Ist dieses Ich vielleicht schon ein Kunstwerk, eine Skulptur-Identität?
Es mag Sie überraschen: Sie sind eine Skulpturidentität. Der entscheidende Punkt liegt darin, dass die Skulpturidentität nicht im selben Sinn existiert wie ein Organismus, ein Schmerz, eine Wunde, eine Membran, ein Materialwiderstand oder eine stoffwechselabhängige Grenze.
- Diese Plattform richtet sich deshalb ausdrücklich auch an jene Form des Menschen, die hier Skulpturidentität genannt wird.
- Ich ziehe das jetzt auf die Plattformpraxis zu: nicht nur begrifflich, sondern als Begrüßungs- und Übergangsarchitektur für Nutzer, die zunächst aus skulpturaler Zeitlogik kommen.
- Hier können Sie nachvollziehen, auf welche Weise ich an der Startseite gearbeitet habe. Es mag Sie überraschen: Sie leben in einer Skulpturidentität. Im Deutschen wird zwischen Plastik und Skulptur unterschieden, was es im Englischen in dieser Form nicht gibt. Diese begriffliche Differenz ermöglicht einen Wiedererkennungseffekt, weil mit ihr unterschiedliche Eigenschaften sichtbar werden. Das Ziel ist es, Ihre plastische Identität wieder in sich zuzulassen.
Ersetzung (Zielstelle: Kernsatz in verdichteter Form)
Es mag Sie überraschen: Sie sind eine Skulpturidentität. Damit ist keine Beleidigung gemeint, sondern die heute kulturell bevorzugte Form des Selbst, das sich als gesetzt, autonom und frei versteht, obwohl es in Wirklichkeit verletzbar, abhängig und rückkopplungsbedürftig bleibt. Im Deutschen lässt sich zwischen Plastik und Skulptur unterscheiden. Genau dieser Unterschied eröffnet hier einen Wiedererkennungseffekt. Denn das Plastische bildet sich im Widerstand, in der Zeit und in der Auseinandersetzung mit Wirklichkeit. Das Skulpturale dagegen erscheint als fertige Form, die ihre eigene Gemachtheit verdeckt. Das Ziel dieser Plattform ist es, die in Ihnen angelegte plastische Identität wieder freizulegen und zu stärken: jene Fähigkeit, Wirklichkeit zuzulassen, Rückmeldung nicht abzuwehren, Maß zu finden und nur so überlebensfähig zu werden.
