Anlage 17 Bildnerische Künste, Fotografie, Symmetrieprojektion, Materialeigenschaften und richtiges Loslassen

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Die bildnerischen Künste untersuchen Wahrnehmung, Auswahl, Material, Form, Oberfläche, Gewicht, Farbe, Spur und Veränderung.

Fotografie prüft, was sichtbar gemacht und was durch Ausschnitt und Perspektive ausgeschlossen wird. Sie macht deutlich, dass bereits jede Darstellung eine menschliche Interpretation ist.

Das Bild kann zum Gegenüber werden, es kann aber auch zur Projektionsleinwand werden. Der Betrachter sieht dann nicht, was ihm entgegenkommt, sondern nur das, was seine eigenen Erwartungen und Rollenbilder auf das Bild übertragen.

Spiegelbildliche Symmetrie besitzt eine starke ästhetische und ordnende Wirkung. Sie kann Ruhe, Perfektion und Geschlossenheit vermitteln. Gerade deshalb kann sie die Zeit, Materialgeschichte und Verletzlichkeit eines Werkes verdecken.

Bildhauerei und Plastik unterscheiden unterschiedliche Formungsvorgänge. Die Skulptur arbeitet durch Wegnahme und Abgrenzung. Die Plastik arbeitet durch Aufbau, Modellierung und Veränderung.

Aus dieser handwerklichen Differenz entwickelte sich die anthropologische Unterscheidung von Skulpturidentität und plastischer Identität.

Kartoffelarbeiten untersuchen den Unterschied zwischen Stoffwechsel und Wertzuschreibung. Gold, Preis und Eigentum verändern gesellschaftliche Geltung, nicht den lebendigen oder zerfallenden Prozess.

Das richtige Loslassen bezeichnet den Zeitpunkt, an dem weitere Bearbeitung das Werk nicht mehr verbessert, sondern zerstört. Es ist eine künstlerische, gesellschaftliche und zivilisatorische Fähigkeit.