Anlage 14 – Die Parameter der documenta 16 und meine eigenständige Ergänzung

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Der öffentlich erkennbare Stand

Die documenta 16 findet vom 12. Juni bis 19. September 2027 in Kassel statt. Naomi Beckwith ist Künstlerische Leiterin. Zum öffentlich vorgestellten Kernteam gehören Carla Acevedo-Yates und Xiaoyu Weng als Kuratorinnen, Romi Crawford für „Mediation, Interpretation and Programming“ sowie Mayra A. Rodríguez Castro als Chefredakteurin der Publikationen. Gemeinsam entwickeln sie Ausstellung, Publikationen und Programm.

Die öffentlich kommunizierte Ausrichtung betont den Dialog mit den sozialen und kulturellen Landschaften des Planeten und seinen Zukünften. Vermittlung, Interpretation und Programm werden als grundlegender Bestandteil des künstlerischen Konzepts behandelt und nicht nur als nachträgliche Erklärung der Ausstellung.

Da sich das kuratorische Konzept bis zur Ausstellung weiterentwickelt, darf meine Bewerbung keine vollständige Identität mit einem noch entstehenden Programm behaupten. Sie muss eine präzise Anschlussstelle und eine eigenständige Ergänzung benennen.

Die Anschlussstelle

Meine Forschungskunst verbindet Wissensproduktion aus dem Kunstmachen, körperliche und materielle Erfahrung, fachübergreifende Untersuchung, kollektive Prozesse, Archiv, Sprache, Experiment und Vermittlung. Das So-Heits-Atelier stellt keine didaktische Begleitstation neben das Werk. Die Vermittlung geschieht als künstlerische Tätigkeit im Werk selbst.

Die mehrsprachige Begriffsforschung berührt transkulturelle und hybride Bezugsrahmen, ohne Unterschiede einzuebnen. Die chronistische Werkspur verbindet Archiv, Text, Bild, Handlung und verborgene institutionelle Einschreibungen. Die griechisch-kretische Werkspur eröffnet einen körperlichen und mythologischen Zugang zu Geburt, Abhängigkeit, Orientierung und technischer Selbstabschirmung.

Die eigenständige Ergänzung

Meine Forschungskunst fügt den Zukunftsvorstellungen eine vorausliegende Prüf-Frage hinzu: Woran kann erkannt werden, ob eine mögliche Zukunft mit den materiellen, körperlichen und planetarischen Bedingungen vereinbar ist?

Künstlerische Werkzeuge zur Vorstellung gemeinsamer Zukünfte benötigen ein Gegenüber, an dem ihre Tragfähigkeit geprüft werden kann. Dieses Gegenüber ist keine fertige Naturordnung und keine neue Autorität. Es ist die Tragwirklichkeit aus Materialien, Körpern, Beziehungen, Toleranzräumen und Tätigkeitsfolgen.

Die spezifische Ergänzung meines Vorschlags lautet daher: Forschungskunst als öffentliche Überzeugungsprüfung. Das So-Heits-Atelier macht nicht nur andere Möglichkeiten vorstellbar. Es stellt Verfahren bereit, mit denen Besucher und Institutionen ihre Vorstellungen darstellen, vergleichen, erproben, korrigieren und reparieren können.