Analyse des Wikipedia-Artikels „Welt“ durch das Vier-Ebenen-Modell.

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Hier ist der gesamte Text als zusammenhängender Fließtext mit Überschriften und klaren Schwerpunktsetzungen.

Analyse des Wikipedia-Artikels „Welt“ durch das Vier-Ebenen-Modell

Ausgangspunkt der Untersuchung

Der Wikipedia-Artikel zum Begriff „Welt“ zeigt exemplarisch, weshalb das Vier-Ebenen-Modell als Instrument der Unterscheidung, Kontextualisierung und Rückkopplung notwendig ist. Der Artikel enthält zahlreiche sprachgeschichtliche, philosophische, theologische, gesellschaftliche und kulturelle Informationen. Sein grundlegendes Problem besteht deshalb nicht in einem bloßen Mangel an Einzelwissen. Das Problem liegt vielmehr darin, dass die unterschiedlichen Aussagen nicht danach geordnet werden, auf welcher Wirklichkeitsebene sie sich befinden, worauf sie sich beziehen und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen.

Bereits in der Einleitung wird „Welt“ zunächst als Gesamtheit der begreifbaren oder erkennbaren Dinge und ihrer Beziehungen bezeichnet. Anschließend heißt es, im weitesten Sinne bezeichne Welt „alles, was ist“. Diese beiden Aussagen sind jedoch nicht gleichbedeutend. „Alles, was ist“, bezeichnet eine Aussage über Existenz. Die „Gesamtheit der begreifbaren oder erkennbaren Dinge“ bezeichnet dagegen den menschlichen Erkenntnisbereich. Zwischen dem, was existiert, und dem, was Menschen erkennen, benennen oder verstehen können, besteht eine grundlegende Differenz. Der Artikel spricht diese Differenz nicht aus.

Damit entsteht bereits am Anfang eine Vermischung von Welt und menschlichem Weltverständnis. Die Welt als existierender Zusammenhang wird mit der Welt als erkanntem, begrifflich geordnetem und kulturell ausgelegtem Zusammenhang gleichgesetzt. Genau an dieser Stelle setzt das Vier-Ebenen-Modell an. Es trennt nicht vier voneinander unabhängige Welten, sondern unterscheidet vier Funktionsbereiche, die zwar zusammenwirken, aber nicht miteinander verwechselt werden dürfen.

Die vier Ebenen als Ordnungs- und Prüfstruktur

Die physisch-materielle Tragwirklichkeit

Die erste Ebene umfasst die physisch-materielle Tragwirklichkeit. Dazu gehören Materie, Energie, Raum, Zeit, Gravitation, Temperatur, Druck, Stofflichkeit, Widerstand und die Bedingungen des Planeten Erde. Diese Ebene besteht nicht deshalb, weil Menschen sie wahrnehmen oder mit Begriffen versehen. Sie bildet vielmehr die Voraussetzung dafür, dass Menschen, Organismen, Sprachen, Religionen, Wissenschaften und Gesellschaften überhaupt entstehen können.

Die erste Ebene ist nicht mit einem naturwissenschaftlichen Weltbild gleichzusetzen. Auch naturwissenschaftliche Modelle sind menschliche Beschreibungen und gehören zunächst zur dritten Ebene. Die Vorgänge, auf die sich diese Modelle beziehen, sind davon zu unterscheiden. Die Gravitation ist nicht identisch mit einer physikalischen Formel. Der Planet Erde ist nicht identisch mit einer Weltkarte. Das Universum ist nicht identisch mit dem Begriff „Universum“. Der Artikel hätte deshalb klarer zwischen den bestehenden Vorgängen und den menschlichen Darstellungen dieser Vorgänge unterscheiden müssen.

Das lebendige Tätigkeits- und Abhängigkeitsgeschehen

Die zweite Ebene umfasst das lebendige Tätigkeits- und Abhängigkeitsgeschehen. Hierzu gehören Stoffwechsel, Atmung, Ernährung, Wahrnehmung, Bewegung, Wachstum, Verletzung, Regeneration, Fortpflanzung und Anpassung. Lebewesen stehen der Welt nicht wie unabhängige Beobachter gegenüber. Sie existieren nur innerhalb von Beziehungen und Abhängigkeiten.

Eine Pflanze befindet sich nicht einfach als Gegenstand in einer Pflanzenwelt. Sie nimmt Wasser, Mineralien und Licht auf, reagiert auf Temperatur und Schwerkraft und verändert durch ihre Tätigkeit wiederum ihre Bedingungen. Ein Tier lebt durch Wahrnehmung, Bewegung, Nahrung, Schutz und fortlaufende Rückkopplungen. Auch der Mensch ist nicht nur ein Betrachter, Denker oder Erfinder von Weltbildern. Er atmet, benötigt Nahrung, Wasser, Schlaf, Temperaturgrenzen und körperliche Regeneration. Sein Organismus ist verletzbar und von Bedingungen abhängig, die er nicht selbst hervorbringen kann.

Diese zweite Ebene kommt im Wikipedia-Artikel kaum vor. Leben erscheint fast ausschließlich als Bestandteil einer benannten Teilwelt, beispielsweise der Pflanzenwelt. Der Begriff wird als sprachliche Zusammenfassung behandelt, nicht als Beschreibung eines tätigen und sich selbst organisierenden Abhängigkeitsgeschehens. Damit wird der Mensch nahezu ausschließlich als kulturelles, sprachliches und philosophisches Wesen dargestellt, während seine stoffliche und organische Zugehörigkeit zur Welt weitgehend ausgeblendet bleibt.

Die symbolische Menschenwelt

Die dritte Ebene umfasst die symbolische Menschenwelt. Hier entstehen Sprache, Begriffe, Weltbilder, Religionen, Philosophien, Wissenschaften, politische Ordnungen, Eigentum, Geld, Recht, Staaten, Medien, Technik, Kunst und fiktive Welten. Der Wikipedia-Artikel bewegt sich überwiegend auf dieser Ebene.

Er beschreibt den Bedeutungswandel des Wortes „Welt“, die Verwendung des Begriffs in verschiedenen Kulturen, seine theologischen und philosophischen Deutungen, seine politischen Anwendungen und seine Verwendung für fiktionale Zusammenhänge. Diese Informationen sind notwendig. Problematisch wird ihre Darstellung jedoch dadurch, dass die dritte Ebene nicht als menschlich erzeugte Deutungs- und Ordnungswelt kenntlich gemacht wird.

Begriffe wie „Weltwirtschaft“, „Weltgeschichte“, „Weltreligion“, „Pflanzenwelt“, „Unterwelt“, „Fantasiewelt“ und „Weltall“ enthalten zwar dasselbe Wort, beziehen sich aber auf grundlegend verschiedene Zusammenhänge. Manche bezeichnen physische Räume, andere gesellschaftliche Ordnungen, andere religiöse Vorstellungen und wieder andere erfundene Erzählräume. Der Artikel zählt diese Verwendungen auf, ohne ein System zu entwickeln, das ihre unterschiedlichen Referenzen sichtbar macht.

Die Ebene der Prüfung, Rückkopplung und Korrektur

Die vierte Ebene umfasst die Prüfung, Rückkopplung, Korrektur und Reparatur. Sie fragt, ob die Vorstellungen, Begriffe, Institutionen und Tätigkeiten der dritten Ebene mit den Bedingungen der ersten und zweiten Ebene vereinbar sind. Sie untersucht nicht nur, was Menschen glauben oder wie sie einen Begriff verwenden, sondern auch, welche Folgen daraus entstehen, woran ein Weltbild scheitert und wie es verändert werden kann.

Im Wikipedia-Artikel fehlt diese Ebene nahezu vollständig. Der Artikel stellt fest, dass der Weltbegriff von subjektiven und kulturellen Vorstellungen abhängig sei und dass unterschiedliche Kulturen verschiedene Auffassungen von Welt entwickelt hätten. Er fragt jedoch nicht, wie solche Vorstellungen überprüft werden können. Es bleibt offen, woran sich erkennen lässt, ob ein Weltbild tragfähig ist, welche Bestandteile beobachtbar sind, welche Aussagen auf Glauben beruhen, welche Folgen eine Vorstellung hervorbringt und wann eine Korrektur notwendig wird.

Der Artikel bleibt damit beschreibend. Er sammelt Bedeutungen, ohne ihre Tragfähigkeit und ihre Beziehungen zu untersuchen. Das Vier-Ebenen-Modell würde diese beschreibende Ebene nicht abschaffen, sondern durch eine Prüfstruktur ergänzen.

Der zentrale Bruch zwischen Welt und Weltbegriff

Eine der größten Lücken des Artikels besteht darin, dass Welt, Weltbegriff und Weltbild nicht hinreichend voneinander unterschieden werden. Die Welt wäre zunächst der Zusammenhang, innerhalb dessen etwas existiert, lebt und wirkt. Der Weltbegriff ist das sprachliche Mittel, mit dem Menschen diesen Zusammenhang bezeichnen. Das Weltbild ist eine bestimmte Vorstellung davon, wie dieser Zusammenhang beschaffen sei.

Diese drei Bereiche werden im Artikel fortwährend ineinandergeschoben. Dadurch erscheint eine menschliche Beschreibung leicht so, als sei sie mit dem beschriebenen Zusammenhang identisch. Nach dem Vier-Ebenen-Modell gehört die physische Welt zur ersten Ebene. Das lebendige In-der-Welt-Sein gehört zur zweiten Ebene. Der Begriff „Welt“ und die daraus hervorgehenden Weltbilder gehören zur dritten Ebene. Die Überprüfung dieser Weltbilder an Beobachtungen, Tätigkeiten und Folgen gehört zur vierten Ebene.

Diese Unterscheidung wäre für einen Wikipedia-Artikel besonders wichtig, weil Wikipedia selbst innerhalb der dritten Ebene arbeitet. Wikipedia sammelt Begriffe, Quellen, Deutungen und Beschreibungen. Sie erzeugt jedoch nicht die Bedingungen, auf die sich diese Beschreibungen beziehen. Gerade deshalb müsste sie fortlaufend kenntlich machen, ob sie von einer Sache, einem Vorgang, einem Modell, einer Vorstellung oder einer historischen Deutung spricht.

Der Bruch zwischen Erkennen und Existieren

Die Formulierung, Welt sei die Gesamtheit des Begreifbaren oder Erkennbaren, setzt den Menschen und seinen Erkenntnishorizont an den Anfang. Dadurch entsteht der Eindruck, die Grenze der Welt falle mit der Grenze menschlicher Erkenntnis zusammen. Das ist jedoch nicht haltbar.

Der Mensch kann von Bedingungen abhängig sein, die er noch nicht erkannt hat. Ein Organismus kann auf Stoffe, Mikroorganismen, Strahlungen oder klimatische Veränderungen reagieren, ohne deren Ursachen zu kennen. Die Wirksamkeit einer Bedingung hängt nicht davon ab, ob der Mensch einen Begriff dafür besitzt. Nichtwissen hebt Existenz nicht auf.

Das Vier-Ebenen-Modell korrigiert deshalb die anthropozentrische Verkürzung des Artikels. Nicht das menschliche Erkennen entscheidet darüber, was existiert oder wirksam ist. Der Mensch befindet sich innerhalb eines Zusammenhangs, der ihn hervorgebracht hat und der ihn auch dort bestimmt, wo er ihn nicht versteht.

Erde, Welt und Universum

Der Artikel zeigt, dass „Welt“ sowohl als Bezeichnung für die Erde als auch für das Universum gebraucht wurde. Er beschreibt Weltkarten, Weltgeschichte, Weltpolitik und Weltfrieden als Begriffe, die sich überwiegend auf die Erde oder die menschliche Gesellschaft beziehen. Dennoch wird die daraus folgende Notwendigkeit einer genauen Ebenen- und Bezugsunterscheidung nicht konsequent entwickelt.

Der Planet Erde ist ein physischer Himmelskörper. Die Biosphäre ist ein lebendiger Funktionszusammenhang. Die Menschheit ist eine biologische und gesellschaftliche Teilmenge dieses Zusammenhangs. Die Weltgesellschaft ist eine von Menschen geschaffene soziale Ordnung. Das Universum umfasst weit mehr als den Planeten Erde.

Diese Bereiche dürfen nicht unter einem scheinbar einheitlichen Weltbegriff verschwinden. Wenn von Weltbevölkerung gesprochen wird, ist nicht die Bevölkerung des Universums gemeint. Weltpolitik bezeichnet keine kosmische Politik. Weltwirtschaft umfasst nicht alle stofflichen und energetischen Vorgänge des Planeten, sondern einen bestimmten menschlichen Verwertungs- und Austauschzusammenhang.

Der Artikel hätte deshalb deutlicher darauf hinweisen müssen, dass der Weltbegriff nur dann verständlich wird, wenn der jeweilige Referenzraum benannt wird.

Naturgesetzlichkeiten, gesellschaftliche Regeln und Glaubenssätze

Im Abschnitt über den gesellschaftlichen Weltbegriff heißt es, zu einer menschlichen Vorstellung von Welt gehörten bestimmte Regeln, nach denen die Welt funktioniere, sowie Glaubenssätze, die dem Weltverhalten zugrunde lägen. Hier werden physische Gesetzmäßigkeiten, gesellschaftliche Regeln und persönliche oder kollektive Glaubenssätze zu wenig voneinander unterschieden.

Eine Gesellschaft kann Gesetze, Eigentumsordnungen, Währungen und politische Institutionen verändern. Sie kann jedoch nicht durch Abstimmung die Gravitation, den Sauerstoffbedarf, den Stoffwechsel oder die Verletzbarkeit eines Organismus aufheben. Gesellschaftliche Regeln gelten, weil Menschen sie erlassen, anerkennen oder durchsetzen. Physische und biologische Gesetzmäßigkeiten wirken unabhängig davon, ob Menschen sie anerkennen.

Glaubenssätze können Handlungen steuern und dadurch außerordentlich wirksam werden. Sie ersetzen jedoch nicht die Bedingungen, innerhalb derer diese Handlungen stattfinden. Eine Gesellschaft kann glauben, unbegrenztes Wachstum sei möglich. Dieser Glaube beseitigt jedoch nicht die Begrenztheit von Stoffen, Flächen, Regenerationszeiten und körperlichen Belastbarkeiten.

Das Vier-Ebenen-Modell würde deshalb zwischen vorgefundenen Bedingungen, lebendigen Funktionszusammenhängen, menschlich gesetzten Regeln und deren Folgen unterscheiden. Genau diese Unterscheidung fehlt dem Artikel.

Die problematische Bedeutung von „weltfremd“

Der Artikel erläutert, ein Mensch werde als „weltfremd“ bezeichnet, wenn sein Denken und Handeln zu stark von gesellschaftlich anerkannten Normen abweiche. Diese Beschreibung gibt zwar einen gebräuchlichen Sprachgebrauch wieder, übernimmt aber zugleich dessen gesellschaftliche Voraussetzung.

Gesellschaftliche Anpassung ist nicht automatisch Wirklichkeitsnähe. Eine Gesellschaft kann kollektiv Vorstellungen vertreten, die ihre eigenen Existenzbedingungen beschädigen. Umgekehrt kann eine von der gesellschaftlichen Norm abweichende Person auf Bedingungen und Folgen hinweisen, die von der Mehrheit verdrängt werden.

Nach dem Vier-Ebenen-Modell müsste deshalb zwischen gesellschaftlicher Fremdheit und existenzieller Weltfremdheit unterschieden werden. Gesellschaftlich weltfremd wäre jemand, der geltende Konventionen nicht kennt oder nicht beachtet. Existenziell weltfremd wäre dagegen eine Person oder Gesellschaft, die ihre physisch-materiellen und lebendigen Abhängigkeiten nicht mehr wahrnimmt.

Diese beiden Formen können gegeneinander stehen. Ein Mensch kann gesellschaftlich vollständig angepasst sein und dennoch gegenüber den Konsequenzen seines Handelns weltfremd bleiben. Gerade diese zweite Form der Weltfremdheit wäre für die gegenwärtige Zivilisationsentwicklung wesentlich bedeutsamer, wird im Artikel jedoch nicht angesprochen.

Kulturelle Verschiedenheit und gemeinsame Existenzbedingungen

Der Artikel betont zu Recht, dass Weltvorstellungen kulturell und historisch verschieden sind. Die Bedeutung des Wortes „Welt“ hängt von religiösen, philosophischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Anschauungen ab. Diese Vielfalt gehört zur dritten Ebene.

Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass auch die Bedingungen der ersten und zweiten Ebene beliebig seien. Kulturen können unterschiedliche Bezeichnungen verwenden. Sie können unterschiedliche Eigentumsordnungen, Religionen, Menschenbilder und politische Systeme entwickeln. Die stofflichen Bedingungen von Atmung, Ernährung, Verletzbarkeit und planetarischer Begrenztheit werden dadurch jedoch nicht aufgehoben.

Das Vier-Ebenen-Modell ermöglicht deshalb eine doppelte Betrachtung. Es erkennt die kulturelle Vielfalt menschlicher Weltbilder an und bindet sie zugleich an gemeinsam geteilte physische und lebendige Bedingungen zurück. Diese Rückbindung verhindert sowohl einen kulturellen Absolutheitsanspruch als auch einen Beliebigkeitsrelativismus.

Welt als Macht- und Ausschlussbegriff

Der Artikel nennt Bezeichnungen wie „Alte Welt“, „Neue Welt“, „Erste Welt“, „Dritte Welt“, „westliche Welt“ oder „islamische Welt“. Diese Begriffe werden überwiegend als geografische, wirtschaftliche oder kulturelle Unterscheidungen dargestellt. Unzureichend untersucht wird jedoch, dass solche Weltbegriffe immer auch Macht-, Zuordnungs- und Ausschlussbegriffe sein können.

Die Bezeichnung „Neue Welt“ setzt beispielsweise die Perspektive derjenigen voraus, für die der amerikanische Kontinent neu erschien. Für die dort bereits lebenden Gesellschaften war dieser Raum nicht neu. Eine bestimmte Perspektive wird zur allgemeinen Weltperspektive erhoben.

Ähnliches gilt für Begriffe wie „Erste Welt“ und „Dritte Welt“. Sie ordnen Gesellschaften nicht nur geografisch, sondern erzeugen Rangfolgen und Entwicklungsmodelle. Eine Gruppe bestimmt, welche Ordnung als fortgeschritten, maßgeblich oder normal gelten soll, während andere Gesellschaften als nachgeordnet oder rückständig erscheinen.

Der Begriff „Welt“ kann deshalb dazu dienen, einen Ausschnitt zur maßgeblichen Gesamtheit zu erklären. Das Vier-Ebenen-Modell würde hier fragen, wer einen Weltbegriff setzt, auf welcher Ebene er sich befindet, welche Interessen mit ihm verbunden sind und welche materiellen und gesellschaftlichen Folgen er hervorbringt.

Die unzureichende Einbeziehung außereuropäischer Weltbegriffe

Der Artikel erwähnt zwar auch außereuropäische Weltbegriffe, beispielsweise chinesische Bezeichnungen. Diese Perspektiven bleiben jedoch randständig. Die Hauptstruktur des Artikels folgt weiterhin einer europäischen, christlichen und deutschsprachigen Entwicklungslinie.

Dadurch entsteht ein Widerspruch. Einerseits erklärt der Artikel, der Weltbegriff sei kulturell abhängig. Andererseits wird seine Geschichte weitgehend aus europäischer Perspektive erzählt. Außereuropäische Begriffe erscheinen als Ergänzungen einer bereits feststehenden Haupterzählung.

Eine veränderte Fassung müsste deutlicher machen, dass es keine neutrale Geschichte des Weltbegriffs gibt, die von Europa aus für alle Kulturen erzählt werden kann. Verschiedene Kulturen haben nicht nur unterschiedliche Wörter für dieselbe bereits feststehende Welt entwickelt. Sie haben unterschiedliche Beziehungen zwischen Kosmos, Natur, Gesellschaft, Vorfahren, Göttern, Lebewesen und menschlicher Tätigkeit entworfen.

Das Vier-Ebenen-Modell könnte solche Unterschiede sichtbar machen, ohne sie vorschnell gleichzusetzen. Es würde prüfen, welche Ebenen ein Weltbild unterscheidet, welche es miteinander verbindet und welche Abhängigkeiten oder Tätigkeitsfolgen dabei sichtbar oder unsichtbar werden.

Die christliche Theologie im Artikel

Der Abschnitt über die christliche Theologie stellt eine bestimmte theologische Deutung des Weltbegriffs weitgehend als einheitliche christliche Position dar. Die Welt erscheint dort unter anderem als Bereich der Sünde, der Gottesferne und des zu überwindenden Weltlichen. Dabei wird nicht hinreichend zwischen biblischen Textstellen, historischen Auslegungen, konfessionellen Unterschieden und gegenwärtigen theologischen Positionen unterschieden.

Der Abschnitt wechselt außerdem von der Beschreibung des Wortes „Welt“ zu einer umfangreichen Darstellung moralischer Glaubenssätze. Damit verlässt er teilweise die begriffsgeschichtliche Analyse und übernimmt Inhalte einer bestimmten religiösen Deutungsordnung.

Nach dem Vier-Ebenen-Modell gehört Religion zur dritten Ebene. Sie ist damit nicht bedeutungslos oder unwirklich. Religiöse Vorstellungen können Lebensführung, Gemeinschaftsbildung, Recht, Sexualmoral, Politik und den Umgang mit Naturbedingungen tiefgreifend beeinflussen. Gerade deshalb müssten sie in ihrer historischen Vielfalt und in ihren Rückwirkungen untersucht werden.

Die entscheidende Frage wäre nicht nur, was eine Religion unter Welt versteht, sondern auch, wie dieses Weltverständnis menschliche Tätigkeiten verändert und welche Folgen diese Tätigkeiten für Körper, Gesellschaft und physische Bedingungen hervorbringen.

Der philosophische Abschnitt

Der philosophische Teil des Artikels reiht verschiedene Positionen von Leibniz, Hegel, Kant, Nietzsche, Jaspers und Heidegger aneinander. Dadurch entsteht eine verkürzte Geschichte vorwiegend deutscher und europäischer Philosophie. Eine systematische Klärung der verschiedenen Weltbegriffe findet jedoch nur teilweise statt.

Es müsste deutlicher unterschieden werden, ob Welt als Gesamtheit alles Seienden, als geordneter Kosmos, als Horizont menschlicher Erfahrung, als sprachlicher Sinnzusammenhang, als sozialer Zusammenhang oder als physischer Prozess verstanden wird.

Diese Positionen betreffen nicht alle dieselbe Ebene. Eine ontologische Aussage darüber, was existiert, ist etwas anderes als eine erkenntnistheoretische Aussage darüber, was der Mensch erkennen kann. Eine phänomenologische Beschreibung menschlicher Welterfahrung ist wiederum etwas anderes als eine kosmologische Beschreibung des Universums.

Der Artikel hätte die genannten Philosophen deshalb nicht nur chronologisch oder biografisch aneinanderreihen, sondern nach ihren jeweiligen Fragestellungen ordnen müssen. Das Vier-Ebenen-Modell würde sichtbar machen, ob eine Position von physischer Existenz, lebendigem Erfahren, begrifflicher Deutung oder kritischer Überprüfung spricht.

Fiktive Welten und ihre realen Rückwirkungen

Der Abschnitt über fiktive Welten beschreibt hauptsächlich erfundene Erzählräume in Literatur, Film, Serien und Spielen. Die Qualität dieser Welten wird dabei insbesondere mit ihrer inneren Stimmigkeit und der möglichen Immersion des Konsumenten verbunden.

Diese Beschreibung bleibt jedoch zu eng. Fiktive und mediale Welten sind nicht nur abgeschlossene Räume der Unterhaltung. Sie wirken auf Wünsche, Wahrnehmungen, Ängste, politische Vorstellungen, technische Entwicklungen und gesellschaftliche Selbstbilder zurück.

Ein fiktiver Ort existiert nicht auf dieselbe Weise wie ein physischer Ort. Die Erzählung, das Bild, der Film oder das Spiel existieren jedoch als materielle und symbolische Hervorbringungen. Sie werden wahrgenommen, verarbeitet und können menschliches Handeln verändern. Dadurch entstehen reale Rückwirkungen auf die erste und zweite Ebene.

Das Vier-Ebenen-Modell würde deshalb zeigen, dass etwas als dargestellte Welt fiktiv sein und zugleich als menschliches Werk und als Ursache von Tätigkeiten tatsächlich wirksam werden kann.

Welt als Abhängigkeitszusammenhang

Eine grundsätzliche Erweiterung des Artikels müsste darin bestehen, Welt nicht nur als Gesamtheit von Dingen, sondern als Abhängigkeitszusammenhang zu beschreiben. Beziehungen zwischen Dingen sind nicht bloß gedankliche Zuordnungen. Sie können Bedingungen des Funktionierens und Überlebens sein.

Der Mensch befindet sich nicht vor der Welt, um sie lediglich zu betrachten oder zu deuten. Die Welt geht durch seinen Organismus hindurch. Luft, Wasser, Nahrung, Temperatur, Mikroorganismen und Stoffwechsel sind keine äußeren Themen. Sie sind Voraussetzungen seines Daseins.

Diese Abhängigkeiten werden durch den Begriff „Umwelt“ häufig bereits sprachlich nach außen verlagert. Das Vier-Ebenen-Modell würde dagegen deutlich machen, dass der Mensch kein abgeschlossenes Innen besitzt, dem eine unabhängige Außenwelt gegenübersteht. Sein Organismus ist ein durchlässiger, tätiger und fortlaufend rückgekoppelter Bestandteil größerer Zusammenhänge.

Welt als Tätigkeits- und Konsequenzraum

Der Artikel behandelt den Menschen vor allem als Deuter von Welt. Er berücksichtigt zu wenig, dass Menschen durch ihre Tätigkeiten fortlaufend in die Bedingungen eingreifen, die sie selbst tragen.

Landwirtschaft, Industrie, Verkehr, Medizin, Architektur, Kriegsführung, Technik, Medien und Wirtschaft verändern stoffliche, lebendige und gesellschaftliche Zusammenhänge. Aus Weltbildern entstehen Entscheidungen. Aus Entscheidungen entstehen Tätigkeiten. Aus Tätigkeiten entstehen Konsequenzen. Diese Konsequenzen wirken auf Menschen, Organismen, Gesellschaften und materielle Bedingungen zurück.

Der Weltbegriff müsste deshalb als Tätigkeits- und Konsequenzraum verstanden werden. Der Mensch ist nicht nur in der Welt, sondern verändert durch jede Tätigkeit die Bedingungen, innerhalb derer er und andere weiterexistieren müssen.

Das Vier-Ebenen-Modell macht die vollständige Rückkopplung sichtbar. Eine Vorstellung entsteht auf der dritten Ebene. Sie wird durch eine Tätigkeit umgesetzt. Die Tätigkeit greift in die erste und zweite Ebene ein. Die entstehenden Folgen müssen auf der vierten Ebene wahrgenommen, geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.

Vorgefundene und hergestellte Welt

Eine weitere notwendige Unterscheidung betrifft das Verhältnis zwischen Vorgefundenem und Hergestelltem. Der Mensch findet physische und lebendige Bedingungen vor. Zugleich stellt er Häuser, Maschinen, Staaten, Währungen, Gesetze, digitale Netzwerke und kulturelle Bedeutungen her.

Diese Menschenwerke sind weder bloße Illusionen noch mit der physisch-materiellen Welt identisch. Sie besitzen eine abgeleitete Wirklichkeit. Ein Geldschein erhält seine gesellschaftliche Wirkung durch Anerkennung, Institutionen und Handlungen. Er besteht zugleich aus Material und verursacht Tätigkeiten, die wiederum stoffliche Folgen haben.

Der Artikel müsste daher zeigen, dass menschliche Welten auf vorgefundenen Bedingungen aufbauen und von ihnen abhängig bleiben. Die symbolische Welt kann sich zeitweilig so verselbstständigen, als bestimme sie autonom über Funktionieren und Nichtfunktionieren. Tatsächlich bleibt sie jedoch auf Materie, Energie, Körper, Arbeit und lebendige Träger angewiesen.

Welt als Prüfproblem

Jedes Weltbild wählt aus. Es setzt bestimmte Schwerpunkte, verbindet Beobachtungen durch Begriffe und lässt andere Zusammenhänge unberücksichtigt. Deshalb kann kein Weltbild allein dadurch als tragfähig gelten, dass es historisch verbreitet, kulturell anerkannt oder gesellschaftlich mächtig ist.

Ein Artikel über den Weltbegriff müsste deshalb auch die verschiedenen Formen der Überprüfung sichtbar machen. Dazu gehören empirische Beobachtung, logische Widerspruchsfreiheit, körperliche Erfahrung, historische Vergleichbarkeit, interkulturelle Gegenüberstellung, Folgenprüfung und die Möglichkeit der Korrektur.

Das Vier-Ebenen-Modell erhebt nicht den Anspruch, selbst ein endgültiges Weltbild vorzugeben. Es stellt vielmehr ein Prüfverfahren bereit. Es fragt, auf welcher Ebene eine Aussage gemacht wird, worauf sie verweist, welche Ebenen sie möglicherweise vermischt, welche Tätigkeiten aus ihr hervorgehen und welche Folgen diese Tätigkeiten erzeugen.

Grundstruktur einer veränderten Wikipedia-Fassung

Eine veränderte Fassung des Wikipedia-Artikels dürfte nicht mehr mit einer scheinbar einheitlichen Definition beginnen. Sie müsste zunächst darauf hinweisen, dass „Welt“ ein mehrdeutiger Begriff ist, der je nach Zusammenhang eine physische Gesamtheit, einen lebendigen Zusammenhang, eine gesellschaftliche Ordnung, ein Weltbild oder einen fiktionalen Raum bezeichnet.

Anschließend müsste der Artikel erklären, dass die existierende Welt nicht mit der erkannten oder beschriebenen Welt identisch ist. Menschliches Wissen ist begrenzt, historisch veränderlich und modellabhängig. Der Mensch kann von Bedingungen betroffen sein, die er noch nicht erkannt oder begriffen hat.

Danach wäre die physische Welt als Gesamtheit materieller und energetischer Bedingungen zu behandeln. Dabei müsste zwischen Erde, Universum und wissenschaftlichen Modellen unterschieden werden. Die Erde wäre als einzelner Planet zu bestimmen, während Begriffe wie Weltbevölkerung, Weltklima und Weltpolitik überwiegend auf die Erde oder die menschliche Gesellschaft bezogen sind.

In einem weiteren Abschnitt müsste die Welt des Lebendigen dargestellt werden. Organismen wären nicht nur als Bestandteile einer Welt, sondern als tätige, stoffwechselnde und verletzbare Funktionsteile zu beschreiben. Die Welt wäre hier ein Zusammenhang von Bedingungen, Möglichkeiten, Widerständen und Rückkopplungen.

Darauf müsste die symbolische und gesellschaftliche Menschenwelt folgen. Sprache, Religion, Wissenschaft, Recht, Wirtschaft, Politik, Technik und Kunst wären als menschlich hervorgebrachte Ordnungen zu kennzeichnen. Sie bestehen nicht auf dieselbe Weise wie ein Planet oder ein Organismus, können jedoch tiefgreifende materielle und körperliche Folgen erzeugen.

Ein eigener Abschnitt müsste Weltbilder und Weltanschauungen behandeln. Dabei wäre hervorzuheben, dass Weltbilder kulturell und historisch verschieden sind, aber nicht allein deshalb jeder Prüfung entzogen werden können. Sie können an Beobachtungen, Widersprüchen und Tätigkeitsfolgen überprüft werden.

Politische und kulturelle Weltbegriffe müssten als perspektivische und häufig machtgebundene Einteilungen untersucht werden. Begriffe wie „Neue Welt“, „Erste Welt“ oder „westliche Welt“ wären nicht nur zu nennen, sondern hinsichtlich ihrer Entstehung, ihrer Perspektive und ihrer Ausschlusswirkungen zu erklären.

Religiöse Weltbegriffe müssten nach Religionen, Konfessionen, historischen Perioden und theologischen Richtungen differenziert werden. Der philosophische Abschnitt müsste nicht nur einzelne Denker aneinanderreihen, sondern die verschiedenen Arten philosophischer Weltfragen systematisch unterscheiden.

Auch fiktive Welten müssten nicht nur als in sich geschlossene Erzählräume dargestellt werden. Ihre Rückwirkung auf Wahrnehmung, gesellschaftliche Vorstellungen und menschliche Tätigkeiten müsste ebenfalls berücksichtigt werden.

Am Ende müsste der Artikel eine grundsätzliche Abgrenzung vornehmen. Bei jeder Verwendung des Wortes „Welt“ wäre zu fragen, worauf sich der Begriff bezieht, ob von einem bestehenden Zusammenhang oder seiner Beschreibung gesprochen wird, welche menschlichen Interessen und Perspektiven in dieser Beschreibung enthalten sind und wie die jeweilige Aussage geprüft oder korrigiert werden kann.

Beispiel einer neu formulierten Einleitung

Als „Welt“ wird je nach Zusammenhang eine physische Gesamtheit, ein lebendiger Abhängigkeitszusammenhang, eine menschliche Deutungs- und Gesellschaftsordnung oder ein in sich geschlossener Vorstellungsraum bezeichnet. Der Begriff ist deshalb mehrdeutig und muss von Bezeichnungen wie Erde, Universum, Gesellschaft, Wirklichkeit, Weltbild und Fiktion unterschieden werden.

Im weitesten ontologischen Sinn kann Welt alles bezeichnen, was existiert. Davon zu unterscheiden ist die erkannte, beschriebene oder vorgestellte Welt. Menschliches Wissen erfasst nicht notwendig sämtliche Bedingungen, von denen Menschen und andere Lebewesen abhängig sind. Welt ist daher nicht mit dem jeweils vorhandenen Wissen über sie identisch.

Als physische Welt wird die Gesamtheit der materiellen und energetischen Bedingungen und Prozesse bezeichnet. Dazu gehören Raum, Zeit, Materie, Energie und die in den Naturwissenschaften untersuchten Wechselwirkungen. Wissenschaftliche Beschreibungen dieser Vorgänge sind Modelle und dürfen nicht mit den beschriebenen Vorgängen gleichgesetzt werden.

Lebewesen stehen der Welt nicht als unabhängige Beobachter gegenüber. Sie existieren durch Stoffwechsel und durch Wechselwirkungen mit anderen Organismen und physischen Bedingungen. Für Lebewesen ist Welt deshalb nicht nur eine Gesamtheit vorhandener Dinge, sondern ein Zusammenhang von Abhängigkeiten, Tätigkeiten, Möglichkeiten, Widerständen und Rückwirkungen.

Menschen erzeugen durch Sprache, Religion, Wissenschaft, Recht, Politik, Wirtschaft, Technik und Kunst symbolische Ordnungen, die ebenfalls als Welten bezeichnet werden. Solche Welten werden durch menschliche Tätigkeiten, Regeln und Institutionen hervorgebracht. Sie können trotz ihres symbolischen Ursprungs materielle, gesellschaftliche und körperliche Folgen erzeugen.

Weltbilder sind geordnete Vorstellungen darüber, wie die Welt beschaffen sei. Sie verändern sich historisch und unterscheiden sich zwischen Kulturen. Aus dieser Verschiedenheit folgt jedoch nicht, dass alle Aussagen über Welt gleichermaßen tragfähig sind. Weltbilder können an Beobachtungen, inneren Widersprüchen und den Folgen der aus ihnen hervorgehenden Tätigkeiten geprüft werden.

Der Weltbegriff bezeichnet somit nicht nur eine Gesamtheit. Er beschreibt zugleich unterschiedliche Beziehungen zwischen physischen Bedingungen, lebendigem Geschehen, menschlichen Deutungen und den Verfahren, mit denen diese Deutungen überprüft und korrigiert werden.

Der Nachweis der Notwendigkeit des Vier-Ebenen-Modells

An einem einzelnen Wikipedia-Artikel lässt sich nicht mathematisch beweisen, dass das Vier-Ebenen-Modell in jedem Artikel zwingend verwendet werden müsste. Der Artikel „Welt“ liefert jedoch einen deutlichen Funktionsnachweis.

Ohne das Modell werden Existenz und Erkenntnis miteinander vermischt. Erde, Universum, Gesellschaft und Weltbild werden nicht systematisch getrennt. Das lebendige Tätigkeits- und Abhängigkeitsgeschehen bleibt weitgehend unsichtbar. Gesellschaftliche Regeln und physische Gesetzmäßigkeiten erscheinen innerhalb desselben Bedeutungsraumes. Symbolische Welten werden beschrieben, ohne ihre materiellen Folgen zu untersuchen. Kulturelle Verschiedenheit wird dargestellt, ohne nach Tragfähigkeit, Folgen und Korrigierbarkeit zu fragen.

Mit dem Vier-Ebenen-Modell lassen sich diese Brüche lokalisieren. Es wird sichtbar, ob eine Aussage von physischer Existenz, von lebendigem Geschehen, von menschlicher Deutung oder von Überprüfung und Korrektur handelt. Gleichzeitig werden die Übergänge zwischen den Ebenen erkennbar.

Das Modell ist daher nicht lediglich eine zusätzliche Weltanschauung, die Wikipedia übernehmen müsste. Es ist zunächst ein Verfahren zur Unterscheidung. Es verhindert, dass Modelle mit Vorgängen, Begriffe mit Dingen, gesellschaftliche Regeln mit Naturgesetzlichkeiten und menschliche Vorstellungen mit der Gesamtheit der Existenz verwechselt werden.

Seine besondere Bedeutung für Wikipedia liegt darin, dass Wikipedia selbst vorwiegend auf der dritten Ebene arbeitet. Sie sammelt Quellen, Texte, Begriffe, Bedeutungen und historische Deutungen. Gerade deshalb benötigt sie ein Instrument, das fortlaufend fragt, worauf diese Begriffe verweisen, welche Ebenen sie zusammenziehen, welche Tätigkeiten aus ihnen entstehen und woran ihre Tragfähigkeit überprüft werden kann.

Der vorhandene Artikel zeigt, dass eine Ansammlung belegter Einzelinformationen noch keine vollständige Kontextualisierung hervorbringt. Erst die Rückkopplung zwischen physischer Tragwirklichkeit, lebendigem Tätigkeitsgeschehen, symbolischer Menschenwelt und öffentlicher Prüfung erzeugt eine Erkenntnisstruktur, in der Lücken, Brüche und Ebenenverwechslungen sichtbar werden.

Die entscheidende Veränderung bestünde deshalb nicht allein darin, weitere Informationen in den Wikipedia-Artikel einzufügen. Seine gesamte Ordnungsstruktur müsste verändert werden. Aus einer Aufzählung menschlicher Weltvorstellungen müsste eine Untersuchung ihrer Referenzen, Abhängigkeiten, Tätigkeitsfolgen und Korrekturmöglichkeiten werden. Genau darin zeigt sich die Notwendigkeit des Vier-Ebenen-Modells.