Menschsein verstehen zu lernen:

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Menschenerklärung durch das Vier-Ebenen-Modell:

In kurzen Worten:

Der Mensch erklärt sich im Vier-Ebenen-Modell nicht aus einer einzelnen Eigenschaft, sondern aus dem Zusammenspiel von Körper, Leben, Symbolwelt und Prüfung. Er ist ein plastisches Tragwesen, das nur tragfähig wird, wenn seine Begriffe, Handlungen, Rollen und Entscheidungen an Wirklichkeit, Maß, Rückkopplung und Gemeinsinn geprüft werden.

Etwas länger:

Das Vier-Ebenen-Modell erklärt den Menschen als ein Wesen, das zugleich physisch, biologisch, symbolisch und prüfend existiert.

Auf der ersten Ebene steht die materielle Wirklichkeit: Körper, Gewicht, Last, Grenze, Energie, Bruch und Funktionieren oder Nichtfunktionieren.

Auf der zweiten Ebene erscheint der Mensch als lebendiger Organismus: verletzbar, abhängig von Stoffwechsel, Milieu, Regeneration, Schmerz, Bedürfnis und Anpassung.

Auf der dritten Ebene bildet der Mensch Sprache, Rollen, Eigentum, Werte, Institutionen, Bilder, Selbstverständnisse und Weltdeutungen. Hier entsteht Kultur, aber auch die Gefahr der Skulpturidentität: Der Mensch hält seine Begriffe, Zeichen und Besitzformen für Wirklichkeit selbst.

Die vierte Ebene ist deshalb die Prüf- und Reparaturebene. Dort werden die symbolischen Ordnungen wieder an Tragwirklichkeit, Maß, Rückkopplung und Gemeinsinn zurückgebunden.

Der Mensch wird dadurch nicht als fertiges, souveränes Einzelwesen erklärt, sondern als plastisches Verhältniswesen. Er muss lernen, ob das, was er denkt, will, besitzt, gestaltet und entscheidet, tragfähig funktioniert oder untragbar wird. Menschsein heißt in diesem Modell: sich selbst, die eigenen Begriffe und die eigene Weltbildung immer wieder an den Bedingungen zu prüfen, die Leben tragen.

Das Ziel der Plattform ist es, Menschsein verstehen zu lernen – nicht durch bloße Belehrung, sondern durch den Nachvollzug plastischer Entstehung. Wer versteht, wie ein künstlerisch-plastisches Kunstwerk im Widerstand, im Maß und in Rückkopplung entsteht, kann auch Menschsein anders verstehen: nicht als abgeschlossene Selbstform, sondern als verletzbares, abhängiges und korrigierbares Tragverhältnis innerhalb einer gemeinsamen Wirklichkeit.