Das Interaktive Buch als plastisches Mitmachwerk und Grundlage der Globalen Schwarm-Intelligenz

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Die notwendige Präzisierung-Das interaktive Buch ist noch nicht so voll funktionsfähig wie gedacht!Zum Interaktiven Buch: Executive Summary

Das Interaktive Buch ist gegenwärtig noch nicht in dem Umfang technisch funktionsfähig, wie es ursprünglich künstlerisch gedacht wurde. Diese Einschränkung muss offen benannt werden, darf aber nicht mit einem Scheitern des Konzepts verwechselt werden. Die technische Ausführung ist noch unvollständig; die künstlerische, methodische und gesellschaftliche Vorstellung liegt dagegen seit Langem vor.

Auf der bestehenden Wiki-Seite sind bereits der Zugang zum Interaktiven Buch, die Möglichkeit zur Einrichtung eines Benutzerkontos, die Bereiche A, B und C sowie die Globale Kunsthalle als Teile der Beteiligungsarchitektur angelegt. Zugleich wird dort ausdrücklich erklärt, dass das Interaktive Buch noch nicht so voll funktionsfähig ist wie gedacht. Die gegenwärtige Seite ist daher als zugänglicher Prototyp, offene Baustelle und Vorgabe für die weitere Verwirklichung zu verstehen, nicht als bereits vollständig entwickeltes digitales Buchprogramm.

Das Interaktive Buch ist weder ein automatisch erzeugtes Buch noch ein festgelegtes Lehrbuch, das von allen Nutzern in derselben Form gelesen werden soll. Es ist auch nicht primär eine bloße Zusammenfassung des Wissensbestandes der Plattform. Sein eigentliches Ziel besteht darin, jedem Nutzer die Möglichkeit zu eröffnen, aus eigenen Materialien und aus den von mir bereitgestellten Texten, Bildern, Fotografien, Collagen, Zeichnungen, Formeln, Begriffen, Modellen und künstlerischen Vorgaben ein eigenes Buch zusammenzustellen.

Dieses eigene Buch soll nicht nur eine private Sammlung bleiben. Es kann selbst wieder zu einem ermutigenden Vorgabebild, zu einer plastischen Form und zu einem Ausgangspunkt für andere Menschen werden. Erst aus dieser fortgesetzten Weitergabe, Bearbeitung, Veränderung und erneuten Veröffentlichung entsteht das, was mit Globaler Schwarm-Intelligenz gemeint ist.

Das Interaktive Buch ist die persönliche Werkstatt jedes Nutzers

Jeder Nutzer soll innerhalb der Plattform ein eigenes künstlerisches Atelier errichten können. Dieses Atelier besteht nicht notwendig aus einem realen Raum mit Werkzeugen, Farben, Steinen oder Maschinen. Es entsteht zunächst als persönlicher Arbeits- und Verbindungsraum innerhalb der Wiki-Plattform.

Der Nutzer kann sich aus dem bereitgestellten Material ein eigenes Mittigkeits-Atelier zusammenbauen. Er kann Texte auswählen, Bilder übernehmen, Fotografien neu anordnen, Collagen herstellen, Begriffe untersuchen, Formeln verändern, Widersprüche markieren und eigene Materialien ergänzen. Er kann Gedichte, Alltagserfahrungen, Fragen, Erinnerungen, Fundstücke, Zeichnungen, Fotos, Texte und Gegenargumente einbringen. Er kann vorhandenes Material kopieren, ohne es lediglich zu wiederholen. Das Kopieren ist hier ein künstlerischer Ausgangsvorgang: Eine Vorgabe wird aufgenommen, in einen anderen Zusammenhang gebracht, verändert und mit einer eigenen Erfahrung verbunden.

Das Buch entsteht deshalb nicht erst am Ende eines Erkenntnisprozesses. Seine Herstellung ist der Erkenntnisprozess. Im Auswählen, Kopieren, Gegenüberstellen, Verschieben, Ergänzen und Neuverbinden lernt der Nutzer, wie seine eigenen Bilder, Begriffe, Gewohnheiten und Weltvorstellungen entstanden sind.

Das Interaktive Buch ist damit eine digitale Fortsetzung der Collage, des Erwachsenenmalbuchs, der haptischen Plastik, der Verrichtungskunst, der Vorgabemethode und des Partizipatorischen Welttheaters. Die Plattform stellt keine leere technische Oberfläche bereit, sondern ein künstlerisches Materialfeld, das durch die Tätigkeit des Nutzers erst zu seinem eigenen Werk wird.

Das Vorgabebild ist keine Vorschrift

Mein Ziel besteht darin, ein Vorgabebild zu vermitteln. Dieses Vorgabebild ist eine plastische Darstellung meines Könnens, meiner Methoden, meiner Programme, meiner Erfahrungen und meiner früheren wie gegenwärtigen künstlerischen Konzepte. Es zeigt, wie ich über Jahrzehnte hinweg mit Fotografie, Zeichnung, Malerei, Plastik, Skulptur, Collage, Objekt, Installation, Modellbau, Performance, Aktion, Text, Buch, Theater, Werkstatt, öffentlicher Beteiligung und digitaler Vernetzung gearbeitet habe.

Das Vorgabebild schreibt jedoch nicht vor, welches Ergebnis der Nutzer herstellen soll. Es verhält sich wie eine unvollständige Form, ein Anfang, eine Spur oder ein Materialangebot. Der Nutzer kann Teile übernehmen, verwerfen, umdrehen, ergänzen oder in völlig neue Zusammenhänge bringen.

Darin liegt der Nondefekt-Effekt: Eine unfertige Vorgabe ist nicht mangelhaft, weil sie noch nicht abgeschlossen ist. Gerade ihre Offenheit ermöglicht dem Nutzer, selbst tätig zu werden. Das Vorgabebild soll nicht überwältigen und nicht den Eindruck hervorrufen, dass nur ein ausgebildeter Künstler etwas beitragen könne. Es soll Mut machen, einen eigenen Anfang zu setzen.

Die grundlegende Botschaft lautet: Sie müssen mein Buch nicht übernehmen. Sie können aus meinem Buch Ihr eigenes Buch herstellen.

Das Interaktive Buch als Integrationsmodell

Das Interaktive Buch ist ein Integrationsmodell, weil es verschiedene Ausdrucksformen, Wissensarten, Erfahrungen und Tätigkeiten nicht voneinander trennt. Ein persönlicher Gedanke kann mit einer Fotografie verbunden werden. Eine Alltagserfahrung kann neben einer wissenschaftlichen Erklärung stehen. Eine Wikipedia-Definition kann mit dem Vier-Ebenen-Modell geprüft werden. Eine Collage kann auf ein wirtschaftliches Regelwerk treffen. Ein Gedicht kann neben einer Materialuntersuchung stehen. Eine biografische Erinnerung kann eine gesellschaftliche Konstruktion sichtbar machen.

Integration bedeutet dabei nicht, alle Unterschiede zu beseitigen oder eine einheitliche Gesamterklärung herzustellen. Es bedeutet, unterschiedliche Dinge so miteinander in Beziehung zu setzen, dass ihre Unterschiede, Abhängigkeiten, Widersprüche und möglichen Verbindungen erkennbar werden.

Der Nutzer entwickelt auf diese Weise ein persönliches Weltmodell. Dieses Weltmodell muss keine abgeschlossene Weltanschauung sein. Es kann eine vorläufige Anordnung von Fragen, Erfahrungen, Bildern und Erkenntnissen bleiben. Entscheidend ist, dass sichtbar wird, wie der Nutzer zu seinen Verbindungen gelangt ist und an welchen Stellen sein Denken offen, widersprüchlich oder reparaturbedürftig bleibt.

Das Interaktive Buch ist deshalb zugleich Selbstuntersuchung, Weltuntersuchung, Kunstwerk, Arbeitsprotokoll und öffentliches Gesprächsangebot.

Der Ausgangspunkt: Warum zerstört der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen?

Alle persönlichen Bücher bleiben durch eine gemeinsame Ausgangsfrage miteinander verbunden:

Warum zerstört der Mensch seine eigenen funktionierenden Existenzbedingungen?

Diese Frage ist keine thematische Beschränkung, sondern eine offene Mitte. Sie kann von vielen Seiten aus untersucht werden. Ein Nutzer beginnt vielleicht mit seinem Atem, ein anderer mit einem Baum, einem Konsumprodukt, einer Kindheitserfahrung, einer Krankheit, einem Fluss, einer politischen Entscheidung, einem Eigentumsverhältnis, einem Bild aus der Werbung oder einer Beobachtung in seinem Wohnumfeld.

Aus jedem dieser Ausgangspunkte können neue Verbindungen entstehen. Die Frage nach einem Granatapfel kann zur Form seiner Kammern, zum goldenen Schnitt, zur Samenbildung, zur Nahrung, zur Kulturgeschichte, zur Warenproduktion, zum Transport, zum Preis und zur eigenen bildnerischen Darstellung führen. Ein alltäglicher Gegenstand wird dadurch nicht nur beschrieben. Er wird zum Ausgangspunkt einer Spurensuche.

Das Buch zeigt, dass die große Frage der menschlichen Selbstzerstörung nicht nur in abstrakten globalen Systemen vorkommt. Sie ist in gewöhnlichen Gegenständen, Tätigkeiten, Begriffen, Kaufentscheidungen, Bildern und Gewohnheiten anwesend.

Das Buch beginnt mit dem Selbermachen

Die kreative Tätigkeit ist kein nachträglicher Schmuck einer bereits fertigen Erkenntnis. Sie ist das eigentliche Werkzeug des Verstehens. Wer einen Gegenstand fotografiert, verändert seinen Blick auf ihn. Wer Bilder ausschneidet und neu zusammensetzt, entdeckt Verbindungen, die in den Einzelbildern nicht sichtbar waren. Wer einen Begriff abschreibt, etymologisch verfolgt und in verschiedene Zusammenhänge stellt, kann erkennen, welche Eigenschaften er unbemerkt in die Wirklichkeit hineingedacht hat.

Der Nutzer soll deshalb nicht nur lesen. Er soll auswählen, anfassen, fotografieren, schreiben, zeichnen, kopieren, verschieben, vergleichen, übermalen, widersprechen und ergänzen. Auch ein Rechtschreibfehler kann Teil dieser Arbeit bleiben, wenn er den Denk- und Herstellungsprozess sichtbar macht. Das Buch soll nicht den Eindruck einer fehlerlosen institutionellen Wissensordnung erzeugen. Es darf Spuren der Tätigkeit, Unsicherheit, Korrektur und Weiterentwicklung enthalten.

Das unterscheidet das Interaktive Buch von einer herkömmlichen Publikation. Ein fertiges Buch verdeckt gewöhnlich viele seiner Entstehungsschritte. Das Interaktive Buch kann sie offenhalten. Es macht nicht nur eine Aussage sichtbar, sondern auch den Weg, den Irrtum, die Veränderung und die Reparatur.

Die Materialien des eigenen Buches

Das persönliche Buch kann vollständig aus eigenen Materialien entstehen. Es kann ebenso ausschließlich mit den auf der Plattform bereitgestellten Materialien arbeiten. Seine eigentliche plastische Möglichkeit liegt jedoch in der Verbindung beider Bereiche.

Meine Materialien bilden ein über Jahrzehnte entstandenes Angebot aus Fotografien, Collagen, Malereien, Zeichnungen, Modellen, Texten, Begriffen, Formeln, Aktionen, Presseartikeln, biografischen Spuren und Werkzusammenhängen. Sie sind keine Sammlung dekorativer Vorlagen. In ihnen sind Fragen, Brüche, Materialerfahrungen, gesellschaftliche Konflikte und unterschiedliche Versuche der Wirklichkeitsprüfung enthalten.

Die Materialien des Nutzers bringen eine andere Lebensgeschichte, andere Orte, andere Erfahrungen und andere Gegenbeispiele hinzu. Erst in dieser Begegnung wird die Vorgabe plastisch weitergeführt.

Der Nutzer kann beispielsweise eines meiner Bilder kopieren und mit einer eigenen Fotografie verbinden. Er kann einen Textabschnitt auswählen und daneben seine Zustimmung, seinen Widerspruch oder eine persönliche Erfahrung schreiben. Er kann eine Formel durch ein alltägliches Beispiel prüfen. Er kann aus mehreren Seiten eine Collage herstellen. Er kann eine eigene Abfolge schaffen, die mit meiner ursprünglichen Ordnung nicht übereinstimmt.

Dadurch wird aus meinem Lebenswerk kein geschlossenes Denkgebäude, sondern ein weiterverwendbares Materialangebot. Das persönliche Buch des Nutzers ist keine kleinere Kopie meines Buches. Es ist eine eigenständige plastische Antwort.

Das Vier-Ebenen-Modell als Werkzeug, nicht als vorgeschriebene Buchstruktur

Das Vier-Ebenen-Modell kann dem Nutzer helfen, die ausgewählten Materialien und gefundenen Antworten zu prüfen. Es muss jedoch nicht jedes persönliche Buch in ein starres vierteiliges Schema zwingen.

Die erste Ebene fragt nach dem, was nicht vom Menschen geschaffen wurde: nach physikalischen Bedingungen, Materialeigenschaften, Widerständen, Abhängigkeiten und Folgen.

Die zweite Ebene richtet sich auf die organismische Verletzbarkeit und Abhängigkeit: auf Atem, Stoffwechsel, Körper, Wahrnehmung, Bedürfnis, Regulation, Krankheit, Alterung und Sterblichkeit.

Die dritte Ebene untersucht die von Menschen hervorgebrachten Bilder, Begriffe, Rollen, Werte, Eigentumsformen, Geldsysteme, Institutionen, Religionen, Wissenschaftsmodelle und gesellschaftlichen Identitäten.

Die vierte Ebene ist die künstlerisch-handwerkliche Tätigkeit des Gegenüberstellens, Prüfens, Rückkoppelns und Reparierens.

Der Nutzer kann dieses Modell auf einen einzelnen Gegenstand, ein Wikipedia-Stichwort, einen eigenen Text, ein Bild, eine Institution oder eine Alltagserfahrung anwenden. Er kann prüfen, was vorgefunden wurde, was wahrgenommen wird, welche Gestalt ergänzt wurde, was erfunden oder hineingedacht ist, welche gesellschaftliche Bestätigung hinzukommt und welche materiellen Folgen entstehen.

Das Vier-Ebenen-Modell liefert deshalb keine fertigen Inhalte für das Buch. Es ist ein Denk- und Prüfwerkzeug, mit dem der Nutzer seine eigenen Inhalte bearbeiten kann.

Wikipedia und Lexika als Material der Gegenprüfung

Die Verbindung mit Wikipedia und anderen Lexika erweitert das Interaktive Buch um einen öffentlichen Wissensraum. Eine Frage, die während der Arbeit entsteht, kann zunächst in Wikipedia oder einem Fachlexikon verfolgt werden. Der Nutzer kann lesen, wie ein Begriff historisch, wissenschaftlich, rechtlich oder gesellschaftlich erklärt wird.

Die gefundene Antwort wird jedoch nicht einfach zur endgültigen Antwort des persönlichen Buches. Sie wird zu einem neuen Vorgabebild und zu einem Gegenüber. Der Nutzer kann sie kopieren, zusammenfassen, verlinken und anschließend mit dem Vier-Ebenen-Modell prüfen.

Bei einem Begriff wie Eigentum kann er untersuchen, ob Eigentum eine materielle Eigenschaft eines Gegenstandes oder eine rechtlich und institutionell bestätigte Zuschreibung ist. Beim Begriff Freiheit kann er prüfen, welche körperlichen, materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen einen realen Handlungsspielraum ermöglichen. Beim Begriff Individuum kann er fragen, ob die Unterscheidbarkeit eines Menschen mit einer absoluten Unteilbarkeit oder Unabhängigkeit verwechselt wird.

Die Plattform wird dadurch nicht zu einer Gegen-Wikipedia. Wikipedia stellt öffentlich zugängliches enzyklopädisches Material bereit. Die Globale Schwarm-Intelligenz eröffnet einen künstlerischen Prüf- und Bearbeitungsraum, in dem dieses Material mit Erfahrung, Tätigkeit, Bild, Materialwiderstand und Folge verbunden werden kann.

Die gegenwärtige Hauptseite weist bereits auf diese Arbeitsbewegung hin: Nutzer sollen einfachen Fragen folgen, die blauen Navigationslinks als Spuren lesen und Fragen mithilfe von E1 bis E4 bis zu ihren Voraussetzungen und Konsequenzen zurückverfolgen.

Das persönliche Buch als digitale Plastik

Das Interaktive Buch ist keine Plastik, weil es eine dreidimensionale materielle Form nachahmt. Es ist eine digitale Plastik, weil es durch fortgesetzte Tätigkeit entsteht und veränderbar bleibt.

Der Nutzer nimmt Material auf, setzt es unter Spannung, verbindet unterschiedliche Elemente, entfernt Teile, fügt andere hinzu und verändert die Gewichtung. Sein Buch besitzt keinen unveränderlichen Endzustand. Es kann auf neue Erkenntnisse, Kritik, persönliche Veränderungen und Beiträge anderer Menschen reagieren.

Das Buch unterscheidet sich dadurch von der Skulpturidentität eines abgeschlossenen Werkes. Es behauptet nicht: So ist die Welt endgültig. Es zeigt: So habe ich sie zu diesem Zeitpunkt gesehen, geprüft und verbunden; hier bestehen Lücken; hier bin ich auf Widerstand gestoßen; hier hat sich meine Auffassung verändert.

Die 51 bezeichnet dabei eine vorläufig tragfähige Gestalt. Die 49 bleibt als Zweifel, Gegenbeispiel, Fehler, Nichtwissen und Möglichkeit der Weiterbearbeitung erhalten.

Das eigene Buch ist fertig genug, um gezeigt zu werden, ohne endgültig abgeschlossen zu sein.

Vom einzelnen Buch zur Globalen Kunsthalle

Das persönliche Interaktive Buch kann später in der Globalen Kunsthalle zugänglich gemacht werden. Die Globale Kunsthalle ist nicht bloß als zusätzliche Ausstellungsseite zu verstehen. Sie ist der öffentliche Raum, in dem die unterschiedlichen Antworten, Bücher, Bilder, Collagen, Modelle und Erfahrungen der Nutzer einander begegnen.

Die gegenwärtige Kunsthallen-Seite ist bisher erst als Frage und Platzhalter angelegt. Auch darin zeigt sich, dass die technische und redaktionelle Ausführung der ursprünglichen Vision noch nicht erreicht ist.

Ihre künftige Funktion ist jedoch eindeutig: Sie soll nicht nur meine Werke präsentieren. Sie soll die Arbeiten sichtbar machen, die durch die Auseinandersetzung mit meinen Vorgaben und mit der Plattform entstanden sind.

Ein Nutzerbuch kann einem anderen Menschen Mut machen, weil es zeigt, dass keine akademische Vollständigkeit und keine professionelle Kunstproduktion notwendig sind, um eine eigene Frage sichtbar zu machen. Ein einfaches Foto, eine handschriftliche Notiz, eine unbeholfene Zeichnung oder eine kleine Collage können zu einem tragfähigen Vorgabebild werden, wenn sie einen Zusammenhang erfahrbar machen, der zuvor nicht gesehen wurde.

Die Globale Kunsthalle wäre deshalb keine Sammlung der besten Arbeiten im üblichen Wettbewerbssinn. Sie wäre eine öffentliche Sichtbarmachung unterschiedlicher Prüfwege.

Wie die Globale Schwarm-Intelligenz tatsächlich entsteht

Globale Schwarm-Intelligenz entsteht nicht schon dadurch, dass viele Menschen auf derselben Plattform angemeldet sind. Sie entsteht auch nicht durch eine automatische Zusammenfassung großer Datenmengen und nicht durch eine übergeordnete künstliche Intelligenz.

Sie entsteht, wenn ein Nutzer aus den vorhandenen Materialien ein eigenes Buch entwickelt, dieses Buch anderen zugänglich macht und dadurch eine weitere Person anregt, ihre eigene Wahrnehmung, Erfahrung und Gestaltung einzubringen.

Das erste Buch wird zum Vorgabebild für ein zweites. Das zweite widerspricht vielleicht dem ersten, ergänzt eine übersehene Erfahrung oder verbindet die Ausgangsfrage mit einem anderen Lebensbereich. Ein drittes Buch kann beide miteinander vergleichen. Ein viertes kann eine neue bildnerische Form entwickeln. Aus diesen fortlaufenden Beziehungen entsteht kein einheitliches Gesamtbuch, sondern ein plastisches Geflecht von Arbeiten, Prüfungen, Widersprüchen und Reparaturen.

Die Schwarm-Intelligenz wird damit sichtbar, abbildbar und nachvollziehbar. Man kann erkennen, woher eine Frage kam, welches Material verwendet wurde, wie es umgearbeitet wurde und welche weiteren Arbeiten daraus entstanden.

Das ist der entscheidende Unterschied zu einer bloßen Ansammlung von Nutzerbeiträgen. Die einzelnen Arbeiten bleiben durch Spuren, Vorgaben, Verbindungen und Weiterführungen aufeinander bezogen.

Die alte Vision und ihre heutige Präzisierung

Die vor zwei Jahren entstandenen Texte enthalten bereits die grundlegende Vorstellung: Das Interaktive Buch sollte als Bilderbuch-Integrationsmodell ein spielerisches Selbermachen ermöglichen. Nutzer sollten aus ungefähr dreihundert Bilderseiten, Fotografien, Collagen, Malereien, Folien, Texten und alltäglichen Objekten eigene Zusammenstellungen herstellen können. Die Wiki-Seite sollte einfach und zugänglich sein. Die Arbeit sollte als Vermächtnis und als offene Baustelle an die Menschengemeinschaft weitergegeben werden.

Diese alte Vorstellung bleibt tragfähig, muss heute jedoch genauer von allgemeinen Formeln über Kreativität, Multidisziplinarität, Nachhaltigkeit oder Weltmodelle unterschieden werden. Das Interaktive Buch ist nicht lediglich ein pädagogisches Kreativangebot. Es ist auch kein akademisches Programm, in dem verschiedene Fachgebiete zusammengeführt werden.

Seine Grundlage liegt im künstlerischen Lebenswerk: in der Materialerfahrung, der Fotografie, dem Handwerk, der Bildhauerei, der Collage, der Kollektiven Kreativität, dem Globalen Dorffest, dem Entelechie-Museum, der Begehbaren Arche, dem Partizipatorischen Welttheater, der haptischen Plastik, der Verrichtungskunst, dem Integrationsmodell und der langjährigen Frage nach der Selbstzerstörung des Menschen.

Das Buch überführt diese Werkgeschichte nicht nur in eine lesbare Dokumentation. Es stellt ihre Arbeitsmittel anderen Menschen zur Verfügung. Es macht aus dem Lebenswerk kein abgeschlossenes Denkmal, sondern einen benutzbaren Werkstoff.

Vom Opus Magnum zum offenen Nutzerwerk

Teil 10 des Opus Magnum bezeichnet den Übergang vom eigenen Werk zur öffentlichen Mitwirkung. Die bisher entwickelten Bilder, Methoden und Begriffe werden nicht nur zusammengefasst, sondern für die Bearbeitung durch andere geöffnet.

Das Opus Magnum bleibt damit nicht ausschließlich das große abschließende Werk eines einzelnen Künstlers. Es enthält eine Öffnung, durch die andere Menschen ihre eigenen Arbeiten hineintragen können.

Diese Öffnung verändert zugleich den Sinn von Autorschaft. Ich bleibe Urheber meiner Werke, Begriffe, Modelle und künstlerischen Vorgaben. Aber die Nutzer sind Urheber ihrer eigenen Anordnungen, Ergänzungen, Bilder und Bücher. Das gemeinsame Werk entsteht nicht dadurch, dass individuelle Urheberschaft verschwindet. Es entsteht dadurch, dass unterschiedliche Urheberschaften in ein nachvollziehbares Verhältnis treten.

Das Interaktive Buch ist daher das Gelenk zwischen individuellem Lebenswerk und kollektivem Weiterarbeiten.

Die Bedeutung des Titels „Haben Sie Lust auf Kunst?“

Der Titel „Haben Sie Lust auf Kunst?“ öffnet einen anderen Zugang als eine abstrakte Aufforderung zur Rettung der Menschheit. Er beginnt nicht mit Schuld, Überforderung oder einer fertigen Theorie. Er fragt nach Lust, Spiel, Neugier und eigener Tätigkeit.

Gerade darin liegt seine ernsthafte Funktion. Der Mensch wird nicht allein durch weitere Katastropheninformationen lernen, seine Gewohnheiten zu verändern. Er benötigt eine Tätigkeit, in der er etwas selbst wahrnehmen, ausprobieren, verändern und als eigene Möglichkeit erleben kann.

Die Lust auf Kunst ist deshalb keine Ablenkung von der Überlebensfrage. Sie ist der Zugang zur Wiedergewinnung einer verschütteten Prüf- und Gestaltungskompetenz. Der Nutzer erfährt, dass er nicht nur Konsument vorgefertigter Bilder und Antworten sein muss. Er kann selbst Bilder herstellen, Beziehungen verändern und eine eigene Form entwickeln.

Aus der Lust auf Kunst kann die Lust am Prüfen, Entdecken und gemeinsamen Weiterarbeiten entstehen.

Gewohnheitsveränderung durch wiederholte Tätigkeit

Die Frage, wie der Mensch ein anderes Bewusstsein erlangen und alte Gewohnheiten auflösen kann, lässt sich nicht allein durch eine neue Erklärung beantworten. Eine Erklärung kann verstanden und kurz darauf vergessen werden. Eine Gewohnheit verändert sich erst, wenn eine andere Tätigkeit wiederholt eingeübt wird.

Das Interaktive Buch bietet dafür einen praktischen Rahmen. Der Nutzer lernt, nicht sofort eine fertige Meinung zu übernehmen. Er sucht eine Quelle, prüft einen Begriff, stellt ein Bild neben ein Gegenbild, ergänzt eine Erfahrung, markiert eine Lücke und verändert seine bisherige Anordnung.

Diese kleine Tätigkeit kann wiederholt werden. Aus der Wiederholung entsteht eine andere Gewohnheit des Sehens und Urteilens. Der Nutzer lernt, bei einer Behauptung zu fragen, was vorgefunden, was erfunden und was hineingedacht wurde. Er fragt, welche materielle Folge daraus entsteht und wer die Last trägt.

Bewusstseinsveränderung ist hier keine plötzlich eintretende innere Erleuchtung. Sie ist eine plastische Umformung von Wahrnehmungs-, Verbindungs- und Handlungsmustern.

Die Rolle künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz kann den Nutzer beim Zusammenstellen seines Buches unterstützen. Sie kann lange Materialien durchsuchen, Begriffe vergleichen, Texte sprachlich ordnen, mögliche Widersprüche benennen, Quellenhinweise sammeln und verschiedene Fassungen gegenüberstellen.

Sie darf jedoch nicht selbst zum Autor des persönlichen Buches werden, der den Nutzer aus seiner Tätigkeit verdrängt. Sie darf auch nicht als übergeordnete Intelligenz erscheinen, die entscheidet, welche Verbindung wahr, künstlerisch wertvoll oder gesellschaftlich richtig ist.

Der Nutzer bleibt für Auswahl, Gewichtung, Prüfung und Veröffentlichung verantwortlich. Die KI kann Material, Werkzeug, Widerstand und Prüfgegenstand sein. Auch ihre Antwort muss mit dem Vier-Ebenen-Modell untersucht werden.

Globale Schwarm-Intelligenz ist daher nicht die Summe automatisch erzeugter KI-Texte. Sie entsteht aus der nachvollziehbaren Tätigkeit vieler Menschen, die KI benutzen können, ohne ihr die eigene Urteilskraft und Verantwortung zu übergeben.

Die technisch noch nicht verwirklichte Vision

Die ursprüngliche Vision umfasst mehr, als die gegenwärtige Wiki-Seite bereits leisten kann. Gedacht ist eine Arbeitsumgebung, in der Nutzer Texte direkt bearbeiten, Bilder aus einer Sammlung auswählen, eigene Bilder hochladen, Vorgabemodule übernehmen, Seitenfolgen zusammenstellen, gemeinsame Bücher entwickeln, Rückmeldungen erhalten und ihre Arbeiten in einer Globalen Kunsthalle zeigen können.

Diese Funktionen dürfen gegenwärtig nicht als bereits vollständig vorhanden dargestellt werden. Die Wiki-Plattform ermöglicht schon jetzt Benutzerkonten, Seitenbearbeitung, Verlinkung, Versionsgeschichte und die schrittweise Anlage eigener Seiten. Sie ist jedoch noch kein komfortabler visueller Buchbaukasten. Die Bereiche A, B und C sind zwar als Navigationspunkte vorhanden, konnten bei der öffentlichen Prüfung aber nicht vollständig als ausgearbeitete Buchmodule abgerufen werden.

Die richtige Darstellung lautet deshalb nicht: Die Plattform bietet bereits alle Werkzeuge zur freien Buchgestaltung.

Richtig ist: Die Plattform stellt den Anfang, die Materialien, die Wiki-Struktur, die künstlerische Methodik und den Prototyp eines solchen Mitmachbuches bereit. Die vollständige technische Verwirklichung bleibt eine offene Aufgabe.

Diese Offenheit gehört selbst zur Werkgeschichte. Die technische Grenze zeigt, wo Vision, vorhandene Mittel, finanzielle Möglichkeiten und konkrete Umsetzung noch auseinanderliegen. Sie ist keine Nebensache, sondern eine reale Bruchstelle, an der weitere Zusammenarbeit ansetzen kann.

Der einfache Einstieg in die Plattform

Der Nutzer kann die Plattform zunächst ohne Anmeldung lesen und den blauen Navigationslinks folgen. Für eigene Bearbeitungen und den Aufbau persönlicher Seiten ist ein Benutzerkonto erforderlich.

Der Einstieg erfolgt über den Bereich „Anonym“ neben der grauen Benutzerfigur. Dort kann „Benutzerkonto erstellen“ gewählt werden. Anschließend öffnet sich die Seite zur Einrichtung eines Kontos, auf der Benutzername und Passwort festgelegt werden. Die öffentlich sichtbare Seite beschreibt diese Schritte bereits in ihrer Grundform.

Nach der Anmeldung soll der Nutzer nicht mit einer großen theoretischen Gesamtanforderung beginnen müssen. Ein einzelnes Bild, ein Gegenstand, eine Frage oder ein kurzer Text kann genügen. Daraus entsteht die erste eigene Seite. Diese erste Seite ist noch kein vollständiges Buch, aber bereits dessen Keimform.

Das Buch wächst, indem weitere Seiten, Bilder, Verbindungen und Prüfungen hinzukommen.

Das Interaktive Buch als Mut machende Vorgabeplastik

Das persönliche Buch soll anderen nicht deshalb Mut machen, weil es vollkommen, professionell oder widerspruchsfrei ist. Es macht Mut, weil ein anderer Mensch darin sehen kann, dass jemand begonnen hat.

Eine unfertige Collage kann zeigen, wie ein schwieriger Begriff anschaulich wird. Eine private Fotografie kann einen Zusammenhang eröffnen, den keine wissenschaftliche Darstellung sichtbar gemacht hat. Eine einfache Frage kann eine lange verdeckte Voraussetzung freilegen. Ein Fehler kann eine notwendige Korrektur auslösen.

Das veröffentlichte Buch wird dadurch zu einer Vorgabeplastik. Es ist eine gestaltete, aber veränderbare Form, an der andere weiterarbeiten können. Es sagt nicht: So müssen Sie es machen. Es zeigt: So kann ein Anfang aussehen.

Die Plattform verbreitet daher keine einheitliche Schablone. Sie erzeugt eine Kette unterschiedlicher, aufeinander reagierender Vorgabebilder.

Die kollaborative Bibliothek

Aus den persönlichen Interaktiven Büchern kann eine kollaborative Bibliothek entstehen. Diese Bibliothek besteht nicht nur aus Texten und nicht nur aus abgeschlossenen Büchern. Sie enthält Arbeitsstände, Bildfolgen, Collagen, Fragen, Gegenargumente, Quellen, Modelle, Reparaturvorschläge und künstlerische Versuche.

Ihre Ordnung muss die Eigenständigkeit der einzelnen Nutzer erhalten und zugleich Verbindungen zwischen den Arbeiten sichtbar machen. Ein Buch kann auf eine Vorgabe der Plattform verweisen. Ein anderes kann auf dieses Buch antworten. Eine weitere Arbeit kann eine gemeinsame Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven bearbeiten.

Die Bibliothek wird dadurch zu einem Gedächtnis der gemeinsamen Erkenntnisarbeit. Sie zeigt nicht nur, welche Antworten gefunden wurden, sondern auch, wie Fragen weitergegeben, verändert und in andere Lebenszusammenhänge übersetzt wurden.

Das digitale Dorffest des 51:49

Das Globale Dorffest von 1993 war eine analoge Vorform dieser Idee. Menschen sollten nicht nur Zuschauer einer künstlerischen Inszenierung sein, sondern an einer gemeinsamen öffentlichen Form mitwirken. Die tausend Tapeziertische bildeten ein Bild möglicher Beteiligung, Begegnung und gemeinsamer Zukunftsarbeit.

Das Interaktive Buch überträgt diese Grundbewegung in den digitalen Raum. Jeder Nutzer bringt seinen eigenen Tisch, sein Material, seine Frage und seine Arbeit mit. Die Bücher stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern können einander begegnen, widersprechen und weiterführen.

Das digitale Dorffest des 51:49 ist deshalb keine harmonische Verschmelzung aller Beiträge. Die 49 bleibt als Differenz, Widerstand und Gegenstimme bestehen. Gemeinschaft entsteht nicht durch Gleichschaltung, sondern durch die Fähigkeit, Unterschiede in eine tragfähige, korrigierbare Beziehung zu bringen.

Das Interaktive Buch und die Nichtüberlebensfähigkeit des Menschen

Das übergeordnete Ziel der Plattform bleibt die Bewusstmachung meiner Überzeugung, dass der Mensch in seinem gegenwärtigen zivilisatorischen Selbstverständnis nicht überlebensfähig ist. Er zerstört die Bedingungen, von denen er lebt, weil er seine Erfindungen, Begriffe, Rollen und Apparaturen nicht mehr zuverlässig von der nicht von ihm geschaffenen Tragwirklichkeit unterscheiden kann.

Das Interaktive Buch ist das praktische Lösungsangebot, das dieser Diagnose gegenübersteht. Es verspricht keine automatische Rettung. Es bietet eine Tätigkeit an, durch die Menschen das Unterscheiden, Gegenüberstellen, Prüfen und Reparieren selbst einüben können.

Der Nutzer wird nicht belehrt, welche endgültige Weltanschauung er annehmen soll. Er erhält Material, Vorgaben und Werkzeuge, um die eigene Skulpturidentität, seine Gewohnheiten und seine gesellschaftlichen Abhängigkeiten sichtbar zu machen. Er kann aus einer passiven Rolle als Konsument von Informationen in die Rolle eines tätigen Mitgestalters wechseln.

Mehr kann die Plattform nicht garantieren. Sie kann einen Raum, ein Materialangebot und ein Verfahren bereitstellen. Ob daraus eine veränderte Tätigkeit entsteht, bleibt bei den Menschen, die diesen Raum betreten.

Executive Summary

Das Interaktive Buch ist der offene Mitmachbereich der Plattform Globale Schwarm-Intelligenz. Es ist gegenwärtig technisch noch nicht so vollständig funktionsfähig, wie es ursprünglich gedacht wurde. Seine künstlerische und methodische Aufgabe ist jedoch eindeutig: Jeder Nutzer soll aus eigenen Materialien und aus den auf der Plattform bereitgestellten Texten, Bildern, Fotografien, Collagen, Formeln, Begriffen, Modellen und Werkspuren ein eigenes interaktives Buch herstellen können.

Meine Materialien dienen dabei als Vorgabebild und Vorgabeplastik. Sie sollen nicht bloß nachgeahmt werden, sondern Mut machen, eigene Fragen, Bilder, Texte, Collagen, Weltmodelle und künstlerische Formen zu entwickeln. Der Nutzer kann auswählen, kopieren, ergänzen, verändern, widersprechen und neue Verbindungen herstellen. Das Buch dokumentiert nicht nur ein fertiges Ergebnis; seine Herstellung ist bereits eine Tätigkeit des Wahrnehmens, Prüfens und Verstehens.

Das Vier-Ebenen-Modell kann als Prüfwerkzeug eingesetzt werden, um vorgefundene physikalische Bedingungen, organismische Abhängigkeiten, menschlich erzeugte Begriffe und Zuschreibungen sowie die notwendige Tätigkeit des Gegenüberstellens und Reparierens zu unterscheiden. Wikipedia, Lexika und andere Wissensquellen können zusätzliche Antworten bereitstellen, die anschließend nicht einfach übernommen, sondern im eigenen Buch geprüft und bearbeitet werden.

Jedes persönliche Buch kann später selbst zu einem mutmachenden Vorgabebild für andere Nutzer werden. Es kann in der Globalen Kunsthalle gezeigt, weitergeführt, kommentiert oder mit anderen Arbeiten verbunden werden. Aus dieser fortgesetzten Bewegung entsteht die Globale Schwarm-Intelligenz: nicht als einheitliches Weltwissen und nicht als künstliche Superintelligenz, sondern als nachvollziehbares Geflecht unterschiedlicher Bücher, Bilder, Fragen, Prüfungen, Widersprüche und Reparaturversuche.

Das Interaktive Buch ist damit die digitale Weiterführung meines künstlerischen Lebenswerks. Es verbindet Erwachsenenmalbuch, Collage, Vorgabemethode, Kollektive Kreativität, Globales Dorffest, Partizipatorisches Welttheater, haptische Plastik, Verrichtungskunst, 51:49 und das Vier-Ebenen-Modell zu einem öffentlichen Mitmachwerk.

Sein Kernsatz lautet:

Aus meinem Vorgabebild stellen Nutzer mit meinen und ihren eigenen Materialien ihr persönliches Interaktives Buch her. Dieses Buch kann wiederum zum ermutigenden Vorgabebild für andere werden. Aus der nachvollziehbaren Weitergabe, Veränderung und Verbindung dieser Bücher entsteht die Globale Schwarm-Intelligenz als öffentliche Kunst-, Prüf-, Lern-, Reparatur- und Gemeinsinnsarchitektur.