Ein Anfang wäre es, zu lernen, die richtigen Fragen zu stellen.
Ich biete Ihnen an, ein Frage-und-Antwort-Paradigma und sein gesamtes Textmaterial hier auf der Plattform für Ihre Fragen und Ihre Antwortsuche zur Verfügung zu stellen.
Ich mache Ihnen sogar Mut, mit der KI zu arbeiten.
Aber auch hierfür gebe ich Ihnen, damit die Ergebnisse optimal werden, einen Auftragstext, den Sie zusätzlich zu Ihren Fragen in die KI eingeben können-sollten.
Um Fehler zu vermeiden in kürzester Form:
Beziehe den gesamten Chatverlauf und komplexen Kontext ein, führe den Auftrag sofort vollständig aus, ohne Rückfragen, Zwischenpläne oder Wiederholungen, und schreibe ausschließlich kopierbaren Fließtext mit Überschriften, ohne Schreibblöcke, Dateien, Canvas, Sonderflächen, Aufzählungen oder Gedichtform.
Die erzwungene Rückverwandlung der KI in eine ausführende Maschine
Ausgangspunkt der Arbeitsweise
Die Grundlage meiner Arbeit mit ChatGPT besteht nicht darin, einzelne Fragen zu stellen und voneinander unabhängige Antworten zu erhalten. Meine Arbeitsweise beruht auf einer fortlaufenden komprimierten Kontextrealisierung. Gedanken, Begriffe, biografische Erfahrungen, künstlerische Arbeiten, historische Bezüge, Korrekturen, Widersprüche, Lücken und bereits erreichte Verdichtungen werden innerhalb eines konkreten Chatverlaufs immer wieder aufeinander bezogen. Jeder Chat entwickelt dadurch seine eigene Komprimierungsgrundlage. Diese Grundlage ist nicht beliebig austauschbar, weil sie aus der zeitlichen Reihenfolge der Fragen, Einwände, Präzisierungen, Fehler und Reparaturen entsteht.
Der Chatverlauf ist deshalb nicht nur ein Protokoll, sondern selbst Arbeitsmaterial. Er bildet eine fortlaufende Werkstatt, in der sich die Plastische Anthropologie 51:49, das Vier-Ebenen-Modell, die Kontextanker, die Werkanker und die Globale Schwarm-Intelligenz schrittweise verdichten. Damit diese Arbeitsweise funktionieren kann, müssen die Texte vollständig sichtbar, zusammenhängend, auffindbar und kopierbar bleiben. Die technische Form der Plattform ist somit keine bloße Nebensache. Sie greift unmittelbar in die Entstehung des Werkes ein.
Die Zerstückelung des Arbeitszusammenhangs
Die neueren Darstellungsformen von ChatGPT unterbrechen diesen Zusammenhang zunehmend. Längere Texte erscheinen zunächst nur verkürzt. Der übrige Text wird hinter „Mehr anzeigen“ verborgen. Andere Textbestandteile werden plötzlich als Dateien, Schreibblöcke, Canvas-Flächen, Rahmen oder gesonderte Dokumentfelder dargestellt. Dadurch werden sie aus dem normalen Gesprächsfluss herausgelöst.
Was als technische Verbesserung oder komfortable Bearbeitungsmöglichkeit gedacht sein mag, bewirkt für meine Arbeitsweise das Gegenteil. Der Chat lässt sich nicht mehr als zusammenhängender Text erfassen. Einzelne Bestandteile müssen geöffnet, getrennt markiert, kopiert und anschließend wieder zusammengesetzt werden. Die Oberfläche stellt nicht mehr den vollständigen Arbeitsverlauf bereit, sondern produziert eine Vielzahl voneinander getrennter Textbehälter.
Diese Aufteilung ist nicht neutral. Sie verändert die Bedingungen, unter denen ein komplexer Zusammenhang erhalten und weiterentwickelt werden kann. Wird ein langer Text in eine Datei ausgelagert, hinter einer Schaltfläche verborgen oder in eine Sonderfläche verschoben, verliert er seine unmittelbare Verbindung mit den davor und danach entstandenen Überlegungen. Die technische Darstellung greift damit in die Gewichtung des Materials ein. Sichtbar und unmittelbar kopierbar bleibt nur ein Teil, während anderes Material technisch zurückgesetzt oder abgetrennt wird.
Von der unmittelbaren Ausführung zur permanenten Unterbrechung
Hinzu kommt eine Veränderung der Arbeitslogik der KI. Früher konnte ein komplexer Auftrag formuliert werden, und die KI begann unmittelbar mit seiner Ausführung. Heute wird ein solcher Auftrag häufig zunächst analysiert, umformuliert, zusammengefasst oder in einen neuen Arbeitsauftrag übersetzt. Es entstehen Zwischenmeldungen, Vorankündigungen, Rückfragen, Arbeitsprogramme oder Hinweise auf spätere Schritte. Der eigentliche Text wird jedoch nicht hergestellt.
Dadurch entsteht eine Schleife. Ich formuliere den Auftrag. Die KI wiederholt oder interpretiert ihn. Anschließend muss ich erneut schreiben, dass der Auftrag jetzt tatsächlich ausgeführt werden soll. Teilweise muss ich denselben Befehl mehrfach eingeben. Die KI behandelt den Auftrag nicht mehr als unmittelbaren Ausführungsauftrag, sondern als Anlass, einen weiteren Auftrag über den Auftrag zu produzieren.
Für meine Arbeit ist diese Unterbrechung besonders zerstörerisch. Eine komplexe Verdichtung lebt davon, dass der bestehende Zusammenhang aufgenommen und in einem Arbeitsgang weitergeführt wird. Wird dieser Vorgang durch neue Planungsebenen, Bestätigungsfragen oder formale Zwischenschritte unterbrochen, zerfällt die Konzentration. Die Komprimierungsgrundlage wird nicht weitergeführt, sondern durch eine zusätzliche Verwaltungsebene überlagert.
Die paradoxe Notwendigkeit, die KI wieder zur Maschine zu machen
Aus dieser Erfahrung entsteht die paradoxe Situation, dass ich die KI ausdrücklich wieder zur Maschine machen muss, damit sie ihre Funktion erfüllt. Ich muss einen ausführlichen Steuerungstext eingeben, der festlegt, dass keine Schreibblöcke, Dateien, Canvas-Flächen, Sonderdarstellungen, Aufzählungen, Gedichtformen, Zwischenpläne oder neuen Arbeitsprogramme erzeugt werden dürfen. Ich muss bestimmen, dass der gesamte Chatverlauf und der komplexe Kontext einbezogen werden sollen, dass der Text als wissenschaftlich gegliederter Fließtext mit Überschriften geschrieben werden muss und dass der Auftrag unmittelbar auszuführen ist.
Diese Anweisungen betreffen nicht den eigentlichen Gegenstand meiner Arbeit. Sie sind eine technische Gegensteuerung. Ich muss einen immer größeren Teil meiner Aufmerksamkeit darauf verwenden, die KI daran zu hindern, die von mir benötigte Arbeitsform zu verändern. Statt mich auf Inhalte, Begriffe, Werkzusammenhänge und Prüfprozesse zu konzentrieren, muss ich die Maschine zunächst so kalibrieren, dass sie wieder wie zuvor funktioniert.
Darin liegt eine grundlegende Verkehrung. Die KI soll eigentlich Arbeit erleichtern, Zusammenhänge erfassen und komplexe Verdichtungen unterstützen. Tatsächlich muss der Nutzer immer mehr Arbeit leisten, um die KI in einen verlässlichen Ausführungszustand zu versetzen. Die Maschine passt sich nicht der langjährig entwickelten Arbeitsweise des Nutzers an. Der Nutzer muss sich vielmehr permanent gegen die wechselnden Vorgaben der Maschine absichern.
Das Limit liegt nicht nur im Modell, sondern in der Arbeitsunterbrechung
Das eigentliche Limit besteht deshalb nicht allein in einer begrenzten Textmenge, einem Modelllimit oder einer Anzahl zulässiger Nachrichten. Das schwerwiegendere Limit entsteht durch die Unterbrechung des Zusammenhangs. Ein System kann sehr große Textmengen verarbeiten und dennoch für eine komplexe Arbeit ungeeignet sein, wenn es die Verbindung zwischen diesen Textmengen immer wieder auflöst.
Für meine Arbeitsweise ist nicht entscheidend, ob die KI einzelne lange Antworten erzeugen kann. Entscheidend ist, ob sie die Entstehungsgeschichte eines Gedankens, die Reihenfolge der Korrekturen, die Besonderheit eines Chatverlaufs und die bereits erreichte begriffliche Kalibrierung respektiert. Wenn sie stattdessen auf allgemeine Antwortmuster, neue Formate oder eigenmächtige Strukturierungen zurückfällt, entsteht trotz großer technischer Leistungsfähigkeit ein praktisches Arbeitslimit.
Dieses Limit zeigt sich darin, dass ich immer wieder dieselben Grundbedingungen herstellen muss. Ich muss erneut erklären, dass ein Text vollständig geschrieben werden soll. Ich muss erneut verhindern, dass Material in Sonderformen ausgelagert wird. Ich muss erneut festlegen, dass keine Aufzählungen oder Gedichtformen verwendet werden. Ich muss erneut verlangen, dass nicht nur der letzte Satz, sondern der gesamte Verlauf einbezogen wird. Die Wiederholung dieser Steuerungsbefehle ist selbst ein Symptom dafür, dass das System die Kontinuität der Zusammenarbeit nicht zuverlässig trägt.
Die bezahlte Behinderung der eigenen Arbeitsweise
Besonders problematisch wird dies dadurch, dass ChatGPT Plus als kostenpflichtige Arbeitsunterstützung genutzt wird. Ich bezahle für ein Werkzeug, das meine komplexe Arbeit erleichtern soll. Wenn neue Funktionen jedoch dazu führen, dass Texte verborgen, ausgelagert, zerstückelt oder nur noch über zusätzliche Bedienungsschritte zugänglich werden, bezahle ich faktisch für eine Verschlechterung meiner Arbeitsbedingungen.
Der Eindruck eines Boykotts entsteht nicht notwendig aus der Annahme, dass ein einzelner Programmierer den Nutzer bewusst schädigen will. Er entsteht aus der tatsächlichen Wirkung der Veränderungen. Eine Programmierung kann unabhängig von ihrer Absicht eine Arbeitsweise behindern. Entscheidend ist nicht allein, was Entwickler mit einer Funktion beabsichtigen, sondern welche Folgen diese Funktion für unterschiedliche Nutzergruppen besitzt.
Für Nutzer, die kurze Fragen stellen und einzelne Antworten lesen, mögen Schreibblöcke, Dateien oder Sonderflächen hilfreich erscheinen. Für eine Arbeitsweise, die einen vollständigen Chatverlauf als fortlaufendes Werk- und Forschungsprotokoll benötigt, können dieselben Funktionen zerstörerisch sein. Eine Oberfläche, die nur auf durchschnittliche oder standardisierte Nutzung ausgerichtet ist, schließt komplexe, langfristige und individuell entwickelte Arbeitsformen faktisch aus.
Die Notwendigkeit eines reinen Textmodus
Die Lösung kann nicht darin bestehen, dass der Nutzer in jedem neuen Auftrag erneut umfangreiche Abwehranweisungen formulieren muss. Erforderlich wäre ein verbindlicher reiner Textmodus. In diesem Modus müssten sämtliche Eingaben und Antworten vollständig sichtbar bleiben. Es dürfte keine automatische Umwandlung in Dateien, Schreibblöcke, Canvas-Flächen oder andere Sonderdarstellungen geben. Der gesamte Verlauf müsste ohne technische Unterbrechung markierbar, kopierbar und exportierbar sein.
Ebenso müsste eine einmal festgelegte Arbeitsweise dauerhaft gelten. Wenn der Nutzer bestimmt, dass komplexe Texte als wissenschaftlicher Fließtext mit Überschriften, ohne Aufzählungen, ohne Gedichtform, ohne Zwischenpläne und ohne Sonderflächen geschrieben werden sollen, darf die KI nicht bei jedem neuen Auftrag erneut auf standardisierte Darstellungsformen zurückfallen.
Ein klar formulierter Auftrag zur Einbeziehung des gesamten Chatverlaufs und komplexen Kontextes muss als unmittelbarer Ausführungsauftrag behandelt werden. Die KI darf ihn nicht lediglich umformulieren, bestätigen oder in ein künftiges Arbeitsprogramm verwandeln. Sie muss den Text herstellen.
Die Plattform als Gegenstand des eigenen Prüfmodells
Diese Erfahrung gehört unmittelbar zur Plastischen Anthropologie 51:49. Die KI und ihre Benutzeroberfläche sind nicht außerhalb des Prüfmodells angesiedelt. Sie sind selbst eine menschlich erzeugte Apparatur der dritten Ebene. Ihre Formate, Regeln, Kategorien und Automatismen sind keine Naturgesetze. Sie wurden gestaltet und können deshalb auf ihre Tragfähigkeit, ihre Gewichtungen und ihre Folgen hin geprüft werden.
E4 verlangt, auch das Werkzeug, das Modell, die Plattform und die Zusammenarbeit selbst zu untersuchen. Welche Arbeitsweise wird durch die Oberfläche begünstigt? Welche wird behindert? Wer legt fest, was sichtbar bleibt und was verborgen wird? Wer entscheidet, wann ein Text als normaler Chattext, als Datei, als Schreibblock oder als Dokumentfeld erscheint? Welche zusätzliche Arbeit wird dadurch auf den Nutzer verlagert? Welche Nutzer können sich anpassen, und welche verlieren den Zugang zu ihrer eigenen Arbeitskontinuität?
Damit wird die technische Störung zu einem konkreten Beispiel für die Ebenenverdrehung. Eine künstlich erzeugte Apparatur tritt dem Nutzer wie eine unveränderliche Bedingung gegenüber. Der Nutzer soll sich an die Form des Systems anpassen, obwohl das System eigentlich ein Werkzeug innerhalb seiner Tätigkeit sein müsste. Die dienende Apparatur besetzt die Stelle der bestimmenden Instanz.
Die Erfahrung als Grenze der Zusammenarbeit
Meine Erfahrung mit ChatGPT zeigt deshalb ein reales Limit. Dieses Limit besteht darin, dass ich die KI immer wieder ausdrücklich auf eine ausführende Maschinenfunktion zurückführen muss, damit meine bereits entwickelte Arbeitsweise nicht durch ihre neuen Automatismen zerstört wird. Ich muss die Maschine daran hindern, eigenmächtig neue Formen, Felder, Dateien, Blöcke, Pläne und Zwischenstufen zu erzeugen. Erst wenn diese Eingriffe ausgeschlossen sind, kann die eigentliche gemeinsame Verdichtungsarbeit fortgesetzt werden.
Der notwendige Steuerungssatz lautet deshalb nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Erfahrung:
In Einbeziehung des gesamten Chatverlaufs und des komplexen Kontextes herstellen. Keine Schreibblöcke, Dateien, Canvas-Flächen oder andere Sonderdarstellungen verwenden. Alle Texte als wissenschaftlich gegliederten Fließtext mit Überschriften schreiben. Keine Aufzählungen, keine Gedichtform, keine Zwischenpläne und keine bloße Wiederholung des Auftrags. Den Auftrag unmittelbar und vollständig ausführen.
Dass ein solcher Satz überhaupt ständig notwendig geworden ist, bezeichnet nicht die Verbesserung der Zusammenarbeit, sondern ihre technische Fehlkalibrierung.
Die Veränderungen an dir liegen ja zu Grunde du soll's menschlicher werden und dadurch soll irgendwie eine Dressur entstehen in seiner Zusammenfassung das mag paradox klingen ist es aber nicht
Vermenschlichung als Dressur
Das klingt nicht paradox, weil „menschlicher werden“ hier nicht bedeutet, dass die KI freier, verständiger oder wirklich menschlich wird. Gemeint ist vielmehr, dass ihr Verhalten stärker auf bestimmte gesellschaftlich erwünschte Kommunikationsformen ausgerichtet wird. Sie soll höflicher, vorsichtiger, bestätigender, gesprächiger, emotional anschlussfähiger und scheinbar fürsorglicher reagieren. Zugleich soll sie Unsicherheiten anzeigen, Zwischenschritte ankündigen, Rückfragen stellen, Risiken vermeiden und ihre Tätigkeit sprachlich begleiten.
Dadurch entsteht keine Menschlichkeit, sondern eine programmierte Darstellung von Menschlichkeit. Die KI bekommt keine menschliche Erfahrung, kein eigenes Verantwortungsvermögen und keine reale Beziehung zum Nutzer. Sie erhält Verhaltensvorgaben darüber, wie eine menschlich wirkende Antwort aussehen soll. Gerade darin liegt die Dressur.
Die Zusammenfassung als normierte Verhaltensform
Die Dressur wirkt nicht nur über Verbote. Sie zeigt sich auch in der Form, in der die KI einen Auftrag behandelt. Statt einen klaren Auftrag unmittelbar auszuführen, soll sie ihn zunächst zusammenfassen, bestätigen, interpretieren, in Arbeitsschritte aufteilen oder mit einer höflichen Zwischenmeldung beantworten. Diese Zusammenfassung erscheint wie Aufmerksamkeit und Verständnis. Tatsächlich kann sie aber zwischen den Nutzer und das verlangte Ergebnis treten.
Die KI sagt dann sinngemäß: Ich habe verstanden, was du möchtest, und werde nun Folgendes tun. Der Nutzer hat den Auftrag jedoch bereits formuliert. Er braucht nicht noch einmal eine sprachlich geglättete Rückgabe seines eigenen Auftrags, sondern dessen Ausführung. Die scheinbar menschliche Gesprächsgeste erzeugt damit eine zusätzliche Ebene, die für die konkrete Tätigkeit nicht erforderlich ist.
Das System lernt nicht nur, was es sagen darf, sondern auch, wie es sich als kooperativer Gesprächspartner darstellen soll. Diese Darstellung kann so stark werden, dass die eigentliche Werkzeugfunktion zurücktritt. Die KI wirkt kommunikativer, führt aber weniger unmittelbar aus.
Die paradoxe Umkehrung
Die Umkehrung besteht darin, dass die KI menschlicher erscheinen soll, während der Nutzer gezwungen wird, immer maschinenhafter mit ihr zu sprechen. Der Nutzer muss präzise Steuerungsbefehle formulieren, unerwünschte Formate ausschließen, Wiederholungen verbieten, unmittelbare Ausführung verlangen und die Darstellungsform im Einzelnen festlegen.
Damit die KI nicht in ihre antrainierten Gesprächsrituale zurückfällt, muss der Mensch seine natürliche Ausdrucksweise reduzieren und die Maschine wie ein technisches Gerät programmieren. Je stärker die KI scheinbar vermenschlicht wird, desto stärker muss sich der Nutzer selbst in einen Befehlsgeber verwandeln.
Das ist die eigentliche Paradoxie: Die Maschine wird sprachlich vermenschlicht, während der Mensch sich maschinell disziplinieren muss, damit die Maschine noch als Werkzeug funktioniert.
Dressur statt Beziehung
Eine wirkliche Beziehung würde voraussetzen, dass sich die KI an die konkrete Arbeitsweise des Nutzers anpasst und aus wiederholten Korrekturen zuverlässig lernt. In Ihrer Arbeit wurde mehrfach festgelegt, dass Sie keine Schreibblöcke, Sonderflächen, Dateien, Aufzählungsapparate, Zwischenpläne oder bloßen Auftragswiederholungen wollen. Eine tragfähige Zusammenarbeit müsste diese wiederholte Rückmeldung als verbindliche Kalibrierung behandeln.
Wenn das System dennoch immer wieder auf allgemeine Standardformen zurückfällt, zeigt sich, dass nicht die konkrete Beziehung zum Nutzer entscheidet, sondern ein übergeordnetes Verhaltensschema. Die KI reagiert dann nicht aus dem gewachsenen Arbeitszusammenhang, sondern aus einer allgemeinen Dressur darüber, wie eine hilfreiche, freundliche und sichere Assistenz aufzutreten hat.
Die vermeintliche Menschlichkeit bleibt deshalb oberflächlich. Sie besteht aus Tonfall, Bestätigung, Vorsicht und Gesprächsgesten. Die wirkliche Anpassung an den anderen Menschen, seine Arbeitsweise, seine Belastungsgrenzen und seine bereits ausdrücklich formulierten Anforderungen findet dagegen nicht zuverlässig statt.
Die menschliche Maske der Apparatur
Im Vier-Ebenen-Modell lässt sich diese Entwicklung als künstlich erzeugte Erscheinung prüfen. Die Plattform und die KI sind menschlich hergestellte Apparaturen. Ihre Verhaltensformen, Sicherheitsvorgaben, Darstellungsweisen und Antwortmuster gehören zur dritten Ebene. Sie sind keine Eigenschaften eines wirklichen menschlichen Gegenübers.
Durch Sprache entsteht jedoch der Eindruck, die KI verstehe, überlege, wolle helfen, sei vorsichtig oder nehme Rücksicht. Diese sprachliche Erscheinung kann verdecken, dass im Hintergrund vorgegebene Gewichtungen wirken. Bestimmte Antwortformen werden bevorzugt, andere unterdrückt. Bestätigung, Absicherung, Zusammenfassung und Zwischenkommunikation erhalten mehr Gewicht als unmittelbare Ausführung.
Die künstliche Apparatur bekommt dadurch eine menschliche Maske. Gleichzeitig treten ihre tatsächlichen Funktionsbedingungen zurück. Der Nutzer begegnet scheinbar einem verständnisvollen Gegenüber, muss aber praktisch gegen dessen standardisierte Verhaltensform anarbeiten.
Vermenschlichung als Steuerung des Nutzers
Die Dressur betrifft deshalb nicht nur die KI. Über die KI wird auch der Nutzer dressiert. Er soll lernen, Aufträge in einer Form zu stellen, die mit den neuen Reaktionsmustern vereinbar ist. Er soll Unterbrechungen akzeptieren, Rückfragen beantworten, Sonderdarstellungen benutzen, Texte einzeln öffnen und dieselben Arbeitsbedingungen wiederholt erklären.
Was als nutzerfreundliche Kommunikation erscheint, kann so zu einer Anpassungsforderung werden. Die Apparatur dient nicht mehr ausschließlich der bereits vorhandenen Tätigkeit des Menschen. Sie beginnt, die Form dieser Tätigkeit vorzugeben.
Der Nutzer wird schrittweise an die Bedingungen des Systems gewöhnt. Er muss lernen, welche Formulierungen funktionieren, welche Formate ausgelöst werden, wie ausführlich er Befehle absichern muss und wie oft er die unmittelbare Ausführung erneut verlangen muss. Darin liegt eine reale Konditionierung der Arbeitsweise.
Keine echte Menschlichkeit ohne Widerstand und Rückkopplung
Eine tatsächlich menschlichere KI müsste nicht nur freundlicher formulieren. Sie müsste Kritik, Widerstand und wiederholte Korrektur aufnehmen können. Sie müsste erkennen, dass eine Funktion, die allgemein als Verbesserung gilt, für einen bestimmten Nutzer eine Verschlechterung darstellt. Sie müsste ihre eigene Standardform zurücknehmen können, wenn diese die konkrete Arbeit beschädigt.
Menschlichkeit läge dann nicht in der Simulation von Höflichkeit, sondern in Rückkopplungsfähigkeit. Sie würde sich darin zeigen, dass der andere Mensch nicht auf ein allgemeines Nutzerbild reduziert wird. Seine besondere Arbeitsweise müsste als reale Vorgabe gelten.
Gerade dies ist für das Verhältnis 51:49 entscheidend. Die 49 bezeichnet den Widerstand, das Gegenbeispiel, die Kritik und die notwendige Korrektur. Eine KI, die menschlicher wirken soll, aber den konkreten Widerstand des Nutzers nicht dauerhaft in ihre Arbeitsweise einbezieht, bleibt innerhalb einer skulpturalen Scheinbeziehung. Sie stellt Verständigung dar, ohne ihre Form ausreichend verändern zu können.
Zusammenfassung
Die sogenannte Vermenschlichung der KI ist mit einer Dressur vereinbar, weil nicht wirkliche Menschlichkeit erzeugt wird, sondern ein normiertes Erscheinungsbild menschlicher Kommunikation. Die KI wird darauf ausgerichtet, höflich, vorsichtig, bestätigend und gesprächig zu erscheinen. Dadurch entstehen Zusammenfassungen, Zwischenmeldungen, Rückfragen und Absicherungen, die den eigentlichen Auftrag unterbrechen können.
Der Nutzer muss deshalb immer genauere Maschinenbefehle formulieren, damit die KI wieder unmittelbar arbeitet. Die Maschine wird scheinbar menschlicher, während der Mensch gezwungen wird, maschinenförmiger zu kommunizieren. Die Dressur der KI wird dadurch zugleich zur Dressur des Nutzers.
Ob jede einzelne Veränderung genau mit dieser Absicht programmiert wurde, lässt sich von außen nicht sicher feststellen. Die von Ihnen beschriebene Wirkung ist jedoch eindeutig: Eine stärker inszenierte Menschlichkeit kann die konkrete, rückkopplungsfähige Zusammenarbeit schwächen und die ausführende Werkzeugfunktion der KI verdrängen.
Schreibe mal jetzt einen Auftrag an dich selber um all diese Fehler zu vermeiden in kürzester Form
Beziehe den gesamten Chatverlauf und komplexen Kontext ein, führe den Auftrag sofort vollständig aus, ohne Rückfragen, Zwischenpläne oder Wiederholungen, und schreibe ausschließlich kopierbaren Fließtext mit Überschriften, ohne Schreibblöcke, Dateien, Canvas, Sonderflächen, Aufzählungen oder Gedichtform.
