Anlage 5 Der Mensch als Künstler und die Menschenwelt als unabgeschlossenes Kunstwerk

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Der Mensch ist Künstler, weil er wahrnimmt, unterscheidet, benennt, vorstellt, erfindet, herstellt und verändert. Er erzeugt Gegenstände, Bilder, Sprachen, Rollen, Institutionen, Gesetze, Eigentumsordnungen und technische Systeme.

Auch dort, wo er sich nicht als Künstler versteht, wirkt er an der Formung der Menschenwelt mit. Kaufen, verkaufen, bauen, verwalten, erziehen, programmieren, produzieren, reparieren und unterlassen sind Gestaltungstätigkeiten.

Die Menschenwelt kann deshalb als gemeinsames, unabgeschlossenes Kunstwerk verstanden werden. Milliarden Menschen wirken an ihr mit, allerdings mit sehr unterschiedlichen Möglichkeiten, Machtpositionen und Verantwortlichkeiten.

Dieses Menschenkunstwerk ist nicht automatisch gelungen. Seine Qualität entscheidet sich nicht allein an Absicht, technischer Leistung, wirtschaftlichem Erfolg oder gesellschaftlicher Anerkennung.

Zu einem vollständigen Menschenwerk gehören auch Rohstoffgewinnung, Energieverbrauch, Arbeitsbedingungen, Transport, Gebrauch, Verschleiß, Abfall, Verletzungen und langfristige Abhängigkeitskonsequenzen.

Der Mensch gestaltet die Menschenwelt und wird durch diese Gestaltungen selbst wieder geformt. Das Werk wirkt auf seinen Künstler zurück.

Eine plastische Menschenwelt muss diese Rückwirkung aufnehmen können. Ihre Regeln, Rollen und Institutionen müssen sich aufgrund ihrer Folgen umgewichten und korrigieren lassen.

Eine skulpturale Menschenwelt behandelt ihre hervorgebrachten Formen dagegen als vollkommen und unveränderlich. Sie verlangt, dass Mensch, Körper und Natur sich der Ordnung anpassen.