Die Menschheit lebt nicht außerhalb der Realität,

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Spezifische Differenz des Menschen: Entkopplung durch Symbolik – und die Möglichkeit der Rekopplung

Der Mensch erzeugt eine zweite, symbolisch legitimierte Wirklichkeitsordnung, die sich als autonom ausgibt, während sie real vollständig von der einen Natur abhängt. Diese Entkopplung macht kurzfristig leistungsfähig, langfristig aber blind für Tätigkeits-, Abhängigkeits- und Rückkopplungskonsequenzen.

Zerstörung entsteht nicht primär aus Unwissen, sondern aus einem Ordnungskonzept, das die Korrekturmechanismen der Natur strukturell neutralisiert und Kosten externalisiert, bis Korrektur nur noch als Krise eintritt.

Die besondere Stellung des Menschen entsteht aus einer doppelten Fähigkeit:

Erstens kann er Modelle, Normen, Geld, Recht, Technik und Institutionen so bauen, dass kurzfristige Rückkopplungen abgefedert oder umgeleitet werden. Dadurch entsteht eine Unverletzlichkeitsillusion: Man kann so tun, als sei die eigene Ordnung unabhängig von der Natur. Diese Fähigkeit erzeugt Macht, Tempo und Skalierung – und zugleich die Gefahr, dass Korrektur nur noch über späte Großereignisse eintritt (Krisen, Kollaps, Kaskaden).

Zweitens kann der Mensch – im Gegensatz zu anderen Arten – diese Entkopplung prinzipiell erkennen und bewusst wieder an Konsequenzen binden. Darin liegt seine potenziell positive ökologische Rolle: nicht „besseres Tier“, sondern Reflexions- und Rückkopplungswesen.