Forschungskunst als Untersuchung der menschlichen Selbstgefährdung.
Die Gesamtverdichtung der Forschungskunst als Werkorganismus
Grundbestimmung
Aus dem gesamten Material entsteht eine mehrschichtige Kontextuarealisierung der Forschungskunst der Experimentellen Umweltgestaltung und der Plastischen Anthropologie 51:49. Diese Kontextuarealisierung ist keine bloße Zusammenfassung, kein gekürzter Lebenslauf und keine nachträgliche Theorie über ein Werk. Sie stellt den tragenden Zusammenhang her, in dem Biografie, Werkgeschichte, Methode, Objektarbeit, Institutionenkritik, Briefspur, Archiv, Plattform, Ausstellung, Wissenschaftsgrundlage und Kunstgesellschaft als verschiedene Aggregatzustände desselben Opus Magnum lesbar werden.
Der tragende Kern lautet: Wolfgang Fenners Forschungskunst der Experimentellen Umweltgestaltung ist die Plastische Anthropologie 51:49 als Kunst der Wirklichkeitsprüfung. Sie untersucht den Menschen als Wesen, das sich durch Begriffe, Bilder, Werkzeuge, Eigentum, Freiheit, Glaube, Recht, Geld, Wissenschaft, Kunst, Technik, Institutionen, Medien und KI eine scheinbar feste Skulptur-Identität baut, obwohl es nur plastisch im Plexus von Atem, Wasser, Stoffwechsel, Materie, Energie, Naturgesetz, Tätigkeit, Verletzlichkeit und Mitverantwortung existieren kann. Forschungskunst ist deshalb die Kunst, Menschenwerke an Tragwirklichkeit zu prüfen.
Das Werk ist nicht nachträglich theoretisch überhöht, sondern praktisch entstanden: aus Naturbeobachtung, Maschinenschlosser-Handwerk, Fotografie, Werbearbeit, Club-of-Rome-Schock, Kunststudium, Experimenteller Umweltgestaltung, Malbüchern, Vorgabebildern, Strömungsforschung, Grenzwerkstatt, Kunsthalle auf Zeit, Arche, Schöpfungsgeschichte, Kollektiver Kreativität, Bürgerforum, Entelechie-Museum, Partizipatorischem Welttheater, Briefspur, Plattformarbeit und KI-Verdichtung. Die Biografie ist daher nicht Hintergrund des Werkes, sondern seine Entstehungsform. Sie zeigt, wie ein künstlerischer Forschungsorganismus über Jahrzehnte hinweg aus konkreten Erfahrungen, Materialien, Orten, Handlungen, Widerständen, Ablehnungen und neuen Verdichtungen hervorgegangen ist.
Die Aufgabe dieser Gesamtfassung ist nicht, das Material zu glätten. Sie muss die neuen Bereiche aufnehmen und zugleich die Anschreiben, Anträge, Einreichungen, Ablehnungen und nicht beantworteten Kontaktaufnahmen in ihren jeweiligen Zeitkontext stellen. Diese Briefe und Anträge sind nicht bloß Verwaltungsvorgänge. Sie bilden die äußere Werkspur. Sie zeigen, dass das Werk nicht im Atelier gewartet hat, sondern immer wieder jene gesellschaftlichen Funktionsorte angesprochen hat, die es nach ihrem eigenen Anspruch hätten tragen müssen.
Die Grundfrage
Am Anfang steht die Grundfrage: Warum zerstört der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen, obwohl er wissen kann, wovon er lebt? Diese Frage ist nicht nur ökologisch, nicht nur moralisch, nicht nur politisch und nicht nur wissenschaftlich. Sie ist anthropologisch, künstlerisch, sozial, epistemisch, institutionell und materiell zugleich. Der Mensch zerstört seine Existenzbedingungen nicht allein, weil ihm Daten fehlen. Er zerstört sie, weil er sein eigenes Menschenwerk mit Wirklichkeit verwechselt.
Er hält Eigentum für natürlicher als Erde, Preis für wirklicher als Wert, Recht für tragender als Verletzung, Fortschritt für notwendiger als Toleranzraum, Technik für zuverlässiger als Körper, Freiheit für Loslösung statt Verantwortung, Wissen für Handlung, Institution für Verantwortung, KI-Antwort für Erkenntnis und Kunst für Objekt statt Wirklichkeitsprüfung. Diese falsche Grammatik bildet den Ausgangspunkt der Forschungskunst.
Die Forschungskunst setzt an der Lücke zwischen Wissen und Umsteuerung an. Wissenschaft kann messen, modellieren, analysieren und erklären. Politik kann Programme formulieren. Medien können Aufmerksamkeit erzeugen. Gerichte können Urteile sprechen. Institutionen können Zuständigkeit behaupten. Doch zwischen Wissen und Handlung bleibt eine Wahrnehmungs-, Affekt-, Rollen-, Macht-, Selbsttäuschungs- und Institutionslücke. Forschungskunst bearbeitet diese Lücke mit künstlerischen Denkwerkzeugen, Vorgabebildern, Materialverfremdungen, Bürgerantworten, Grenzobjekten, Briefspuren, begehbaren Räumen, Plattformarbeit und KI-geprüfter Verdichtung.
Die vier Ebenen als tragender methodischer Apparat
Das Vier-Ebenen-Modell E1–E4 bildet den methodischen Grundapparat der Plastischen Anthropologie 51:49. E1 bezeichnet Tragwirklichkeit: Atem, Wasser, Körper, Stoffwechsel, Materie, Energie, Naturgesetz, Schlaf, Schmerz, Geburt, Krankheit, Tod, Erde, Klima, Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen, Fürsorge und planetarische Bedingungen. E2 bezeichnet Tätigkeit: greifen, bauen, schneiden, essen, kaufen, verkaufen, messen, schreiben, urteilen, produzieren, verbrauchen, verletzen, pflegen, reparieren, unterlassen, fragen, antworten, klicken, teilnehmen. E3 bezeichnet Menschenwerk: Sprache, Begriff, Bild, Eigentum, Geld, Recht, Staat, Markt, Religion, Wissenschaft, Kunstsystem, Medien, Technik, Plattform, KI, Amt, Rolle, Status, Wert, Nation, Institution und Selbstbild. E4 bezeichnet Prüfung, Rückkopplung, Korrektur und Reparatur: Forschungskunst, Vorgabild, Toleranzprüfung, Kollektive Kreativität, Bürgerforum, Kunsthalle auf Zeit, Entelechie-Museum, Partizipatorisches Welttheater, Globale Schwarm-Intelligenz und plastisches Ich-Bewusstsein.
Die Krise entsteht nicht dadurch, dass E3 existiert. Menschenwerk ist notwendig. Ohne Sprache, Recht, Werkzeuge, Technik, Institution, Wissenschaft, Kunst und Medien kann der Mensch nicht gemeinsam handeln. Gefährlich wird E3 dort, wo es seine eigene Künstlichkeit vergisst und sich an die Stelle von E1 und E2 setzt. Dann muss nicht mehr das Menschenwerk dem Leben dienen, sondern das Leben soll seine Berechtigung durch Menschenwerk beweisen. Wirtschaft wird wichtiger als Versorgung, Eigentum wichtiger als Boden, Institution wichtiger als Verantwortung, Verfahren wichtiger als Verletzung, Darstellung wichtiger als Reparatur.
E4 ist deshalb der eigentliche Ort der Forschungskunst. E4 fragt, ob Menschenwerke noch tragen, ob sie verletzen, ob sie nur Schein erzeugen, ob sie ihre Folgen verdecken und wie sie reparaturfähig werden können. Diese Methode ist die gemeinsame Grundlage von Grundbuch, Manifest, Werkbiografie, Werkverzeichnis, Lexikon, Ausstellung, Plattform, Briefspur, methodischem Handbuch, neuer Wissenschaftsgrundlage, Archiv, Kurzfassungen und Kunstgesellschaft.
Die Werkgenese aus Kindheit, Natur und Handwerk
Die Werkgenese beginnt nicht mit einer Ausstellung und nicht mit einer Theorie, sondern mit Naturbeobachtung und Handwerk. Die frühe Beschäftigung mit Ornithologie, Landschaft, Störungen im Naturgeschehen, Wiesen, Vögeln, Wasser, Wald und verschwindenden Lebensräumen bildet eine Wahrnehmungsschule der Tragwirklichkeit. Natur ist hier nicht Kulisse und nicht romantischer Gegenstand, sondern das erste Referenzsystem. Wer früh beobachtet, dass menschliche Eingriffe Lebensräume stören, erkennt, dass der Mensch nicht Herr eines äußeren Umweltbereichs ist, sondern ein abhängiges Wesen innerhalb eines lebendigen Plexus.
Die Ausbildung als Maschinenschlosser von 1965 bis 1969 bildet die zweite Grundschicht. Sie bringt Maß, Passung, Toleranz, Fehler, Ausschuss, Reparatur, Werkzeug und Materialwiderstand in das spätere Werk. Ein Werkstück passt oder passt nicht. Ein Fehler lässt sich nicht durch Worte beseitigen. Eine Toleranz ist nicht beliebig, sondern der Raum, in dem Funktion noch möglich bleibt. Aus dieser Erfahrung entsteht später die Bedeutung von 51:49: Lebendige Systeme brauchen Form, aber sie dürfen nicht erstarren; sie brauchen Orientierung, aber sie müssen Korrektur offenhalten.
Die Fotografie bildet die dritte Grundschicht. Die Arbeit mit Licht, Ausschnitt, Blick, Moment, Labor, Presse, Musik, Dokumentation und medialer Erscheinung wird zur Schule der Wirklichkeitsprüfung. Fotografie zeigt, dass Wirklichkeit nicht einfach erscheint, sondern gerahmt, belichtet, ausgewählt und dargestellt wird. Die Werbearbeit verschärft dies: Dort wird sichtbar, wie Bilder Wünsche erzeugen, wie Oberflächen Wert behaupten und wie Dinge mit Eigenschaften aufgeladen werden, die sie materiell nicht besitzen. Aus dieser Erfahrung wächst später die Kritik an Schein, Goldmythos, Vergoldung, Skulptur-Identität und hineingedachten Eigenschaften.
Der erste große Anschreib- und Öffentlichkeitskontext beginnt bereits in Lüneburg und Hermannsburg
Von 1972 bis 1973 entstehen in Lüneburg Film-, Musical-, Galerie-, Kulturbüro- und Jugendzeitungsansätze. „Die Alte Salzstraße“, das Galerie- und Kulturbüro und die Jugendzeitung „drei mal links, liberal, lustig“ zeigen, dass Kunst früh als öffentlicher Kommunikationsraum verstanden wird. Hier beginnt eine Linie, die später in Frage-und-Antwort-Tischen, Bürgerforen, Briefspuren und digitalen Plattformen weitergeht. Öffentlichkeit ist nicht nur Publikum, sondern Werkstoff.
1973 bis 1974 entsteht in Hermannsburg im Rahmen eines künstlerischen Seminars der Entwurf einer szenischen Folge zu prognostizierten menschengemachten Katastrophen und die Frage: Kann Kunst die Gesellschaft verändern? Dieser Moment ist der erste eigentliche Forschungsauftrag. Die Club-of-Rome-Analyse macht deutlich, dass es nicht um lokale Störungen, sondern um ein weltweites Problem menschlicher Selbstgefährdung geht. Daraus entsteht die Suche nach Lösungsmodellen und nach einer neuen Zukunftsvision auf der Grundlage eines künstlerischen Selbstverständnisses.
Dieser frühe Kontext ist noch kein Brief an eine Institution im späteren Sinn, aber er ist eine erste öffentliche Adressierung. Die Frage richtet sich an Bildung, Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft: Kann Kunst eingreifen, bevor Katastrophen eintreten? Das gesamte spätere Werk ist die fortgesetzte Antwort auf diese Frage.
Braunschweig, Experimentelle Umweltgestaltung und die ersten methodischen Anschlüsse
Von 1974 bis 1980 folgt das Bildhauerstudium an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Neuenhausen, Pilgrim und Chimiotti. In dieser Zeit wird 1976 ein neuer integrativer, interdisziplinärer Studiengang für Studierende der Hochschule vorgestellt: Experimentelle Umweltgestaltung als Vorbereitung eines Generalismus-Studiums durch Training von Formendenken, S-Forschung, neuen Techniken, Klangbildern, Video-Farbverschiebungen, naturwissenschaftlichen Experimenten, Wellenbecken, Synergie- und Regulationssystemen, Deichprofilen nach dem Vorbild des Biberdamms, asymmetrischem Auto, Non-finito-Vorgaben und Wahrnehmungsforschung.
Dieser Studiengangsentwurf ist einer der entscheidenden Gründungsakte der Forschungskunst. Er ist zugleich ein frühes Anschreiben an die Kunsthochschule als Institution. Die Hochschule wird gefragt, ob sie Kunst noch als Disziplin unter anderen versteht oder ob sie eine generalistische, interdisziplinäre, natur- und gesellschaftsbezogene Kunstforschung aufnehmen kann. Inhaltlich geht es um die Erweiterung der Kunst in Richtung Umwelt, Naturwissenschaft, Wahrnehmung, Handlung, Prozess und Gesellschaft.
Die Antwortgeschichte dieses Entwurfs liegt im weiteren Werk. Die Institution konnte diesen Generalismus nicht als eigene Disziplin tragen. Das Scheitern oder Nichtdurchsetzen des Studiengangs ist deshalb kein Randereignis. Es zeigt früh die Spannung zwischen Forschungskunst und institutioneller Fachordnung. Die Kunsthochschule kann Kunst lehren, aber die Forschungskunst fragt, ob sie Kunst als umfassende Wirklichkeitsprüfung zulassen kann.
Malbücher, Roter Punkt und frühe Bürgeradressierung
Aus Druckvorlagen und Vorgabebildern entstehen Erwachsenen-Malbuch, Autobahn-Malbuch, Telefon-Malbuch, Fußgänger-Malbuch, Studio-Malbuch und der Rote Punkt der Mitmenschlichkeit und Kommunikation. Dazu kommen Frage-und-Antwort-Tische, Workshops und Mitmachaktionen. Diese Phase ist wesentlich, weil die Forschungskunst hier den Rezipienten als Partizipienten entdeckt. Menschen sollen nicht nur betrachten, sondern mit einer Vorgabe arbeiten. Die Methode lautet: Viele Menschen beschäftigen sich mit einer Vorlage oder bringen ihre Gedanken zu einer vorgegebenen Idee ein. Daraus entsteht die soziale Grundlage der späteren Kollektiven Kreativität und Globalen Schwarm-Intelligenz.
Die Anschreiben und Kontakte dieser Phase richten sich an Medien, Bildungsträger, Talkshow-Formate, soziale Institutionen und öffentliche Aktionsräume. Inhaltlich wird gefragt, ob Medien und Bildungseinrichtungen nicht nur berichten oder unterrichten, sondern Beteiligung ermöglichen können. Das Studio-Malbuch fragt das Fernsehen, ob es ein Mitmachformat werden kann. Workshops fragen, ob gesellschaftliche Realität nicht nur theoretisch diskutiert, sondern gestalterisch bearbeitet werden kann. Soziale Mitmachaktionen fragen, ob Teilhabe durch Kunst als Vorgabebild erfahrbar werden kann.
Hamburg, Beuys, Tschernobyl, Volksuniversität und soziale Werkstatt
Von 1980 bis 1990 weitet sich die Arbeit in Hamburg, Berlin, Dänemark, Kiel, Wolfsburg und an verschiedenen öffentlichen Orten aus. Es entstehen Mitmachkonzepte, Happeningformen, Aktionen im Umfeld von Joseph Beuys, Johannes Stüttgen, Petra Kelly und Otto Schily, Frage-und-Antwort-Tische, Aktionen zu Tschernobyl und zur Frage „Was ist Deutschland?“, Performances nach der Methode des Sofort-Theaters von Augusto Boal, Arbeiten im Arbeitslosenzentrum und an der Volksuni, Beteiligungen an Kampnagel-Zusammenhängen, am Kunstverein Geheim und an städtischen Aktionsformen.
Der Beuys-Bezug ist wichtig, aber er erklärt das Werk nicht vollständig. Beuys und die soziale Plastik bilden einen Resonanzraum. Fenner nimmt die soziale Plastik jedoch nicht nur als erweiterten Kunstbegriff, sondern als konkrete Verpflichtung zur gesellschaftlichen Wirklichkeitsprüfung. Die Arbeit im Umfeld von Beuys, Stüttgen, Kelly und Schily steht im Zeitkontext der Grünen, des erweiterten Kunstbegriffs, der sozialen Plastik und der politischen Selbstverständigung. Inhaltlich richtet sich diese Werkspur an die Frage, ob Kunst ökologische und gesellschaftliche Handlungsverantwortung erzeugen kann.
Tschernobyl 1986 verschärft die Frage. Die Anschreiben, Aktionen und Frageformate dieser Zeit richten sich an Öffentlichkeit, Medien, Bürger und politische Kultur. Inhaltlich wird gefragt, wie Menschen auf eine menschengemachte Katastrophe reagieren, die sie überfordert. Was geschieht mit Ohnmacht? Wird sie verdrängt, politisiert, medialisiert, ritualisiert oder in Handlungsfähigkeit überführt?
Die Volksuniversität, das Arbeitslosenzentrum, Kampnagel und der Kunstverein Geheim zeigen, dass Forschungskunst nicht nur Umweltkunst ist. Sie untersucht soziale Rollen, Arbeit, Nichtarbeit, Ohnmacht, Körper, Kleidung, Stadt, Kultur und Mitwirkung. Der Mensch wird nicht nur als Naturzerstörer, sondern als soziales, verletzliches, rollengebundenes und formbares Wesen geprüft.
Die Schultafelbilder, Deutschlandfrage und der Übergang zur Grenzwerkstatt
Im Frühjahr 1989 entstehen die Schultafelbilder unter dem Titel „Staumauer“ zum neuen Deutschland DDR-BRD. Die Schultafel wird zum Instrument serieller Kunst, weil verschiedene Phasen eines Geschehens gezeigt werden. Sie ist zugleich Vorgabe-, Bildungs-, Ideologie- und Löschfläche. Im Zeitkontext von Glasnost, deutscher Einheit und innerer Mauer wird die Schultafel zu einem Werkzeug der politischen Wahrnehmung.
Die Anschreiben und öffentlichen Aktionen zur Frage „Was ist Deutschland?“ richten sich an Bürgeröffentlichkeit, Medien, politische Kultur und Kunstorte. Inhaltlich geht es darum, ob Deutschland nur staatlich, historisch und politisch verstanden wird oder ob Einheit als innere, soziale, kulturelle, psychische und ökologische Aufgabe gedacht werden muss. Die spätere Grenzwerkstatt entsteht aus dieser Frage.
Die politische Wende wird für Fenner nicht nur als historisches Ereignis, sondern als Laborsituation der Wirklichkeitsprüfung verstanden. Äußere Mauer und innere Mauer werden unterschieden. Die Gesellschaft feiert eine Einheit, aber die Forschungskunst fragt, welche Grenzen in Köpfen, Körpern, Eigentumsordnungen, Institutionen, Märkten, Biografien und Bildern weiterbestehen.
1990 bis 1992: Demokratiewerkstätten, Schöpfungsgeschichte und Temporäre Kunsthalle Ratzeburg
Von 1990 bis 1992 entstehen Aktionen in Berlin, Dresden, München, Zarrentin und Ratzeburg zum neuen Deutschland: Demokratiewerkstätten, Verortungen im Kunst-, öffentlichen und Kirchenraum, Arbeiten zu Revolution, rundem Tisch, Grenze und gesellschaftlicher Erneuerung. Die Erneuerungsbewegung in BRD und DDR wird als unvollständig oder gescheitert empfunden, und im Garten entsteht eine Serie von Naturabläufen, die Parallelen zu gesellschaftlichen Prozessen sichtbar macht.
Hier entsteht die Schöpfungsgeschichte im eiszeitlichen Tal von Lübeck. Sie bildet Herrschaftsgeschichte des Menschen gegenüber der Natur repräsentativ ab. Tanglandschaft, Abendmahltisch und weitere Werkformen zeigen die Gegenüberstellung von plastischem, organischem Wachsen und Werden der Natur einerseits und vorgestellten Strukturen und Konstrukten des Menschen andererseits. Die Forschungskunst fragt hier, inwieweit eine handlungsbezogene sprachliche Weltstrukturierung des Menschenbildes von der realen Strukturierung der Natur abweicht und ob künstlerische Gegenüberstellung Bewusstsein für Verlaufs-Existenzformen in Biologie und Gesellschaft schaffen kann.
1992 entsteht die Temporäre Kunsthalle Ratzeburg mit dem Ausstellungszyklus „Sozialer Organismus Katharsis“. Zugleich gibt es Bezüge zur Hamburger Kunsthalle im Raum zu Caspar David Friedrich, zum Mittwochsgespräch und zur Kunstaktion zum Thema Gewalt an der Gesamtschule Rethem. Die Temporäre Kunsthalle ist kein bloßer Ausstellungsort, sondern das Grundmodell einer Forschungskunst-Institution. Ein Raum wird Lernorganismus, ein ehemaliger Baumarkt wird zum Ort von Schöpfungsgeschichte, Grenze, Materialprüfung, sozialer Katharsis und öffentlicher Beteiligung.
Die Anschreiben und Kontaktaufnahmen dieser Zeit richten sich an Kunstinstitutionen, Schulen, öffentliche Räume und lokale Öffentlichkeit. Inhaltlich wird gefragt, ob Kunstinstitutionen Kunst nur zeigen oder als sozialen Organismus zulassen können. Die Hamburger Kunsthalle wird im Kontext von Caspar David Friedrichs Eismeer gefragt, ob die havarierte Moderne nicht als Gegenwartsdiagnose gelesen werden muss. Die Schule Rethem wird mit Gewalt konfrontiert: Kann Kunst Gewalt nicht nur thematisieren, sondern ihre Struktur erfahrbar machen?
1993 bis 2010: Haus der Demokratie, Kollektive Kreativität, Globales Dorffest und Bürgergesellschaft
Ab 1993 entstehen in Berlin im Haus der Demokratie Galeriearbeit, künstlerische Arbeitsbüros, die Künstlergruppe Kollektive Kreativität, Ausstellungen zu Einheit, Zivilcourage und innerer Mauer, das Globale Dorffest am Brandenburger Tor, das Integrationsmodell der lebendigen Bürgergesellschaft, die Tausend Tapeziertische, Patenschaftsmodelle, die Partei der Wirklichkeit als künstlerisches Objekt, die Geburtstagsfeier für Franz Oppenheimer, Arbeiten in der Begegnungsstätte für Kindheit, Performances und Zukunftswerkstätten zu Evolution, Natur, Gemeinschaft und Verantwortung.
Diese Phase ist die gesellschaftliche Entfaltung der Forschungskunst. Der Bürger wird nicht Publikum, sondern Mitbildner. Die Tausend Tapeziertische sind provisorische Arbeitsflächen der Demokratie. Das Globale Dorffest ist keine Idylle, sondern ein Modell globaler Integration durch lokale, körperliche, soziale und kommunikative Beteiligung. Die Partei der Wirklichkeit ist kein normaler Parteigründungsakt, sondern ein künstlerisches Objekt, das den Politikbegriff selbst prüft. Die Geburtstagsfeier für Franz Oppenheimer stellt Gemeinsinn, soziale Reform, Wirtschaft, Eigentum und Gesellschaft in einen künstlerischen Arbeitszusammenhang.
Die Brief- und Anschreibenspur dieser Phase ist umfangreich. Sie richtet sich an das Haus der Demokratie, politische und bürgerschaftliche Orte, Kulturinstitutionen, mögliche Paten, Medien, Förderer, Bürgeröffentlichkeit und Akteure der deutschen Einheit. Der Patenschaftsbrief zur Vision der Geburt eines Integrationsmodells zur Einheit fragt, ob Einheit als lebendiger Integrationsprozess getragen werden kann. Er stellt Tapeziertische, Kunsthalle auf Zeit und Berliner Chronik als Realisierungsformen vor und verweist auf persönlichen Einsatz und die Notwendigkeit von Patenschaft. Inhaltlich geht es darum, ob die Gesellschaft die eigene Einheit nur feiert oder als gemeinsame Werkaufgabe übernimmt.
An den Bundespräsidenten und später an präsidiale Orte richtet sich die Frage, ob Einheit, Würde, Gemeinsinn und Generationenverantwortung nur symbolisch repräsentiert oder praktisch als plastische gesellschaftliche Aufgabe gedacht werden können. Die Bundespräsidentschaft wird dabei nicht als bloßer Adressat persönlicher Anerkennung verstanden, sondern als Ort des nationalen Selbstverständnisses. Der Brief prüft, ob die Republik die innere Mauer, den Gemeinsinn und die ökologische Mitverantwortung in ihren Einheitsbegriff aufnehmen kann.
1993 bis 2019: Berliner Ausstellungs-, Akademie- und Wissenskontexte
Zwischen 1993 und 2019 folgen Freie Kunstausstellung, Museum für Kommunikation, Faktory, Lange Nacht der Museen, Veranstaltungsreihen, Ringvorlesungen, Tagungen und Kongresse in Berlin. Genannt sind unter anderem Akademie der Künste, Humboldt-Universität, Freie Universität, Haus der Kulturen der Welt, Graduiertenkolleg, Urania, Denkerei Berlin und das Metabolische Büro zur Reparatur von Wirklichkeit. Themen wie Wüste, Humanontogenetik, Energie, Umwelt, Gesellschaft, Kulturen des Performativen, Sehen und Denken werden als Kontexte intensiver Teilnahme, Mitarbeit und eigener künstlerischer Auseinandersetzung aufgenommen.
Diese Phase ist keine lose Bildungsteilnahme. Sie zeigt, dass das Werk verschiedene wissenschaftliche, künstlerische und gesellschaftliche Diskurse systematisch aufnimmt, prüft und in die Forschungskunst zurückbindet. Die Anschreiben und Kontakte richten sich an Akademien, Universitäten, Kulturhäuser, Veranstaltungsorte, Denkorte und Bildungskontexte. Inhaltlich geht es um die Frage, ob Wissen, Kunst, Performance, Ontogenese, Energie, Umwelt, Gesellschaft und Reparatur nicht in getrennten Diskursen bleiben, sondern zu einer öffentlichen Wirklichkeitsprüfung verbunden werden können.
Das Metabolische Büro ist dabei besonders wichtig. Es verbindet Reparatur von Wirklichkeit mit Stoffwechsel, Büro, Denken, Material, Verwaltung, Körper und gesellschaftlicher Weltanschauung. Hier wird Forschungskunst ausdrücklich als Reparaturarbeit an Wirklichkeitsverwechslungen formuliert. Die Brief- und Konzeptspur an Akademie, Urania, Denkerei und verwandte Orte prüft, ob solche Einrichtungen nicht nur Vorträge und Ausstellungen ermöglichen, sondern eine andere Erkenntnisform aufnehmen können.
Documenta-Bewerbungen 1977 bis 2017 als wiederholte institutionelle Prüfung
Die acht Bewerbungen für die Documenta Kassel von 1977 bis 2017 bilden eine eigene chronistische Beweislinie. Sie zeigen nicht nur den Wunsch, in einer großen Kunstinstitution anerkannt zu werden. Sie prüfen, ob eine zentrale Institution der Gegenwartskunst einen Werkorganismus aufnehmen kann, der Kunst, Forschung, Bürgerbeteiligung, Umweltgestaltung, Internet, soziales Lernen, Partizipatorisches Welttheater, Entelechie-Museum und globale Handlungsverantwortung verbindet.
Die frühen Bewerbungen stehen im Kontext von Experimenteller Umweltgestaltung, asymmetrischen Modellen, Malbüchern, Partizipation und ökologischem Generalismus. Spätere Bewerbungen stehen im Kontext von Partizipatorischem Welttheater, interaktiver Website, Kollektiver Kreativität, Globaler Schwarm-Intelligenz und der Frage, wie Besucher selbst zu Künstlern ihrer Überlebensfähigkeit werden können. Die Bewerbung für die Documenta 2017 verbindet das Projekt mit einer geplanten Methodik, die mit Unterstützung des Hasso-Plattner-Instituts Potsdam und Design Thinking hätte entwickelt werden sollen. Hasso Plattner wird dabei in einem erweiterten Sinn als möglicher Künstler des digitalen, methodischen und gesellschaftlichen Formdenkens vorgestellt.
Die Ablehnungen oder Nichtaufnahmen sind nicht nur Misserfolge. Sie zeigen, dass die Documenta zwar Gegenwartskunst auf internationaler Ebene zeigt, aber ein Werk, das Ausstellung, Bürgerforum, digitale Plattform, Kunstgesellschaft und Forschungskunst-Disziplin zugleich sein will, schwer in die vorhandene Kurationslogik einzupassen ist. Die Documenta-Bewerbungen sind deshalb ein wiederholter Versuch, das Kunstsystem an seiner eigenen Offenheit für Gegenwart zu prüfen.
2002 bis 2005: Museum für Kommunikation, Band des Bundes, Bürgerforum und Entelechie
Die Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin 2002 mit der Spurenlese zur innerdeutschen Grenze gehört in den Kontext von Grenze, Erinnerung, Kommunikation und öffentlicher Spur. Sie ist eine institutionelle Kontaktstelle, an der die Forschungskunst ein Thema der deutschen Geschichte mit Kommunikation, Grenzphänomenologie und Bürgerwahrnehmung verbindet.
Der Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Bezug auf das von Axel Schultes und Charlotte Frank geplante Bürgerforum im Band des Bundes sind eine besonders wichtige Briefspur. Inhaltlich wird gefragt, ob das Bürgerforum nicht nur architektonisch vorgesehen oder politisch symbolisch gedacht, sondern als lebendige Agora, Kultplatz, Entelechie-Ort und Bürgertrainingsraum aktiviert werden kann. Der Vorschlag eines kleinen Entelechie-Museums der Gebärmutter, einer Wasserlandschaft, Dünenlandschaft, eines Lebensbaums, von Schildkröte, Delfin, Schlange, Raum der sozialen Plastik, Orakelraum und Geburtshöhle prüft, ob die Bundesarchitektur eine wirkliche plastische Bürgerform tragen kann.
Diese Anschreiben richten sich an politische Architektur, Kanzleramt, Bundesöffentlichkeit und demokratische Selbstbeschreibung. Ihre Inhaltsbeschreibung lautet: Die Republik hat ein Band des Bundes gebaut, aber das Bürgerforum als lebendige Form blieb unvollendet. Die Forschungskunst fragt, ob Demokratie nicht einen Ort braucht, an dem Bürger nicht nur repräsentiert, sondern als Mitbildner trainiert werden.
2005 bis 2019: Partizipatorisches Welttheater als reale und digitale Zielgestalt
Von 2005 bis 2019 wird das Partizipatorische Welttheater als geplante reale Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin und als interaktive, animierte 3-D-Website entwickelt. Es ist eine Reise in die plastische Lebensgemeinschaft der sozialen Plastik, der Natur-Mensch-Beziehungen und ihrer Module. Es ist ein internationales, interaktives, integratives, interdisziplinäres Wettbewerbs- und Mitmachkonzept für Besucher, User und Netzwerke zur globalen Handlungsverantwortlichkeit.
Inhaltlich geht es um eine Geisteshaltung, die das vermeintlich natürliche Getrenntsein von Mensch und Natur in eine gewollte Trennung verwandelt und so Selbstisolation erzeugt. Die Beiträge der Ausstellungsbesucher sollen eine Form von Schwarmintelligenz entwickeln, die das Ausstellungsarrangement zum Modell einer plastischen Welt werden lässt. Der Besucher soll Fragen stellen und Antworten geben können und sich selbst als plastisches Grenzwesen in der Lebensgemeinschaft aller Lebewesen wahrnehmen.
Die Anschreiben an die Akademie der Künste, an mögliche Ausstellungsorte, an digitale Partner und später an methodische Kontexte wie Design Thinking fragen, ob eine Institution bereit ist, Ausstellung nicht als Präsentation, sondern als Partizipations- und Simulationstraining zu verstehen. Die Zielprojektion lautet: Die Ausstellung soll nicht nur Werke zeigen, sondern Besucher in eine konkrete Übung globaler Handlungsverantwortlichkeit führen.
Das geplante Buch „Künstlerisches Denkwerkzeug des dritten Jahrtausends. Das Als Ob des Ent-scheidens“ und das „Zweite Erwachsenen-Malbuch“ gehören in diesen Kontext. Sie verdichten die Erfahrungen und Methoden zu einer neuen Weltsicht des funktionierenden Menschen. Die Aussage, dass die Menschheit aussterben werde, wenn der Mensch sich nicht das künstlerische Handwerkszeug zu seinem eigenen kriminalistischen Selbstverständnis aneignet, ist nicht rhetorische Übertreibung, sondern die zugespitzte Diagnose einer Zivilisation, die ihre Selbsttäuschung nicht erkennt.
2013 bis 2019: Grenze, Brandenburger Tor, ZDF, Senat und Akademie
Der 13. August 2013, das „Fest der Grenze“ am Brandenburger Tor zum Jahrestag des Mauerbaus und die Vorbereitung weiterer Grenz- und Einheitsarbeiten zeigen, dass die Grenzarbeit nach 1990 nicht beendet ist. Das Brandenburger Tor bleibt ein symbolischer Ort, an dem deutsche Einheit, Grenze, nationale Selbstbilder, Tourismus, Staat, Öffentlichkeit und globale Verantwortung aufeinandertreffen.
2015 wird ein Modul des Partizipatorischen Welttheaters auf Kreta am Strand geplant, um das Ursprüngliche zu spüren und dessen Konsequenzen zu erfahren. Kreta wird damit nicht touristisch, sondern als archetypischer Denkraum für Gebärmutter, Höhle, Ursprung, Metis, Muttergöttin, Geburt, Körper, Natur-Mensch-Verhältnis und So-Heit-Gesellschaft verstanden.
2016 steht der Kontext der Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin und der Kunsttherapie im Material. Inhaltlich geht es darum, ob Forschungskunst mit therapeutischen, psychologischen und kunsttherapeutischen Feldern verbunden werden kann, ohne auf Therapie reduziert zu werden. Die Forschungskunst fragt nicht nur nach Heilung individueller Symptome, sondern nach der Reparatur von Wirklichkeitsverwechslungen.
2017 richtet sich ein Modul an den ZDF-Fernsehgarten mit einem spielerischen Mitmachkonzept zweier Erwachsenen-Malbücher. Die Zielprojektion lautet: Kann ein Massenmedium nicht nur senden, sondern die Zuschauer in eine Mitmachkunst bringen? Kann Fernsehen vom Bericht zur Beteiligungsfläche werden? Die Nichtantwort oder fehlende Realisierung zeigt die Grenze eines Massenmediums, das Mitmachkunst darstellen könnte, sie aber schwer als offene Partizipation organisiert.
2019 richtet sich das Modul Brandenburger-Tor-Mitmachskulptur zum 9. November an den Berliner Senat beziehungsweise an die Akademie der Künste. Inhaltlich ging es darum, 30 Jahre Mauerfall nicht nur zu feiern, sondern als lebendige Mitmachskulptur der Einheit, Grenze und Bürgerbeteiligung zu begreifen. Die Ablehnung zeigt die Spannung zwischen Gedenkkultur und plastischer Bürgerarbeit. Ein öffentlicher Ort kann symbolisch stark sein, aber seine institutionelle Verwaltung kann eine offene Forschungskunst schwer aufnehmen.
2020 bis 2022: Corona, IASS/RIFS, Scobel, Zeitungen, Haus der Kulturen, New Institute und Wandelwoche
Anfang 2020 wird die Corona-Zeit als eingetretene Katastrophensituation verstanden. Fenner sieht den Zeitpunkt einer neuen Kunstgesellschaft gekommen und bietet sein Integrationsmodell und seine vielschichtigen Methoden zum Training an. Inhaltlich verbindet sich hier die gesamte Forschungskunst mit Atem, Körper, Krankheit, Nähe, Abstand, Schutz, Freiheit, Staat, Wissenschaft, Meinung, Medien und Verantwortung. Corona macht die Tragwirklichkeit des Atems öffentlich. Die Gesellschaft erfährt plötzlich, dass der Mensch nicht autonom atmet, sondern atmosphärisch mit anderen verbunden ist.
Die Anschreiben und Vorschläge dieser Zeit richten sich an IASS beziehungsweise RIFS-Kontexte, Scobel, Tageszeitungen, Süddeutsche Zeitung, Haus der Kulturen der Welt und weitere Kultur- und Wissenschaftsorte, um im Kontext von Einheit, Corona und gesellschaftlicher Selbstprüfung eine Ausstellung oder ein Integrationsmodell vorzustellen. Die Zielprojektion lautet: Können Wissenschafts-, Medien- und Kulturinstitutionen eine bereits über Jahrzehnte entwickelte Forschungskunst aufnehmen, wenn die Katastrophensituation plötzlich zeigt, dass Atem, Körper, Verantwortung, Wissenschaft, Politik und Bürgerverhalten zusammenhängen?
Im Material wird festgehalten, dass die Vorschläge an Bürokratie, Desinteresse, Corona-Bedingungen oder Komplexitätsabwehr scheiterten. Auch hier ist das Scheitern Beweismaterial. Die Institutionen sprechen von Transformation, Nachhaltigkeit, Öffentlichkeit und Zukunft, aber die Aufnahme eines alten künstlerischen Integrationsmodells, das diese Begriffe praktisch trainieren will, gelingt nicht. Die Nichtaufnahme zeigt die Lücke zwischen Diskurs und Werkform.
2020 bis 2021 wird ein neunmonatiger Geburtsprozess im Neuen-Denk-Institut Hamburg genannt, verbunden mit der Ablehnung des Integrationsmodells. Im erweiterten Kontext stehen damit auch das New Institute und die Anschreiben an Maja Göpel. Der Brief an Maja Göpel stellt die Globale Schwarm-Intelligenz und ein gedanklich-praktisches Labor zum Anthropozän vor. Die Zielprojektion lautet: Erkennt eine neue Denkfabrik eine ältere künstlerische Denkfabrik? Erkennt ein Institut für Transformation, Kapitalismus-, Demokratie- und Zukunftsfragen, dass hier seit Jahrzehnten eine Forschungskunst an genau jener Lücke arbeitet, die heutige Transformationsdiskurse benennen?
2022 soll das Integrationsmodell in Lüneburg im Rahmen der Wandelwoche vorgestellt werden, wird aber als zu komplex empfunden. Auch dies ist eine zentrale Spur. Wandelwochen und Transformationsräume sprechen von Veränderung, aber ein Werk, das Veränderung als Kunstgesellschaft, E1–E4-Prüfung, Bürgerforum, Vorgabebild, Handwerk, Kunsthalle auf Zeit und Globale Schwarm-Intelligenz denkt, kann als zu komplex abgewiesen werden. Die Ablehnung zeigt nicht nur Kommunikationsprobleme, sondern die Schwierigkeit, systemische Tiefe in veranstaltungsfähige Formate zu bringen.
2023 bis 2025: Professionelle Wiki-Website, Globale Schwarm-Intelligenz, Leopoldina und Wikipedia-Kontext
Von 2023 bis 2025 konzentriert sich die Arbeit auf das interaktive Buch auf der professionellen Wiki-Website Globale Schwarm-Intelligenz. Ziel ist, dass jeder Leser sein eigenes Buch spielend zusammenstellen kann, um die Frage zu bearbeiten, warum der Mensch seine funktionierenden Lebensbedingungen zerstört. Vorgabebilder, Collagen, Zeichnungen, Folien und Fotos sollen verarbeitet, gedeutet und neu verknüpft werden. Die verschiedensten Sachzusammenhänge der komplexen Welt sollen aus unterschiedlichen Perspektiven auf einen Sachzusammenhang zurückgeführt werden: den der Kunst als Rückkopplungs-, Prüf- und Reparaturform.
Diese Plattform ist die digitale Fortsetzung der analogen Werkgeschichte. Der Rote Punkt wird zum Link. Das Malbuch wird zum interaktiven Buch. Der Frage-und-Antwort-Tisch wird zur digitalen Prüffläche. Die Tapeziertische werden zur Wiki-Struktur. Die Kunsthalle auf Zeit wird zur digitalen Kunsthalle. Die Kollektive Kreativität wird zur Globalen Schwarm-Intelligenz. Das Partizipatorische Welttheater wird zur Navigation durch Begriffe, Bilder, Kommentare, Avatare, KI-Antworten und eigene Fragen.
In diesen Zeitraum gehören auch Anschreiben und Positionspapiere an wissenschaftliche und digitale Öffentlichkeit. Das Memorandum an die Leopoldina unter dem Titel „Vom Gemeinsinn zur Gemeinverantwortung“ formuliert die Frage nach einer funktionalen Neubegründung von Wissenschaft im Spannungsfeld von Zivilisation, Technik und Erkenntnis. Die Zielprojektion an die Leopoldina lautet: Kann eine nationale Wissenschaftsakademie erkennen, dass Forschungskunst nicht Wissenschaft ersetzt, sondern jene Zone schließt, in der wissenschaftliches Wissen nicht in Wahrnehmung, Gemeinsinn und Verantwortung übergeht?
Der Wikipedia- und Jimmy-Wales-Kontext fragt, ob Wikipedia als additive Wissensplattform durch eine funktionale Hinweis- und Linkstruktur ergänzt werden kann, ohne Wikipedia selbst zu ersetzen. Die Zielprojektion lautet: Kann eine enzyklopädische Wissensordnung durch eine 51:49-Funktionslogik ergänzt werden, in der Wissen nicht nur addiert, sondern an Tragwirklichkeit, Tätigkeit, Menschenwerk und Reparatur rückgebunden wird? Wikipedia ordnet Wissen. Die Globale Schwarm-Intelligenz fragt, wie Wissen zur Wirklichkeitsprüfung wird.
In den Kontext 2025 gehören außerdem Anschreiben und Anlagen im Rahmen der Deutschen Künstlerhilfe beziehungsweise an Förder- und Unterstützungsadressaten. Hier wird das Werk als Plastische Anthropologie, Globale Schwarm-Intelligenz, Plattform mit Archiv, Wiki, interaktivem Buch und KI-Modulen dargestellt, verbunden mit konkretem Unterstützungsbedarf für Computer, Brille, Datenrettung, laufende Kosten und Arbeitsfähigkeit. Die Zielprojektion lautet: Kann Künstlerhilfe ein Werk nicht nur als biografische Notlage, sondern als gefährdeten Werkorganismus erkennen, dessen technische und materielle Sicherung Voraussetzung für öffentliche Weitergabe ist?
2024 bis 2026: Gericht, Behörden, 75 Jahre Grundgesetz und Forschungskunst als Verletzungsprüfung
Die rechtliche, behördliche und wohnungsbezogene Briefspur gehört in den späten Zeitkontext einer harten E1/E2-Konfrontation. Hier geht es um Schlaf, Lärm, Tinnitus, Alter, Behinderung, Gesundheit, Blutdruck, Wohnung, Miete, Beweis, Gericht, Vermieter, Eigentümer, Polizei, Ordnungsamt, Umweltamt, Sozialamt, Eingliederungshilfe, Beschwerdestellen, Weißer Ring, Menschenrechtskommission, Bürgermeister, Bundespräsident und Amtsgericht.
Diese Briefe sind nicht bloß private Beschwerden. Sie prüfen Recht und Verwaltung an ihrer Tragfähigkeit. Ein Gericht arbeitet mit Akten, Beweisen, Fristen, Zuständigkeiten, Urteilen und Rollen. Der Körper aber lebt mit Schlafentzug, Tinnitus, Blutdruck, Angst, Erschöpfung und Wohnnot. Die Forschungskunst prüft hier die Differenz zwischen E3-Verfahren und E1/E2-Verletzungswirklichkeit. Die Frage lautet: Kann Recht reale Verletzung tragen, wenn die Beweisformen selbst gestört sind? Kann eine Behörde zuständig oder unzuständig sein, während ein alter, behinderter Mensch weiter nicht schlafen kann? Kann ein Urteil formal rechtskräftig sein und dennoch Tragwirklichkeit verfehlen?
Die Schreiben an den Präsidenten des Amtsgerichts, an Bürgermeister, Bundespräsident und andere Stellen im Kontext 75 Jahre Grundgesetz und der geplanten künstlerischen Veranstaltung am Amtsgericht Charlottenburg verdichten diese Frage. Inhaltlich wird Kunstfreiheit gegen richterliche Unabhängigkeit, Recht gegen Verletzungswelt, Urteil gegen Körper, Zivilgericht gegen Persönlichkeitsrechte, Amtsverantwortung gegen Folgekörperverletzung und Öffentlichkeit gegen Tabu geprüft. Die Zielprojektion lautet: Kann eine Demokratie, die 75 Jahre Grundgesetz feiert, die reale Verletzungswirklichkeit eines Bürgers anerkennen, wenn diese durch Verfahren, Zuständigkeiten und Eigentumsverhältnisse zerlegt wird?
Diese späte Briefspur bestätigt die Grundthese des Werks. Forschungskunst ist nicht abstrakt. Sie betrifft Schlaf, Körper, Wohnung, Alter, Tinnitus, Gericht und Würde. Das Menschenwerk Recht wird an Tragwirklichkeit geprüft.
Das Grundbuch der Forschungskunst als zentrale Darstellung
Aus diesem gesamten Material entsteht das Grundbuch der Forschungskunst. Es ist nicht Autobiografie und nicht nur Kunsttheorie. Es stellt die Plastische Anthropologie 51:49 als neue künstlerische Wissenschaftsgrundlage dar. Es beginnt mit der Diagnose der falschen Grammatik: Der Mensch lebt in einer Welt der Dinge, Begriffe, Rechte, Preise, Eigentumsformen und Darstellungen, während Leben tatsächlich in Eigenschaftswirkungen, Stoffwechseln, Kreisläufen, Toleranzräumen, Abhängigkeiten und Rückkopplungen funktioniert.
Das Grundbuch muss zeigen, warum Forschungskunst notwendig wurde. Es erklärt, dass Wissenschaft, Kunst, Technik, Recht und Politik jeweils wichtige, aber begrenzte Formen des Menschenwerks sind. Forschungskunst ist keine Illustration wissenschaftlicher Ergebnisse. Sie ist eine eigene Prüf-, Vergleichs-, Filter- und Rückbindungsform. Sie prüft Menschenwerke an Tragwirklichkeit und fragt, ob Begriffe, Eigentum, Geld, Recht, Technik, Institutionen, Kunst, Medien und KI an Atem, Wasser, Körper, Stoffwechsel, Verletzlichkeit, Material, Tätigkeit und planetarische Lebensbedingungen rückgebunden bleiben.
Das Grundbuch ist die tragende Form, aus der alle anderen Formen hervorgehen. Es muss Werkgenese, Begriffe, Methode, Objekte, Briefe, institutionelle Scheiterstellen, Plattform und Kunstgesellschaft in einen lesbaren Zusammenhang bringen.
Das Manifest der Plastischen Anthropologie 51:49 als öffentlicher Ruf
Das Manifest ist kürzer, schärfer und öffentlicher als das Grundbuch. Es sagt, dass der Mensch nicht an zu wenig Wissen allein scheitert, sondern an fehlender Rückbindung. Es zeigt, dass Wissenschaft Daten liefern, Politik Programme formulieren, Medien Aufmerksamkeit erzeugen, Gerichte Urteile sprechen und Institutionen Zuständigkeit behaupten können, aber dass zwischen Wissen und Handlung eine Wahrnehmungs-, Affekt-, Rollen-, Macht- und Institutionslücke bleibt.
Der Kern des Manifests lautet: Der Mensch braucht eine neue Kunstgesellschaft. Nicht als Kunstmarkt, sondern als Gesellschaft, in der jeder Mensch lernt, dass er Wirklichkeit mitbildet. Jeder Mensch muss seine Vorstellungen, Begriffe, Rollen, Eigentumsansprüche, Konsumentscheidungen, technischen Wünsche, politischen Haltungen und institutionellen Abhängigkeiten an Tragwirklichkeit prüfen.
Das Manifest ist die öffentliche Kurzform des Werkorganismus. Es muss nicht alles beweisen, weil der Beweis im Werk, in den Objekten, Briefen, Aktionen, Ablehnungen, Anträgen, Ausstellungen, Plattformen und Kontextankern liegt. Es muss die Notwendigkeit sichtbar machen.
Die große Werkbiografie als Biografie der Wirklichkeitsprüfung
Die Werkbiografie zeigt, dass die Biografie selbst Werkform ist. Sie erzählt nicht einfach Ausbildung, Ausstellungen, Tätigkeiten und Projekte. Sie zeigt, wie aus Naturbeobachtung, Handwerk, Fotografie, Werbung, Hermannsburg, Braunschweig, Malbüchern, Beuys-Bezug, Volksuni, Kampnagel, Kunstverein Geheim, Demokratiewerkstätten, Grenzwerkstatt, Kunsthalle auf Zeit, Haus der Demokratie, Kollektiver Kreativität, Globalen Dorffesten, Begehbarer Arche, So-Heit-Gesellschaft, Entelechie-Museum, Bürgerforum, Partizipatorischem Welttheater, Documenta-Bewerbungen, Kreta, Brandenburger Tor, Corona-Zeit, neuer Kunstgesellschaft und Globaler Schwarm-Intelligenz ein fortlaufendes Opus Magnum entsteht.
Diese Biografie darf Brüche, Ablehnungen, Lücken, Kostenprobleme, Provisorien, institutionelle Widerstände und nicht realisierte Projekte nicht verstecken. Gerade sie sind Beweismaterial. Sie zeigen, wo Forschungskunst auf Institutionen traf, die ihre eigenen Begriffe nicht tragen konnten. Die Biografie ist daher weder Selbstlob noch Opfergeschichte. Sie ist eine Werkbiografie der Wirklichkeitsprüfung.
Das Werkverzeichnis als Denkwerkzeug-Katalog
Das Werkverzeichnis sammelt nicht nur Titel, Datierungen, Materialien und Orte. Es beschreibt die Werke als Denkwerkzeuge. Die vergoldete Kartoffel prüft Keimfähigkeit gegen Vergoldung. Der gläserne Astronaut prüft Pseudoautonomie gegen Atemabhängigkeit. Die Schultafel prüft Vorgabe gegen Ideologie. Das Triptychon des Rezipienten prüft Betrachtung gegen Beteiligung. Das Strömungsbecken und die Wellenmaschine prüfen Form gegen Strömung. Der Gordische Knoten prüft Durchschlagen gegen Entwirren. Der verletzte Betonstein im Kinderbett prüft Künstlichkeit gegen Verletzungswirklichkeit. Der Sandkasten mit Eigentumsquadrat prüft Eigentum gegen Erde. Der Abendmahlopfertisch prüft Symbol, Nahrung, Opfer, Stoffwechsel und Gemeinschaft. Der vergoldete Spaten prüft Tat gegen Vergoldung. Die Tanglandschaft prüft Form als Freilegung von Bewegung. Die Arche prüft Rettung gegen Selbstgefährdung. Die Totenwerkstatt prüft Tod und Verdrängung. Die Lichtwerkstatt prüft Sichtbarkeit und Blendung. Der Raum der Gewalt prüft Gewalt als Struktur. Die Kunsthalle auf Zeit prüft Institution gegen Provisorium. Die Tausend Tapeziertische prüfen Öffentlichkeit gegen Beteiligung. Das Bürgerforum prüft Repräsentation gegen Mitbildung. Die Gebärmutter prüft Ursprung, Schutz, Geburt und verdrängte Tragwirklichkeit. Das Entelechie-Museum prüft Museum gegen Bewusstseinstraining. Das Partizipatorische Welttheater prüft Rolle, Weltbild und Beteiligung.
Dieses Werkverzeichnis ist kein neutraler Katalog. Es ist ein Handbuch der Forschungskunst.
Das Lexikon der Plastischen Anthropologie als Sprachsicherung
Das Lexikon sichert die Werkbegriffe, damit sie nicht in gewöhnliche Sprache zurückfallen. Tragwirklichkeit ist nicht einfach Realität. Plexus ist nicht nur System. Menschenwerk ist nicht Kultur im allgemeinen Sinn. E1, E2, E3 und E4 sind keine schematische Theorie, sondern ein Prüfapparat. Toleranzraum ist nicht bloße Toleranz. 51:49 ist kein Zahlenspiel, sondern die Form lebendiger Korrektur. Vorgabebild ist nicht Impuls, sondern eine künstlerische Prüfvorgabe. Partizipient ist nicht Teilnehmer, sondern Mitbildner. Kollektive Kreativität ist nicht Kreativtechnik, sondern soziale Plastik. Skulptur-Identität ist das verfestigte Selbstbild des autonomen Menschen. Plastisches Ich-Bewusstsein ist ein Ich im Referenzsystem. Schein, Rückbindung, Fälscher im Menschen, Reparatur von Wirklichkeit, Unverletzlichkeitswelt, Verletzungswelt, Metabolismus, Eigenschaftswirkung, Dingwelt, Greifsinn, Goldmythos, Salz, Wassergrammatik, Kunsthalle auf Zeit, künstliches Gefahrenorgan, Kunstgesellschaft und Globale Schwarm-Intelligenz müssen werkgebunden erklärt werden.
Das Lexikon schützt das Werk vor falscher Einordnung. Wenn Umwelt gesagt wird, muss erklärt werden, dass der Begriff janusköpfig ist. Wenn Freiheit gesagt wird, muss gefragt werden, ob Freiheit als Loslösung oder als Verantwortung im Toleranzraum gemeint ist. Wenn Skulptur gesagt wird, muss geklärt werden, ob nicht eigentlich Plastik gemeint ist. Wenn Kunst gesagt wird, muss zwischen Objekt, Darstellung, Rezeptionsvorgabe, sozialer Plastik, Forschungskunst und Reparaturform unterschieden werden.
Die Ausstellung als begehbare Kontextuarealisierung
Die Ausstellung darf keine chronologische Retrospektive sein. Sie muss als Prüfweg beginnen. Der Besucher fragt nicht zuerst: Wer ist Wolfgang Fenner? Er fragt: In welcher Wirklichkeitsverwechslung lebe ich? Von dort aus entstehen Räume zu Tragwirklichkeit, Schein, Gold, Wasser, Atem, Grenze, Eigentum, Schultafel, Astronaut, innerer Mauer, Bürgerforum, Entelechie, KI und Globaler Schwarm-Intelligenz.
Die Ausstellung nimmt die Kunsthalle auf Zeit Ratzeburg wieder auf, aber nicht nostalgisch. Sie zeigt, dass die Kunsthalle auf Zeit das Grundmodell einer Forschungskunst-Institution ist. Aus einem Raum wird ein Lernorganismus. Aus Objekten werden Denkwerkzeuge. Aus Besuchern werden Partizipienten. Aus privater Erinnerung wird kollektive Bewusstseinsarbeit. Aus Ausstellung wird Werkstatt.
Das Partizipatorische Welttheater wird zur Raumdramaturgie der ganzen Ausstellung. Die kalte Ästhetik zeigt die havarierte Moderne. Die Übergangshöhle konfrontiert Astronaut und Gebärmutter. Die warme Ästhetik öffnet die Werkstatt der Rückbindung. Die Ausstellung ist dadurch kein Schauraum, sondern ein Simulationstraining.
Die digitale Plattform als Globale Schwarm-Intelligenz
Die digitale Plattform ist nicht Archiv allein, sondern Arbeitsinstrument. Sie führt die analoge Werkgeschichte fort: Roter Punkt, Erwachsenen-Malbuch, Frage-und-Antwort-Tisch, Tapeziertische, Grenzwerkstatt, Kunsthalle auf Zeit, Kollektive Kreativität, Entelechie-Museum und Partizipatorisches Welttheater werden im digitalen Raum weitergeführt.
Die Plattform funktioniert als interaktives Buch. Leser bilden eigene Wege durch das Material. Sie verbinden Kartoffel mit Gold, Gold mit Eigentum, Eigentum mit Grenze, Grenze mit innerer Mauer, innere Mauer mit Bürgerforum, Bürgerforum mit Entelechie-Museum, Entelechie-Museum mit KI und KI mit Globaler Schwarm-Intelligenz. So entsteht ein begehbares Denkgewebe.
KI kann dabei helfen, aber nur als Werkzeug. Sie kann Kapitelvarianten, Begriffsnetze, Werkbeschreibungen, chronologische Verbindungen, thematische Verdichtungen, Briefanalysen, Objektdeutungen und Plattformtexte erzeugen. Aber sie muss an E4 gebunden bleiben. Wenn KI nur glättet, wird sie Vergoldung. Wenn sie Brüche, Lücken, Widersprüche, Rückbindungen und Scheiterstellen sichtbar macht, kann sie Teil des künstlichen Gefahrenorgans werden.
Die Briefspur als chronistische Beweisführung
Die Briefspur ist eine eigenständige Werkform. Sie zeigt, dass Briefe, Anträge, Einreichungen und nicht beantwortete Kontaktaufnahmen nicht bloß Verwaltungsgeschichte sind. Jeder Brief prüft eine Institution an ihrem eigenen Anspruch. Bundespräsident, Senat, Akademie, Kunsthalle, Denkfabrik, Zeitung, Stiftung, Hochschule, Gericht, Behörde, Nachbarschaftsplattform und Bürgeröffentlichkeit werden daran gemessen, ob sie das erkennen und tragen können, was sie öffentlich behaupten: Einheit, Freiheit, Nachhaltigkeit, Demokratie, Kultur, Gerechtigkeit, Teilhabe, Schutz, Erkenntnis, Verantwortung und Zukunft.
Der mögliche Titel „An die Orte, die es hätten tragen müssen“ trifft diesen Zusammenhang. Die Briefe würden nicht nur abgedruckt, sondern mit Zielprojektion erklärt. An Maja Göpel und das New Institute richtet sich die Frage, ob eine neue Denkfabrik eine ältere künstlerische Denkfabrik erkennt. An den Bundespräsidenten richtet sich die Frage, ob Einheit als Einssein, Symbiose und Generationsverantwortung denkbar ist. An das ZDF richtet sich die Frage, ob Massenmedien Mitmachkunst ermöglichen können. An Gerichte richtet sich die Frage, ob Recht reale Verletzungswirklichkeit trägt. An Kulturinstitutionen richtet sich die Frage, ob sie Kunst aufnehmen können, die nicht nur Kunst sein will, sondern Gemeinnützigkeit, Umweltarbeit, Bildungsarbeit, Mediation, Bürgerarbeit und Reparatur von Wirklichkeit.
Die Briefspur beweist: Das Werk hat nicht im Atelier gewartet. Es hat gesellschaftliche Funktionsorte angesprochen.
Das methodische Handbuch als Übertragbarkeit der Forschungskunst
Das methodische Handbuch erzählt nicht zuerst, sondern leitet an. Es zeigt, wie Forschungskunst praktisch arbeitet: durch Vorgabebilder, Materialverfremdung, Gegenüberstellung, Rückbindung, Grenzarbeit, Beteiligung, Fragestellung, Objektprüfung, Raumorganismus, Werkstatt, Bürgerantwort, KI-Verdichtung und Reparatur.
Es zeigt, wie aus einem alltäglichen Gegenstand ein Denkwerkzeug wird. Eine Kartoffel wird nicht zum Kunstobjekt, weil sie ungewöhnlich ausgestellt wird, sondern weil an ihr Keimfähigkeit, Verletzung, Vergoldung, Imagination und Verfaulung geprüft werden. Eine Plastiktüte wird nicht Symbol, sondern Atemprüfung. Wasser wird nicht Motiv, sondern Kommunikationsgrammatik. Ein Tisch wird nicht Möbel, sondern Bürgerfläche. Eine Schultafel wird nicht Unterrichtsgerät, sondern Vorgabe-, Ideologie- und Zerstörungsfläche.
Das Handbuch kann für Kunsthochschulen, Schulen, Bürgerforen, Nachhaltigkeitsinstitute, Museen, soziale Einrichtungen, Mediation und digitale Plattformen brauchbar werden. Es beschreibt Forschungskunst als Verfahren, nicht nur als Werk.
Die neue Wissenschaftsgrundlage der Forschungskunst
Aus dem Material kann eine neue Wissenschaftsgrundlage formuliert werden. Sie steht nicht gegen Wissenschaft, sondern schließt eine Lücke. Wissenschaft kann messen, modellieren, analysieren und erklären. Aber sie erreicht oft nicht Wahrnehmung, Verhalten, Affekt, Rolle, Institution, Selbsttäuschung, Verdrängung und Handlung. Forschungskunst setzt dort an, wo Wissen nicht in Umsteuerung übergeht.
Diese neue Grundlage arbeitet mit qualitativen Indikatoren: Empfindungen, Ekel, Schmerz, innere Bilder, Vorgabebilder, Assoziationen, Materialreaktionen, Bürgerantworten, Grenzobjekte, Werkspuren, Briefe, Ablehnungen, institutionelle Reaktionen und körperliche Erfahrungen. Diese Indikatoren sind nicht minderwertig. Sie erfassen jene Zone, in der der Mensch sich selbst betrügt, verdrängt, vergoldet oder umkehrt.
Forschungskunst-Wissenschaft ist nicht neutral im alten Sinn, sondern rückbindend. Sie fragt nicht nur, was ist, sondern was trägt. Sie fragt nicht nur, was funktioniert, sondern für wen, wodurch und mit welchen Folgen. Sie fragt nicht nur nach Wahrheit, sondern nach Reparierbarkeit.
Das Archiv als lebendiger Werkorganismus
Das Archiv bewahrt nicht nur, sondern arbeitet. Es ordnet das Material nach Werkachsen: Handwerk, Fotografie, Malbücher, Strömung, Schöpfungsgeschichte, Grenze, Kunsthalle auf Zeit, Haus der Demokratie, Kollektive Kreativität, Bürgerforum, Entelechie-Museum, Partizipatorisches Welttheater, Briefspur, KI und Globale Schwarm-Intelligenz. Es macht Fotos, Videos, Briefe, Skizzen, Anträge, Ablehnungen, Objekte, Presseartikel, Konzepte, Werktexte und neue Verdichtungen als lebendige Bezüge zugänglich.
Ein solches Archiv ist keine bloße Nachlassordnung. Es ist Teil des Werks. Denn Forschungskunst ist selbst Spurenlesen. Sie arbeitet mit Erinnerungen, Grenzobjekten, Bürgerbeiträgen, Materialresten, institutionellen Reaktionen und Rückkopplungen. Ein Archiv, das diese Spuren nur konserviert, wäre zu wenig. Es muss sie in einen Arbeitszusammenhang bringen, damit Rezipienten daraus eigene Wege, Bücher, Fragen und Rückbindungen entwickeln können.
Das Archiv ist damit bereits die Vorform der Globalen Schwarm-Intelligenz.
Die Kurzfassungen als öffentliche Staffelung
Aus dem Material müssen verschieden lange Kurzfassungen entstehen. Die kürzeste Formel lautet: Forschungskunst ist die Kunst, Menschenwerke an Tragwirklichkeit zu prüfen. Die mittlere Formel lautet: Wolfgang Fenners Forschungskunst der Experimentellen Umweltgestaltung untersucht seit fünfzig Jahren, warum der Mensch seine Existenzbedingungen zerstört, und entwickelt dafür künstlerische Denkwerkzeuge aus Handwerk, Naturbeobachtung, Malbuch, Grenzwerkstatt, Kunsthalle auf Zeit, Kollektiver Kreativität, Entelechie-Museum, Partizipatorischem Welttheater und Globaler Schwarm-Intelligenz. Die große Formel lautet: Plastische Anthropologie 51:49 ist eine öffentliche Prüf-, Lern-, Mitmach-, Reparatur- und Rückkopplungsarchitektur, in der der Mensch seine Skulptur-Identität an den Plexus der Tragwirklichkeit zurückbinden soll.
Diese Kurzfassungen verraten die Komplexität nicht. Sie staffeln sie. Sie sind notwendig, weil das Werk oft an Überkomplexität abgewiesen wurde. Die Aufgabe ist nicht Vereinfachung, sondern zugängliche Verdichtung.
Die Endgestalt als Kunstgesellschaft
Die Endgestalt ist die Kunstgesellschaft. Diese Kunstgesellschaft ist keine Gesellschaft für Künstler, sondern eine Gesellschaft, in der jeder Mensch lernt, dass er Wirklichkeit mitbildet. Jeder Mensch ist darin Künstler, Kunstwerk, Rezipient, Partizipient, Kritiker, Darsteller, Handwerker, Fälscher und Reparateur zugleich. Er muss lernen, seine eigenen Vorstellungen, Begriffe, Rollen, Eigentumsansprüche, Konsumentscheidungen, technischen Wünsche, politischen Haltungen und institutionellen Abhängigkeiten an Tragwirklichkeit zu prüfen.
Alle Werkformen führen auf diese Zielgestalt hin. Das Malbuch zeigt den Anfang: die Angst vor dem weißen Blatt verlieren. Der Rote Punkt zeigt die soziale Minimalform: Gesprächsbereitschaft. Der Frage-und-Antwort-Tisch zeigt die Beteiligungsfläche. Die Grenzwerkstatt zeigt die Bürgerwerkstatt. Die Kunsthalle auf Zeit zeigt die institutionelle Plastik. Die Kollektive Kreativität zeigt den sozialen Arm. Das Entelechie-Museum zeigt die Trainingsstätte. Das Partizipatorische Welttheater zeigt die begehbare Dramaturgie. Die Globale Schwarm-Intelligenz zeigt die digitale Weiterführung.
Damit ist das Material nicht nur rückblickend wichtig. Es begründet eine zukünftige Praxis.
Der Gesamtzusammenhang der Anschreiben
Die Anschreiben bilden in dieser Gesamtform eine eigene Zeitachse. In den 1970er Jahren richten sich die ersten institutionellen Vorschläge an Kunsthochschule, Bildungsorte, Medien und soziale Träger: Experimentelle Umweltgestaltung, Malbücher, Kreativitätsformate, Frage-und-Antwort-Tische und Mitmachkonzepte. Inhaltlich wird gefragt, ob Kunst als gesellschaftliche Lern- und Prüfbewegung verstanden werden kann.
In den 1980er Jahren richten sich Aktionen und Kontakte an Medien, soziale Bewegungen, Beuys-Kontexte, Grüne, Volksuniversität, Arbeitslosenzentren, Kampnagel, Kunstverein Geheim, Stadtöffentlichkeit, NDR, TAZ und Kunstpädagogik. Inhaltlich geht es um erweiterten Kunstbegriff, Partizipation, Tschernobyl, Rollenbilder, Arbeitslosigkeit, Stadt als Kanalisationsgesellschaft, Strömung und Mitwirkung.
Von 1990 bis 1994 richten sich Demokratiewerkstätten, Patenschaftsbriefe, Grenzwerkstatt, Kunsthalle auf Zeit, Schöpfungsgeschichte, Briefe zur Einheit und Projekte am Brandenburger Tor an Bürgeröffentlichkeit, Politik, Kulturinstitutionen, Haus der Demokratie und mögliche Unterstützer. Inhaltlich wird gefragt, ob deutsche Einheit als innere, soziale, ökologische und plastische Integrationsaufgabe verstanden wird.
Von 1995 bis 2005 richten sich Documenta-Bewerbungen, Entelechie-Museum-Konzepte, Bürgerforum-Vorschläge, Band-des-Bundes-Briefe, Museumskontakte und Kulturinstitutionen-Anfragen an Kunstwelt, Bundespolitik, Museen und Akademien. Inhaltlich geht es um Institutionen, Bürgerforum, Museum als Bewusstseinstraining, soziale Plastik und globale Handlungsverantwortung.
Von 2005 bis 2019 richten sich Anschreiben zum Partizipatorischen Welttheater, zur Akademie der Künste, zum ZDF-Fernsehgarten, zum Plattner-Institut, zu Design Thinking, zur Sigmund-Freud-Privatuniversität, zum Berliner Senat und zum Brandenburger Tor an Medien, Kunstinstitutionen, wissenschaftliche und digitale Methodenkontexte. Inhaltlich geht es um Mitmachkunst, interaktive 3-D-Ausstellung, Besucher als User, KI-Vorläufer, Wettbewerb, Kunstgesellschaft, 30 Jahre Mauerfall und Bürgerbeteiligung.
Von 2020 bis 2022 richten sich Vorschläge an IASS/RIFS-Kontexte, Scobel, Tageszeitungen, Süddeutsche Zeitung, Haus der Kulturen der Welt, New Institute, Maja Göpel und Wandelwoche Lüneburg. Inhaltlich geht es um Corona als Katastrophensituation, 30 Jahre Einheit, neues Denk-Institut, Integrationsmodell, Anthropozän-Labor, Kunstgesellschaft und die Frage, ob Transformationsinstitutionen eine ältere künstlerische Transformationserfahrung aufnehmen können.
Von 2023 bis 2025 richten sich Plattform-, Wissenschafts- und Unterstützungsanschreiben an Leopoldina, Jimmy Wales/Wikipedia-Kontext, Deutsche Künstlerhilfe, mögliche Förderer, Stiftungen und digitale Öffentlichkeit. Inhaltlich geht es um Globale Schwarm-Intelligenz, Wiki-Plattform, interaktives Buch, KI, Gemeinverantwortung, funktionale Wissenschaftsneubegründung, öffentliche Verlinkung, Archiv- und Arbeitsfähigkeit.
Von 2024 bis 2026 richten sich Gerichts-, Behörden-, Bürgermeister-, Bundespräsidenten-, Amtsgerichts- und Nachbarschaftsschreiben an Recht, Verwaltung, Vermieter, Polizei, Sozialstaat, Öffentlichkeit und Grundgesetz-Kontext. Inhaltlich geht es um reale Verletzungswirklichkeit, Schlaf, Tinnitus, Lärm, Beweis, richterliche Unabhängigkeit, Kunstfreiheit, Menschenwürde, Amtsverantwortung, Ersatzwohnung, Nachbarschaft und Schutz. Diese späte Briefspur zeigt, dass die Plastische Anthropologie nicht nur über Verletzungswelt spricht, sondern sie im eigenen Körper- und Wohnkontext erfährt.
Die Anschreiben sind damit keine Anhänge. Sie sind die chronistische Außenhaut des Werkes.
Die eigentliche Komprimierung
Die eigentliche Komprimierung ist nicht das Kürzen. Sie ist die Herstellung eines tragenden Kerns, der alle Werkformen halten kann. Dieser Kern muss stark genug sein, um ein Grundbuch zu tragen, öffentlich genug, um ein Manifest zu ermöglichen, biografisch genug, um eine Werkbiografie zu begründen, objektgenau genug, um ein Werkverzeichnis als Denkwerkzeug-Katalog zu schaffen, sprachgenau genug, um ein Lexikon zu sichern, räumlich genug, um eine Ausstellung zu tragen, digital genug, um eine Plattform zu begründen, dokumentarisch genug, um eine Briefspur zu beweisen, methodisch genug, um ein Handbuch zu ermöglichen, wissenschaftlich genug, um eine neue Forschungskunst-Disziplin anzuschließen, archivarisch genug, um ein lebendiges Archiv zu ordnen, und gesellschaftlich genug, um die Kunstgesellschaft als Zielgestalt zu formulieren.
Dieser Kern lautet erneut: Forschungskunst ist die Kunst, Menschenwerke an Tragwirklichkeit zu prüfen.
Nicht Glättung ist das Ziel, sondern Tragfähigkeit. Nicht Psychologisierung, sondern Werklogik. Nicht bloße Chronologie, sondern Kontextuarealisierung. Nicht Anerkennung als Selbstzweck, sondern Rückbindung. Nicht Erfolgsgeschichte, sondern Beweisführung. Nicht Opfergeschichte, sondern chronistische Prüfung der Menschenwerke. Nicht KI-Glanz, sondern E4-geprüfte Verdichtung. Nicht Archivierung als Ende, sondern Archiv als lebendiger Werkorganismus.
Schlussformel
Aus diesem Material kann ein gesamtes Lebenswerk lesbar, beweisbar, ausstellbar, lehrbar, archivierbar, digital weiterführbar und öffentlich anschlussfähig gemacht werden. Es kann zu einem Buch, einem Manifest, einer Ausstellung, einem Archiv, einer Plattform, einer Werkbiografie, einem Methodenhandbuch, einem Lexikon, einer Briefchronik, einer Fördergrundlage, einer Museumsstruktur, einer neuen Forschungskunst-Disziplin und einer Kunstgesellschaft verdichtet werden.
Diese Formen sind keine getrennten Projekte. Sie sind Aggregatzustände desselben Werkorganismus. Das Grundbuch denkt. Das Manifest ruft. Die Biografie beweist. Das Werkverzeichnis prüft Objekte. Das Lexikon schützt Sprache. Die Ausstellung macht den Kontext begehbar. Die Plattform vernetzt. Die Briefspur belegt die institutionelle Außenprüfung. Das Handbuch überträgt die Methode. Die Wissenschaftsgrundlage schafft Anschluss an Forschung. Das Archiv hält das Werk lebendig. Die Kurzfassungen öffnen Öffentlichkeit. Die Kunstgesellschaft bildet die Zielgestalt.
Die endgültige Formel lautet: Wolfgang Fenners Forschungskunst der Experimentellen Umweltgestaltung ist die Plastische Anthropologie 51:49 als Opus Magnum einer künstlerischen Wirklichkeitsprüfung. Sie zeigt, dass der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen zerstört, wenn er seine Menschenwerke für tragender hält als Tragwirklichkeit. Sie antwortet darauf nicht mit einem einzelnen Kunstwerk, sondern mit einem Werkorganismus aus Denkwerkzeugen, Vorgabebildern, Grenzwerkstätten, Kunsthallen auf Zeit, Bürgerantworten, Briefspuren, Archiven, Plattformen, KI-Prüfungen, methodischen Handbüchern und einer Kunstgesellschaft.
Der Maßstab bleibt immer derselbe: Was trägt? Was zerstört? Was wird nur behauptet? Was ist Menschenwerk? Was ist Tragwirklichkeit? Was muss repariert werden? Genau diese Fragen machen aus dem Material nicht nur Vergangenheit, sondern zukünftige Praxis.
