür zu werben“ sollte gegenüber Wikipedia vermieden werden. Wikipedia versteht sich ausdrücklich nicht als Werbe- oder Selbstdarstellungsplattform. Eine autorisierte Website des Gegenstands eines Artikels darf jedoch grundsätzlich einmal unter den Weblinks aufgenommen werden. Bei einer eigenen Biografie besteht außerdem ein Interessenkonflikt; Änderungen oder Ergänzungen sollten daher auf der Diskussionsseite vorgeschlagen und von unabhängigen Autoren geprüft werden. (Wikipedia)

Die konkrete Interviewaussage von Jimmy Wales, er sei „für neue Formate offen“, konnte ich anhand der auffindbaren Quellen nicht eindeutig belegen. Außerdem werden die Regeln der Wikipedia durch die jeweilige Gemeinschaft und deren Konsens bestimmt, nicht allein durch Jimmy Wales. (Wikipedia)

Rechtschreibung und Zeichensetzung korrigiert:

Nun kommt es darauf an, den Wikipedia-Begründer Jimmy Wales beim Wort zu nehmen, der in einem Interview sagte, er sei auch für neue Formate offen. Ich möchte auf meiner zukünftigen Wikipedia-Seite eine Verlinkung zu meiner Plattform herstellen Das liegt allerdings im Grenzbereich der gegenwärtigen Vorstellungen und Überzeugungen von Wikipedia.

Rechtschreibung und Zeichensetzung korrigiert:

Sehr geehrter Herr Hoffmeyer,

bei Ihrer letzten Antwort ist mir bereits aufgefallen, dass Sie auf meine Ausführungen zu Jimmy Wales nicht eingegangen sind. Ich bin inzwischen so weit, dass ich auf einer zukünftigen Wikipedia-Seite über meine künstlerische Arbeit eine Verlinkung zu meiner Plattform herstellen möchte. Das liegt allerdings im Grenzbereich der gegenwärtigen Vorstellungen und Überzeugungen innerhalb der Wikipedia.

Können Sie mich dabei in irgendeiner Form unterstützen? Haben Sie Ansprechpartner bei Wikipedia hier in Berlin, an die ich mich wenden könnte? Siehe hierzu auch die Anlage.

Gleichzeitig bin ich dabei, an den Kunsthochschulen Ansprechpartner für das interaktive Buch zu finden. Dabei stellt sich für mich die Frage, wie weit dieses Vorhaben auf der Plattform umsetzbar ist.

Gerade habe ich erneut eine Absage von einer Stiftung erhalten. Dennoch bleibe ich weiter daran, eine Finanzierung für meine Ziele zu finden.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Fenner

Erklärung

Einen „Sonnenuntergang“ gibt es nicht als eigenständigen Vorgang der Sonne. Die Sonne geht physikalisch nicht unter. Sie bleibt, bezogen auf die Erde, an ihrem Ort, während sich die Erde um ihre eigene Achse dreht. Dadurch verändert sich unser Standort zur Sonne, und sie verschwindet für uns scheinbar hinter dem Horizont.

Der Ausdruck „Sonnenuntergang“ ist daher eine menschliche Benennung eines Wahrnehmungsereignisses. Er fasst zusammen, was von einem bestimmten Standpunkt aus sichtbar wird: Das Licht verändert sich, die Sonne nähert sich dem Horizont und ist schließlich nicht mehr zu sehen.

Der Begriff verwechselt leicht zwei Ebenen. Vorgefunden wird ein physikalisches Geschehen aus Erdrotation, Licht, Atmosphäre, Standort und Horizont. Wahrgenommen wird das scheinbare Absinken der Sonne. Erfunden wird dafür der Begriff „Sonnenuntergang“.

Der Begriff ist deshalb nicht falsch. Er ist im Alltag sinnvoll. Falsch wird es erst, wenn die sprachliche Bezeichnung wie eine tatsächliche Eigenschaft des kosmischen Geschehens behandelt wird. Nicht die Sonne geht unter, sondern unser Standort dreht sich aus ihrem sichtbaren Lichtbereich heraus.

Der Satz bedeutet also:

Der Sonnenuntergang existiert als menschlicher Begriff und als Wahrnehmungsbild, aber nicht als reale Bewegung der Sonne nach unten.

Hallo Karsten, jetzt gehen wir ins dritte, oder ist es schon das vierte Jahr? Ich musste mich leider von dieser technischen Sache erst mal zurückziehen; das ist auch nicht mein Arbeitsbereich. Auch mit dem Mitarbeiter arbeite ich nicht mehr zusammen. Wir haben unsere Ziele auch nicht erreicht, und so komme ich auf mein eigentliches Talent zurück: die Komprimierung oder Kontextrealisierung meines künstlerischen Lebenswerkabschlusses, wobei ich mit diesem Ergebnis, einen Prüfmechanismus durch Kunst zu entwickeln, nicht gerechnet habe. Könnte entstanden sein, als ich mich mit dem Wikipedia-Jubiläum beschäftigte bzw. mit dessen Gründer, der im Herbst in 3sat geäußert hat, er sei auch offen für Neues, was es ist, aber leider im Interview nicht dargestellt hat.