Die elf zugrunde liegenden Problemfelder im Zusammenhang eines innewohnenden Weltverständnisses.

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Die elf zugrunde liegenden Problemfelder stehen bislang vor allem als Diagnosefelder da.

Was noch deutlicher hervorgehoben werden sollte, ist ihr gemeinsamer Gegenhorizont: das innewohnende Weltverständnis des Menschen.

Gemeint ist damit, dass der Mensch der Welt nicht äußerlich gegenübersteht, sondern immer schon in ihr enthalten ist, in ihr lebt, von ihr abhängt und nur in dieser Zusammengehörigkeit überhaupt existieren kann.

Genau das ist der erste und zweite Ebenengrund Ihres Modells. Auf der ersten Ebene geht es um physische Tragfähigkeit, Grenze, Widerstand, Energie und Zeit. Auf der zweiten Ebene geht es um Stoffwechsel, Organismus, Regeneration, Verletzbarkeit und Abhängigkeit. Beides zusammen beschreibt keine bloße Umwelt des Menschen, sondern die Wirklichkeit, in der er innewohnt.

Von hier aus wird auch der Ausdruck Einssein präziser. Er meint in Ihrem Zusammenhang nicht ein bloß geistiges Verschmelzungsgefühl, sondern die reale Zusammengehörigkeit von Lebensbedingungen. Der Mensch lebt nicht neben Atem, Wasser, Boden, Organismus, Kreisläufen und Mitwelt, sondern nur in dieser stoffwechselhaften Verflochtenheit. Einssein heißt deshalb zunächst Abhängigkeitswirklichkeit. Zusammengehörigkeit heißt, dass kein Teil sich aus dem Funktionszusammenhang des Lebens herauslösen kann, ohne die Bedingungen des eigenen Bestehens mit anzugreifen. Genau darin liegt der Ausgangspunkt aller Abhängigkeitskonsequenzen.

Wenn das so ist, dann erscheinen die elf Problemfelder in einem neuen Licht. Sie sind nicht nur einzelne Störungen, sondern Abweichungsformen von einem ursprünglich innewohnenden Weltverhältnis. Das Maßstabsproblem entsteht dann, weil der Mensch den Maßstab nicht mehr aus der ihm innewohnenden Weltbeziehung ableitet, sondern aus seiner symbolischen Selbstsetzung. Das Apriori-Problem entsteht, weil er kulturelle Setzungen für ursprüngliche Bedingungen hält und dadurch seine reale Eingebundenheit verdeckt. Das Selektionsproblem entsteht, weil er Ausschnitte aus dem lebendigen Zusammenhang herauslöst und sie gegen das Ganze setzt. Das Eigenschaftsproblem entsteht, weil er hineingedachte Eigenschaften mit den wirklichen Eigenschaften der Zusammengehörigkeit verwechselt. Das Anschauungsproblem entsteht, weil Begriffe nicht mehr an den leiblichen und stoffwechselhaften Vollzug des In-der-Welt-Seins gebunden bleiben. Das Identitätsproblem entsteht, weil der Mensch sich nicht mehr als plastisch eingebundenes Verhältniswesen, sondern als skulptural abgegrenzte Einheit versteht. Das Sprachproblem entsteht, weil Sprache Verhältnisse zu Dingen verfestigt und dadurch das Innewohnen verdunkelt. Das Zeitproblem entsteht, weil kurzfristige symbolische Selbstbehauptung die Langzeitfolgen der Abhängigkeit verdrängt. Das Institutionenproblem entsteht, weil institutionelle Formen sich so verhalten, als seien sie eigenständig, obwohl auch sie nur innerhalb von Abhängigkeitszusammenhängen tragfähig bleiben. Das Gemeinsinnproblem entsteht, weil die reale Zusammengehörigkeit nicht mehr als Grundlage des Urteilens und Handelns erfahren wird. Das Didaktikproblem entsteht schließlich, weil ein innewohnendes Weltverständnis nicht durch bloße Belehrung, sondern nur durch Einübung, Anschauung und Rückkopplung wiedergewonnen werden kann.

Damit würde der Abschnitt über die elf Problemfelder wesentlich stärker. Er hätte dann nicht nur diagnostischen Charakter, sondern einen klaren Grund. Dieser Grund lautet: Der Mensch ist ein innewohnendes Wesen. Er lebt nicht außerhalb der Welt, sondern in einem Verhältnis der Zusammengehörigkeit, das auf der ersten und zweiten Ebene als physische Tragfähigkeit und stoffwechselhafte Abhängigkeit real wirksam ist. Die elf Problemfelder beschreiben dann die verschiedenen Weisen, in denen dieses innewohnende Weltverständnis symbolisch überschrieben, verleugnet oder entstellt wird.


Den elf zugrunde liegenden Problemfeldern liegt ein gemeinsamer Gegenhorizont zugrunde: das innewohnende Weltverständnis des Menschen.

Der Mensch steht der Welt nicht äußerlich gegenüber, sondern lebt nur in ihrer Tragfähigkeit, in ihren Stoffwechselzusammenhängen und in ihrer realen Zusammengehörigkeit. Einssein meint hier keine bloß geistige Einheit, sondern die konkrete Abhängigkeit des Organismus von den Bedingungen des Lebens. Zusammengehörigkeit bezeichnet den Umstand, dass kein Teil sich aus diesem Verhältnis herauslösen kann, ohne die Bedingungen des eigenen Bestehens mit zu gefährden. Die elf Problemfelder sind deshalb als Abweichungsformen von diesem innewohnenden Weltverhältnis zu verstehen. Sie beschreiben, wie der Mensch durch symbolische Selbstsetzung, Selektionsleistungen und Eigenschaftsverwechslungen seine reale Eingebundenheit verdeckt und dadurch in Selbstzerstörung gerät.