Hier ist das vollständig aktualisierte, alphabetisch geordnete Gesamtnachschlagewerk („Glossar“) deines plastischen Theoriesystems – in wissenschaftlich prägnantem Stil und disziplinsouveräner Kohärenz:
📘 Gesamtglossar der plastischen Systemtheorie
Abstraktion
Trennung von Tätigkeit und Grenzberührung im Symbolraum. Temporäre Vereinfachung, die dysfunktional wird, wenn sie sich von plastischer Realität entkoppelt und Illusion erzeugt.
Atem
Basaler Grenzraum plastischer Rückbindung. Rhythmisches Sein‑lassen statt Machen. Grundform von Lebendig‑Kalibrierung und Wahrhaftigkeit.
Bedeutung
Kontextabhängige Resonanzleistung plastischer Tätigkeit. Keine feste Relatum‑Relation, sondern Ergebnis lebendiger Interaktion.
Beschluss
(Synonym zu „Entscheidung im Funktionsraum“ – ggf. noch hinzufügen.)
Differenzkraft (plastische)
Dynamische Spannung zwischen asymmetrischen Polen (51:49), die Entwicklung ermöglicht und Gleichmacherei verhindert.
Existenzbedingungen
Situativ variable Grenzen, innerhalb derer ein System leben, sich entwickeln, kalibrieren kann. Überschreitung führt zu Nicht-Funktion und Desintegration.
Funktionsraum
Konkreter Spannungsbereich, in dem Plastizität zwischen Tätigkeit und Rückkopplung gesteuert wird. 51:49-Struktur als formende Logik.
Grenze
Dynamische Membran, Ort plastischer Kalibrierung. Nicht Barriere, sondern agonaler Zwischenraum konstitutiver Differenz.
Illusion
Strukturelle Entkoppelung zwischen Formbehauptung und Rückmeldung. Form erstarrt ohne funktionale Resonanz – destruktiv und entdifferenzierend.
Interferenz
Wechselspiel mehrerer plastischer Systeme ohne lineare Kausalität. Produktiv, wenn Rückkopplung funktioniert, dysfunktional sonst.
Kalibrierung
Prozess des kontinuierlichen Feineinstellens plastischer Tätigkeit an real funktionale Grenzen. Pulsierendes Gegenprinzip zur Illusion.
Kipppunkt
Qualitative Schwelle, an der plastische Stabilität aufgelöst wird. Organisation: 51:49 – kritische Übergangsmarke zwischen Adaptivität und Kollaps.
Konstrukte
Symbolische Ersatzordnungen. Stabil in plastischer Balance, gefährlich, wenn übersymbolisch und entkoppelt von Funktion und Rückkopplung.
Kunst / Kunstwerk
Offene Tätigkeit als Erkenntnisform. Resultat plastischer Grenzarbeit; Material, Form, Haltung – niemals abgeschlossen, sondern rückkoppelnd.
Maß
(Fehlt noch, kann ergänzt werden: Plastische Angemessenheit asynchroner Grenzen.)
Membranisches Denken
Erkenntnisverfahren: denkt Übergänge, Vermittelungen, Grenzverhältnisse – statt Substanz-, Dualismus‑ oder Eigentumslogik.
Milieu
Situativer Resonanzraum. Kein passiver Hintergrund, sondern konstitutiver Teil plastischer Funktion.
Non-Funktionieren
Zustand, wenn Tätigkeiten aus ihrem Funktionsraum entgleiten. Exzess, Dissoziation, Stagnation – Vorstufe zur Desintegration.
Plastische Differenzkraft
(Als separater Eintrag denkbar – s. o.)
Plastische Identität
Offenes Selbst‑Selbst‑Verhältnis. Kein fixiertes Ideal, sondern tätige Kalibrierung im Leben.
Plastische Ontologie
Denkmodell des Werdens, der Funktion, der Grenzverhältnisse – nicht des Seins.
Plastische Realismus
Rückbindung von Denken und Handeln an lebendige Grenzerfahrungen – statt Korrespondenzmodell.
Plastische Wahrheit
Tätige Kalibrierung innerhalb verletzlicher Grenzräume. Nie konsensuell, immer asymmetrisch und kontextuell.
Plastik (Bildnerisch)
Offenes Formwerden durch Material, Medium, Raum – im Tun, nicht im Abbild.
Praxis
Tätige Auseinandersetzung mit Welt, nicht symbolisch, sondern im Widerstand dessen, was real wirkt.
Poiesis
Schöpferischer Akt; Ursprung symbolischer Illusion, wenn er Rückbindung verliert.
Realismus
Dynamisches Rückbinden an existenzielle Grenzverhältnisse – keine Abbildung, sondern tätige Responsivität.
Realität
Resultat funktional arbeitender Rückkopplung. Nicht Objektwelt, sondern tätige Anpassung.
Resonanz
Plastisch vermittelte Rückkopplung zwischen Systemen – Schwingungsgleichklang unter Wahrung Differenz und Form.
Schwingung
Rhythmische Bewegung zwischen Grenzwerten. Ausdruck lebendiger Dynamik ohne Instabilität.
Selbst
Offenes, plastisch kalibriertes Feld zwischen Leib, Welt, Tätigkeit. Schichtung aus Grenzmembranen. Gegenmodell zur Skulptur‑Identität.
Selbsttäuschung
Individuelle Illusion: Reflexives Ich, desrückgebunden an Funktion, erzeugt Skulptur‑Form ohne Kalibrierung.
Skulptur‑Identität
Klassisches Ich‑Idealmotiv: statisch, geschlossen, selbstbehauptend – Ausdruck dualistischer Fehlkonstruktion.
Synapse, Neuronale Plastizität, etc.
(Biologisch‑neurophysiologische Begriffe stehen hier, s. separate Neuro‑Glossareinträge.)
Täuschung
Strategische plastische Funktion, reversible Verschiebung. Unterscheidet sich von Illusion durch Kalibrierbarkeit.
Technologie (Techne/Organon)
Werkzeuge der tätigen Erkenntnis; plastisch produktiv, aber gefährlich in symbolischer Entkoppelung.
Tat / Ergon / Praxis
Konkrete Tätigkeit mit Konsequenzen – nur in der Verletzbarkeit nachweisbar.
Verletzlichkeit
Ontologische Voraussetzung plastischer Existenz – Ermöglichung von Anpassung und Differenzkraft.
Wahrheit
Tätige Kalibrierung mit existenzieller Verantwortung; liegt in Ethik, Sprache, Atem, Tod.
Verhältnis
Grundmodus der plastischen Welt – asymmetrische 51:49-Spannung, Ermöglichung von Emergenz.
Wirklichkeit
Syntax tätiger Grenz‑Resonanz. Nicht Idee, sondern funktionale Form in Leben und Tätigkeit.
Welt
Plastisch erzeugtes Erfahrungsfeld. Membranisch, tätigkeitsgebunden, situativ – nicht gegeben, sondern gemacht.
