Die 24-Stunden-Uhr des Planeten Erde läuft weiter –auch ohne den Millisekunden-Menschen.
„24-Stunden-Uhr des Planeten Erde“ als eigenständiges künstlerisches Maß-, Vergleichs- und Prüfmodell.
Homo sapiens -Unsere Art existiert seit ungefähr 300.000 bis 315.000 Jahren und erschiene auf dieser Skala erst ungefähr sechs Sekunden vor Mitternacht. (Human Origins)
Die vorausgehenden 23 Stunden und 59 Minuten stehen für die lange physikalische, geologische und biologische Entstehungs- und Anpassungsgeschichte, in die der Mensch erst im äußersten Schlussabschnitt eintritt und deren Bedingungen weiterhin über sein Funktionieren oder Nichtfunktionieren bestimmen.
Die 23 Stunden und 59 Minuten stehen nicht für Mechanismen, die mit dem Auftreten des Menschen enden. Die physikalischen, biologischen und evolutionären Anpassungsprozesse wirken auch während der letzten Minute und bestimmen weiterhin die Existenzbedingungen des Menschen.
Die „24-Stunden-Uhr des Planeten Erde“nehme ich als Maß- und Vergleichsmodell.
Das„24-Stunden-Uhr- Modell macht damit das extreme zeitliche Missverhältnis zwischen der langen physikalischen, geologischen und biologischen Entwicklung des Planeten und der sehr kurzen Existenzgeschichte des Menschen anschaulich und vergleichbar.
Meine eigenständige künstlerische Entwicklung besteht daher nicht in der bloßen zeitlichen Übertragung, sondern in ihrer spezifischen Ausformung und Erweiterung, Maß-, Vergleichs- und Prüfmodell für das Verhältnis zwischen der langen planetaren Entwicklung und der äußerst kurzen Existenzgeschichte des Menschen.
Ein einzelner Wissenschaftler, der die Übertragung der gesamten Erdgeschichte auf eine 24-Stunden-Uhr erstmals erfunden hat, lässt sich nach den auffindbaren Quellen nicht zuverlässig benennen. Es handelt sich um eine seit längerer Zeit verbreitete wissenschaftliche und didaktische Vergleichsform.
Der Paläontologe und Evolutionsbiologe Stephen Jay Gould schrieb bereits 1980, die 24-Stunden-Uhr sei eine Standardmetapher der Erdgeschichte, bei der die menschliche Zivilisation nur die letzten Sekunden einnimmt. Das belegt zugleich, dass Gould sie nicht als seine eigene Erfindung betrachtete, sondern als damals bereits bekanntes Modell.
Die heutige rechnerische Grundlage von ungefähr 4,54 Milliarden Jahren geht wesentlich auf den Geochemiker Clair Cameron Patterson zurück. Er bestimmte 1956 anhand von Blei-Isotopen ein Erdalter von etwa 4,55 Milliarden Jahren.
Das Alter der Erde wird mit rund 4,54 Milliarden Jahren angegeben. Werden diese 4,54 Milliarden Jahre auf 24 Stunden verteilt, ergeben sich:
- eine Stunde: etwa 189 Millionen Jahre
- eine Minute: etwa 3,15 Millionen Jahre
- eine Sekunde: etwa 52.500 Jahre
- 1 Millisekunde = 0,001 Sekunden. Daher gilt: 1,5 Millisekunden = 0,0015 Sekunden. Vor der 1 stehen nach dem Komma zwei Nullen: 0,0015 „Milli“ bedeutet ein Tausendstel, also 10⁻³.
Die frühesten bekannten Fossilien der Gattung Homo sind ungefähr 2,8 Millionen Jahre alt. Die Gattung Homo erscheint damit auf der 24-Stunden-Uhr ungefähr 53 Sekunden vor Mitternacht. Die letzte Minute ist daher als künstlerisch-wissenschaftliche Näherung für die Existenzgeschichte der Gattung Homo gut begründbar. (USGS)
Homo sapiens -Unsere Art existiert seit ungefähr 300.000 bis 315.000 Jahren und erschiene auf dieser Skala erst ungefähr sechs Sekunden vor Mitternacht. (Human Origins)
