Grundgesetz der Plattform:
Status und Zweck des Grundgesetzes
Dieses Grundgesetz ist kein Werteprogramm und keine „Verfassung“ im moralischen Sinn, sondern der minimale Betriebsvertrag der Plattform.
Es definiert jene zwingenden Korrekturbedingungen, ohne die die Plattform selbst zur Imago-Maschine driftet. Das Grundgesetz hat daher Trägerpflicht: Es bindet jede Sichtbarkeit, jede Anerkennung, jede Kennzahl, jede Moderation, jede Veröffentlichung und jede Entscheidung an Rückkopplungsfähigkeit. Sein Zweck ist, Korrektur billig, früh und normal zu machen, während Immunisierung teuer, sichtbar und revisionspflichtig wird.
Primat der Prüfungsrichtung
Die Plattform operiert unter einer Richtungsregel, die nicht diskutiert, sondern implementiert wird: Geltung ersetzt keine Tragfähigkeit. Alles, was in der Imago-Sphäre der Plattform als sinnvoll, gut, plausibel oder anerkennenswert erscheint, bleibt Entwurf, bis es im Referenzrahmen der Rückkopplungswelt an E1/E2 rückgebunden und im Prüfbetrieb revisionsfähig gehalten ist. Jede Funktion, die diese Richtung umkehrt, gilt als Driftfaktor und ist zu korrigieren oder zu deaktivieren.
Mindestformat als Zulassungsvoraussetzung
Kein Beitrag, kein Modul, keine „Kalibrierantwort“, kein Fallbeispiel und keine Regel gilt als prüffähig, solange nicht das Minimalformat vorliegt. Minimalformat heißt: expliziter Referenzrahmen (welche E1/E2-Randbedingungen berührt sind), Ebenentrennung (Setzung, behaupteter Wirkzusammenhang, Nachweisbedingungen), Konsequenzpfad (Tätigkeit, Kosten, Trägerschaft, Rücklaufkanal), Zeitformat (Verzögerung, Schwellen, Pfadabhängigkeit, Hysterese, Irreversibilität), Zurechnung/Haftung (wer trägt welche Kosten über Zeit), Revision/Versionierung (was ändert sich, warum, mit welcher Spur), sowie der Immunisierungscheck (unter welchen Bedingungen muss revidiert werden und wie wird das durchgesetzt). Das Minimalformat ist keine Empfehlung, sondern die technische und redaktionelle Eintrittsbedingung in den Prüfraum.
Versionierung als Pflichtform des Wissens
Jeder Text, jede These, jedes Protokoll und jede Entscheidung existiert nur als Version mit nachvollziehbarer Änderungs- und Begründungsspur. Es gibt keine „endgültigen“ Aussagen, sondern nur aktuelle Stände mit definierter Geltungsdauer, Prüfumfang und Revisionsbedingungen. Jede Revision muss sichtbar machen, was ersetzt, ergänzt oder präzisiert wurde, welche Konsequenzannahmen sich geändert haben, und ob sich Kostenträgerschaft, Zeitannahmen oder Nachweiskriterien verschoben haben. Versionierung ist dabei nicht Dokumentationsluxus, sondern die Bedingung, unter der Irrtum ohne Gesichtsverlust möglich wird, ohne dass Kostenwahrheit verloren geht.
Revision als Normalbetrieb und nicht als Ausnahme
Revision ist nicht die nachträgliche Korrektur von „Fehlern“, sondern der reguläre Rückkopplungsmodus, in dem Entwürfe tragfähiger werden. Die Plattform behandelt deshalb jeden Beitrag als vorläufig, solange seine Widerlegungsbedingungen nicht benannt und seine Rücklaufkanäle nicht gesichert sind. Revision wird nicht moralisiert, sondern als Betriebsleistung bewertet: Wer revidiert, erfüllt Trägerpflicht; wer Revision blockiert, erzeugt Drift. Die Plattform muss Revision technisch erleichtern und sozial entstigmatisieren, zugleich aber die Spur der Fehlerkosten und der Änderungen so führen, dass Lerngewinne kumulierbar werden.
Zuständigkeit, Haftung und Durchsetzungskanal
Rückkopplung bleibt wirkungslos, wenn sie keine Zuständigkeit trifft. Deshalb verlangt das Grundgesetz, dass jeder Prüffall eine revisionspflichtige Stelle benennt, die nicht durch Zerlegung, Delegation oder Schnittstellenrhetorik entzogen werden kann. Zuständigkeit heißt nicht Autorität, sondern Pflicht zur Antwort im Prüfformat. Haftung heißt nicht Strafe, sondern definierte Kostenträgerschaft der Korrekturarbeit und der Folgekosten, soweit sie im Plattformrahmen abbildbar ist. Durchsetzung heißt, dass Revision nicht von Einsicht abhängt, sondern über einen klaren Eskalationspfad erzwungen werden kann, wenn Widerlegungsbedingungen greifen oder wenn ein Beitrag die Prüfbedingungen verweigert. Ohne Durchsetzung bleibt E4 Simulation.
Immunisierungstest als harte Schwelle
Die Plattform unterscheidet nicht primär „wahr“ und „falsch“, sondern „prüffähig“ und „immunisiert“. Ein Beitrag gilt als immunisiert, wenn er seine Widerlegungsbedingungen entzieht, Kostenträgerschaft unbestimmbar macht, den Rücklaufkanal der Korrektur blockiert oder Revision als illegitim erklärt. Immunisierung ist dabei keine Charakterdiagnose, sondern ein Betriebsdefekt, der unabhängig von Weltanschauung feststellbar sein muss. Die Konsequenz einer Immunisierungsfeststellung ist nicht Debattenverschärfung, sondern eine zwingende Umstellung: Entweder wird der Beitrag in das Minimalformat rückgeführt und revisionsfähig gemacht, oder er verbleibt außerhalb des Prüfraums als Imago-Text ohne Kalibrierstatus.
Schutz vor Statusdrift und Anerkennungsinflation
Weil die Plattform Gemeinsinn als öffentliche Kalibrierpraxis und nicht als Prestige-Arena betreibt, darf Anerkennung niemals die Stelle von Tragfähigkeit einnehmen. Jede Form von Reputation, Sichtbarkeit, Ranking oder Titelbildung ist nur dann zulässig, wenn sie nachweislich Korrekturwege verkürzt und nicht Korrektur blockiert. Sobald Anerkennung an Zustimmung, Lagerzugehörigkeit oder rhetorische Dominanz gekoppelt wird, gilt dies als Driftverstärker. Die Plattform muss daher die Trennung zwischen Geltungsanzeige und Prüfgeltung erzwingen: Sichtbarkeit ohne Prüflauf bleibt Imago-Wirksamkeit und darf nicht als „bewährt“ markiert werden.
Metrik- und Interface-Regel: Kennzahlen sind Eingriffe
Metriken, Rankings, Badges, Upvotes, Feeds, Empfehlungslogiken und Moderationswerkzeuge sind nicht neutral, sondern Eingriffe in Rückkopplung. Das Grundgesetz verlangt, dass jede Metrik als Hypothese behandelt wird, die selbst dem Prüfbetrieb unterliegt: Welche Verhaltenspfade löst sie aus, welche Kosten externalisiert sie, welche Zeitverzerrungen erzeugt sie, welche Formen der Immunisierung begünstigt sie. Interface-Design darf Korrektur nicht verteuern, indem es Konflikte personalisiert oder Statusschutz belohnt; es muss vielmehr Korrektur als Standardhandlung verfügbar machen, einschließlich klarer Markierung von Prüfstatus, Versionsdifferenzen, offenen Widerlegungsbedingungen und ungeklärter Kostenträgerschaft.
Missbrauchsschutz als Trägerpflicht der Öffentlichkeit
Öffentlichkeit ist nur tragfähig, wenn sie gegen Manipulation, Einschüchterung, Kampagnen, Scheinmehrheiten und Identitätskriege geschützt wird. Der Missbrauchsschutz dient nicht der Harmonie, sondern der Integrität des Prüfbetriebs. Wo Beiträge Personen anstelle von Konsequenzpfaden angreifen, wo Drohungen, Doxing, gezielte Verzerrung oder strategische Überflutung den Rücklaufkanal blockieren, wird nicht „Meinung“ geäußert, sondern die Prüfarchitektur beschädigt. Das Grundgesetz erlaubt deshalb Eingriffe, die ausschließlich dem Schutz der Revisionswege dienen, nicht der Durchsetzung einer inhaltlichen Linie. Maßstab bleibt stets: Erhält der Eingriff den Prüfbetrieb oder ersetzt er ihn durch Geltungsverwaltung.
Öffentliche Kalibrierpraxis als Definition von Gemeinsinn
Gemeinsinn ist in dieser Plattform keine Wertegemeinschaft, sondern die Fähigkeit, Korrekturkanäle zu pflegen und Fehlerkosten sichtbar zu halten, ohne Revision zu moralisieren. Das Grundgesetz setzt diese Definition technisch und institutionell um: Jede Teilnahme ist Teilnahme am Prüfbetrieb, nicht am Statusspiel. Wer die Plattform nutzt, nutzt sie als spielerischer Wissenschaftler ohne Status, das heißt als jemand, der seine Entwürfe freiwillig in ein Format bringt, das Widerlegbarkeit, Zeitspur, Kostenträgerschaft und Revision erzwingt. Der Bewusstseinsprozess, den die Plattform anbietet, ist damit keine Innenbekenntnis-Übung, sondern die wiederholte Praxis, Imago-Entwürfe in Rückkopplungsfähigkeit zu überführen.
Selbstrevision der Plattform als oberste Pflicht
Da die Plattform selbst Teil der Imago-Sphäre ist, muss sie sich als erstes Objekt ihrer eigenen Prüfung behandeln. Jede Regel, jedes Interface, jede Metrik, jede Moderationsentscheidung und jede Governance-Struktur ist revisionspflichtig und muss ihre Widerlegungsbedingungen und Kostenpfade ausweisen. Wo die Plattform diese Selbstrevision verweigert, wird sie selbst zum Entkopplungsmodus. Die oberste Pflicht des Grundgesetzes lautet daher: Der Prüfbetrieb gilt auch für den Prüfbetrieb.
Geltungsbereich und Konsequenz der Verletzung
Dieses Grundgesetz gilt überall dort, wo die Plattform etwas als prüffähig, kalibriert, kumulierbar oder verbindlich markiert. Wo das Grundgesetz nicht erfüllt ist, darf es keine Prüfgeltung geben, sondern nur Imago-Geltung als Entwurf. Die Plattform darf Entwürfe zulassen, aber sie darf sie nicht in Trägerbehauptungen verwandeln. Genau diese Trennung ist die Driftbremse: nicht Verbote, sondern klare Statusformen, klare Rücklaufkanäle und erzwungene Revision.
Du:
https://www.globale-schwarm-intelligenz.de/wiki/ jetzt Darstellung alt
ChatGPT:
Ich öffne deine Wiki-Seite, erfasse den Ist-Zustand der „alten Darstellung“ und mache daraus einen konkreten Umstellungsplan plus eine überarbeitete Start-/Indexseite im neuen Vokabular (Rückkopplungswelt/Imago-Sphäre, E1–E4, E4-Grundgesetz).
ChatGPT:
Ausgangslage der „alten Darstellung“ im Wiki
Auf der aktuellen Wiki-Startseite ist die Grundtrennung bereits als „Materie-Welt / Gegen-Materie-Welt“ formuliert und mit E1–E4 als Ebenenlogik verknüpft. Gleichzeitig liegt im Glossar weiterhin eine starke „Unverletzlichkeit-Welt“-Semantik vor, die als konzeptioneller Schutzraum des Geistes beschrieben wird. Deine neuere Konsolidierung („Rückkopplungswelt / Imago-Sphäre“ plus Driftmodus innerhalb der Imago-Sphäre) ist damit kompatibel, aber sie ist noch nicht als strikte Redaktionsregel durchgebunden, sodass Begriffe im Betrieb wieder „zurückrutschen“ können.
1.3 neu schreiben als stabile Terminologie
1.3 Entkopplungsmodus (Alias: Gegen-Materie) als Driftmodus innerhalb der Imago-Sphäre
Der Entkopplungsmodus bezeichnet in dieser Architektur keinen dritten Weltbereich und keine zweite Realität, sondern einen Driftzustand innerhalb der Imago-Sphäre, in dem die Prüfungsrichtung invertiert. Im Normalbetrieb ist die Imago-Sphäre der notwendige Koordinationsraum: Zeichen, Rollen, Narrative, Verfahren, Institutionen und Interfaces erzeugen Handlungsfähigkeit, bleiben aber Entwürfe, solange Tragfähigkeit in der Rückkopplungswelt erst noch bewährt werden muss. Entkopplungsmodus beginnt dort, wo diese Vorläufigkeit praktisch verschwindet: Geltung verhärtet sich so, als sei sie Trägernachweis, und die Rückkopplung wird nicht widerlegt, sondern im Entscheidungsraum unwirksam gemacht.
Strukturell stabilisiert sich Entkopplungsmodus durch vier Sperrmechanismen, die gemeinsam den Rücklaufkanal der Korrektur schließen. Erstens Immunisierung: Widerlegungsbedingungen werden entzogen oder Kritik wird in Identitäts- und Loyalitätskonflikte umcodiert, sodass Revision als unzulässig gilt. Zweitens Externalisierung: Kostenpfade werden räumlich-sozial verlagert, sodass dort entschieden wird, wo die Kosten nicht anfallen. Drittens Zeitentkopplung: Verzögerung, Nichtlinearität, Schwellen und Hysterese werden aus dem Zurechnungsformat herausgedrückt, sodass Ursache-Wirkung-Pfad und Revisionsfenster auseinanderfallen. Viertens Zurechnungsflucht: Zuständigkeiten werden so zerlegt und Verfahren so verschachtelt, dass niemand revisionspflichtig ist und Rückmeldung zu bloßer Information ohne Durchsetzungskanal wird.
Der ältere Ausdruck Gegen-Materie kann als Alias für diesen Entkopplungsmodus weitergeführt werden, jedoch ausschließlich als Name des Driftfalls innerhalb der Imago-Sphäre, um physikalische Missverständnisse („Antimaterie“) sicher auszuschließen. Als Redaktionsregel gilt: Wo Entkopplungsmodus/Gegen-Materie gesagt wird, muss zugleich benannt sein, welcher Rücklaufkanal blockiert ist und welche E4-Durchsetzung ihn wieder öffnet.
Glossar-Einträge, die jetzt festzuschreiben sind
Imago-Sphäre
Die Imago-Sphäre ist der verhandelbare Koordinations- und Wirksamkeitsraum, in dem Bilder, Zeichen, Rollen, Narrative, Recht, Eigentum, Verfahren, Institutionen und Interfaces reale Effekte erzeugen, ohne dass diese Effekte bereits Tragfähigkeit bedeuten. Imago heißt hier nicht „Bild als Illustration“, sondern „Bild als operative Selektionsmacht“: Imago steuert Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit, Rang, Sichtbarkeit und Entscheidung. Die Imago-Sphäre ist zivilisatorisch notwendig, weil sie Koordination und Skalierung ermöglicht; sie bleibt jedoch revisionspflichtig, weil ihre Geltung die Rückkopplungswelt nicht ersetzen kann.
Gegen-Materie
Gegen-Materie ist der Aliasname für den Entkopplungsmodus innerhalb der Imago-Sphäre: eine Betriebsweise, in der Geltung Tragfähigkeit behauptet und Korrekturwege systematisch blockiert werden. Gegen-Materie ist daher kein „Irrtum im Kopf“, sondern eine Folgenarchitektur aus Immunisierung, Externalisierung, Zeitentkopplung und Zurechnungsflucht, die Rückmeldung im Entscheidungsraum neutralisiert. Wenn der Begriff verwendet wird, muss er immer als Driftmodus markiert sein, nicht als zweite Welt.
Requisitenwelt
Requisitenwelt ist ein didaktischer Spezialfall innerhalb der Imago-Sphäre: das Theatermodell des Als-ob, in dem Handlungen vollständig erscheinen, aber absichtlich folgenarm bleiben, weil Mittel, Risiken und Kostenpfade kontrolliert entkoppelt sind. Requisitenwelt ist damit kein Vorwurf, sondern ein Prüfwerkzeug, um Darstellung, Darsteller und Darstellbarkeit trennscharf zu machen.
Unverletzlichkeitswelt
Unverletzlichkeitswelt ist keine gleichrangige Welt neben der Rückkopplungswelt, sondern eine immunisierende Erlebnis- und Versprechensform innerhalb der Imago-Sphäre. Sie bezeichnet die Erfahrung, als könne Identität ohne Wunde, Geltung ohne Kosten und Form ohne Rückmeldung stabil sein. Im Driftfall wird diese Erlebnisform kulturell und institutionell verstetigt: Korrektur wird zur Kränkung, Revision zum Angriff, und der Rücklaufkanal wird sozial teuer gemacht. (Diese Bedeutung ist bereits im Glossar in Ansätzen vorhanden, muss aber als „Spezialmodus innerhalb der Imago-Sphäre“ neu gerahmt werden.)
„Wirklichkeit“ und „Realität“ als feste Zuordnung
Wenn du diese beiden Alltagswörter nicht eliminieren, sondern fest zuordnen willst, dann gilt als Schreibregel: „Wirklichkeit“ ist reserviert für die Wirkungs- und Konsequenzseite (Rückkopplungswelt, also E1/E2 als Träger- und Lebensbedingungen). „Realität“ ist reserviert für die selektierte, gerahmte und modellierte „Dinge-/Deutungs-Realität“ im Sinn der Imago-Sphäre (E3/E4), also für das, was als „Realität“ erscheint, weil ein Interface, eine Institution oder ein Begriffsfeld es so rahmt. Sobald „Realität“ im Sinn von „Konsequenzraum“ gemeint ist, ist stattdessen „Rückkopplungswelt“, „Tragfähigkeit“, „Kostenpfad“ oder „Zeitverhalten“ zu schreiben, damit kein Containerwort die Prüfung verwischt.
E4-Grundgesetz der Plattform Globale Schwarmintelligenz
Präambel
Dieses Grundgesetz definiert die minimale Betriebsverfassung, mit der die Plattform als Prüfbetrieb funktionsfähig bleibt: Sie soll Imago-Koordination ermöglichen, ohne in Entkopplungsmodus (Gegen-Materie) zu driften. Maßstab ist nicht Meinungsstärke, sondern Rückkopplungsfähigkeit: Korrektur muss billig, früh und durchsetzbar sein, bevor Kipppunkte erzwingen.
Artikel 1 Zweckbindung
Der Zweck der Plattform ist öffentliche Kalibrierpraxis: Fragen, Behauptungen und Entwürfe werden so behandelt, dass ihre Rückbindung an Träger- und Lebensbedingungen sichtbar wird und Revision als Normalform organisiert ist. Die Plattform ist nicht primär „Wissensspeicher“, sondern ein Betrieb, der Korrekturwege schützt und kumuliert. (Diese Zielrichtung ist in deiner Plattformbeschreibung bereits angelegt, muss aber als Governance-Zwang explizit werden.)
Artikel 2 Zwei Modi, ein Prüfausgang
Jede Eingabe darf im Imago-Modus beantwortet werden (plausible Koordination in E3), erhält jedoch erst dann Prüfstatus, wenn sie den Kalibrier-Modus durchläuft. Der Prüfausgang ist nie „Zustimmung“, sondern die Entscheidung, ob Korrektur strukturell möglich ist: ob Rücklaufkanäle existieren, Kostenträger benannt sind, Zeitpfade geführt werden und Revision durchgesetzt werden kann.
Artikel 3 Pflichtformat der Kalibrierantwort
Eine Kalibrierantwort ist nur gültig, wenn sie den Referenzrahmen (E1/E2-Randbedingungen), die Ebenentrennung (Setzung versus behaupteter Wirkzusammenhang versus Nachweis), den Konsequenzpfad (Tätigkeit-Widerstand-Kosten-Trägerschaft-Rücklauf), das Zeit-/Schwellen-/Hysterese-Format, Zurechnung/Haftung, sowie Revision/Versionierung und den Immunisierungscheck explizit ausweist. Fehlt eines dieser Felder, liegt kein „unvollständiger Inhalt“, sondern ein defekter Prüfbetrieb vor.
Artikel 4 Versionspflicht und Ersetzungsklarheit
Jeder Textblock trägt einen Versionsstand und eine Kopfzeile, die eindeutig markiert, ob es sich um Ergänzung, Ersetzung oder Präzisierung handelt. Jede Ersetzung muss den ersetzten Abschnitt benennen und begründen, damit Entwicklung nachvollziehbar bleibt und Drift über stillschweigende Umschreibungen verhindert wird.
Artikel 5 Widerlegungsbedingungen als Zulassungskriterium
Kein Entwurf erhält Prüfstatus ohne explizite Widerlegungsbedingungen. Widerlegungsbedingungen sind nicht rhetorische „Offenheit“, sondern operationalisierte Kriterien, bei deren Eintreten eine Revision zwingend ist. Der Immunisierungscheck prüft genau dies: Ob Widerlegungsbedingungen fehlen, umcodiert oder praktisch undurchsetzbar gemacht werden.
Artikel 6 Zurechnung und Haftung als Rückkopplungsmechanik
Für jeden Konsequenzpfad ist zu benennen, wer die Fehlerkosten trägt, wer revisionspflichtig ist und über welchen Durchsetzungskanal Revision erzwungen werden kann. Wo Zuständigkeit zerlegt ist, muss der Textblock die Zerlegung als Risiko markieren und ein Zurechnungs-Minimum definieren; ohne das gilt der Block als entkopplungsgefährdet.
Artikel 7 Zeitformat, Verzögerung und Irreversibilität als Default
Jede Kalibrierung führt Zeitverhalten als Pflicht: Verzögerung, Nichtlinearität, Schwellen, Pfadabhängigkeit, Hysterese und mögliche Irreversibilität sind standardmäßig einzutragen. Aussagen, die Zeit nur als „später“ behandeln, gelten als unkalibriert, weil sie die Hauptquelle zivilisatorischer Fehlsteuerung (zu späte Revision) reproduzieren.
Artikel 8 Metrik- und Interface-Neutralität
Die Plattform darf keine Status- und Belohnungsarchitekturen etablieren, die Korrektur teurer machen als Rechtbehalten. Jede Metrik, jedes Ranking, jede Sichtbarkeitslogik und jede Moderationsregel ist daher selbst E4-pflichtig: Sie muss zeigen, welche Verhaltensselektion sie erzeugt und wie sie Revision schützt statt blockiert.
Artikel 9 Rolle „spielerischer Wissenschaftler ohne Status“
Die Standardrolle ist nicht Autorität, sondern Prüfer im eigenen Namen ohne Statusvorteil. Beiträge werden nicht über Rang, Titel oder institutionelle Zugehörigkeit validiert, sondern über die Qualität des Prüflaufs: Klarheit der Ebenentrennung, Vollständigkeit des Konsequenzpfads, Durchsetzbarkeit der Revision und Transparenz der Kostenträgerschaft.
Artikel 10 Nachweis- und Quellenregime
Wo externe Fakten beansprucht werden, sind Quellen so zu führen, dass spätere Revision möglich bleibt. Wo nur Hypothesen formuliert werden, ist dies explizit zu markieren. Die Plattform unterscheidet strikt zwischen Behauptung, Belegpfad und Prüfhandlung; „Plausibilität“ ersetzt keinen Nachweis in E1/E2.
Artikel 11 Missbrauchsschutz und Konfliktformate
Die Plattform behandelt Lager- und Identitätskonflikte nicht als „Meinungsvielfalt“, wenn sie Rücklaufkanäle schließen. Moderation ist daher nicht primär Inhaltszensur, sondern Rückkopplungsschutz: Sie greift ein, wenn Immunisierung, Zurechnungsflucht, Drohung, Entwertung von Revision oder systematische Externalisierung als Diskurswaffe betrieben werden.
Artikel 12 Selbstbindung der Plattform
Alle Regeln dieses Grundgesetzes sind auch auf die Plattform selbst anzuwenden. Jede Änderung an Struktur, Begrifflichkeit, Sichtbarkeit, Versionierung oder Moderation ist als E4-Eingriff zu behandeln und muss den eigenen Konsequenzpfad samt Widerlegungsbedingungen führen. Damit wird verhindert, dass die Plattform zur eigenen Geltungsmaschine wird.
Minimaler Umstellungshebel für die Wiki-Darstellung
Wenn du die „Darstellung alt“ ohne Komplettumbau konsistent machen willst, genügt ein harter Tausch an drei Stellen: Erstens wird „Materie-Welt“ überall durch „Rückkopplungswelt“ ersetzt. Zweitens wird „Gegen-Materie-Welt“ überall durch „Imago-Sphäre“ ersetzt. Drittens wird „Gegen-Materie“ nur noch als Drift-Alias für „Entkopplungsmodus“ geführt, während „Requisitenwelt“ und „Unverletzlichkeitswelt“ ausdrücklich als Spezialmodi innerhalb der Imago-Sphäre markiert werden. (Genau diese Begriffe stehen im Wiki derzeit nebeneinander und erzeugen sonst Redundanzen.)
