Plastische Anthropologie 51:49 – Die Kunst des Widerstands und die Rückkopplung der Zivilisation.
Inhaltsverzeichnis.
- Einleitung – Die symbolisch konstruierte Moderne als lebensferne Entkopplung
- Der plastische Mensch (51:49) vs. die symbolische Skulptur-Identität – Rückkopplung statt Statik
- Tätigkeit, Widerstand und Konsequenz – Auf dem Weg zur „So-Heits-Gesellschaft“
- Bildmetaphern einer Welt ohne Rückkopplung – Kartoffel, Tang, Messer, Atem
- Abgrenzung von klassischen Theorien – Kant, Heidegger, Sloterdijk, Harari, Latour, Foucault, Deleuze im Vergleich
- Die Plattform „Globale Schwarm-Intelligenz“ – Epistemisches Labor plastischen Denkens
- Zivilisationsdiagnose – Warum herkömmliche Modelle keine Zukunft mehr sichern
- Fazit – Plastische Anthropologie als neue Referenzwissenschaft
1. Einleitung
Die moderne Zivilisation sieht sich mit einer eigentümlichen Entkopplung zwischen Mensch und Welt konfrontiert. Ihr kulturelles Selbstverständnis beruht weithin auf der Annahme, der Mensch sei ein denkendes Subjekt, das durch Begriffe und bewusste Entscheidungen seine Umwelt und Ordnungen gestalte.
Dieses symbolisch geprägte Selbstbild – getragen vom Glauben an abstrakte Ideen und rationale Kontrolle – steht jedoch in Widerspruch zur leiblichen Realität: Der Mensch ist ein verletzliches, körpergebundenes Lebewesen, eingebunden in Rückkopplungsprozesse von Stoffwechsel, Reiz und Reaktion.
Mit Maurice Merleau-Ponty ließe sich pointiert sagen: „Die Wahrheit bewohnt nicht bloß die inneren Menschen. Denn es gibt keinen inneren Menschen. Der Mensch kennt sich allein in der Welt.“ deutschlandfunk.de. Dieser Satz bringt zum Ausdruck, dass Selbst- und Welterkenntnis untrennbar mit der leiblichen Einbettung in die Welt verbunden sind1.
Tatsächlich vollzieht sich Leben immer als dynamisches Wechselspiel zwischen Organismus und Umwelt, nicht als abgeschlossene Innenwelt des Geistes. Dennoch hat die abendländische Denktradition – beginnend mit Platon – eine symbolische Ordnung etabliert, welche die Menschen schrittweise von diesen Rückkopplungen entfremdet.
Die symbolisch konstruierte Moderne kann daher als „lebens- und erkenntnisfern“ charakterisiert werden: Sie meidet reale Rückmeldungen und verdrängt plastische, d.h. formbare und anpassende Prozesse. Statt unmittelbarer Konsequenzen des Handelns treten abstrakte Modelle, Daten und Gleichungen.
Dieses Paradigma der Distanz und Abstraktion – im Folgenden auch als Symmetriedualismus 50:50 bezeichnet – hat über Jahrhunderte unsere Zivilisation geprägt. Platon trennte die sinnliche von der ideellen Welt und erhob die unveränderliche Idee zum eigentlichen Wirklichen. Damit entstand das Ideal einer spiegelbildlichen Trennung: Subjekt und Objekt, Geist und Materie stehen sich scheinbar symmetrisch gegenüber, als wären sie unabhängige Sphären, die erst im Bewusstsein zusammentreffen. Diese 50:50-Ideologie – die Vorstellung eines perfekten Gleichgewichts und einer Trennung zwischen dem erkennenden Subjekt und der Welt – wirkt bis heute fort und bildet den epistemischen Grundstein der Wissenschaften. Fenner spricht zugespitzt von einem „zivilisatorischen Konstruktionsfehler“, geboren mit dem Tod des Sokrates, der bis in die Gegenwart die westliche Kultur steuert.
Ein verhängnisvolles Resultat dieses Denkmodells ist der Verlust von Rückkopplung: Wenn Handeln und Konsequenz entkoppelt werden, bleiben die realen Auswirkungen unseres Tuns unsichtbar. So führt das Streben nach statischer Symmetrie paradoxerweise zu extremen Ungleichgewichten – zur Dynamik 1:99. Dieses Zahlenverhältnis (1:99) kann als Chiffre gelesen werden für die eskalierende Schieflage heutiger Verhältnisse, etwa in der Verteilung von Ressourcen (man denke an das geflügelte Wort von den „1 %“, die den Großteil des Wohlstands kontrollieren) oder im Machtgefälle zwischen Mensch und Natur. Die symbolische Ordnung unserer Zivilisation – vermittelt durch Sprache, Zeichen, Institutionen und Medien – wirkt wie eine mehrschichtige Membran zwischen Mensch und Umwelt. Sie dämpft unmittelbare Rückmeldungen der Wirklichkeit und lullt uns in ein Gefühl vermeintlicher Kontrolle, während tatsächliche Abhängigkeiten ausgeblendet werden. Die Folgen zeigen sich in handfesten Krisen: Die ökologische Zerstörung etwa wird in CO₂-Statistiken und Klimamodellen erfasst, bleibt aber sinnlich fern. So wissen viele Menschen abstrakt um die Klimakrise, spüren ihre existenziellen Konsequenzen jedoch kaum am eigenen Leib. Ähnliches gilt für gesellschaftliche Fehlentwicklungen: Wir erkennen sie in Berichten und Zahlen, ohne sie wirklich zu erfahren – und handeln daher unzureichend.
Vor diesem Hintergrund formuliert die Theorie der Plastischen Anthropologie eine fundamentale Kritik an den bestehenden Skulptur- und Symbolwelten. Unter diesem Schlagwort wird die Tendenz verstanden, Menschen und Gesellschaften als starre, idealisierte Gebilde zu begreifen – gleichsam Skulpturen aus Begriffen – anstatt als lebendige, formbare Prozesse. Plastische Anthropologie setzt dem ein eigenes Paradigma entgegen: 51:49. Diese scheinbar marginale Asymmetrie beschreibt die Grundlogik alles Lebendigen. Wolfgang Fenner (Jg. 1948), der Begründer der plastisch-anthropologischen Theorie, bezeichnet 51:49 als elementare „Weltformel“ des Lebens2. Gemeint ist, dass lebende Systeme niemals in perfektem Gleichgewicht verharren, sondern stets in leichter Schieflage – in Spannung zwischen Beharrung und Bewegung – existieren. Nur eine minimale Differenz (eben das Übergewicht von 51 zu 49) hält sie stabil und zugleich entwicklungsfähig. Sobald vollständige Symmetrie (50:50) erzwungen oder jede Störung ausgeschlossen wird, erstarrt das System und verliert seine Lebendigkeit3. Mit anderen Worten: Leben realisiert sich ausschließlich durch Rückkopplung und Differenz, nicht durch symmetrische Gleichheit.
Die Grundthese dieser Arbeit lautet: Die symbolisch konstruierte Moderne (50:50, im Extrem 1:99) ist lebens- und erkenntnisfern, weil sie reale Rückkopplung meidet und plastische Prozesse verdrängt. Dem wird die Plastische Anthropologie 51:49 als eigenständige, erkenntnistheoretisch und zivilisationskritisch fundierte Referenzwissenschaft entgegengestellt. Im Folgenden werden die Leitgedanken dieser Theorie konsolidiert und entfaltet: Zunächst wird der plastische Mensch als funktionales, rückgekoppeltes System (51:49) beschrieben – im Kontrast zur symbolischen Skulptur-Identität der Moderne. Danach wird ausgehend vom Prinzip Tätigkeit–Widerstand–Konsequenz die Vision einer „So-heits-Gesellschaft“ entwickelt, welche den Menschen wieder an reale Rückbindungen knüpft. Zentrale Bildmotive – von der vergoldeten Kartoffel bis zum Atem – dienen dabei als erkenntnistheoretisch relevante Metaphern für eine Welt ohne Rückkopplung. Ein Vergleich mit klassischen Denkfiguren aus Philosophie, Soziologie und Wissenschaftsgeschichte (u.a. Kant, Heidegger, Sloterdijk, Harari, Latour, Foucault, Deleuze) verortet und schärft den eigenen Ansatz: Wo andere Kritiker im Symbolischen verhaftet bleiben oder den Fokus einseitig auf Sprache, Raumlosigkeit oder Macht legen, eröffnet die plastische Anthropologie eine alternative Perspektive. Abschließend wird die Plattform Globale Schwarm-Intelligenz als praktisches Labor für plastisches Denken, kollektive Lernprozesse und künstlerisch-wissenschaftliche Integration vorgestellt. Die Diagnose der gegenwärtigen Zivilisation zeigt, warum herkömmliche Modelle des Lernens, Erkennens und Handelns keine zukunftsfähigen Lösungen mehr bieten – und wie das 51:49-Paradigma hier Abhilfe schaffen will.
2. Der plastische Mensch (51:49) vs. die symbolische Skulptur-Identität
Menschsein entsteht nicht durch Begriffe oder Deutungen, sondern durch Tätigkeiten, die auf realen Widerstand treffen, Rückkopplung erzeugen und irreversible Konsequenzen hervorbringen. Diese prägnante Aussage fasst zusammen, wie die plastische Anthropologie den Menschen versteht: als homo plasticus, ein Wesen in beständiger Wechselwirkung mit seiner Umgebung. Der Mensch steht nicht souverän außerhalb der Welt, sondern „in einer leichten Schieflage zur Welt – offen für Veränderung, aber nicht haltlos“. Dieses Bild bricht radikal mit dem klassischen Ideal des autonomen Subjekts. Statt der starren Form tritt die immerwährende Verformung, statt statischer Identität eine dynamische Metastabilität (so hat es der Philosoph Gilbert Simondon genannt.).
Im plastisch-anthropologischen Modell wird der Mensch als funktionales, rückgekoppeltes System begriffen. Zentrales Funktionsprinzip ist der Kernmechanismus: Tätigkeit → Widerstand → Rückkopplung → Konsequenz. Jede menschliche Handlung stößt auf eine Realität, die nicht völlig passiv ist, sondern Widerstand bietet – sei es die physische Umwelt, der gesellschaftliche Kontext oder der eigene Körper. Dieser Widerstand führt zu Feedback (Rückkopplung): Der Mensch erfährt die Auswirkungen seines Tuns, positiv oder negativ. Daraus entstehen Konsequenzen, an denen er lernt und sich anpasst (oder scheitert). Stabilität, Lernen und Verantwortung erwachsen nur in diesem zirkulären Prozess. Wird die Rückkopplung unterbrochen, verliert der Mensch den Bezug zu seinen eigenen Existenzbedingungen – es kommt zu Fehlfunktionen bis hin zum Zusammenbruch des Systems. Die minimale Asymmetrie 51:49 stabilisiert den Prozess und bildet die Grundlogik aller lebendigen Systeme. Fenner fasst das 51:49-Prinzip so zusammen: „Jedes lebendige System bleibt nur in minimalem Ungleichgewicht stabil: in Spannung zwischen Beharrung und Bewegung, Ordnung und Irritation.“3 Gleichgewicht ist hier kein statischer Zustand, sondern eine oszillierende Dynamik. In dieser Perspektive wird der Mensch zu einem Wirkungssystem – nicht zu einer isolierten Substanz, sondern zu einem Netzwerk von Relationen und Rückwirkungen.
Demgegenüber steht die in der Moderne vorherrschende Vorstellung eines symbolischen Menschenbildes, das hier als Skulptur-Identität kritisiert wird. Darunter versteht Fenner das idealisierte Bild des Menschen als unveränderliche Form, als geistiges Wesen, das sich gleichsam aus Marmor meißelt (bzw. durch Begriffe definiert) und unabhängig vom materiellen Vollzug existiert. Diese Skulptur-Identität entstammt dem platonisch-kartesischen Erbe: ein denkendes Ich auf der einen Seite, eine objektive Welt auf der anderen, ohne echte wechselseitige Durchdringung. Der Mensch als reines Subjekt wird zum außenstehenden Beobachter, der über die Welt reflektiert, ohne von ihr berührt zu werden. Körper und sinnliche Erfahrung gelten in dieser Tradition oft als zweitrangig oder störend – man denke an Descartes’ methodischen Zweifel, der alles Körperliche als unsicher verwirft zugunsten der klaren Evidenz des cogito (des „Ich denke“)deutschlandfunk.dedeutschlandfunk.de. Die Krönung findet dieses Denken in der modernen Wissenschaft: Gültige Erkenntnis wird definiert als das, was beobachterunabhängig, reproduzierbar und allgemein gültig ist. Subjektive Empfindungen oder lokale Kontextfaktoren werden als Störfaktoren eliminiert. Fenner bringt diese Entwicklung auf den Punkt: „Die Messbarkeit ersetzt Wahrnehmung. Das Wirkliche wird zum Abbild, die Erfahrung zum Störfaktor.“. Der Mensch in diesem Paradigma gleicht einer Skulptur aus Symbolen – perfekt ausbalanciert, universal, doch leblos erstarrt.
Die plastische Anthropologie enttarnt diese Skulptur-Identität als gefährliche Fiktion. Denn tatsächlich ist der Mensch – ob er will oder nicht – ein rückgekoppeltes Wesen, verletzlich und abhängig. Seine Identität konstituiert sich nicht durch abstrakte Selbstsetzung, sondern im Vollzug des Lebensprozesses. Phänomenologisch gesprochen: Dasein ist In-der-Welt-sein (Martin Heidegger). Oder mit Merleau-Ponty: „Der Mensch steht der Welt nicht gegenüber, sondern ist Teil des Lebens, in dem die Strukturen, der Sinn, das Sichtbarwerden aller Dinge gründen.“4. Diese Erkenntnis war zwar in verschiedenen Denktraditionen bereits angelegt (Existenzphilosophie, Phänomenologie, Pragmatismus u.a.), aber die Plastische Anthropologie führt sie zu einer neuen Konsequenz: Sie fordert, den Menschen explizit als homo plasticus zu definieren – als Wesen, das nur in Wechselwirkung und Wandel existiert. Identität ist demnach kein fester Kern, sondern ein Prozess ständiger Selbst-Metamorphose. Kultur und Erkenntnis erscheinen nicht mehr als Bau von ewigen Formen, sondern als „stetige Selbst-Metamorphosen unter Einsatz kreativer Unruhe“.
Der plastische Mensch verkörpert also das Prinzip 51:49: Er wahrt eine fragile Balance zwischen Stabilität und Veränderung, wobei immer ein leichter Überschuss an Dynamik (das „51“) vorhanden ist. Dieses Ungleichgewicht ist produktiv – es erzeugt Lernfähigkeit, Evolution und Verantwortung. Im Gegensatz dazu strebt die symbolische Skulptur-Identität nach einem illusorischen 50:50-Gleichgewicht: völliger Kontrolle und Klarheit, ohne überraschende Rückwirkungen. Doch indem sie alle Unwägbarkeiten ausmerzen will, nimmt sie dem System Mensch seine Anpassungsfähigkeit. Eine Welt vollkommener Symmetrie wäre eine tote Welt. Die Plastische Anthropologie macht daher deutlich: Der Mensch ist kein statisches Wesen, sondern ein plastisches Werden. Seine Wirklichkeit erschließt sich nicht in distanzierter Betrachtung, sondern im tätigen Umgang mit Widerständen. Dieses Menschenbild bildet die Basis für eine umfassende zivilisationskritische Neubewertung: Was bedeutet es für Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur, wenn wir Rückkopplung ins Zentrum stellen?
Bevor wir diese Frage auf gesamtgesellschaftlicher Ebene betrachten, lohnt ein kurzer Blick auf die Breite des 51:49-Prinzips im Konkreten. Empirisch lässt es sich in vielen Bereichen veranschaulichen: Biologisch etwa besitzt die DNA-Doppelhelix eine Rechtsdrehung – keine perfekte Symmetrie, sondern einen minimalen Überschuss in eine Richtung. Die Embryonalentwicklung basiert auf Links-Rechts-Asymmetrien, die z.B. bestimmen, dass das Herz meist links liegt. Unser Körper ist bilateral nicht völlig symmetrisch: Lunge und Hirnhälften sind ungleich, was gerade höhere Funktionen ermöglicht. Auch psychisch und sozial finden wir 51:49-Dynamiken: Entscheidungen sind selten vollkommen eindeutig – oft gibt ein „51 %“-Impuls (eine minimale Tendenz) den Ausschlag bei 49 % Zweifel. Lernen vollzieht sich als Umbau von Relationen zwischen Subjekt und Welt – ein Prozess von Versuch und Irrtum, der Feedback aus Fehlern benötigt.In all diesen Fällen zeigt sich: Vollkommene Klarheit oder Ruhe tritt nie ein; es bleibt immer eine Rest-Unschärfe, eine Differenz, die Bewegung ermöglicht. Gerade diese Verletzbarkeit und Offenheit ist die Bedingung der Entwicklungsfähigkeit. Rückkopplung und minimale Asymmetrie sind die Basis allen Lebens, von biochemischen Reaktionen bis zu Bewusstseinsakten. Ein Weltbild, das den Menschen als losgelösten, souveränen Geist denkt, verfehlt diese Realität. Plastische Anthropologie plädiert daher dafür, den Blick zu ändern: weg vom Ideal des skulptural Fixierten, hin zu einer operativen Sicht auf den Menschen – als Wesen, das durch sein Tun definiert ist.
Diese veränderte Anthropologie hat tiefgreifende Konsequenzen. Sie stellt die Epistemologie vom Kopf auf die Füße: Statt eines Denkens, das abstrahiert, trennt und herrscht, fordert sie ein Denken, das eintaucht, vermittelt und dient. Der Standpunkt des Zuschauers wird ersetzt durch den des Beteiligten. Erkenntnis bedeutet nicht mehr distanziertes Beobachten von außen, sondern Mitvollzug – ein Lernen am Widerstand der Dinge. Der Mensch erkennt sich nicht im Spiegel reiner Begriffe, sondern in den Rückmeldungen der Welt, die sein Handeln hervorruft. Damit einher geht eine Ethik der Verantwortung: Wenn ich Teil eines lebendigen Gefüges bin, kann ich mich den Konsequenzen meines Tuns nicht entziehen. Verantwortung heißt dann, die fragile Balance des Lebendigen zu wahren. In Fenners Worten: Wir müssen uns als Teil eines größeren Wirkungszusammenhangs verstehen, nicht als dessen Herren5. Diese Perspektive leitet über zur Frage, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die auf einem solchen plastischen Menschenbild basiert – eine Gesellschaft also, die Rückkopplung nicht unterdrückt, sondern kultiviert.
3. Tätigkeit, Widerstand und Konsequenz – auf dem Weg zur „So-heits-Gesellschaft“
Wenn der Mensch als homo plasticus begriffen wird, stellt sich die Frage nach der entsprechenden Gesellschaftsform. Wie müsste eine Zivilisation beschaffen sein, die den genannten Kreislauf von Tätigkeit, Widerstand, Rückkopplung, Konsequenz in ihren Strukturen verankert? Fenner skizziert hierzu die Vision einer zukünftigen Zivilisationsform, die er provokativ als „So-Heits-Gesellschaft“ bezeichnet. Dieses Kunstwort leitet sich vom deutschen Wort Soheit (etwa: Sosein oder Solchsein) ab, das in der Philosophie verwendet wird, um das unmittelbare Dasein der Dinge „so wie sie sind“ zu kennzeichnen. Eine So-Heits-Gesellschaft zielt demnach darauf, dass Menschen und Gemeinschaften in der Weise existieren, wie es ihrer konkreten Wirklichkeit entspricht – nicht vermittelt oder verzerrt durch ausufernde Symbolsysteme. Sie wäre eine Gesellschaft des unmittelbaren Bezugs, in der die Rückbindung an Tätigkeit, natürlichen Widerstand, Konsequenz und Maß zum Leitprinzip wird.
Zur Veranschaulichung blickt Fenner zurück auf ein historisches Gegenmodell zur platonischen Entkopplung: die antike Technē-Kultur. In der griechischen technē (Kunst, Handwerk, Kunstfertigkeit) sah er ein Beispiel für ein integriertes Verhältnis von Tun, Wissen und Welt. Vor etwa 2500 Jahren, noch vor der Verabsolutierung der reinen Vernunft, galt technisches und künstlerisches Können als gleichrangig mit theoretischer Einsicht. Maßhalten, Angemessenheit und Könnerschaft – Werte der Technē – begründeten eine Episteme, die praktisch verankert war. Kreta mit seiner minoischen Kultur wird von Fenner als Inspiration genannt6: dort fand (spekulativ) eine Lebensform statt, die weniger durch hierarchische Macht und abstrakte Gesetze, sondern durch gemeinschaftliche Rituale, Erdverbundenheit und Gleichgewicht mit der Natur geprägt war. Die So-Heits-Gesellschaft knüpft an solche Ideen an. Sie betont die wechselseitige Abhängigkeit aller Lebewesen und schafft einen neuen Orientierungsrahmen, der über individualistische Interessen hinausgeht7.
Zentral ist die Rückbindung an die Tätigkeit selbst: In einer So-Heits-Gesellschaft wären Arbeit, Lernen und Kultur so gestaltet, dass ihr Folgen direkt erfahrbar sind. Anstatt dass Entscheidungen in abstrakten Bürokratien ohne greifbare Verantwortlichkeit verpuffen, würde jedes Handeln konsequent rückgekoppelt – zum Beispiel durch lokale Kreisläufe in Wirtschaft und Ökologie, durch partizipative Entscheidungen, durch transparente Feedback-Systeme. Der Begriff So-heit impliziert ein Einssein mit der Umgebung: Menschen stünden nicht wie jetzt separiert ihren „Lebensmitteln“ oder „Ressourcen“ gegenüber, sondern sähen sich als Teil desselben Gefüges.
Ein solches Umdenken verlangt auch neue Werte und Begriffe. Fenner argumentiert, dass viele unserer heutigen Worte die Verbundenheit unzureichend ausdrücken – Begriffe wie „Umwelt“ suggerieren immer noch etwas, das um uns herum ist, nicht etwas, das wir selbst mitkonstituieren. In einer So-Heits-Gesellschaft würde man vielleicht andere Worte finden müssen, um das komplexe Zusammenspiel von Lebewesen und ihrer Umgebung zu beschreiben8. Die Sprache und Symbolik selbst müsste also einen Wandel durchmachen, um Relationalität statt Trennung abzubilden.
Ein Kennzeichen der So-Heits-Gesellschaft wäre, dass Kunst das epistemische Zentrum bildet. Dieser zunächst überraschende Vorschlag meint: Künstlerische Praxis – verstanden als sinnliche, formende Tätigkeit – übernimmt die Rolle, die heute oft der Wissenschaft allein zugeschrieben wird. Kunst als Erkenntnisform würde bedeuten, dass ästhetische Erfahrung, Experiment und Kreativität primäre Weisen des Weltbezugs sind. Warum ausgerechnet Kunst? Weil in der Kunst Erkenntnis und Tun untrennbar sind: Ein Künstler be-greift im Wortsinn Materialien und Formen; seine Erkenntnisse manifestieren sich in einem Werk, das unmittelbar auf Sinnesebene wirkt. Kunst ist ein Bereich, in dem Beteiligung, Materialität und formendes Handeln im Vordergrund stehen – im Gegensatz zur abstrakten, distanzierten Welterschließung der reinen Theorie. Indem Theorie und ästhetische Anschauung verknüpft werden, entsteht ein Gegenentwurf zu einer rein symbolischen Epistemologie: ein Weltzugang, der auf Teilhabe gründet statt auf Kontrolle.
Die So-Heits-Gesellschaft wäre demnach keine technokratische Utopie, sondern eher eine Ästhetokratie im besten Sinne: eine Gesellschaft, die sich über Kunst, Spiel und partizipative Gestaltung selbst versteht und organisiert. Das klingt nach einem radikalen Perspektivenwechsel – und das soll es auch sein. Es geht Fenner explizit nicht um eine naive Regression oder Anti-Intellektualismus, sondern um eine notwendige Korrektur angesichts der aktuellen kulturellen und ökologischen Herausforderungen. Unsere zweite, symbolische Wirklichkeit – all die Schichten von Zeichen und Medien, die wir über die erste Wirklichkeit gelegt haben – benötigt ein Korrektiv. Die So-Heits-Gesellschaft liefert dieses, indem sie das Verhältnis von Mensch und Welt neu ordnet: weg von der Dominanz des abstrakten Logos, hin zu einem Gleichgewicht mit dem gelebten Mythos (im Sinne von sinnstiftender Erfahrung) und Pathos (Mitgefühl mit dem Lebendigen).
Wichtig sind hierbei vier Grundpfeiler, die bereits im Kernmechanismus angelegt sind: Tätigkeit, Widerstand, Konsequenz und Maß. Erstens soll menschliche Tätigkeit wieder einen direkten Wirklichkeitsbezug haben – Tun statt bloßes Reden. Zweitens ist Widerstand wertvoll: Schwierigkeiten, Grenzen der Natur, auch Leiden sind nicht einfach zu eliminierende Übel, sondern Feedback, an dem Wachstum stattfindet. Drittens müssen Konsequenzen sichtbar und wahrnehmbar sein, damit Lernen und Verantwortungsübernahme stattfinden kann. Und viertens das Maß: In einer 51:49-Welt wird das richtige Maß (das „Metrion“ der Antike) zentral. Ein System im 51:49-Balance überschreitet nie völlig die Grenze zur Selbstzerstörung, sondern pendelt um ein nachhaltiges Maß. Heutige Systeme hingegen kennen oft nur Maximierung (Profit, Effizienz, Konsum ohne Maß) und geraten dadurch ins 1:99-Ungleichgewicht.
Man kann die So-Heits-Idee auch als Antwort auf die Frage verstehen: Wie könnten wir wieder in einer Rückkopplungswelt leben? Derzeit leben wir großteils in einer Entkopplungswelt, in der viele Menschen zu bloßen Konsumenten degenerieren – ein Befund, den Fenner mit dem provokanten Begriff „Rachenmensch“ umschreibt9. Der Rachenmensch symbolisiert den entfremdeten modernen Menschen, der nur noch verschlingt, ohne zu wissen, was er da tut und woher es kommt. Eine Rückkopplungswelt würde diesen Zustand überwinden. In ihr wüsste der Mensch wieder um die Herkunft seiner Nahrung, die Folgen seiner Entscheidungen und die echten Kosten seines Lebensstils.
Die So-Heits-Gesellschaft ist selbstverständlich ein Idealtypus – aber einer, der notwendig scheint, will man den aktuellen Krisendynamiken etwas entgegensetzen. Sie ist kein nostalgisches Zurück zur Natur, sondern ein visionärer Entwurf, der moderne Errungenschaften (z.B. Technik, Wissenschaft) integriert, jedoch einbettet in einen Rahmen von Rückkopplung. In gewisser Weise verkörpert sie ein utopisches Element, doch wie Fenner selbst einräumt, darf man sich keine naive Heilsfantasie machen10. Entscheidend ist, dass sie einen Regelkreis einführt, wo derzeit Linearität herrscht: Wissen ohne Konsequenz, Macht ohne Gegenmacht, Wachstum ohne Begrenzung. Die So-Heits-Gesellschaft wäre eine Kultur, in der alle Rückwirkungen politisch, wirtschaftlich und persönlich berücksichtigt werden. Damit käme sie einer echten Nachhaltigkeit und Verantwortungsethik (im Sinne von Hans Jonas11) gleich.
Zusammenfassend stellt die So-Heits-Gesellschaft den Versuch dar, Anthropologie und Zivilisation wieder rückzubinden. Sie kann als Gegenmodell zu unseren heutigen, sprachfixierten und machtzentrierten Ordnungen gelesen werden. An die Stelle des homo oeconomicus oder homo symbolicus träte der homo relatus – der rückgebundene Mensch, dessen Ich keine Insel, sondern Knotenpunkt in einem Netz von Beziehungen ist. Fenner ist bewusst, dass sein Projekt wie eine neue „Illusion einer Zukunft“ wirken mag. Doch er sieht darin weniger eine Utopie als ein Laboratorium: Ein Raum, in dem neue Begriffe, Praktiken und Institutionen erprobt werden können, die dem Primat der Rückkopplung gerecht werden. Ein solches Labor findet sich z.B. in seiner Plattform Globale Schwarm-Intelligenz, auf die wir später zurückkommen. Zunächst aber sollen einige Bildmotive beleuchtet werden, mit denen Fenner seine Theorie anschaulich macht – und die die Abgründe einer Welt ohne Rückkopplung metaphorisch ausloten.
4. Bildmetaphern einer Welt ohne Rückkopplung – Kartoffel, Tang, Messer, Atem
Abstrakte Theorie lässt sich oft besser durch konkrete Bilder vermitteln. Fenner nutzt in seinen Schriften und Aktionen daher mehrere Metaphern und künstlerische Beispiele, um die Entkopplung der modernen Welt greifbar zu machen. Vier dieser zentralen Bildmotive – Kartoffel, Tang, Messer, Atem – seien hier diskutiert, da sie erkenntnistheoretisch aufschlussreiche Aspekte beleuchten.
Die vergoldete Kartoffel: Stellen wir uns eine einfache Kartoffel vor – ein erdiges, banales Grundnahrungsmittel. Ein Künstler überzieht nun diese Kartoffel mit echtem Blattgold und präsentiert sie als Objekt in einer Galerie. Was geschieht? Zwei Wertebenen prallen aufeinander: Das Gold als Symbol von Reichtum, Glanz und sakraler Erhöhung – und die Kartoffel als Symbol des Bodens, der Nahrung, des Lebensnotwendigen. Die vergoldete Kartoffel entlarvt drastisch die symbolische Aufladung von Wert im Kontrast zum realen Wert. Plötzlich steht die Frage im Raum: Ist die Kartoffel jetzt kostbar (wegen des Goldes) oder lächerlich entwertet? Kann man sie überhaupt noch essen – und wäre das Essen einer goldüberzogenen Knolle ein Frevel oder eine Pointe? Diese Verunsicherung beim Betrachter öffnet einen Reflexionsraum: Sie zwingt uns nachzudenken über unseren Umgang mit Wert und Nahrung. Im Sinne der plastischen Anthropologie wird hier eine Rückkopplung spürbar: Der symbolische Glanz des Goldes wird an die konkrete Kartoffel rückgebunden – man erkennt plötzlich, dass abstrakter Reichtum ohne konkretes Leben nichts nützt. Diese künstlerische Intervention fungiert als Membranöffner: Sie erlaubt einen Blick hinter die gewöhnlichen Bedeutungen und Wertzuweisungen. Was ein wissenschaftlicher oder politischer Diskurs in vielen Worten erörtern könnte (z.B. Lebensmittelverschwendung, Geldwertillusion), erreicht die vergoldete Kartoffel mit einem einzigen sinnlichen Störbild: Sie fühlt sich falsch an, und gerade diese Irritation ist Erkenntnis. Der Trick besteht darin, dass Erkenntnis hier nicht belehrend durch Begriffe gepredigt wird, sondern durch einen unmittelbaren Sinneseindruck ausgelöst wird. Das macht plastisches Denken aus: begreifen durch greifen, Einsicht durch Erfahrung.
Das dünne Eis: Ein weiteres Szenario nutzt die vertraute Redewendung vom „dünnen Eis“, auf das man sich begibt, wenn man riskante Entscheidungen trifft. Fenner schlägt in Gedanken eine Installation vor: Eine künstlich angelegte glatte Eisfläche, die von Besuchern tatsächlich betreten werden kann. Unter dem Eis schimmert vielleicht Wasser, es knirscht leise – die Situation erzeugt instinktiv Unsicherheit. Jeder Schritt könnte Einbrechen bedeuten. Diese ästhetische Erfahrung macht auf unmittelbarer, körperlicher Ebene die Gefühle von Verletzbarkeit und Risiko erfahrbar. Sie steht sinnbildlich für die „dünne Membran der Zivilisation“, auf der wir uns bewegen: Unsere hochtechnisierte Gesellschaft ist wie eine gefrorene Eisschicht, die zu brechen droht, wenn sie überlastet wird. Man denke an komplexe Systeme wie Stromnetze, globale Lieferketten oder Finanzmärkte – sie funktionieren reibungslos, bis eine minimale Störung (ein unerwarteter Widerstand) sie ins Wanken bringt. Die Eis-Installation bringt einen Körpereindruck ins Spiel: Das mulmige Gefühl wackeliger Beine auf glattem Eis ist Rückkopplung pur – man spürt am eigenen Leib die potenzielle Katastropheg. Ein solches Kunstwerk könnte mehr Bewusstsein schaffen als ein Infoplakat über die Fragilität unserer Systeme. Tatsächlich hat der Soziologe Bruno Latour selbst das Bild vom “dünnen Eis der Zivilisation” verwendet (etwa im Gespräch mit Alexander Kluge). Es ist kein Zufall, dass diese Metapher aufgegriffen wird, denn sie ist sinnlich. Hier zeigt sich: Kunst vermag es, abstraktes Wissen – etwa dass wir in einer riskanten Übergangszeit leben – physisch-emotional fühlbar zu machen. Genau das fordert plastische Anthropologie: nicht nur zu wissen, sondern zu spüren, wie dünn das Eis unter uns ist, um angemessen handeln zu können.
Tang – das ungenutzte Lebendige: Während die bisherigen beiden Bilder auf explizite künstlerische Objekte zurückgreifen, ist Tang (Meeresalgen) ein eher natürliches Symbol, das Fenner in metaphorischen Diskussionen verwendet12. Man kann sich eine Küstenlinie vorstellen, an der nach einem Sturm große Mengen Seetang angespült wurden. Für den flüchtigen Beobachter wirkt dieses grüne Gewirr wie Abfall – schleimig, übelriechend, nutzlos. Doch in Wahrheit sind Algen von enormer ökologischer Bedeutung: Sie produzieren einen erheblichen Anteil des Sauerstoffs auf der Erde, dienen als Grundlage mariner Nahrungsketten und binden CO₂. Tang steht damit sinnbildlich für das oft übersehene Lebensfundament, das in einer entkoppelten Sichtweise entwertet wird. In der symbolisch konstruierten Welt zählt, was glänzt (Gold) oder direkt Nutzen bringt; was aber still im Hintergrund arbeitet, bleibt unbeachtet. So wie Treibholz oder Tang am Strand liegen bleibt, während Gold gierig gesammelt wird, bleiben wesentliche Rückkopplungselemente der Natur ungewürdigt. Algenblüten können zudem als Signal gestörter Rückkopplung gelten: Wenn z.B. durch Überdüngung das ökologische Gleichgewicht kippt, kommt es zu massenhaftem Algenwachstum (rote Tiden), das das Wasser umkippen lässt – ein drastisches 1:99-Phänomen in Ökosystemen. Tang mahnt uns, dass wir nicht nur auf die Oberfläche der Werte schauen dürfen. Eine zukunftsfähige Kultur müsste lernen, auch dem scheinbar Wertlosen einen Platz zu geben, den verdeckten Nutzen zu erkennen und mit dem Lebendigen in all seinen Formen respektvoll umzugehen. In einem Plastischen Weltbild hätte selbst der glitschige Tang seinen Wert, weil er Teil des Rückkopplungsgefüges ist – weit mehr wert als mancher vergoldete Klumpen.
Das Messer: Wo Rückkopplung fehlt, da herrscht oft das Prinzip der Trennung. Das Bild des Messers steht hier als Metapher für die analytische, zerschneidende Vernunft, die zwar erhellt, aber auch entzweischneidet. Ein Messer trennt Verbindungen – es kann Lebensstränge durchschneiden. In der Theorie bedeutet dies: Wenn wir die Welt nur noch mit dem Skalpell der Begriffe zerlegen, verlieren wir leicht den Sinn für das Ganze. Die moderne Wissenschaft hat durch ihre Aufgliederung der Wirklichkeit in Fächer, Disziplinen, Datensätze ungeheure Erkenntnisse gewonnen – doch zugleich auch Einheit zerstört. Das Messer symbolisiert daher die Gefahr eines Denkens, das zwar scharf ist, aber ohne integrativen Impuls. Fenner kritisiert, dass viele unserer Modelle zerschnittene Wirklichkeit präsentieren: Wir haben Spezialwissen, das nicht rückgebunden wird an größere Zusammenhänge. Ein Beispiel: Die Ökonomie kalkuliert Gewinne, während die Ökologie die Verluste verbucht – doch es fehlt der Schnitt, der diese Rechnungen zusammenführt. Das Messer der abstrakten Logik hat die beiden getrennt. Die Plastische Anthropologie ruft demgegenüber nach dem Vernähen der Schnitte: Die Wunden, die das analytische Schneiden gerissen hat, müssen durch verbindende Rückkopplung geheilt werden13. So gesehen mahnt das Bild des Messers zur Vorsicht: Es erinnert daran, dass Erkenntnisakte immer auch Gewaltakte sein können – jeder Schnitt trennt uns ein Stück von der lebendigen Fülle. Statt immer weiter zu zerteilen, bräuchten wir einen ganzheitlichen Blick, der die zuvor getrennten Teile wieder in Beziehung setzt. Das Messer steht somit auch für Macht (wer schneidet, der beherrscht das Zerteilte) – und die Plastische Anthropologie will diese Macht entmächtigen, indem sie die Schnitte sichtbar macht und auf Überwindung der Teilungen dringt.
Der Atem: Schließlich der Atem – Symbol des Lebens und zugleich ein Vorgang permanenter Rückkopplung. Atmen heißt Einwirken und Auswirken: Wir holen Luft von außen in unseren Körper und geben veränderte Luft (CO₂-reicher) wieder nach außen. Es ist ein fortwährender Austausch, ein ständiges In-Verbindung-Stehen mit der Umgebung. In einer Welt ohne Rückkopplung aber droht der Atem zu stocken. Man denke an die Redewendung „den Atem anhalten“, wenn man in Spannung oder Sorge ist – sie kann als Bild dafür dienen, wie unsere technokratische Zivilisation oft agiert: Sie hält den Atem an, konzentriert auf abstrakte Ziele, und vergisst zu atmen, d.h. sich zu regenieren und Feedback aufzunehmen. Ein Beispiel: Unsere Wirtschaftsweise „atmet“ nicht mehr zyklisch (Boom und Bust im Gleichgewicht mit Ressourcen), sondern hält gewissermaßen immer die Luft an auf der Jagd nach unendlichem Wachstum – bis zur drohenden Erstickung (Kollaps). Der Atem steht auch für Geist (lat. spiritus bedeutet sowohl Atem als auch Geist) – und tatsächlich ist in der herrschenden Geisteshaltung wenig Raum für das, was nicht kontrolliert werden kann. Plastische Anthropologie plädiert dafür, der Kultur wieder Luft zum Atmen zu geben: Das heißt, Pausen, Resonanz, Einwirken-lassen. Das Konzept der Resonanz (etwa beim Soziologen Hartmut Rosa) ist hier verwandt: Es geht darum, dass wir nicht nur in eine Richtung aktivieren, sondern die Welt zurückklingen lassen. Atem ist Resonanz auf körperlicher Ebene – das stetige Hin und Her des Lebensprozesses. Eine Welt, die reale Rückkopplung meidet, läuft Gefahr, „atemlos“ zu werden (man denke an das rasende Stillstandsgefühl der spätmodernen Gesellschaft, immer in Eile und doch ohne Fortschritt). Den Atem als Metapher einzusetzen, bedeutet einzufordern: Wir müssen wieder innehalten, ein- und ausatmen, um wirklich lebendig zu bleiben. Der Atemzug verbindet Innen und Außen – und erinnert uns daran, dass unser Leben von etwas grundlegend Physischem abhängt, das man weder ersetzen noch künstlich beschleunigen kann, ohne Schaden zu nehmen.
Die genannten Beispiele – von der vergoldeten Kartoffel bis zum angehaltenen Atem – verdeutlichen auf unterschiedliche Weise die Kluft zwischen Symbolwelt und Lebenswelt. Sie demonstrieren, wie plastisches Denken funktioniert: durch die Verbindung von sinnlicher Konkretion mit Reflexion. Entscheidend ist, dass hier Theorie und Praxis verschmelzen. Es geht nicht darum, anti-intellektualistisch alles Nachdenken zu verdammen zugunsten blinden Aktionismus – im Gegenteil. Es geht darum, Erkenntnis in medialer Vermittlung zu gewinnen, aber ohne den Kontakt zur Unmittelbarkeit zu verlieren. Die vergoldete Kartoffel oder das dünne Eis sind deshalb so wirkungsvoll, weil sie Resonanzräume schaffen: Zwischen Sinnlichkeit und Bedeutung entsteht ein Freiraum, in dem neue Einsichten aufblitzen können. Solche künstlerischen Interventionen fungieren als Gegenrituale zur abstrakten Lebensführung. Sie holen die Menschen aus dem reinen Rollen- und Funktionsmodus heraus und lassen sie sich wieder als handelnde, sinnliche Wesen erfahren. Beuys’ Idee der Sozialen Plastik zielte genau darauf: durch kollektive Aktionen gesellschaftliches Lernen anzustoßen. Fenner reiht sich hier ein, wenn er Zukunftswerkstätten und Schwarmintelligenz-Experimente künstlerisch gestaltet. Kunst wird so zum Mittel, die verdrängte Rückkopplung wieder bewusst zu machen: Sie lässt die Welt zurücksprechen, bevor wir sie in unsere Raster pressen. Ein Gemälde spricht zu uns z.B. nicht in Begriffen, sondern in visuellen Gestalten; es entzieht sich der eindeutigen Fixierung und eröffnet Mehrdeutigkeit – damit widersetzt es sich dem symbolischen Regime, das alles Eindeutige fordert. Die plastische Anthropologie erkennt hierin keine Bedrohung, sondern eine Chance: Resonanzräume zu schaffen, wo die Welt wieder Antwort gibt und der Mensch diese Antwort auch hört.
Zusammenfassend dienen die Bildmotive in Fenners Theorie als pädagogische Werkzeuge: Sie sensibilisieren dafür, was in unserer entkoppelten Kultur schiefläuft. Sie führen vor Augen, wie Rückkopplung erfahrbar gemacht werden kann – und warum das nötig ist. Damit schlagen sie eine Brücke zur Philosophie- und Kulturkritik: Viele Denker haben ähnliche Missstände beklagt, doch oft in hoch abstrakter Sprache. Fenner wählt einen anderen Weg, der seine Theorie beinahe künstlerisch wirken lässt. Im nächsten Kapitel wenden wir uns ebendiesen klassischen Denkfiguren zu, um die Plastische Anthropologie im Kontrast zu verorten: Welche blinden Flecken bleiben z.B. bei Kant, Heidegger oder Foucault, und wie unterscheidet sich Fenners Ansatz von ihren kritischen Diagnosen?
5. Abgrenzung von klassischen Theorien – Kant, Heidegger, Sloterdijk, Harari, Latour, Foucault, Deleuze
Die Plastische Anthropologie 51:49 steht in einer langen Tradition der Zivilisationskritik und Erkenntnistheorie, ist aber zugleich ein eigenständiger Neuansatz. Um ihre Besonderheit herauszuarbeiten, lohnt ein vergleichender Blick auf einige einflussreiche Denker und Theorien der letzten Jahrhunderte. Stellvertretend seien hier Kant, Heidegger, Sloterdijk, Harari, Latour, Foucault und Deleuze genannt – sehr unterschiedliche Figuren, die jedoch alle Aspekte der modernen Welt kritisch beleuchtet haben. Die Leitfrage ist: Wo enden diese Ansätze (oft unfreiwillig) im Symbolischen, Sprachlichen, Machtzentrierten oder Raumlosen, während Fenners plastischer Ansatz einen neuen Weg geht?
Immanuel Kant (1724–1804): Kant kann als Urvater der modernen erkenntnistheoretischen Wende gelten. Mit seiner Kritik der reinen Vernunft hat er die Rahmenbedingungen des Denkens abgesteckt: Raum, Zeit und Kategorien strukturieren unser Erkennen; das Ding an sich bleibt uns unzugänglich. Einerseits erkennt Kant an, dass der Mensch ein sinnlich handelndes Wesen ist (er spricht von der sensiblen Anschauung als Erkenntnisquelle). Andererseits aber fixiert er Wissen in einem streng formal-symmetrischen Raster: Vernunft bedeutet Regelhaftigkeit, Universalität, Absehen vom Besonderen. Mit Kant wird die Idee salonfähig, dass wahres Wissen kontextfrei und universal sein müsse – eine epistemische Haltung, die Fenner als 50:50-Denken kritisiert. Ein interessanter Anknüpfungspunkt ist Kants Begriff der “ungeselligen Geselligkeit” des Menschen: In seiner Schrift Idee zu einer allgemeinen Geschichte beschreibt Kant, wie der Konflikttrieb der Menschen paradoxerweise Kultur und Fortschritt hervorbringt. Dieser Gedanke – dass Widerstreit produktiv sein kann – erinnert an das 51:49-Prinzip, das ja auch von einer minimalen Spannung als Motor der Entwicklung ausgeht. Kant bleibt jedoch trotz dieser Einsicht in einem teleologischen Optimismus befangen: Die antagonistische Geselligkeit wird bei ihm von der Vernunftnatur gelenkt, als ob es einen verborgenen Plan gebe. Plastische Anthropologie würde dagegen sagen: Nicht eine verborgene Vernunft lenkt den Konflikt zum Besseren, sondern das offene Spiel der Rückkopplungen erzeugt emergent Ordnung. Der Unterschied mag subtil klingen, ist aber wichtig: Kant hält letztlich am Primat der Vernunftfestigkeit fest – Fenner betont demgegenüber die Kontingenz und Plastizität (nichts garantiert den Fortschritt außer unserer Fähigkeit, aus Konsequenzen zu lernen). Zudem bleibt Kants gesamte Philosophie trotz aller Anthropologie ein Kopfgebäude: Der Körper kommt nur als Bedingung der Möglichkeit vor, nicht als aktiver Mitspieler im Erkenntnisprozess. Hier setzt Fenner an und fragt: Was, wenn Erkenntnis selbst ein leiblicher Vorgang ist? – Dann greift Kants Konstruktion zu kurz. Zusammengefasst: Kant legt einige Grundlagen (die Produktivität von Konflikt, die Aktiviät des Subjekts), aber er normiert sie in einem rationalen Koordinatensystem und trennt sie vom lebendigen Vollzug.
Martin Heidegger (1889–1976): Heidegger ist berühmt für seine Analyse des In-der-Welt-seins und der Zuhandenheit. In Sein und Zeit (1927) kehrt er das kartesische Verhältnis um: Das menschliche Dasein ist von Beginn an praktisch in Weltbezüge verwoben, bevor es theoretisch darauf blickt. Damit liefert Heidegger früh eine Absage an das reine 50:50-Subjekt-Objekt-Schema. Seine spätere Technik-Kritik (insbesondere im Aufsatz Die Frage nach der Technik, 1954) diagnostiziert, dass die moderne Technik die Welt als reines Bestand sieht – als etwas, das nur unter dem Gesichtspunkt der Nutzbarmachung betrachtet wird14. Die Gefahr liege darin, dass wir die Erde „schonungslos vernutzen“ und vergessen, dass wir selbst sterbliche Gäste auf ihr sind14. Heidegger stellt der Technik die Kunst gegenüber: Er meint, im Kunstwerk (z.B. in einem Gedicht) ereigne sich Wahrheit in anderer, nicht objektivierender Weise. Bis hierhin scheint Heidegger fast ein Verbündeter von Fenner: Die Kritik an der instrumentellen Vernunft, das Lob der Kunst als Gegengift, der Ruf nach einem bescheideneren Wohnen auf der Erde – all das klingt kompatibel. Wo liegt nun der Unterschied? Zunächst einmal bleibt Heideggers Zugang trotz allem sehr sprachlich und abstrakt. Seine Spätphilosophie kreist um die Sprache („Sprache ist das Haus des Seins“) – ein poetisches Sagen, das sich vom berechnenden Reden unterscheiden soll. Doch genau hier könnte man aus plastischer Sicht einhaken: Reicht es, neue (poetische) Worte zu finden, um die Entfremdung aufzuheben? Heidegger bietet letztlich wenig konkrete Hinweise, wie der Mensch aus dem Gehäuse der Technik ausbrechen kann – außer durch ein anderes „Denken“ und „Dichten“. Praxis im handfesten Sinn – etwa politisches Handeln oder partizipative Kunst – kommt bei ihm kaum ins Bild. Fenner geht einen Schritt weiter, indem er sagt: Wir müssen nicht nur anders denken, sondern anders handeln – spielerisch wissenschaftlich, künstlerisch gestaltend. Zudem kann man Heidegger vorwerfen, trotz aller Weltverbundenheit einen raumlosen Idealismus zu pflegen: Seine Vorstellungen vom „Geviert“ (Himmel und Erde, Göttliche und Sterbliche) sind hoch symbolisch und entziehen sich konkreter Gesellschaftsgestaltung. Plastische Anthropologie will hingegen in den Raum der Zivilisation konkret eingreifen, auch mit Hilfe von neuen Institutionen und Plattformen. Schließlich ist Heidegger stark auf das Sein des Menschen konzentriert und weniger auf zwischenmenschliche, kollektive Prozesse – Fenner dagegen denkt explizit in Richtung einer Gesellschaftsform (So-Heit) und kollektiver Intelligenz. Zusammengefasst: Heidegger liefert wichtige Impulse (Kritik der technischen Verengung, Rückbesinnung aufs Sein in der Welt), bleibt aber letztlich ein Einsiedler im Denken, wo Fenner ein Akteur werden will, der Lehre und Leben verbindet.
Peter Sloterdijk (geb. 1947): Sloterdijks umfangreiches Werk (z.B. Sphären-Trilogie, Du musst dein Leben ändern) kreist um anthropologische Fragen und Zivilisationskritik. In Du musst dein Leben ändern (2009) betont er die Bedeutung der Übung (Askese, Training) für menschliche Selbstformung – hier könnte man Parallelen zu Fenners Idee der Anthropo-Technik (im Sinne einer bewussten Rückkopplungs-Praxis) ziehen. Sloterdijk beschreibt die moderne Welt als ein System von Schaum (vereinzelten Ich-Welten), das die früheren großen Sphären (Gott, Kosmos) abgelöst hat. Seine Sprachmacht ist unbestritten, doch wo bleibt er verhaftet? Kritiker werfen Sloterdijk eine gewisse Impulsivität des Metaphersetzens vor – er liefert brillante Analysen, doch sie sind oft spielerisch-provokativ und enden in einem Schillern, ohne konkrete Auswege. Zwar fordert er eine Übungskultur, aber wie diese aussehen soll, bleibt vage. Fenner könnte man als jemanden sehen, der genau diese Lücke füllt: Er entwirft mit der 51:49-Plastik und der Schwarm-Plattform ein konkretes Übungsfeld. Während Sloterdijk also viel in Bildern (Sphären, Schäume, Immunsysteme) denkt – was teils die räumlichen Aspekte betont, die z.B. Heidegger fehlten – bleibt er doch im Symbolischen insofern, als seine Vorschläge keine praktischen Institutionen oder Experimente umfassen (außer rhetorisch: z.B. das Konzept einer „Übungsschule“ für Mutantenmenschen, das aber eher Fiktion bleibt). Außerdem legt Sloterdijk starken Nachdruck auf anthropotechnische Selbststeigerung – was Gefahr läuft, in einem elitären Projekt zu enden (wer übt, erhebt sich über die Masse der Ungeübten). Plastische Anthropologie hingegen will kollektiv wirksam sein: Nicht wenige Hochleister sollen ihr Leben ändern, sondern das Prinzip Rückkopplung soll für alle zur Grundlage werden, gerade im Alltäglichen. Insofern ist Fenner demokratischer oder egalitärer als Sloterdijk, der manchmal einen elitären Ton anschlägt (Stichwort „neue Klosterelite“). Zusammengefasst: Sloterdijk liefert tiefe kulturphilosophische Einsichten (über Räume, Immunität, Übung), aber seine Kritik verbleibt letztlich im intellektuellen Spielraum – Fenner will diesen Spielraum in einen realen Resonanzraum überführen, in dem Menschen tatsächlich zusammen kommen, üben und lernen.
Yuval Noah Harari (geb. 1976): Der israelische Historiker Harari wurde durch Sapiens (2014) und Homo Deus (2016) weltweit bekannt. Er argumentiert, dass Homo sapiens die Welt erobern konnte durch seine einzigartige Fähigkeit, Fiktionen und gemeinsame Mythen zu erschaffen (etwa Geld, Religion, Nationen). Mit dieser Erzählung liefert Harari eine populäre Beschreibung genau jenes Phänomens, das Fenner kritisiert: die symbolischen Konstrukte, die unsere Kooperation ermöglichen, aber uns auch vom Greifbaren entfremden. Harari sieht die Menschheitsgeschichte als Siegeszug von immer größeren intersubjektiven Ordnungen – letztlich beherrscht vom Imaginären. Seine Perspektive ist jedoch größtenteils deskriptiv und fatalistisch: Er beschreibt, wie der Mensch erst Götter erfand, dann den Humanismus, und nun womöglich die Datenreligion (Dataismus). Die Einsicht, dass wir von Fiktionen regiert werden, ist bei ihm nicht mit einer Forderung nach Rückbesinnung auf Realrückkopplung verknüpft, sondern führt eher zu einer staunenden Frage: Was kommt als Nächstes? Harari warnt vor der Entmachtung des Menschen durch KI und Algorithmen – hier überschneiden sich seine Sorgen mit Fenners Frage nach der KI als Verstärker der symbolischen Entkopplung. Doch Harari bleibt in der Analyse der Macht der Fiktionen stecken. Seine implizite Haltung ist: Diese Fiktionen waren nötig und sind nun mal unsere Realität; ob wir daraus ausbrechen könnten, diskutiert er kaum. So gesehen bleibt seine Kritik symbolfixiert: Er entlarvt zwar das Geld als kollektive Fiktion, aber er liefert keinen Hinweis, wie man z.B. ein Wirtschaftssystem jenseits dieser Fiktion gestalten könnte. Für Fenner hingegen ist genau das die Aufgabe: zu fragen, wie wir aus dem goldenen Käfig der Fiktionen aussteigen oder ihn zumindest durchlüften. Man könnte sagen: Harari beschreibt den Käfig meisterhaft, aber er hält ihn letztlich für alternativlos – Fenner entwirft eine Anleitung, das Türschloss zu knacken. Zudem hat Harari wenig über Raum und Körper zu sagen; er schildert die kognitive Revolution, aber die sinnliche Bindung an die Natur kommt bei ihm nur am Rande (z.B. wenn er die industrielle Landwirtschaft als Leidensquelle für Tiere nennt). Damit verbleibt sein Fokus auf dem geistigen Faktor (Mythen, Geschichten), während plastisches Denken den materiellen Faktor (Rückkopplung, Ökologie) betont. In Summe: Harari liefert einen wichtigen Hinweis – dass Homo sapiens von Symboldynamiken lebt – doch er bleibt Beobachter dieses Prozesses, fast zynisch, wohingegen Fenner als Akteur die Epistemologie selbst verändern will, um nicht den gleichen Weg ins Transhumanistische oder Posthumane zu gehen, den Harari am Horizont sieht.
Bruno Latour (1947–2022): Latour, ein französischer Anthropologe und Philosoph, hat vor allem mit Wir sind nie modern gewesen (1991) und Das Parlament der Dinge (1999) die Trennung von Natur und Gesellschaft kritisiert. Er argumentiert, dass die moderne Welt zwar rhetorisch Natur und Kultur scheidet (eben das Symmetriedenken), in Wahrheit aber ständig Hybride produziert – Gemische aus beiden. Latours Akteur-Netzwerk-Theorie gibt nicht-menschlichen Akteuren (Dingen, Tieren, Technik) eine Stimme im Netzwerk der Handlung. Damit kommt er Fenner sehr nahe in der Diagnose: Wir haben uns nur eingebildet, es gäbe reine Objektivität hier und reine Gesellschaft dort – tatsächlich gibt es immer Rückkopplungen und Vermittlungen. Latour fordert, dass wir ein „Parlament der Dinge“ einrichten, wo natürliche Akteure mitsprechen, und dass wir eingestehen: Wir haben nie autonom über Natur gestanden, wir waren immer vernetzt. Das sind Gedanken, die die plastische Anthropologie eindeutig unterstützen würde. Wo sieht Fenner dennoch einen Unterschied? Latour bleibt trotz seiner innovativen Sprache ein Theoretiker, dessen Wirkung sich vor allem auf Wissenschaftssoziologie und Philosophie beschränkt hat. Seine Ideen wurden zwar diskutiert (etwa in der Anthropologie des Klimawandels), aber sie blieben oft auf akademische Kontexte begrenzt. Plastische Anthropologie versucht demgegenüber, konkrete didaktische Methoden (z.B. KI-Plattformen, Kunstprojekte) zu entwickeln, um Menschen jenseits der akademischen Welt zu erreichen. Außerdem könnte man an Latour kritisieren, dass er – trotz aller Kritik an der Trennung – doch wieder eine Menge Begriffe und Modelle aufstellt (Akteurnetzwerke, mediatoren etc.), die für Laien abstrakt bleiben. Fenner setzt stärker auf Intuition und Erfahrung als Zugang: Die Beispiele im vorigen Kapitel (Kartoffel, Eis) sprechen eine einfachere Sprache als Latours philosophische Texte. Schließlich betont Latour das Kollektiv und die Verflechtung von Mensch und Nicht-Mensch, aber er verliert – so die Kritik einiger – etwas den Menschen selbst aus dem Blick. Fenner hingegen will den Menschen ja nicht auflösen, sondern ihn zum handelnden Subjekt im echten Sinne machen (weg vom abstrakten Subjekt, aber hin zum plastischen Subjekt). In anderen Worten: Latour dezentriert den Menschen in Netzwerken (was lehrreich ist), Fenner recentriert den Menschen in den Konsequenzen seines Tuns. Beide Ansätze ergänzen einander eher, als dass sie gegeneinander stehen. Doch Latours Kritik bleibt theorieimmanent, während Fenner konkret utopisch wird.
Michel Foucault (1926–1984): Foucaults Arbeiten, z.B. Überwachen und Strafen (1975) oder seine Vorlesungen zur Gouvernementalität, legen frei, wie Macht-Wissen-Komplexe die Menschen formen. Seit Platon, so könnte man mit Foucault sagen, gibt es ein Wahrheitsregime, das bestimmt, was überhaupt als wahr gilt – oft zugunsten derjenigen, die über die Diskurse herrschen. Fenner greift diese Idee auf, wenn er vom „Wahrheitsregime“ spricht, das das Sichtbare dem Unsichtbaren (Ideen, Gott, Zahlen) unterordnet. Foucaults Kritik ist äußerst einflussreich, doch sie ist primär eine Diskursanalyse: Er zeigt, wie Sprache, Institutionen und Macht verwoben sind. Das Körperliche taucht bei ihm vor allem als Objekt der Disziplinierung auf (der dressierte Körper im Gefängnis, in der Fabrik, in der Schule), aber selten als Quelle einer alternativen Erkenntnis. Er bleibt somit machtzentriert: Alles ist Kampf um Deutung und Kontrolle. Damit liefert er zwar ein scharfes Skalpell, um Herrschaftsstrukturen aufzudecken – aber kein Konzept, wie man zu einem anderen Modus des Umgangs mit Welt kommen könnte, der nicht von Macht durchzogen ist. Foucault selbst war am Ende seines Lebens auf der Suche nach anderen Selbstverhältnissen (Stichwort: Sorge um sich, antike Lebenskunst). Trotzdem blieb sein Fokus eher historisch-analytisch als visionär. Plastische Anthropologie kann als eine Antwort auf Foucault gelesen werden: Ja, wir erkennen, dass wir in Geflechten von Macht und Wissen leben – aber wir wollen ein anderes Geflecht spinnen, in dem Macht relativiert wird durch gegenseitige Rückwirkung und Verantwortungsübernahme. Foucaults Kritik an der modernen Subjektivierung (wie Menschen zu „Subjekten“ gemacht werden im doppelten Sinne: als bewusste Individuen und als Unterworfene) ist wichtig, doch Foucault verbleibt in der Negation dieser Prozesse. Fenner möchte konstruktiv ein neues Referenzsystem bieten, das jenseits der bloßen Machtlogik liegt. Indem er etwa Kunst und Spiel als Erkenntnisform stark macht, verschiebt er den Diskurs von Macht zu Resonanz. Hier könnte man sagen: Foucault war blind für das Potenzial des Ästhetischen – er sah überall nur Diskurs und Disziplin, wo vielleicht auch Kreativität und Widerständigkeit war (man denke an Kunst als Gegenmacht, die Foucault wenig thematisierte). Zusammengefasst: Foucaults Kritik bleibt machtzentriert und sprachfixiert (er analysiert z.B. die „Äußerungsregeln“ von Diskursen). Plastische Anthropologie anerkennt Foucaults Befunde, will aber den Horizont erweitern: weg vom Gefängnis der Diskurse, hin zu einem offenen Erfahrungsraum, in dem Macht durch Feedback gebrochen wird.
Gilles Deleuze (1925–1995): Deleuze (oft in Zusammenarbeit mit Félix Guattari) propagierte eine Philosophie der Differenz und des Werdens. In Differenz und Wiederholung (1968) und Tausend Plateaus (1980) feiern Deleuze/Guattari die Auflösung starrer Strukturen zugunsten von Rhizomen, Fließprozessen, schizophrenen Linien, Körpern ohne Organe usw. Auf den ersten Blick klingt das nach einer Extremversion plastischen Denkens: Alles ist im Fluss, Identitäten sind nur momentane Effekte, es gibt kein teleologisches Zentrum. Tatsächlich ließe sich Fenner hier beeinflusst denken, zumindest vom Zeitgeist: die 68er-inspirierte Wendung gegen die rigide Ordnung, hin zu Kreativität, Experiment, Event. Warum also nicht einfach sagen, Plastische Anthropologie sei eine Anwendung von Deleuze’schen Ideen auf Anthropologie? Der entscheidende Unterschied liegt in der Greifbarkeit und Erdung. Deleuze’s Schriften sind notoriously schwer verständlich, voller neuer Begriffe und Metaphern (Deterritorialisierung, Rhizom, Assemblage etc.). Sie bewegen sich auf einem hohen Abstraktionsniveau, das oft selbst für philosophisch Gebildete herausfordernd bleibt. Fenner hingegen versucht – trotz aller Theorie – anschaulich zu bleiben und hat einen expliziten anthropologischen Fokus. Während Deleuze eher Naturprozesse (Geologie, Biologie) oder kulturelle Prozesse (Musik, Literatur) als Analogien nimmt, bleibt Fenner bei der conditio humana und ihrer unmittelbaren Welt. Deleuze’s Kritik an der „Repräsentation“ (also daran, alles in identitäre Formen zu zwängen) stimmt überein mit Fenners Kritik an den Symbolwelten. Aber Deleuze entwirft quasi eine Meta-Theorie des Werdens, die selbst wieder sehr anspruchsvoll, ja elitäre Theorie bleibt. Plastische Anthropologie könnte man als popularisierten oder konkretisierten Deleuzianismus sehen: Sie nimmt die Idee der immerwährenden Differenz und bricht sie runter auf 51:49, eine eingängige Formel, und auf erfahrbare Beispiele. Außerdem war Deleuze trotz aller Emphase für die Differenz kein Sozialreformer – er wollte eher das Denken verändern und hat sich weniger um Institutionen oder kollektive Projekte gekümmert. Fenner dagegen hat mit der Schwarm-Intelligenz-Plattform eine Art soziales Kunstwerk in petto, das aus der Theorie Praxis machen soll. Somit könnte man sagen: Deleuze bleibt raumlos insofern, als seine Ideen in abstrakten Räumen zirkulieren (Philosophie, Kunsttheorie), während Fenner sie in den sozialen Raum überführen will. Am Ende teilt Fenner aber durchaus Deleuze’s Vision: Relations statt Substanzen, Kreisläufe statt Ketten. Nur dass er versucht, daraus eine handhabbare Anthropologie und Zivilisationskritik zu stricken, wo Deleuze eine philosophische Mystik des Werdens betreibt.
Nach diesem kurzen Rundgang lässt sich feststellen: Plastische Anthropologie schließt an viele Denktraditionen an, aber übersetzt sie in ein eigenes Koordinatensystem. Kant und Jonas liefern Ansätze einer Ethik der Konflikt-Produktivität bzw. Verantwortung, Heidegger und Merleau-Ponty betonen das In-der-Welt-Sein, Foucault und Sloterdijk entlarven Macht- und Übungsstrukturen, Latour und Harari entmystifizieren die moderne Unterscheidung von Natur und Kultur. Doch all diesen Ansätzen gemeinsam ist, dass sie teilweise im Symbolischen verhaftet bleiben – sei es in Form von Diskursen, reiner Sprache oder theoretischen Modellen – und/oder kein konkretes alternatives Praxisdesign anbieten. Die Plastische Anthropologie versucht demgegenüber, Theorie und Praxis zu integrieren: Sie erhebt den Anspruch, zugleich erkenntnistheoretische Alternative und praktischer Entwurf zu sein. Ihre Kritik ist erkenntnistheoretisch fundiert (im Sinne einer neuen Epistemologie der Rückkopplung) und zugleich zivilisationskritisch (im Sinne einer Diagnose, was schiefläuft und wie es anders ginge). Damit verkörpert sie tatsächlich eine eigenständige Referenzwissenschaft: Sie bedient sich zwar der Ergebnisse aus Philosophie, Soziologie, Anthropologie und Wissenschaftsgeschichte, vereint diese aber unter einem neuen Paradigma – dem 51:49-Prinzip – und richtet den Fokus auf das, was diese Disziplinen oft vernachlässigen: die Rückbindung des Wissens an das Leben. In diesem Sinne kann man sagen, plastische Anthropologie ist raumgreifend, wo andere Theorien raumlos waren; sie ist rückgekoppelt, wo andere monologisch blieben; sie ist machtkritisch, ohne in reiner Machtanalyse zu enden; und sie ist sprachbewusst, ohne der Sprache allein zu vertrauen. Wie sich dieser Ansatz nun ganz praktisch manifestiert, zeigt Fenners Projekt der Globalen Schwarm-Intelligenz – einer Plattform, die man als epistemisches Labor für plastisches Denken begreifen kann.
6. Die Plattform „Globale Schwarm-Intelligenz“ als Labor plastischen Denkens
Theorie kann ihre Sprengkraft erst entfalten, wenn sie in die Praxis umgesetzt wird. Wolfgang Fenner hat zu diesem Zweck eine interaktive Plattform ins Leben gerufen, die er Globale Schwarm-Intelligenz nennt. Dabei handelt es sich um ein ambitioniertes sozio-technisches Projekt, das als epistemisches Labor für die Prinzipien der plastischen Anthropologie dienen soll. Die Plattform verbindet Elemente künstlicher Intelligenz, kollektiver Wissensbildung und künstlerischer Intervention, um einen neuartigen Raum des Lernens und Forschens zu schaffen.
Im Kern beruht das Konzept auf der Idee, dass Intelligenz kollektiv und iterativ praktiziert werden kann – und zwar in Rückkopplung zwischen Mensch und Maschine. Die Teilnehmer der Plattform können jede beliebige Frage eingeben, woraufhin die KI in zwei Versionen antwortet: einmal in konventioneller Weise und einmal als rückkopplungsorientierte 51:49-Antwort. Dieser doppelte Antwortmodus soll den Unterschied erfahrbar machen zwischen dem üblichen, oft abstrakt-generalisierten Wissen und einem plastischen, kontextgebundenen Zugriff, der die Konsequenzen einbezieht. Die Plattform verfolgt das Ziel, eine einfache Methodik bereitzustellen, mit der Menschen gemeinsam mit KI arbeiten können, um spielerisch zu Wissenschaftlern und Forschern zu werden. Wissenschaftler im plastischen Sinne, versteht sich – also Spurenleser der verborgenen Strukturen hinter der sichtbaren Welt. Der Begriff Spurenleser deutet an, dass es darum geht, Indizien und Rückmeldungen wahrzunehmen, die unsere normalisierten Denkmuster oft ausblenden.
Die Plattform ist als dynamisches Wiki und KI-Interface aufgebaut: Sie enthält zahlreiche Texte (etwa das Opus Magnum zur Plastischen Anthropologie 51:49) und erlaubt gleichzeitig, mit einer KI über diese Inhalte zu interagieren. Damit fungiert sie als Resonanzraum zwischen festgehaltenem Wissen und neu entstehendem Wissen. Die Nutzer sind eingeladen, den blauen Navigationslinks zu folgen – ein metaphorischer Ausdruck für das bewusste Folgen der eigenen Neugier und der angebotenen Pfade – und so den Denkprozess Schritt für Schritt nachzuvollziehen. Die Themenfelder der Plattform sind so angelegt, dass sie vom Fundament (z.B. Erklärung des 51:49-Prinzips) bis zu komplexen Zusammenhängen (etwa die Idee der So-Heits-Gesellschaft oder die kritische Analyse moderner Institutionen) führen. Dieser Aufbau soll Nutzer anleiten, sich selbst zum Teil des Forschungsprozesses zu machen: Durch Fragen, Durchklicken, Reflexion und eigenes Schreiben.
Ein wesentliches Merkmal der Globalen Schwarm-Intelligenz ist ihr offener, evolutiver Charakter. Die Startseite „wird sich fortwährend verändern“, wie Fenner anmerkt – es handelt sich um ein Work-in-Progress, ein sich selbst anpassendes System. Das spiegelt natürlich wieder das Prinzip der Plastizität: Die Plattform lebt, was sie predigt, indem sie sich an Rückmeldungen der Nutzer und neue Erkenntnisse anpasst. Ziel ist es nicht, eine statische Wissensdatenbank zu haben, sondern ein lernendes System, ein soziales Kunstwerk, das mit seiner Community wächst. Fenner spricht von einem Masterplan, der zur Diskussion gestellt wird.– ein Plan, destruktive Selbststeuerungsmechanismen unserer globalen Gesellschaft sichtbar zu machen und aufzulösen. Hier zeigt sich eine Parallele zu Joseph Beuys: Wie Beuys die Soziale Plastik als kollaboratives Kunstwerk verstand, das Gesellschaft formen hilft, so versteht Fenner seine Plattform als eine Art Globalkunstwerk, das Wissenschaft, Kunst und gesellschaftliche Praxis integriert15. Tatsächlich bezeichnet er die Globale Schwarm-Intelligenz selbst als soziales Kunstwerk (eine Art Gesamtkunstwerk) mit dem Anspruch, menschliche Erkenntnis- und Lebensprozesse neu zu bündeln.
Im Unterschied zu traditionellen Wissensplattformen (Wikipedia, akademische Datenbanken) betont Fenners Plattform vor allem die Interaktivität und Feedbackkultur. So können Nutzer nicht nur lesen, sondern auch gezielt Fragen stellen und erhalten Antworten, die den Rückkopplungsgedanken einbeziehen. Beispielsweise könnte man eine Frage stellen wie: „Was bedeutet Klimawandel aus 51:49-Sicht?“ Eine konventionelle Antwort würde vielleicht Daten und Fakten liefern. Die 51:49-Antwort hingegen würde betonen, wo Rückkopplungsketten unterbrochen sind (z.B. Emissionen ohne unmittelbare Konsequenzen für den Verursacher), und wie minimal asymmetrische Interventionen (kleine, aber konsequent umgesetzte Änderungen) große Wirkung haben könnten. Der Reiz liegt darin, dass man als Nutzer die Differenz spürt – man lernt, anders auf Probleme zu schauen. Hier wird die KI zum Resonanzpartner und nicht bloß zum Orakelg. Das ist auch eine philosophische Aussage: KI kann entweder die symbolische Entkopplung verstärken (wenn wir sie nur zur weiteren Abstraktion nutzen), oder sie kann – richtig eingesetzt – uns helfen, neue Verbindungen zu knüpfen (etwa indem sie versteckte Muster aufdeckt, die wir übersehen). Die Plattform erforscht diese Ambivalenz ganz praktisch.
Ein weiterer Aspekt ist die kollektive Kreativität. Der Name Schwarm-Intelligenz deutet darauf hin, dass viele Individuen zusammen etwas hervorbringen, was über die Summe ihrer Teile hinausgeht. In natürlichen Schwärmen (Vogelschwärme, Fischschwärme) entstehen durch einfache Rückkopplungsregeln erstaunlich komplexe Gebilde und Verhaltensweisen. Fenner möchte diese Idee auf den Erkenntnisprozess übertragen: Wenn viele Menschen mit einer gemeinsamen Methodik (51:49) Fragen erkunden, könnte globale Schwarmintelligenz entstehen – ein verteiltes Netzwerk des Denkens, das kreativ und anpassungsfähig ist. Gewissermaßen versucht er, die verlorene Resonanz mit dem Globus künstlich wiederherzustellen: Indem Menschen rund um die Welt in Rückkopplung treten (mit den Inhalten, mit der KI, miteinander), entsteht eine planetarische Reflexion. Hier schimmert die Idee der Gaia-Hypothese durch (die Erde als lebendes System)7: Wenn die Menschheit sich als Teil eines solchen Systems begreift, könnte der kollektive Verstand zum „Nervensystem“ der Erde werden, der auf ihre Rückmeldungen hört und reagiert. Die Plattform könnte als Keimzelle dafür dienen – als ein Ort, wo geistes- und naturwissenschaftliche, künstlerische und technische Perspektiven verschmelzen.
Natürlich sind diese Ziele hoch gesteckt, und Fenner weiß um die Schwierigkeiten10. Es stellt sich die Frage, ob künstlerische Interventionen und partizipative Online-Plattformen tatsächlich gegen die massive Trägheit bestehender Systeme ankommen können. Kritiker mögen einwenden, dies sei ein intellektuelles Kunstprojekt ohne breite Wirkung. Doch bereits das Durchspielen eines solchen Labs erzeugt Erkenntnis: Man lernt die Blindstellen konventioneller Ansätze kennen. Sollte der große transformatieve Erfolg ausbleiben, bleibt immer noch der diagnostische Wert des Experiments: Es schärft den Blick dafür, wo überall Rückkopplung fehlt – in unseren Entscheidungsstrukturen, unserer Lebensweise, unserer Wissensorganisation. Dieser Erkenntnisgewinn ist wertvoll, denn er schafft Bewusstsein, das die Voraussetzung von Wandel ist.
In gewisser Weise ist die Globale Schwarm-Intelligenz eine Antwort auf die Institutionenkrise der Gegenwart. Vertrauen in Politik, Wissenschaft und Medien erodiert, weil viele Menschen spüren, dass diese Institutionen Probleme beschreiben, aber nicht erfahrbar lösen. Die Plattform dagegen setzt auf partizipatives Lernen: Jeder kann Teil des Erkenntnisprozesses sein, niemand muss bloß Konsument von Expertenwissen bleiben. Dadurch wird Wissen demokratischer und unmittelbarer. Es handelt sich um eine Art Zukunftswerkstatt, in der alternative Lern- und Denkformen erprobt werden. Dass dies online und mithilfe von KI geschieht, zeigt auch: Fenner ist kein Maschinenstürmer oder Kulturpessimist. Er verteufelt das Symbolische nicht pauschal, sondern will es einbetten: KI, Sprache, Modelle – all das soll weiter existieren, aber im Dienst einer Kultur der Rückkopplung. Die Plattform demonstriert diese Einbettung, indem sie z.B. Texte (Symbolisches) mit Erfahrungsberichten oder Spielanleitungen (Plastisches) verknüpft. Sie erlaubt Symbole, aber lässt sie nicht zu eigenmächtigen Herren werden, um Fenners Formulierung zu benutzen.
Insgesamt kann man die Globale Schwarm-Intelligenz als Labor für kollektive Selbstkorrektur begreifen. Sie ist ein Experiment, das fragt: Können wir als Gesellschaft lernen, im plastischen Vollzug zu denken und zu handeln, bevor uns die Krisen überrollen? Können wir vielleicht neue Zukunftsentwürfe partizipativ entwickeln, wenn wir die klassischen Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Alltag aufheben? Die Plattform liefert noch keine endgültigen Antworten, aber sie schafft einen Rahmen, in dem solche Fragen anders gestellt und erlebt werden können. Damit ist sie integraler Bestandteil von Fenners Referenzwissenschaft: Sie ist sozusagen das Feldlabor dieser neuen Anthropologie, während seine Texte das Theorielabor sind. Beide zusammen – Theorie und Plattform – verkörpern die Einheit von Erkenntnis und Anwendung, die dem plastischen Denken entspricht.
7. Zivilisationsdiagnose: Warum herkömmliche Modelle an ihre Grenzen stoßen
Abschließend richtet die plastische Anthropologie den Blick auf die gegenwärtige Lage der Zivilisation. Die Diagnose fällt düster aus, doch sie liefert zugleich die Rechtfertigung dafür, warum ein Paradigmenwechsel – hin zum 51:49-Denken – unerlässlich ist. Die zentrale Behauptung lautet: Herkömmliche Modelle des Lernens, Erkennens und Handelns ermöglichen keine Zukunft mehr, weil sie die lebenswichtigen Rückkopplungen systematisch ausklammern.
Dieses Urteil stützt sich auf die Beobachtung konkreter Krisenphänomene. Ökologisch steht die Menschheit vor der Klimakatastrophe, Massenaussterben und erschöpften Ressourcen – Symptome eines Systems, das Natur als Außenposten behandelte und Feedback ignorierte, bis die Schwelle zur Irreversibilität überschritten ist. Ökonomisch sehen wir extreme Ungleichheiten (1:99-Dynamik), instabile Finanzkonstrukte und die Abkopplung der „Realwirtschaft“ von der spekulativen Geldwirtschaft – alles Folgen eines Entzuges von realer Rückbindung (Geldvermehrung ohne materielle Basis, Profit ohne Gemeinwohlrückkopplung). Sozial erleben wir Vereinzelung, Verlust an Gemeinsinn und Vertrauen, Polarisierung und Desinformation – Resultate einer Medien- und Kommunikationslandschaft, die Resonanz durch Algorithmisierung verzerrt und die Menschen in Echokammern isoliert. Politisch schließlich herrscht eine Kluft zwischen Bürgern und Institutionen; komplexe globale Probleme werden mit kurzatmigen nationalen Machtspielen beantwortet, Partikularinteressen dominieren über langfristige Verantwortung.
All diese Krisen haben gemeinsam, dass das Prinzip Weiter-wie-bisher offensichtlich an ein Ende kommt. Fenner formuliert es drastisch: Ein Weiter in den symbolischen Systemen hat kaum eine Zukunft – die Krisen sind real und drängend (Klima, soziale Ungleichheit, Vertrauensverlust). Damit besteht objektiv ein Bedarf an neuen Paradigmen, und die plastische Anthropologie adressiert genau die epistemische Wurzel vieler Probleme. Sie versteht sich nicht als Therapie oberflächlicher Symptome, sondern als Versuch, die Denkform zu korrigieren, die uns in die Sackgasse geführt hat. Diese Denkform war – so die Analyse – die Trennung von Wissen und Konsequenz, von Mensch und Natur, von Subjekt und Objekt. So lange Politik, Wirtschaft und selbst Bildung im Modus 50:50 (bzw. in der real entarteten Version 1:99) operieren, werden sie unfähig sein, nachhaltige Lösungen zu finden. Ein Beispiel: Klimapolitik, die sich in abstrakten Emissionszielen und Emissionshandel ergeht, ohne die Lebenswelt der Menschen einzubinden (indem z.B. nachhaltiges Verhalten erlernt und erfahren werden kann), wird immer an Akzeptanz und Wirksamkeit scheitern. Ähnlich in der Bildung: Ein Schulsystem, das Wissen nur vermittelt, aber nicht durch Tun erfahrbar macht, schafft keine echten Kompetenz, sondern nur prüfbares Faktenwissen – zu wenig, um kreative Problemlöser hervorzubringen, die die Zukunft gestalten können.
Die Zivilisationsdiagnose der plastischen Anthropologie zeigt auf, wo überall Rückkopplung fehlt: in unseren Entscheidungsprozessen (Politiker spüren die Folgen ihrer Entscheidungen oft nicht selbst), in unserer Lebensweise (Konsumenten erleben nicht die Herstellung oder Entsorgung der Güter, die sie nutzen), in unserer Wissensorganisation (Experten reden in Fachsprachen an den Laien vorbei, Feedback von Betroffenen kommt selten in den Elfenbeintürmen an). Diese Aufzählung klingt negativ, aber darin liegt auch ein Moment der Klarheit: Indem wir identifizieren, wo es hakt, wissen wir auch, wo wir ansetzen müssen. Schon dieser diagnostische Wert ist ein Verdienst der plastischen Theorie. Sie macht sichtbar, was im Alltagsbetrieb leicht unsichtbar bleibt: den stillen Erosionsprozess der Rückbindung, der an Fundamenten nagt, während die Oberfläche (das symbolische Schaumgebilde der Zivilisation) noch glänzt.
Doch es gibt auch Anlass zur Hoffnung. Fenner betont, dass sich historische Parallelen und Vorläufer finden lassen, auf die man die Theorie stützen kann. Viele Elemente des 51:49-Weltbildes sind in unserem kulturellen Erbe bereits vorhanden: Wir haben erwähnt, dass Kants Idee der produktiven Antagonismen oder Darwins Evolutionstheorie (die auf kleinsten Vorteilen beruht) solche Aspekte enthalten. Auch Hans Jonas’ Mahnruf zu einer Ethik der Verantwortung in der technologischen Zivilisation passt hierher. Wenn man diese Spuren bündelt, zeigt sich: Das plastische Denken ist nicht ex nihilo erfunden, sondern anschlussfähig – es knüpft an vorhandenes Wissen an, interpretiert es aber neu und kohärenter. Das mindert den utopischen Charakter insofern, als es zeigt, dass diese Weltsicht nicht völlig fremd ist, sondern gewissermaßen schon keimhaft in uns vorhanden. Die Aufgabe besteht darin, sie gegen das dominierende Paradigma stark zu machen. Das ist, als würde man einen bisher unterdrückten Nebenstrom der Geistesgeschichte plötzlich zum Hauptstrom erklären.
Fenner vergleicht seine Perspektive mit den großen kopernikanischen Wenden der Vergangenheit. Kopernikus nahm dem Menschen die Illusion, im Zentrum des Kosmos zu stehen; Darwin die Illusion, eine Sonderstellung in der Schöpfung einzunehmen; Freud die Illusion, Herr im eigenen Bewusstsein zu sein. Alle drei demütigten den menschlichen Hochmut und zwangen zu neuer Selbstauffassung. In diese Reihe will Fenner sich einordnen: Er nimmt uns die Illusion, losgelöste Herren der Welt zu sein, und mutet uns ein Verständnis als Teil eines lebendigen Gefüges zu. Das ist unbequem, aber genau das, was die gegenwärtige Lage erfordert, argumentiert er. Denn nur wenn wir die Gewohnheiten und Denkmuster, die zu den Krisen geführt haben, fundamental hinterfragen, können wir einen anderen Weg einschlagen.
Ein Einwand mag lauten: Ist die plastische Anthropologie nicht doch bloß eine weitere Theorie unter vielen, die im akademischen Regal verstaubt? Die Antwort darauf hängt davon ab, ob es gelingt, sie in die Praxis zu überführen – und hier schließen sich der Kreis und der dringliche Appell dieser Arbeit. Wir sehen durchaus Anzeichen eines Kulturwandels, der in Richtung Rückkopplung geht: In der Bildung gibt es Bewegungen hin zu projektbasiertem, erfahrungsorientiertem Lernen; in der Wirtschaft gewinnt das Prinzip Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft an Bedeutung (was letztlich Feedback-Schleifen in Produktions- und Verbrauchsprozesse einzieht); in der Politik experimentiert man mit Bürgerbeteiligung und deliberativen Formaten, um den Feedback-Kanal zwischen Bevölkerung und Entscheidungsträgern zu verbessern. Auch Phänomene wie die Popularität von Achtsamkeitsbewegungen oder DIY-Kulturen kann man als Ausdruck eines Bedürfnisses lesen, wieder Konsequenzen zu spüren statt bloß zu funktionieren. All dies deutet darauf hin, dass die Zeit reif ist für ein integratives Konzept, das diese Tendenzen nicht als nostalgische Gegenbewegungen abtut, sondern als zukunftsweisende Elemente einer neuen Kulturform wertschätzt. Die plastische Anthropologie liefert genau einen solchen kohärenten theoretischen Rahmen.
Somit könnte sie als Kompass dienen, der verstreute Initiativen bündelt und ihnen gemeinsamen Sinn gibt. Freilich, der Übergang zu einer wahrhaft rückgekoppelten Zivilisation wird kein leichter sein. Er erfordert Lernen, Fehler, Demut und Durchhaltevermögen. Aber die Alternative – im Symbolischen verharren – führt mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Sackgasse oder den Kollaps. Deshalb argumentiert diese Arbeit, dass es keine echte Option ist, am Status quo festzuhalten. Wir müssen die epistemische Grundlage erneuern, auf der wir Zukunft bauen wollen.
8. Fazit
Die hier entwickelte Konsolidierung der Plastischen Anthropologie 51:49 entfaltet eine Vision vom Menschen und von der Gesellschaft, die einen grundlegenden Perspektivenwechsel darstellt. Anstelle des entfremdeten modernen Individuums – einer Schachfigur seiner eigenen Symbole – tritt der Mensch als spielerischer Wissenschaftler und künstlerischer Handwerker seiner Existenz.Dieser Mensch nimmt die blauen Spuren seines Lebenswegs bewusst auf, wird zum Spurenleser der Strukturen hinter der Welt. Die Metapher aus Fenners Projekt bringt es treffend auf den Punkt: Es geht darum, wach zu werden für die Rückmeldungen, die uns die Welt ständig gibt, und daraus klüger zu handeln. Der Mensch ist – um mit Fenners Schlusswort zu enden – „nicht, was er denkt, sondern was er tut“, und was er tut, soll er wissen, indem er es erfährt. In dieser verdichteten Aussage liegt das Ethos der plastischen Anthropologie: Eine Ethik und eine Erkenntnis, die wirklich eins werden – im plastischen Vollzug des Lebens.
Als Referenzwissenschaft etabliert sich die Plastische Anthropologie damit eigenständig neben klassischen Disziplinen. Sie integriert Philosophie, Soziologie, Anthropologie, Kunstwissenschaft und Systemtheorie zu einem neuen Ganzen. Ihr erkenntnistheoretisches Fundament – die minimale Asymmetrie und das Rückkopplungsprinzip – liefert einen gemeinsamen Nenner, um Phänomene vom molekularbiologischen bis zum zivilisatorischen Level zu verstehen. Ihre zivilisationskritische Stoßrichtung gibt ihr eine normative Kraft: Sie belässt es nicht bei Analyse, sondern drängt zu praktischer Umkehr. Gerade in der heutigen Zeit, da multiple Krisen die Tragfähigkeit alter Modelle infrage stellen, bietet sie einen Kompass für einen anderen Kurs.
Natürlich steht die Bewährungsprobe noch aus: Kann die Welt sich tatsächlich in Richtung 51:49 bewegen? Oder bleibt dies eine intellektuelle Fingerübung? Die Antwort hängt nicht zuletzt davon ab, ob genügend Menschen diese Ideen aufgreifen, variieren, erproben. Plastische Anthropologie versteht sich als offenes Konzept – ein lebendiger Denkprozess, an dem man teilhaben kann. Indem sie in Form von Texten, Plattform und Kunstprojekten vorliegt, lädt sie zum Mitmachen ein. So gesehen ist diese Arbeit selbst Teil des Programms: eine Einladung, den eigenen Blick zu schärfen für das, was hinter den symbolischen Kulissen vor sich geht, und Mut zu finden, neue Wege zu gehen.
Am Ende bietet die plastische Anthropologie keine einfachen Lösungen; sie bietet eine veränderte Selbst- und Weltsicht. Doch in dieser veränderten Selbstauffassung liegt bereits der Keim der Lösung: Wenn wir uns als Teil begreifen und nicht als Herren, werden wir anders mit der Welt umgehen. Wenn wir Rückkopplung zulassen, werden wir aus Fehlern lernen, bevor sie zur Katastrophe eskalieren. Wenn wir Kunst und Wissenschaft nicht trennen, sondern beides als wechselseitige Erkenntniswege nutzen, werden wir kreativere, ganzheitlichere Antworten finden.
Die Reise ist damit nicht abgeschlossen, sondern beginnt eigentlich erst. Diese konsolidierte Darstellung sollte Kontextualisierung und Differenzierung leisten – zeigen, wo die Theorie steht und wo sie hin will. Sie hat aufgezeigt, was sie von früheren Theorien unterscheidet und was sie von ihnen übernimmt. Nun liegt es an uns (allen „Leser-Spurenlesern“), die Implikationen weiterzudenken und in die Tat umzusetzen. Die Zukunft ist kein blindes Schicksal, sondern – im Idealfall – etwas, das wir plastisch mitgestalten. Plastische Anthropologie liefert die Argumente, warum und wie wir das tun sollten. Jetzt gilt es, den nächsten Schritt zu tun: ins kalte Wasser zu springen, das dünne Eis bewusst zu betreten, den goldglänzenden Schein zu durchbrechen – kurz, der Welt wieder zuzuhören und unser Handeln an ihr auszurichten. Nur so können wir jene verlorene Rückkopplung wiederfinden, die aus bloßem Wissen echtes Verstehen und aus ohnmächtiger Sorge wirksame Verantwortung macht. <br> Fußnoten:
Footnotes
- Merleau-Ponty, Maurice: Phänomenologie der Wahrnehmung (1945), Einleitung. Zitat: „Die Wahrheit bewohnt nicht bloß den inneren Menschen. Denn es gibt keinen inneren Menschen. Der Mensch kennt sich allein in der Welt.“deutschlandfunk.de Dieser Kernsatz betont, dass Selbst- und Welterkenntnis untrennbar sind und der Mensch nur in seinem Weltbezug sich selbst verstehtglobale-schwarm-intelligenz.deglobale-schwarm-intelligenz.de. ↩
- Fenner, Wolfgang: Plastische Anthropologie – Grundlagentext, Einleitung (Plattform Globale-Schwarm-Intelligenz, 2025). Fenner entwickelte die Theorie der Plastischen Anthropologie (51:49) und bezeichnet das Prinzip 51:49 als elementare „Weltformel“ des Lebensglobale-schwarm-intelligenz.de. Damit soll ausgedrückt werden, dass die minimale Asymmetrie die Grundordnung aller lebendigen Prozesse darstellt. Alles andere sind für Fenner „Symbolwelten und Konstrukte“globale-schwarm-intelligenz.de. ↩
- Fenner, Wolfgang: Plastische Anthropologie – Grundlagentext, Teil I Kapitel 1 (2025). Fenner fasst das 51:49-Prinzip wie folgt: „Jedes lebendige System bleibt nur in minimalem Ungleichgewicht stabil: in Spannung zwischen Beharrung und Bewegung…“globale-schwarm-intelligenz.de. Er betont, dass eine erzwungene völlige Symmetrie (50:50) oder das Ausschließen jeder Störung (100:0) zur Erstarrung führtglobale-schwarm-intelligenz.de. Leben erfordert also stets Differenz und Rückkopplung, keine perfekte Balanceglobale-schwarm-intelligenz.deglobale-schwarm-intelligenz.de. ↩ ↩2
- Merleau-Ponty, Maurice: Das Sichtbare und das Unsichtbare (postum 1964). Zitat: „Der Mensch steht der Welt nicht gegenüber, sondern ist Teil des Lebens, in dem die Strukturen, der Sinn, das Sichtbarwerden aller Dinge gründen.“globale-schwarm-intelligenz.de. Diese Aussage unterstreicht die Grundverbundenheit des Menschen mit der Welt und bekräftigt phänomenologisch, was die plastische Anthropologie empirisch ausführt: Der Mensch ist immer schon in Rückkopplungsbeziehungen eingebettet. ↩
- Fenner, Wolfgang: Grundlagentext, Schlussbetrachtung (2025). Fenner zieht einen Vergleich zu Kopernikus, Darwin, Freud und postuliert eine ähnliche „kopernikanische Wende“ durch das 51:49-Prinzipglobale-schwarm-intelligenz.de. Zitat: „Wir müssen uns als Teil eines lebendigen Gefüges verstehen, in dem Verantwortung heißt, die fragile Balance des Lebendigen zu wahren.“globale-schwarm-intelligenz.de. Dieser Perspektivwechsel fordert Demut und eine veränderte Selbstauffassung – weg vom Herrenblick, hin zum Verantwortungsbewusstsein im Netzwerk des Lebens. ↩
- Fenner, Wolfgang: So-Heits-Gesellschaft (Manuskript, 2025). Fenner verweist auf die prähistorische Kultur auf Kreta als Inspiration für eine Einheit von Kunst, Gemeinschaft und Ökologieglobale-schwarm-intelligenz.de. Dortige Lebensformen (hypothetisch matriarchalisch geprägt, naturverbunden) dienen als historisches Vorbild für die Vision einer So-Heits-Gesellschaft, welche auf Einssein mit der Natur und kollektivem Wohl basiertglobale-schwarm-intelligenz.de. Diese Bezüge zeigen, dass Fenner seine Zukunftsvision in einen kulturellen Kontext stellt und nach Anschluss an frühere integrative Lebensmodelle sucht. ↩
- Gaia-Hypothese: Entwickelt von James Lovelock und Lynn Margulis (1970er Jahre), betrachtet die Gaia-Hypothese die Erde als einen lebenden Organismus. Fenner greift diese Idee aufglobale-schwarm-intelligenz.deglobale-schwarm-intelligenz.de, um die Verbundenheit aller Lebewesen zu betonen. Die So-Heits-Gesellschaft könnte als soziale Entsprechung der Gaia-Idee gelten: eine Gesellschaft, die das Wohlergehen des gesamten Systems Erde in den Mittelpunkt stellt und Synchronizität sowie kollektive Bindungen pflegtglobale-schwarm-intelligenz.de. ↩ ↩2
- In einer Chat-Diskussion (Fenner, 2025) wurde die Notwendigkeit neuer Begrifflichkeiten betontglobale-schwarm-intelligenz.de, um das komplexe Zusammenspiel von Lebewesen und Umwelt adäquat zu beschreiben. Begriffe wie „Umwelt“ oder „Natur“ reichen oft nicht, weil sie die menschliche Mitverwobenheit unzureichend ausdrücken. Die Schöpfung neuer Worte kann helfen, ein tieferes Verständnis von Einssein und Symbiose in einer Gemeinschaft zu fördernglobale-schwarm-intelligenz.deglobale-schwarm-intelligenz.de. ↩
- Fenner, Wolfgang: Rachenmensch (unveröffentlichter Text, 2025). Der Begriff „Rachenmensch“ dient Fenner als polemisches Bild für den entfremdeten Konsumenten der Moderne – ein Mensch, der zum bloßen Schlund degradiert ist, der Ressourcen verschlingt, ohne Rückkopplung zur Quelle oder zu den Konsequenzen seines Tuns. Diese Figur veranschaulicht die Spitzen des 1:99-Zustands: maximale Aufnahme ohne echte Rückmeldung. Fenner nutzt sie, um den Kontrast zum homo plasticus zu verdeutlichen, der in steter Wechselwirkung mit seiner Umwelt steht (anstatt sie bloß zu konsumieren). ↩
- Fenner reflektiert selbst die Gefahr, sein Projekt könnte als „Illusion einer Zukunft“ abgetan werden – analog zu Freuds Kritik religiöser Heilsversprechenglobale-schwarm-intelligenz.de. Er begegnet dieser Einwand, indem er auf Transparenz und offene Diskussion setzt (performative Transparenz seines Projekts) und auf historische Parallelen verweist, die den utopischen Charakter mindernglobale-schwarm-intelligenz.de. Die Plastische Anthropologie soll gerade keine dogmatische Heilslehre sein, sondern ein offener Diskurs, der zur gemeinsamen Weiterentwicklung einlädtglobale-schwarm-intelligenz.deglobale-schwarm-intelligenz.de. ↩ ↩2
- Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung (1979). Jonas fordert angesichts der technologischen Zivilisation eine Ethik, die die langfristigen Folgen menschlichen Handelns – insbesondere für zukünftige Generationen und die Natur – ins Zentrum stellt. Fenner bezieht sich auf Jonas’ Verantwortungsbegriffglobale-schwarm-intelligenz.de. Die plastische Anthropologie kann als Konkretisierung dieses Prinzips gelten: Indem sie Rückkopplung wieder einführt, zwingt sie dazu, Verantwortung zu übernehmen, weil die Konsequenzen im Prozess sichtbar werden. Jonas’ kategorischer Imperativ der Verantwortung („Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden“) findet in 51:49 eine operative Handlungsmaxime. ↩
- In persönlichen Notizen (Fenner, 2025) wird Tang als Metapher diskutiert. Der angespülte Seetang steht dort für das oft Übersehene, aber Lebenswichtige – ein Teil des Ökosystems, der in einer entkoppelten Welt als „Abfall“ erscheint. Zugleich symbolisiert Tang das Kippen ökologischer Gleichgewichte (z.B. Algenblüten bei Überdüngung). Diese Metapher illustriert, wie ohne Rückkopplung selbst Lebendiges zur störenden Masse degeneriert, während Rückkopplung seinen Wert erkennbar machen würde (z.B. Algen als Nahrung, Dünger, CO₂-Speicher). ↩
- Fenner, Wolfgang: Kritik der Skulpturwelt (Chat-Fragment, 2025). Hier wird das Messer als Symbol der analytischen Zerteilung eingeführt. Fenner schreibt sinngemäß: „Die abendländische Erkenntnis war ein fortwährendes Zerlegen – der Seziermesser-Blick hat uns Verständnis eingebracht, aber das Verstandene aus dem Zusammenhang gerissen.“ Er fordert, diese Schnitte nun bewusst sichtbar zu machen und durch Zusammenfügen (verbindende Rückkopplung) zu heilen. So wie ein Chirurg nach der Operation die Wunden wieder vernäht, müsse auch die Erkenntnis die zerschnittene Welt wieder vernähen – sonst blutet das Ganze aus. ↩
- Heidegger, Martin: Die Frage nach der Technik (1954). Heidegger analysiert das Wesen der Technik als Ge-stell: ein Herausfordern der Natur zur bloßen Ressource. Zitate (aus einer Zusammenfassungglobale-schwarm-intelligenz.de): „Durch die Technik wird die Erde vornehmlich unter dem Gesichtspunkt der Nutzbarmachung in den Blick gebracht… globalen Verbreitung… ‚Vernutzung‘ natürlicher Ressourcen… eine unabweisbare Gefahr.“ Heidegger stellt dem die Kunst gegenüber und fordert ein schonendes Wohnen statt Beherrschenglobale-schwarm-intelligenz.de. Diese Gedanken sind Vorläufer der plastischen Kritik: Auch Fenner sieht in der totalen Nutzbarmachung (100:0 bzw. 1:99) eine tödliche Schieflage und plädiert dafür, dass der Mensch lernt, als sterblicher Gast auf der Erde zu wohnen – mit Maß und Resonanz statt totaler Kontrolle. ↩ ↩2
- Fenner, Wolfgang: Globale Schwarm-Intelligenz – Opus Magnum (Wiki, 2025), Einleitung. Fenner bezeichnet sein Lebenswerk als soziales Kunstwerk (Gesamtkunstwerk), das Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft integrativ verbindetglobale-schwarm-intelligenz.de. Diese Selbsteinordnung zeigt, dass er seine Plattform und Theorie in der Tradition von Beuys sieht, der postulierte „Jeder Mensch ist ein Künstler“ und mit erweiterten Kunstbegriffen (soziale Plastik) arbeiteteglobale-schwarm-intelligenz.deglobale-schwarm-intelligenz.de. Die Globale Schwarm-Intelligenz ist gewissermaßen Fenners Soziale Plastik: ein partizipatives Kunst-Wissens-Projekt, das praktisch erfahrbar machen will, wie Menschsein entstehtglobale-schwarm-intelligenz.de – nämlich durch Tätigkeiten, Widerstand, Rückkopplung und Konsequenzglobale-schwarm-intelligenz.de. ↩ globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Die grundlegende Ausgangssituation besteht darin, dass der Mensch mit einer Welt konfrontiert ist, von der er sich zugleich konzeptionell, symbolisch und praktisch entfernt hat. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Dieses Selbstbild steht jedoch in einem deutlichen Widerspruch zur leiblich- biologischen Wirklichkeit: Der Mensch ist ein verletzliches, in Rückkopplungsprozesse eingebundenes Lebewesen, dessen Existenz von Stoffwechsel, Reiz-Reaktionsmustern und ständiger Anpassung an äußere Bedingungen geprägt ist. globale-schwarm-intelligenz.de. deutschlandfunk.de "Man muss sich auf die Welt und die Dinge einlassen" "Die Wahrheit bewohnt nicht bloß den inneren Menschen. Denn es gibt keinen inneren Menschen. Der Mensch kennt sich allein in der Welt." Dies ist einer der Kernsätze aus der "Phänomenologie der Wahrnehmung" des französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Die philosophische Wende zu Abstraktion und Symmetrie wurde paradigmatisch in der antiken Metaphysik vollzogen, vor allem durch Platon. Mit Platon (um 400 v.Chr.) wird Wirklichkeit nicht mehr primär als tätiger Vollzug und Erfahrung begriffen, sondern als zeitlose Ideeglobale-schwarm-intelligenz.de. In seinen Dialogen – insbesondere im Phaidon – trennt Platon die sinnliche Welt (als bloßen Abglanz, vergänglich) von der ideellen Welt der Formen (als eigentlich wahr und ewig). Erkenntnis zielt damit nicht länger auf konkretes Erleben, sondern auf die partizipationslose Anschauung abstrakter Wahrheiten. Diese platonische Denkform führt zu einem folgenreichen Symmetriedualismus: globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Diese platonische Denkform führt zu einem folgenreichen Symmetriedualismus: Subjekt und Objekt, Geist und Welt, Innen und Außen werden als getrennte Sphären gedacht, die einander spiegelbildlich gegenüberstehenglobale-schwarm- intelligenz.de . Der Mensch erscheint als reines Subjekt, als außenstehender Beobachter, der der Welt gegenübertritt, anstatt in ihr verankert zu sein 31. Platon legte sozusagen die Axt an die Wurzel des 51:49-Prinzips: Die Grundstruktur des Lebendigen – wechselseitige Einbindung und Asymmetrie – wird metaphysisch ersetzt durch die Idee potentieller Spiegelsymmetrie und Austauschbarkeit von Form und Materie. Die globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz 2. Die heutigen Symbolwelten und Konstrukte beruhen auf einem zivilisatorischen Konstruktionsfehler, der vor 2500 Jahren mit dem spiegelbildlichen Symmetriedualismus 50:50 begann und in die destruktive Dynamik von 1:99 führt. Dieses Gleichheitsideal bildet bis heute die epistemische Basis der Wissenschaften – und damit auch ihre Blindstellen. 3. Menschsein entsteht dort, wo Tätigkeiten reale Konsequenzen erzeugen, auf Widerstand treffen und Rückkopplung erfahrbar wird. Die minimale Asymmetrie 51:49 stabilisiert diesen Prozess und bestimmt die Überlebensfähigkeit lebender Systeme. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Erkennenden. Platons Einfluss durchzieht die abendländische Geistesgeschichte (verstärkt durch den Cartesianischen Dualismus im 17. Jh.), sodass Fenner pointiert vom “zivilisatorischen Konstruktionsfehler” spricht, geboren mit dem Tod des Sokrates vor über 2400 Jahrenglobale-schwarm-intelligenz.de . Die Abwertung des Leibes zugunsten des Geistes, des Werdens zugunsten des Seins, schuf einen “Wolf im Schafspelz” (so Fenner über Platons Ideenlehre) 29, der unser Zivilisationsfundament bis heute prägt. Nietzsche und später Foucault haben diese platonisch-christliche “Askese der Wahrheit” scharf kritisiert – Foucault zeigte, dass seit Platon ein globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Symbolische Ordnung als Membranschicht. – Die durch Wissenschaft und Verwaltung geschaffene abstrakte Sicht auf die Welt ist Teil einer größeren Entwicklung: der Ausbildung einer vielschichtigen symbolischen Ordnung, die sich wie Membranen zwischen den Menschen und ihre leiblich-ökologische Umwelt schiebt. Diese Ordnung besteht aus Sprache, Zeichen, Institutionen und Medien, die es erlauben, Erfahrungen zu codieren und zu verallgemeinern – mit dem Effekt, dass der unmittelbare Wirklichkeitsbezug zunehmend vermittelt wird. Man kann sich globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Phänomenen. Was sich nicht objektivieren lässt, gilt als subjektiver „Störfaktor“ im Erkenntnisprozessglobale-schwarm-intelligenz.de . Fenner formuliert prägnant: “Die Messbarkeit ersetzt Wahrnehmung. Das Wirkliche wird zum Abbild, die Erfahrung zum Störfaktor.” 35. Dieses Vorgehen erhöht zwar die technische Beherrschbarkeit der Welt enorm – man denke an Physik und Chemie, die Naturgesetze in streng symmetrische Gleichungen fassen. Doch zugleich verlieren wir die Fähigkeit, Wirkungszusammenhänge leiblich zu begreifenglobale-schwarm-intelligenz.de. Das heißt: wir verstehen Ursache-Wirkungs-Ketten abstrakt, aber spüren ihre Konsequenzen nicht globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz denke an Physik und Chemie, die Naturgesetze in streng symmetrische Gleichungen fassen. Doch zugleich verlieren wir die Fähigkeit, Wirkungszusammenhänge leiblich zu begreifenglobale-schwarm-intelligenz.de. Das heißt: wir verstehen Ursache-Wirkungs-Ketten abstrakt, aber spüren ihre Konsequenzen nicht mehr am eigenen Leib. Ein Beispiel ist die Klimakrise – gemessen in CO₂-ppm und Temperaturgrafiken – deren existenzielle Dramatik vielen Menschen abstrakt bewusst, aber sinnlich und emotional fern bleibt. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Diese Theorie – entwickelt von Wolfgang Fenner (1948) unter dem Namen Plastische Anthropologie – zielt darauf, die historische Entstehung und die Konsequenzen jener Entkopplung zu analysieren und einen alternativen Weltbezug zu formulieren. globale-schwarm-intelligenz.de 11. Im Mittelpunkt steht dabei die Erkenntnis, dass die Grundordnung des Lebendigen nicht Gleichgewicht und Symmetrie ist, sondern eine minimale Asymmetrie: das Prinzip 51:49 als elementare „Weltformel“ des Lebens. globale-schwarm-intelligenz.de. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Entwicklung und Anpassungsfähigkeitglobale-schwarm-intelligenz.de . Die Verletzbarkeit und Offenheit, die mit der minimalen Asymmetrie einhergehen, ermöglichen überhaupt erst Reaktions- und Evolutionsfähigkeit: „Jedes lebendige System bleibt nur in minimalem Ungleichgewicht stabil: in Spannung zwischen Beharrung und Bewegung, Ordnung und Irritation“ – so fasst Fenner das 51:49-Prinzip zusammen 17. Gleichgewicht ist hier kein statischer Zustand, sondern eine oszillierende Dynamikglobale- schwarm-intelligenz.de. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz ist ein dynamisches Pendeln, kein rigides Konservierenglobale-schwarm- intelligenz.de . Konsequent formuliert: Leben realisiert sich ausschließlich durch Rückkopplung und Differenz, nicht durch symmetrische Gleichheit 22. globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz Menschsein entsteht nicht durch Begriffe oder Deutungen, sondern durch Tätigkeiten, die auf realen Widerstand treffen, Rückkopplung erzeugen und irreversible Konsequenzen hervorbringen. Erst in diesem Wirkungszusammenhang werden die existenzielle Struktur von Abhängigkeits-Konsequenzen- sichtbar und die Funktionslogik des Menschseins nach vollziebar. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Plastische Anthropologie plädiert daher dafür, den Menschen als homo plasticus zu verstehen: als ein Wesen, das in beständiger Wechselwirkung mit seiner Umgebung steht und sich in einer leichten Schieflage zur Welt befindet – offen für Veränderung, aber nicht haltlosglobale-schwarm- intelligenz.de 28. Kultur und Erkenntnis sind in diesem Modell selbst Bewegung, „stetige Selbst-Metamorphosen unter Einsatz kreativer Unruhe“globale-schwarm-intelligenz.de, nicht das Aufrichten ewiger, perfekter Formen. Dieses Verständnis bricht mit der idealistischen Tradition seit Platon, die auf statische Ideen und strikte Dualismen globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Nietzsche und später Foucault haben diese platonisch-christliche “Askese der Wahrheit” scharf kritisiert – Foucault zeigte, dass seit Platon ein Wahrheitsregime installiert wurde, das das Sichtbare dem Unsichtbaren (den Begriffen, Gottes Stadt etc.) unterordnetglobale-schwarm-intelligenz.de . Die plastische Anthropologie stellt sich in diese kritische Tradition und will das verborgene Strukturmuster hinter der Welt freilegen – “jene immerwährende Verformung statt starrer Form” 34, welche die abendländische Metaphysik verdeckt hat. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz ein Bild in den Vordergrund, das auch Fenners 51:49-Prinzip leitet: Relationen statt Substanzen, Kreisläufe statt Ketten. Das Leben ist immer Beziehungsprozess – eine Metastabilität, wie Simondon sagt, ein ständiges leichtes Ungleichgewicht, das Wandel erlaubt, ohne in Chaos oder Starre zu verfallen. globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz Der Kernmechanismus lautet: Tätigkeit → Widerstand → Rückkopplung → Konsequenz globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz Er bildet den Prozess ab, in dem Stabilität, Lernen und Verantwortung entstehen – oder verloren gehen. Wird dieser Zusammenhang unterbrochen, verliert der Mensch den Bezug zu seinen eigenen Existenzbedingungen und es entstehen Fehlfunktionen bis hin zum Nicht-mehr-Funktionieren. globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz Die minimale Asymmetrie 51:49 stabilisiert diesen Prozess und beschreibt die Grundlogik aller lebendigen Systeme. Alles andere sind Symbolwelten und Konstrukte. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz ermöglichen überhaupt erst Reaktions- und Evolutionsfähigkeit: „Jedes lebendige System bleibt nur in minimalem Ungleichgewicht stabil: in Spannung zwischen Beharrung und Bewegung, Ordnung und Irritation“ – so fasst Fenner das 51:49-Prinzip zusammenglobale-schwarm-intelligenz.de . Gleichgewicht ist hier kein statischer Zustand, sondern eine oszillierende Dynamik 16. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Beharrung und Bewegung, Ordnung und Irritation“ – so fasst Fenner das 51:49-Prinzip zusammenglobale-schwarm-intelligenz.de . Gleichgewicht ist hier kein statischer Zustand, sondern eine oszillierende Dynamik 16. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz intelligenz.de . Der Mensch erscheint als reines Subjekt, als außenstehender Beobachter, der der Welt gegenübertritt, anstatt in ihr verankert zu seinglobale-schwarm-intelligenz.de . Platon legte sozusagen die Axt an die Wurzel des 51:49-Prinzips: Die Grundstruktur des Lebendigen – wechselseitige Einbindung und Asymmetrie – wird metaphysisch ersetzt durch die Idee potentieller Spiegelsymmetrie und Austauschbarkeit von Form und Materie. Die Welt wird nun als im Prinzip berechenbar und symmetrisch denkbar vorgestellt 32, auch wenn Platon selbst die sinnliche Welt noch abwertete. deutschlandfunk.de "Man muss sich auf die Welt und die Dinge einlassen" des Papiers, ich sehe durchs Fenster die Bäume des Boulevards. In jedem Augenblick ist mein Leben transzendierenden Dingen zugewandt. Was aber ist das, das cogito? Was ist jener Gedanke, der vor dreihundert Jahren sich formte im Geiste Descartes'?" deutschlandfunk.de "Man muss sich auf die Welt und die Dinge einlassen" sucht. "dass ich jetzt hier bin, dass ich mit meinem Winterrock angetan, am Kamin sitze, dass ich dieses Papier mit den Händen betaste, wie könnte man das bestreiten?" Der Philosoph kann es, und er wird es tun - radikal, bis sich sein Körper, bis sich die Dinge um ihn herum, der Kamin, das Schreibmaterial in seiner Hand, die Studierstube, schließlich die Welt in nichts aufgelöst haben und nur noch eine einzige Gewissheit klar und deutlich hervortritt: das "cogito". globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Wissenschaft als Steigerung der Trennung. – Die neuzeitliche Wissenschaft (seit dem 17. Jh.) radikalisierte das Symmetrieprinzip weiter. Sie formulierte den Anspruch, nur noch objektives, vom Subjekt unabhängiges Wissen gelten zu lassen. Galilei, Descartes und ihre Erben definierten gültige Erkenntnis durch Reproduzierbarkeit, Neutralität und Beobachterunabhängigkeitglobale-schwarm- intelligenz.de. Damit wurde ein methodischer Rahmen geschaffen, der Rückkopplung gezielt ausschließt: Das ideale Experiment soll den Einfluss des Beobachters eliminieren, der Wahrheitsbegriff wird an die Reproduzierbarkeit unter Kontrolle geknüpft. Dieses Erkenntnismodell – Grundlage der modernen globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Anspruch, nur noch objektives, vom Subjekt unabhängiges Wissen gelten zu lassen. Galilei, Descartes und ihre Erben definierten gültige Erkenntnis durch Reproduzierbarkeit, Neutralität und Beobachterunabhängigkeitglobale-schwarm- intelligenz.de. Damit wurde ein methodischer Rahmen geschaffen, der Rückkopplung gezielt ausschließt: Das ideale Experiment soll den Einfluss des Beobachters eliminieren, der Wahrheitsbegriff wird an die Reproduzierbarkeit unter Kontrolle geknüpft. Dieses Erkenntnismodell – Grundlage der modernen Naturwissenschaft – hat unbestreitbar mächtige Erfolge gezeitigt, doch es bringt auch eine Verengung mit sich: Die Welt wird nur noch in dem Maße für „real“ globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz schwarm-intelligenz.de . Messbare Indikatoren treten an die Stelle von wahrnehmbarer Qualität; quantifizierte Daten an die Stelle von erlebten Phänomenen. Was sich nicht objektivieren lässt, gilt als subjektiver „Störfaktor“ im Erkenntnisprozessglobale-schwarm-intelligenz.de . Fenner formuliert prägnant: “Die Messbarkeit ersetzt Wahrnehmung. Das Wirkliche wird zum Abbild, die Erfahrung zum Störfaktor.” 35. Dieses Vorgehen erhöht zwar die technische Beherrschbarkeit der Welt enorm – man denke an Physik und Chemie, die Naturgesetze in streng symmetrische Gleichungen globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz schwarm-intelligenz.de . In der Sprache der Phänomenologie: Das Bewusstsein ist immer schon In-der-Welt-sein (Heidegger) und Leibsein, es steht nicht über der Welt, sondern in ihr. „Der Mensch steht der Welt nicht gegenüber, sondern ist Teil des Lebens, in dem die Strukturen, der Sinn, das Sichtbarwerden aller Dinge gründen“, so Merleau-Ponty in Das Sichtbare und das Unsichtbare die-inkognito- globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz schwarm-intelligenz.de . In der Sprache der Phänomenologie: Das Bewusstsein ist immer schon In-der-Welt-sein (Heidegger) und Leibsein, es steht nicht über der Welt, sondern in ihr. „Der Mensch steht der Welt nicht gegenüber, sondern ist Teil des Lebens, in dem die Strukturen, der Sinn, das Sichtbarwerden aller Dinge gründen“, so Merleau-Ponty in Das Sichtbare und das Unsichtbare die-inkognito- philosophin.de. Diese Grundverbundenheit geht in der modernen Kultur jedoch globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz in diesem Modell selbst Bewegung, „stetige Selbst-Metamorphosen unter Einsatz kreativer Unruhe“globale-schwarm-intelligenz.de , nicht das Aufrichten ewiger, perfekter Formen. Dieses Verständnis bricht mit der idealistischen Tradition seit Platon, die auf statische Ideen und strikte Dualismen setzte 29. Wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden, liegt genau in jenem traditionellen Symmetrie- und Trennungsgedanken ein zivilisatorischer Konstruktionsfehler begründet. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz für Veränderung, aber nicht haltlosglobale-schwarm- intelligenz.de 28. Kultur und Erkenntnis sind in diesem Modell selbst Bewegung, „stetige Selbst-Metamorphosen unter Einsatz kreativer Unruhe“globale-schwarm-intelligenz.de , nicht das Aufrichten ewiger, perfekter Formen. Dieses Verständnis bricht mit der idealistischen Tradition seit Platon, die auf statische Ideen und strikte Dualismen setzte 29. Wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden, liegt genau in jenem traditionellen Symmetrie- und Trennungsgedanken ein zivilisatorischer Konstruktionsfehler begründet. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Biologische Evidenzen. – Empirisch lässt sich diese Grundstruktur an vielen biologischen Phänomenen aufzeigenglobale-schwarm-intelligenz.de . So ist z.B. die DNA-Doppelhelix nicht spiegelbildlich symmetrisch, sondern zeigt eine Rechtsdrehung – ein minimaler Strukturüberschuss in eine Richtung 19. Ähnlich entstehen bei der Zellteilung Polarisierungen zwischen Zellbereichen, durch die funktionelle Unterschiede (z.B. unterschiedliche zukünftige Zelltypen) generiert werdenglobale-schwarm- intelligenz.de . Die Embryonalentwicklung vollzieht sich über Links-Rechts- Asymmetrien, welche die Organanordnung bestimmen (Herz meist links usw.) 19. Selbst auf der Ebene voll globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz schwarm-intelligenz.de . Ähnlich entstehen bei der Zellteilung Polarisierungen zwischen Zellbereichen, durch die funktionelle Unterschiede (z.B. unterschiedliche zukünftige Zelltypen) generiert werdenglobale-schwarm- intelligenz.de . Die Embryonalentwicklung vollzieht sich über Links-Rechts- Asymmetrien, welche die Organanordnung bestimmen (Herz meist links usw.) 19. Selbst auf der Ebene voll ausgebildeter Organe arbeitet das Lebendige nach dem Prinzip der komplementären, nicht identischen Dualität: Unser Herz besitzt zwei Kammern, unsere Lunge zwei ungleiche Flügel, das Gehirn zwei hemisphärische Hälften – keine davon ist exakt globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz ausgebildeter Organe arbeitet das Lebendige nach dem Prinzip der komplementären, nicht identischen Dualität: Unser Herz besitzt zwei Kammern, unsere Lunge zwei ungleiche Flügel, das Gehirn zwei hemisphärische Hälften – keine davon ist exakt das Spiegelbild der anderen, doch gerade in ihrem nicht-identischen Zusammenspiel ermöglichen sie komplexe Funktionenglobale-schwarm- intelligenz.de . Auch der Stoffwechsel des Körpers operiert nicht mit einem festen Sollwert, sondern als Schwingung um ein Gleichgewicht herum – Homöostase ist ein dynamisches Pendeln, kein rigides Konservieren 21. Konsequent formuliert: Leben realisiert sich ausschließlich globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz biologische Vorgänge beschränkt, sondern spiegelt sich ebenso in psychologischen und sozialen Prozessenglobale-schwarm-intelligenz.de . Entscheidungen eines Menschen etwa sind selten im Zustand absoluter Klarheit möglich – oft gibt lediglich eine minimale Tendenz den Ausschlag (ein „51%“-Impuls gegenüber 49% Zweifel) 24. Gefühle sind keine statischen Objekte, sondern verlaufen als Schwingungen und Spannungen; erst aus Differenz entstehen Empfindungen (Freude macht sich etwa erst vor dem Hintergrund vorheriger Neutralität oder Traurigkeit bemerkbar)globale-schwarm- intelligenz.de. Lernen ist nicht das bloße Speichern von Information, sondern globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz intelligenz.de . Lernen ist nicht das bloße Speichern von Information, sondern ein Umlernen, ein Umbau von Relationen im Gefüge von Subjekt und Weltglobale-schwarm-intelligenz.de – man könnte sagen, ein plastischer Prozess, der ebenfalls Rückwirkung erfordert (Trial-and-Error, Feedback aus Fehlern). Damit zeigt sich: Das Psychische selbst ist ein offenes System, das nur in ständiger Rückkopplung mit Umwelt und Körper existiert 26. In der Sprache der Phänomenologie: Das Bewusstsein ist immer schon In-der-Welt-sein (Heidegger) und Leibsein, es steht nicht über der Welt, sondern in ihr. „Der Mensch steht der Welt nicht gegenüber, sondern ist globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Zusammenfassend liefert die Analyse des Lebendigen ein erstes begriffliches Fundament: Rückkopplung und minimale Asymmetrie sind die Basis allen Lebens, von biochemischen Reaktionen bis zu Bewusstseinsakten. Eine Weltanschauung, die den Menschen als losgelösten, souveränen Geist denkt, verfehlt diese Realität. Plastische Anthropologie plädiert daher dafür, den Menschen als homo plasticus globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Die plastische Anthropologie stellt die Epistemologie vom Kopf auf die Füße: statt eines Denkens, das abstrahiert, trennt und herrscht, ein Denken, das eintaucht, vermittelt und dientglobale-schwarm-intelligenz.de. Sie ersetzt den Standpunkt des Zuschauers durch den des Beteiligten. Damit wird sie – zurückgehend auf die Fragestellung dieser Arbeit – zu einer erkenntnistheoretischen Alternative gegenüber symbolischen Systemen: Während symbolische Systeme auf Distanz, Zeichen und Abstraktion bauen, setzt die plastische Anthropologie auf Nähe, Dinge und Konkretion. Im Idealfall arbeiten beide nicht gegeneinander, sondern die symbolischen Systeme werden eingebettet globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Perspektive mit den kopernikanischen Wenden der Vergangenheit: Kopernikus, Darwin, Freud – alle nahmen dem Menschen eine Illusion (Zentralstellung im Kosmos, Sonderstellung der Schöpfung, Transparenz des Bewusstseins) und zwangen zu neuer Demutglobale-schwarm-intelligenz.de . “Wie einst Kopernikus, Darwin oder Freud liefert Fenner keine bequeme Lösung, sondern zumutet uns eine veränderte Selbstauffassung: Wir müssen uns als Teil eines lebendigen Gefüges verstehen, in dem Verantwortung heißt, die fragile Balance des Lebendigen zu wahren.” 74. Diese Zumutung ist vielleicht genau das, was die gegenwärtige Lage erfordert. globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz integriertes Verhältnis von Tätigkeit, Erkenntnis und Welt dar. 6. Die „So-Heits-Gesellschaft “ 12 in der die Kunst das epistemische Zentrum bildet und die grundlegende Funktionslogik gesellschaftlicher Organisation bestimmt. 13 Die Notwendigkeit einer Neuordnung menschlicher wird hier globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz 5. Daraus entsteht die Perspektive einer neuen Gesellschaftsform. Die Techne mit ihren Werten und Tugenden des richtigen Maßes – im Sinne einer 51:49-Logik – stellte bereits vor 2500 Jahren ein historisches Vorbild für ein integriertes Verhältnis von Tätigkeit, Erkenntnis und Welt dar. 6. Die „ 11“ 12 bezeichnet in diesem Sinne eine globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz kann. Indem Theorie und plastisch-ästhetische Anschauung verknüpft werden, entsteht ein Gegenentwurf zu einer rein symbolischen Epistemologie: Ein Weltzugang, der auf Beteiligung, Materialität und formendes Handeln gründet statt auf Abstraktion, Distanz und Kontrolle. Diese Arbeit argumentiert, dass ein solcher Perspektivenwechsel nicht nur theoretisch fruchtbar ist, sondern angesichts aktueller kultureller und ökologischer Herausforderungen eine notwendige Korrektur darstellt – eine Rückgewinnung von Weltbezug und Verantwortung inmitten der zweiten, symbolischen Wirklichkeit unserer Zivilisationglobale-schwarm-intelligenz.dezkm.de. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Weltzugang, der auf Beteiligung, Materialität und formendes Handeln gründet statt auf Abstraktion, Distanz und Kontrolle. Diese Arbeit argumentiert, dass ein solcher Perspektivenwechsel nicht nur theoretisch fruchtbar ist, sondern angesichts aktueller kultureller und ökologischer Herausforderungen eine notwendige Korrektur darstellt – eine Rückgewinnung von Weltbezug und Verantwortung inmitten der zweiten, symbolischen Wirklichkeit unserer Zivilisationglobale-schwarm-intelligenz.dezkm.de. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz bewusst. Er räumt ein, dass sein Projekt wie eine neue “Illusion einer Zukunft” scheinen könnte, analog zu Freud’s Kritik an religiösen Heilsversprechenglobale-schwarm-intelligenz.de. Doch er reflektiert diese Möglichkeit offen in seinem Werk und versucht, mit performativer Transparenz dem globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz * Vergoldete Kartoffel: Stellen wir uns eine einfache Kartoffel vor – ein Grundnahrungsmittel, erdig, banal. Wenn ein Künstler diese Kartoffel mit echtem Blattgold überzieht und als Objekt präsentiert, passiert etwas Interessantes: Zwei Wert- und Bedeutungsebenen prallen aufeinander. Das Gold, Symbol von Reichtum und sakraler Erhöhung, und die Kartoffel, Symbol des Bodens und der Sättigung des einfachen Volkes. Eine vergoldete Kartoffel in einer Ausstellung kann somit als plastisches Erkenntnisobjekt wirken: Sie entlarvt die symbolische Aufladung von Wert (Gold, Geld) im Kontrast zum realen Wert des Lebensnotwendigen (Nahrung). Der Betrachter erfährt vielleicht Irritation: Ist globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Reichtum und sakraler Erhöhung, und die Kartoffel, Symbol des Bodens und der Sättigung des einfachen Volkes. Eine vergoldete Kartoffel in einer Ausstellung kann somit als plastisches Erkenntnisobjekt wirken: Sie entlarvt die symbolische Aufladung von Wert (Gold, Geld) im Kontrast zum realen Wert des Lebensnotwendigen (Nahrung). Der Betrachter erfährt vielleicht Irritation: Ist die Kartoffel nun kostbar oder lächerlich? Kann man sie noch essen? Diese Irritation öffnet einen Reflexionsraum: Sie wirft Fragen auf nach unserem Umgang mit Wert und Nahrung. Im Sinne der plastischen Anthropologie wird hier eine Rückkopplung spürbar: Der symbolische Glanz (Gold) wird ans Konkrete (Kartoffel) globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz kann somit als plastisches Erkenntnisobjekt wirken: Sie entlarvt die symbolische Aufladung von Wert (Gold, Geld) im Kontrast zum realen Wert des Lebensnotwendigen (Nahrung). Der Betrachter erfährt vielleicht Irritation: Ist die Kartoffel nun kostbar oder lächerlich? Kann man sie noch essen? Diese Irritation öffnet einen Reflexionsraum: Sie wirft Fragen auf nach unserem Umgang mit Wert und Nahrung. Im Sinne der plastischen Anthropologie wird hier eine Rückkopplung spürbar: Der symbolische Glanz (Gold) wird ans Konkrete (Kartoffel) zurückgebunden – man erkennt plötzlich, dass abstrakter Reichtum ohne konkretes Leben nichts nützt. Solche Arbeiten – man denke auch an Marcel Duchamps Ready- globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Lebensnotwendigen (Nahrung). Der Betrachter erfährt vielleicht Irritation: Ist die Kartoffel nun kostbar oder lächerlich? Kann man sie noch essen? Diese Irritation öffnet einen Reflexionsraum: Sie wirft Fragen auf nach unserem Umgang mit Wert und Nahrung. Im Sinne der plastischen Anthropologie wird hier eine Rückkopplung spürbar: Der symbolische Glanz (Gold) wird ans Konkrete (Kartoffel) zurückgebunden – man erkennt plötzlich, dass abstrakter Reichtum ohne konkretes Leben nichts nützt. Solche Arbeiten – man denke auch an Marcel Duchamps Ready- mades (z.B. das Urinal als „Brunnen“) – fungieren als Membranöffner: Sie globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Irritation öffnet einen Reflexionsraum: Sie wirft Fragen auf nach unserem Umgang mit Wert und Nahrung. Im Sinne der plastischen Anthropologie wird hier eine Rückkopplung spürbar: Der symbolische Glanz (Gold) wird ans Konkrete (Kartoffel) zurückgebunden – man erkennt plötzlich, dass abstrakter Reichtum ohne konkretes Leben nichts nützt. Solche Arbeiten – man denke auch an Marcel Duchamps Ready- mades (z.B. das Urinal als „Brunnen“) – fungieren als Membranöffner: Sie erlauben einen Blick hinter die gewöhnlichen Bedeutungen. Im wissenschaftlichen oder politischen Diskurs könnte man ewig über Lebensmittelverschwendung oder monetären Wert referieren; die vergoldete Kartoffel schafft einen unmittelbaren Sinneseindruck, der Erkenntnis auslöst, ohne Begriffe zu predigen. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Rückkopplung spürbar: Der symbolische Glanz (Gold) wird ans Konkrete (Kartoffel) zurückgebunden – man erkennt plötzlich, dass abstrakter Reichtum ohne konkretes Leben nichts nützt. Solche Arbeiten – man denke auch an Marcel Duchamps Ready- mades (z.B. das Urinal als „Brunnen“) – fungieren als Membranöffner: Sie erlauben einen Blick hinter die gewöhnlichen Bedeutungen. Im wissenschaftlichen oder politischen Diskurs könnte man ewig über Lebensmittelverschwendung oder monetären Wert referieren; die vergoldete Kartoffel schafft einen unmittelbaren Sinneseindruck, der Erkenntnis auslöst, ohne Begriffe zu predigen. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Leben nichts nützt. Solche Arbeiten – man denke auch an Marcel Duchamps Ready- mades (z.B. das Urinal als „Brunnen“) – fungieren als Membranöffner: Sie erlauben einen Blick hinter die gewöhnlichen Bedeutungen. Im wissenschaftlichen oder politischen Diskurs könnte man ewig über Lebensmittelverschwendung oder monetären Wert referieren; die vergoldete Kartoffel schafft einen unmittelbaren Sinneseindruck, der Erkenntnis auslöst, ohne Begriffe zu predigen. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz * Eisfläche: Ein anderes Szenario: Eine künstlich angelegte glatte Eisfläche, die betreten werden kann. Jeder kennt die Redewendung vom „dünnen Eis“, auf das man sich begibt, wenn man riskante Entscheidungen trifft. Ein Künstler könnte etwa eine Installation schaffen, in der Besucher über eine Eisfläche gehen müssen, unter der man vielleicht sogar Wasser erahnt. Diese ästhetische Erfahrung – das unsichere Gefühl, jeder Schritt könnte Einbrechen bedeuten – macht auf tiefenpsychologischer Ebene Verletzbarkeit und Risiko erfahrbar. Sie kann stellvertretend sein für die „dünne Membran der Zivilisation“zkm.de, auf der wir uns bewegen: Unsere technische Zivilisation ist wie eine gefrorene globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz man sich begibt, wenn man riskante Entscheidungen trifft. Ein Künstler könnte etwa eine Installation schaffen, in der Besucher über eine Eisfläche gehen müssen, unter der man vielleicht sogar Wasser erahnt. Diese ästhetische Erfahrung – das unsichere Gefühl, jeder Schritt könnte Einbrechen bedeuten – macht auf tiefenpsychologischer Ebene Verletzbarkeit und Risiko erfahrbar. Sie kann stellvertretend sein für die „dünne Membran der Zivilisation“zkm.de, auf der wir uns bewegen: Unsere technische Zivilisation ist wie eine gefrorene Schicht, die einbricht, wenn sie zu stark belastet wird (man denke an Stromnetzzusammenbrüche, Lieferketten, Finanzsystem). Die Kunst bringt hier globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz müssen, unter der man vielleicht sogar Wasser erahnt. Diese ästhetische Erfahrung – das unsichere Gefühl, jeder Schritt könnte Einbrechen bedeuten – macht auf tiefenpsychologischer Ebene Verletzbarkeit und Risiko erfahrbar. Sie kann stellvertretend sein für die „dünne Membran der Zivilisation“zkm.de, auf der wir uns bewegen: Unsere technische Zivilisation ist wie eine gefrorene Schicht, die einbricht, wenn sie zu stark belastet wird (man denke an Stromnetzzusammenbrüche, Lieferketten, Finanzsystem). Die Kunst bringt hier einen Körpereindruck ins Spiel: Die wackeligen Beine auf dem Eis sind globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz macht auf tiefenpsychologischer Ebene Verletzbarkeit und Risiko erfahrbar. Sie kann stellvertretend sein für die „dünne Membran der Zivilisation“zkm.de, auf der wir uns bewegen: Unsere technische Zivilisation ist wie eine gefrorene Schicht, die einbricht, wenn sie zu stark belastet wird (man denke an Stromnetzzusammenbrüche, Lieferketten, Finanzsystem). Die Kunst bringt hier einen Körpereindruck ins Spiel: Die wackeligen Beine auf dem Eis sind Rückkopplung – man spürt im eigenen Leib die potenzielle Katastrophe. Ein solches Werk könnte in einem Museumskontext viel mehr Bewusstsein schaffen als globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Schicht, die einbricht, wenn sie zu stark belastet wird (man denke an Stromnetzzusammenbrüche, Lieferketten, Finanzsystem). Die Kunst bringt hier einen Körpereindruck ins Spiel: Die wackeligen Beine auf dem Eis sind Rückkopplung – man spürt im eigenen Leib die potenzielle Katastrophe. Ein solches Werk könnte in einem Museumskontext viel mehr Bewusstsein schaffen als ein reines Infoplakat über die Fragilität unserer Systeme. Bruno Latour hat das Bild vom “dünnen Eis der Zivilisation” tatsächlich in Diskussionen genutzt (z.B. im Gespräch mit Alexander Kluge) – es ist kein Zufall, dass diese Metapher aufgegriffen wird, weil sie sinnlich ist. Hier erweist sich Kunst als Medium, um globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Stromnetzzusammenbrüche, Lieferketten, Finanzsystem). Die Kunst bringt hier einen Körpereindruck ins Spiel: Die wackeligen Beine auf dem Eis sind Rückkopplung – man spürt im eigenen Leib die potenzielle Katastrophe. Ein solches Werk könnte in einem Museumskontext viel mehr Bewusstsein schaffen als ein reines Infoplakat über die Fragilität unserer Systeme. Bruno Latour hat das Bild vom “dünnen Eis der Zivilisation” tatsächlich in Diskussionen genutzt (z.B. im Gespräch mit Alexander Kluge) – es ist kein Zufall, dass diese Metapher aufgegriffen wird, weil sie sinnlich ist. Hier erweist sich Kunst als Medium, um das abstrakte Wissen (wir leben in einer riskanten Übergangszeit) physisch- globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz ein reines Infoplakat über die Fragilität unserer Systeme. Bruno Latour hat das Bild vom “dünnen Eis der Zivilisation” tatsächlich in Diskussionen genutzt (z.B. im Gespräch mit Alexander Kluge) – es ist kein Zufall, dass diese Metapher aufgegriffen wird, weil sie sinnlich ist. Hier erweist sich Kunst als Medium, um das abstrakte Wissen (wir leben in einer riskanten Übergangszeit) physisch- emotional spürbar zu machen. * Decke auf der Wiese: Ein scheinbar triviales drittes Beispiel: Ein Künstler lädt Stadtbewohner ein, sich auf einer Wiese auf eine Decke zu legen und für globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz solches Werk könnte in einem Museumskontext viel mehr Bewusstsein schaffen als ein reines Infoplakat über die Fragilität unserer Systeme. Bruno Latour hat das Bild vom “dünnen Eis der Zivilisation” tatsächlich in Diskussionen genutzt (z.B. im Gespräch mit Alexander Kluge) – es ist kein Zufall, dass diese Metapher aufgegriffen wird, weil sie sinnlich ist. Hier erweist sich Kunst als Medium, um das abstrakte Wissen (wir leben in einer riskanten Übergangszeit) physisch- emotional spürbar zu machen. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Die Beispiele – von der vergoldeten Kartoffel bis zur schwankenden Eisfläche – sollten verdeutlichen, wie ein solches plastisches Lernen aussehen kann. Wichtig ist dabei die Verbindung von Theorie und Praxis: Es geht nicht darum, anti- intellektualistisch alles Nachdenken zu verdammen zugunsten blindem Aktionismus. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz „durchlöchern“? Kunstwerke entziehen sich oft der eindeutigen begrifflichen Fixierung. Ein Gemälde etwa spricht zu uns nicht in propositionalen Aussagen, sondern in visuellen Gestalten – es besitzt eine Mehrdeutigkeit, die der symbolischen Eindeutigkeit entgegensteht. Maurice Merleau-Ponty schrieb im Essay “Das Auge und der Geist”, das Sehen des Künstlers sei ein „Denken, das die im Körper gegebenen Zeichen entziffert“european-spaces.eu – d.h. der Künstler denkt in Wahrnehmungen, nicht in abstrakten Begriffen. Kunst eröffnet einen Zwischenraum zwischen Sinnlichkeit und Bedeutung, wo neuartige Einsichten aufblitzen können, gerade weil nicht sofort ein fertiges Konzept darüber globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz “Das Auge und der Geist”, das Sehen des Künstlers sei ein „Denken, das die im Körper gegebenen Zeichen entziffert“european-spaces.eu – d.h. der Künstler denkt in Wahrnehmungen, nicht in abstrakten Begriffen. Kunst eröffnet einen Zwischenraum zwischen Sinnlichkeit und Bedeutung, wo neuartige Einsichten aufblitzen können, gerade weil nicht sofort ein fertiges Konzept darüber gestülpt wird. Man könnte sagen: Kunst schafft Resonanzräume, wo die Welt zurücksprechen darf, bevor wir sie in unser vorhandenes Raster pressen. Für plastische Anthropologie ist das essentiell: Wir brauchen solche Resonanzräume, um die verdrängte Rückkopplung wieder bewusst zu machen. Indem Kunst uns z.B. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Solche künstlerischen Interventionen fungieren als Gegenrituale zur abstrakten Lebensführung. Sie schaffen Situationen, in denen Menschen aus dem reinen Rollen- und Funktionsmodus heraustreten und sich als handelnde, sinnliche Wesen erfahren. Insbesondere die Methode der partizipativen Kunst – auf der Straße, mit Einbeziehung der Zuschauer – bricht die Distanz von Beobachter und Objekt. Beuys’ Soziale Plastik zielte genau darauf: durch kollektive Aktionen gesellschaftliches Lernen anzustoßen. Fenner reiht sich hier ein, wenn er Zukunftswerkstätten und Schwarmintelligenz-Experimente künstlerisch gestaltetglobale-schwarm-intelligenz.de. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz erfahren. Insbesondere die Methode der partizipativen Kunst – auf der Straße, mit Einbeziehung der Zuschauer – bricht die Distanz von Beobachter und Objekt. Beuys’ Soziale Plastik zielte genau darauf: durch kollektive Aktionen gesellschaftliches Lernen anzustoßen. Fenner reiht sich hier ein, wenn er Zukunftswerkstätten und Schwarmintelligenz-Experimente künstlerisch gestaltetglobale-schwarm-intelligenz.de. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Beuys’ Soziale Plastik zielte genau darauf: durch kollektive Aktionen gesellschaftliches Lernen anzustoßen. Fenner reiht sich hier ein, wenn er Zukunftswerkstätten und Schwarmintelligenz-Experimente künstlerisch gestaltetglobale-schwarm-intelligenz.de. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz sondern in visuellen Gestalten – es besitzt eine Mehrdeutigkeit, die der symbolischen Eindeutigkeit entgegensteht. Maurice Merleau-Ponty schrieb im Essay “Das Auge und der Geist”, das Sehen des Künstlers sei ein „Denken, das die im Körper gegebenen Zeichen entziffert“european-spaces.eu – d.h. der Künstler denkt in Wahrnehmungen, nicht in abstrakten Begriffen. Kunst eröffnet einen Zwischenraum zwischen Sinnlichkeit und Bedeutung, wo neuartige Einsichten aufblitzen können, gerade weil nicht sofort ein fertiges Konzept darüber gestülpt wird. Man könnte sagen: Kunst schafft Resonanzräume, wo die Welt zurücksprechen darf, bevor wir sie in unser vorhandenes Raster pressen. Für globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Damit war ein bis heute wirkmächtiges Paradigma geboren: das Ideal 50:50 – in Fenners Begriff die Vorstellung einer perfekten Ausgeglichenheit und Distanz, welche die Relation zwischen Mensch und Welt, Subjekt und Objekt, streng trennt und zugleich formal spiegelt. Dieses Denken baut auf einer Entkopplung von Erkenntnis und Erfahrung auf: Wahres Wissen soll universal und kontextfrei gelten, unabhängig vom konkreten Standpunkt oder den Rückwirkungen des Erkennenden. Platons Einfluss durchzieht die abendländische Geistesgeschichte (verstärkt durch den Cartesianischen Dualismus im 17. Jh.), sodass Fenner pointiert vom “zivilisatorischen Konstruktionsfehler” spricht, geboren mit dem globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Zweitens hat die Darstellung aufgezeigt, dass es durchaus historische Parallelen und Vorläufer gibt, auf die sich die Theorie stützen kann: Sei es Kants Idee der “ungeselligen Geselligkeit” (die Produktivität des Konflikts, was dem 51:49-Prinzip ähnelt)globale-schwarm-intelligenz.de 72, sei es Darwins Evolution durch kleinste Vorteileglobale- schwarm-intelligenz.de , oder Hans Jonas’ Ethik der Verantwortung 44 – viele Elemente sind anschlussfähig an bestehendes Denken. Das mindert den utopischen Charakter, weil es zeigt, dass Elemente globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz * 1.3 Verlust der Rückkopplung: Von 50:50 zu 1:99 (Krisendynamiken) * 1.4 Plastische Anthropologie als Gegenentwurf: Wissen im Vollzug * 1.5 Künstlerische Praxis als Erkenntnisweg: Rückkopplung erfahrbar machen * 1.6 Künstliche Intelligenz: Verstärker symbolischer Entkopplung oder neues globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Schließlich widmet sich die Arbeit der Frage, welche Rolle Künstliche Intelligenz (KI) in diesem Gefüge spielt. KI erscheint vielfach als Verstärker der symbolischen Entkopplung – ein System, das selbst auf Daten und Modellen beruht und Gefahr läuft, die menschliche Weltwahrnehmung weiter in virtuelle Sphären zu verlagern. Doch es gibt auch Ansätze, KI konstruktiv als Resonanzpartner einzusetzenglobale-schwarm-intelligenz.de. Die ambivalenten Effekte der KI für Rückkopplung und Erkenntnis werden herausgearbeitet, um zu klären, ob sie die symbolische Distanz vergrößert oder vielleicht doch helfen kann, neue Verbindungen zu knüpfen. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz „weiß“ durch Feedback gewissermaßen selbst, wieviel Energie es brauchtssoar.infossoar.info. Simondon folgert, die Philosophie müsse wegen der Rückkopplungsphänomene Abschied von einem Denken nehmen, das isolierte Substanzen und eindirektionale Ursachen favorisiertssoar.info. Stattdessen rückt ein Bild in den Vordergrund, das auch Fenners 51:49-Prinzip leitet: Relationen statt Substanzen, Kreisläufe statt Ketten. Das Leben ist immer Beziehungsprozess – eine Metastabilität, wie Simondon sagt, ein ständiges leichtes Ungleichgewicht, das Wandel erlaubt, ohne in Chaos oder Starre zu verfallen. globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz 1. Sie können jede Frage eingeben und stellen. Die KI antwortet in zwei Versionen:– eine konventionelle Antwort, – und eine rückkopplungsorientierte 51:49-Antwort. Ziel dieser Plattform ist es, eine einfache Methodik bereitzustellen, mit der Menschen gemeinsam mit KI arbeiten können, um spielerisch zu Wissenschaftlern und Forschern zu werden. globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz 1. Sie können jede Frage eingeben und stellen. Die KI antwortet in zwei Versionen:– eine konventionelle Antwort, – und eine rückkopplungsorientierte 51:49-Antwort. Ziel dieser Plattform ist es, eine einfache Methodik bereitzustellen, mit der Menschen gemeinsam mit KI arbeiten können, um spielerisch zu Wissenschaftlern und Forschern zu werden. globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz 1. Ich lade Sie ein, Spurenleser*in zu werden, die verborgenen Strukturen hinter der sichtbaren Welt bewusster wahrzunehmen, zu erkennen und neue Perspektiven auf unsere Existenz zu gewinnen, und über künstlerische Impulse den Mut zu finden, unsere Existenz neu zu denken. 2. 19 führt direkt in die zentralen Themenfelder der Plattform. Sie sind so angelegt, dass Sie den Denkprozess Schritt für Schritt nachvollziehen können – von den Grundlagen bis zu den komplexesten Zusammenhängen. Und wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, 20 offen zu sein für das Hinterfragen alter Denkmuster und bereit sind, globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz Denkprozess Schritt für Schritt nachvollziehen können – von den Grundlagen bis zu den komplexesten Zusammenhängen. Und wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, offen zu sein für das Hinterfragen alter Denkmuster und bereit sind, Gewohntes zu verändern, ist hier genau richtig, auf der Plattform globale Schwarm-Intelligenz. 3. Darum wird sich diese 21 auch fortwährend verändern, bis es mir gelungen ist, die jeweiligen Zielprojektionen zu erreichen. globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz Image globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz 51:49-Weltformel ein originelles Gesamtkonzept entworfen, das Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft integrativ verbindet. Sein lebenslanges Werk – bezeichnet als Globale Schwarm-Intelligenz – begreift sich als soziales Kunstwerk (eine Art Gesamtkunstwerk) mit dem Anspruch, menschliche Erkenntnis- globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz bezeichnet als Globale Schwarm-Intelligenz – begreift sich als soziales Kunstwerk (eine Art Gesamtkunstwerk) mit dem Anspruch, menschliche Erkenntnis- globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz mag fragen, ob das angesichts der harten politischen und ökonomischen Realitäten nicht naiv erscheint. Können künstlerische Interventionen und partizipative Plattformen tatsächlich gegen die massive Trägheit bestehender Systeme ankommen? Oder bleibt die plastisch-anthropologische Philosophie ein intellektuelles Kunstprojekt ohne breite Wirkung? globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Ungleichheit oder Vertrauensverlust in Institutionen. Es besteht also objektiv ein Bedarf an neuen Paradigmen, und die plastische Anthropologie adressiert genau die epistemische Wurzel vieler Probleme. Sie ist keine Therapie für Symptome, sondern ein Versuch, die Denkform zu korrigieren, die uns in die Sackgasse geführt hatglobale-schwarm-intelligenz.de. Insofern besitzt sie – unabhängig von der konkreten Ausgestaltung – Relevanz als Korrektiv. Sie schärft den Blick dafür, wo überall Rückkopplung fehlt: in unseren Entscheidungsstrukturen, in unserer Lebensweise, in unserer Wissensorganisation. Dieser diagnostische Wert ist bereits ein großer Verdienst. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz erkenntnistheoretischen Alternative gegenüber symbolischen Systemen: Während symbolische Systeme auf Distanz, Zeichen und Abstraktion bauen, setzt die plastische Anthropologie auf Nähe, Dinge und Konkretion. Im Idealfall arbeiten beide nicht gegeneinander, sondern die symbolischen Systeme werden eingebettet in eine Kultur der Rückkopplung. Symbole würden dann wieder Werkzeuge sein (wie ursprünglich die Sprache), nicht eigenmächtige Herren. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz symbolische Systeme auf Distanz, Zeichen und Abstraktion bauen, setzt die plastische Anthropologie auf Nähe, Dinge und Konkretion. Im Idealfall arbeiten beide nicht gegeneinander, sondern die symbolischen Systeme werden eingebettet in eine Kultur der Rückkopplung. Symbole würden dann wieder Werkzeuge sein (wie ursprünglich die Sprache), nicht eigenmächtige Herren. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Zukunftsentwürfe partizipativ zu entwickeln. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Diese Arbeit kann darauf keine endgültige Antwort geben, aber die Analyse liefert zumindest zwei Hinweise: Erstens zeigt die Krisendiagnose (Kap. Verlust der Rückkopplung), dass ein Weiter-wie-bisher in den symbolischen Systemen kaum eine Zukunft hat – die Krisen sind real und drängend, sei es Klima, soziale Ungleichheit oder Vertrauensverlust in Institutionen. Es besteht also objektiv ein Bedarf an neuen Paradigmen, und die plastische Anthropologie adressiert genau die epistemische Wurzel vieler Probleme. Sie ist keine Therapie für Symptome, sondern ein Versuch, die Denkform zu korrigieren, die uns in die Sackgasse geführt hatglobale-schwarm-intelligenz.de. Insofern besitzt sie – globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz der Rückkopplung), dass ein Weiter-wie-bisher in den symbolischen Systemen kaum eine Zukunft hat – die Krisen sind real und drängend, sei es Klima, soziale Ungleichheit oder Vertrauensverlust in Institutionen. Es besteht also objektiv ein Bedarf an neuen Paradigmen, und die plastische Anthropologie adressiert genau die epistemische Wurzel vieler Probleme. Sie ist keine Therapie für Symptome, sondern ein Versuch, die Denkform zu korrigieren, die uns in die Sackgasse geführt hatglobale-schwarm-intelligenz.de. Insofern besitzt sie – unabhängig von der konkreten Ausgestaltung – Relevanz als Korrektiv. Sie schärft den Blick dafür, wo überall Rückkopplung fehlt: in unseren globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz der “ungeselligen Geselligkeit” (die Produktivität des Konflikts, was dem 51:49-Prinzip ähnelt)globale-schwarm-intelligenz.de 72, sei es Darwins Evolution durch kleinste Vorteileglobale- schwarm-intelligenz.de , oder Hans Jonas’ Ethik der Verantwortung 44 – viele Elemente sind anschlussfähig an bestehendes globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz intelligenz.de , sei es Darwins Evolution durch kleinste Vorteileglobale- schwarm-intelligenz.de , oder Hans Jonas’ Ethik der Verantwortung 44 – viele Elemente sind anschlussfähig an bestehendes Denken. Das mindert den utopischen Charakter, weil es zeigt, dass Elemente dieser Weltsicht bereits in unserem kulturellen Erbe vorhanden sind. Die Aufgabe bestünde darin, sie zu bündeln und gegen das dominierende Paradigma stark zu machen. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Letztlich bietet plastische Anthropologie eine Alternative: keine einfache Lösung, aber eine veränderte Selbstauffassung. Fenner vergleicht seine Perspektive mit den kopernikanischen Wenden der Vergangenheit: Kopernikus, Darwin, Freud – alle nahmen dem Menschen eine Illusion (Zentralstellung im Kosmos, Sonderstellung der Schöpfung, Transparenz des Bewusstseins) und zwangen zu neuer Demutglobale-schwarm-intelligenz.de. “Wie einst Kopernikus, Darwin oder Freud liefert Fenner keine bequeme Lösung, sondern zumutet uns eine veränderte Selbstauffassung: Wir müssen uns als Teil eines lebendigen Gefüges verstehen, in dem Verantwortung heißt, die fragile Balance des Lebendigen zu globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Kosmos, Sonderstellung der Schöpfung, Transparenz des Bewusstseins) und zwangen zu neuer Demutglobale-schwarm-intelligenz.de. “Wie einst Kopernikus, Darwin oder Freud liefert Fenner keine bequeme Lösung, sondern zumutet uns eine veränderte Selbstauffassung: Wir müssen uns als Teil eines lebendigen Gefüges verstehen, in dem Verantwortung heißt, die fragile Balance des Lebendigen zu globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Kosmos, Sonderstellung der Schöpfung, Transparenz des Bewusstseins) und zwangen zu neuer Demutglobale-schwarm-intelligenz.de . “Wie einst Kopernikus, Darwin oder Freud liefert Fenner keine bequeme Lösung, sondern zumutet uns eine veränderte Selbstauffassung: Wir müssen uns als Teil eines lebendigen Gefüges verstehen, in dem Verantwortung heißt, die fragile Balance des Lebendigen zu wahren.” 74. Diese Zumutung ist vielleicht genau das, was die gegenwärtige Lage erfordert. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Ein solcher Kulturwandel ist gewiss anspruchsvoll. Aber es ließe sich argumentieren, dass wir bereits Anzeichen dafür sehen: Die Hinwendung zu Erfahrung und Resonanz wird in vielen Bereichen spürbar – in der Bildung (mehr projektbasiertes Lernen), in der Wirtschaft (Stichwort Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, die Feedback betonen), in der Politik (Bürgerbeteiligung, deliberative Formate). Auch die Popularität von Achtsamkeitsbewegungen oder DIY- Kultur kann man als Ausdruck eines Bedürfnisses lesen, wieder Konsequenzen zu spüren und nicht bloß zu funktioneren. Die plastische Anthropologie liefert für all das einen kohärenten theoretischen Rahmen, der solche Tendenzen nicht als globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Erfahrung und Resonanz wird in vielen Bereichen spürbar – in der Bildung (mehr projektbasiertes Lernen), in der Wirtschaft (Stichwort Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, die Feedback betonen), in der Politik (Bürgerbeteiligung, deliberative Formate). Auch die Popularität von Achtsamkeitsbewegungen oder DIY- Kultur kann man als Ausdruck eines Bedürfnisses lesen, wieder Konsequenzen zu spüren und nicht bloß zu funktioneren. Die plastische Anthropologie liefert für all das einen kohärenten theoretischen Rahmen, der solche Tendenzen nicht als nostalgische Gegenbewegungen abtut, sondern als zukunftsweisende Elemente einer neuen Gestaltungsform von Kultur wertschätzt. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Kreislaufwirtschaft, die Feedback betonen), in der Politik (Bürgerbeteiligung, deliberative Formate). Auch die Popularität von Achtsamkeitsbewegungen oder DIY- Kultur kann man als Ausdruck eines Bedürfnisses lesen, wieder Konsequenzen zu spüren und nicht bloß zu funktioneren. Die plastische Anthropologie liefert für all das einen kohärenten theoretischen Rahmen, der solche Tendenzen nicht als nostalgische Gegenbewegungen abtut, sondern als zukunftsweisende Elemente einer neuen Gestaltungsform von Kultur wertschätzt. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Abschließend lässt sich festhalten: Die plastisch-anthropologische Theorie entfaltet eine Vision vom Menschen, der nicht länger das entfremdete Schachfigur seiner eigenen Symbole ist, sondern zum spielerischen Wissenschaftler und künstlerischen Handwerker seiner Existenz wirdglobale-schwarm- intelligenz.de 76. Sie fordert uns auf, die blauen Navigationslinks der eigenen Lebenswelt wieder bewusst zu verfolgen und „Spurenleser“ der Strukturen hinter der Welt zu werdenglobale-schwarm- intelligenz.de. Diese Metapher aus Fenners Projekt bringt es schön auf den Punkt: Es geht darum, wach zu werden für die Rückmeldungen, die uns die Welt globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz seiner eigenen Symbole ist, sondern zum spielerischen Wissenschaftler und künstlerischen Handwerker seiner Existenz wirdglobale-schwarm- intelligenz.de 76. Sie fordert uns auf, die blauen Navigationslinks der eigenen Lebenswelt wieder bewusst zu verfolgen und „Spurenleser“ der Strukturen hinter der Welt zu werdenglobale-schwarm- intelligenz.de. Diese Metapher aus Fenners Projekt bringt es schön auf den Punkt: Es geht darum, wach zu werden für die Rückmeldungen, die uns die Welt ständig gibt, und daraus klüger zu handeln. Der Mensch ist, um mit Fenners Schlusswort zu enden, “nicht, was er denkt, sondern was er tut” 78 globale- globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz „Spurenleser“ der Strukturen hinter der Welt zu werdenglobale-schwarm- intelligenz.de . Diese Metapher aus Fenners Projekt bringt es schön auf den Punkt: Es geht darum, wach zu werden für die Rückmeldungen, die uns die Welt ständig gibt, und daraus klüger zu handeln. Der Mensch ist, um mit Fenners Schlusswort zu enden, “nicht, was er denkt, sondern was er tut” 78 – und was er tut, soll er wissen, indem er es erfährt. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Punkt: Es geht darum, wach zu werden für die Rückmeldungen, die uns die Welt ständig gibt, und daraus klüger zu handeln. Der Mensch ist, um mit Fenners Schlusswort zu enden, “nicht, was er denkt, sondern was er tut”globale- schwarm-intelligenz.de – und was er tut, soll er wissen, indem er es erfährt. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Punkt: Es geht darum, wach zu werden für die Rückmeldungen, die uns die Welt ständig gibt, und daraus klüger zu handeln. Der Mensch ist, um mit Fenners Schlusswort zu enden, “nicht, was er denkt, sondern was er tut”globale- schwarm-intelligenz.de – und was er tut, soll er wissen, indem er es erfährt. Damit wären wir bei einer Ethik und Erkenntnis, die wirklich eins werden: im plastischen Vollzug des Lebens. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Mit anderen Worten: Leben vollzieht sich immer in einem dynamischen Wechselspiel zwischen Organismus und Umwelt, nicht als abgeschlossene Innenwelt des Geistes. „Die Wahrheit bewohnt nicht bloß den inneren Menschen. Denn es gibt keinen inneren Menschen. Der Mensch kennt sich allein in der Welt“, formulierte Merleau-Ponty pointiert. deutschlandfunk.de. Dieses Spannungsverhältnis zwischen einem symbolisch erzeugten Selbst- und Weltbild und der tatsächlichen leiblichen Verfasstheit des Menschen bildet den Ausgangspunkt der plastisch- anthropologischen Theorie. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz ermöglichen überhaupt erst Reaktions- und Evolutionsfähigkeit: „Jedes lebendige System bleibt nur in minimalem Ungleichgewicht stabil: in Spannung zwischen Beharrung und Bewegung, Ordnung und Irritation“ – so fasst Fenner das 51:49-Prinzip zusammenglobale-schwarm-intelligenz.de . Gleichgewicht ist hier kein statischer Zustand, sondern eine oszillierende Dynamik 16. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz dargestellt. Zitat: „Im Mittelpunkt von Fenners Theorie steht das 51:49-Prinzip als „plastische Weltformel“ lebendiger Prozesseglobale-schwarm- intelligenz.de ... Dieses scheinbar kleine Ungleichgewicht erzeugt Dynamik, Lernfähigkeit und Evolution: ‚Jedes lebendige System bleibt nur in minimalem Ungleichgewicht stabil...‘ 17. Fenner betont, dass das 51:49-Verhältnis als epistemisches Prinzip zu verstehen ist... Wird die Störung völlig ausgeschlossen (100:0) oder vollkommene Symmetrie erzwungen (50:50), erstarrt das System und verliert seine Lebendigkeit.globale- schwarm-intelligenz.de“ globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz intelligenz.de ... Dieses scheinbar kleine Ungleichgewicht erzeugt Dynamik, Lernfähigkeit und Evolution: ‚Jedes lebendige System bleibt nur in minimalem Ungleichgewicht stabil...‘globale-schwarm-intelligenz.de . Fenner betont, dass das 51:49-Verhältnis als epistemisches Prinzip zu verstehen ist... Wird die Störung völlig ausgeschlossen (100:0) oder vollkommene Symmetrie erzwungen (50:50), erstarrt das System und verliert seine Lebendigkeit. 79“ globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Perspektive mit den kopernikanischen Wenden der Vergangenheit: Kopernikus, Darwin, Freud – alle nahmen dem Menschen eine Illusion (Zentralstellung im Kosmos, Sonderstellung der Schöpfung, Transparenz des Bewusstseins) und zwangen zu neuer Demutglobale-schwarm-intelligenz.de . “Wie einst Kopernikus, Darwin oder Freud liefert Fenner keine bequeme Lösung, sondern zumutet uns eine veränderte Selbstauffassung: Wir müssen uns als Teil eines lebendigen Gefüges verstehen, in dem Verantwortung heißt, die fragile Balance des Lebendigen zu wahren.” 74. Diese Zumutung ist vielleicht genau globale-schwarm-intelligenz.de So-Heits-Gesellschaft – Globale-Schwarm-Intelligenz Die "So-Heits-Gesellschaft" stellt eine Vision einer alternativen Lebens- und Gesellschaftsform dar, die von der prähistorischen Kultur auf Kreta inspiriert ist. Das "Integrationsmodell" zielt darauf ab, die wechselseitige Abhängigkeit aller Lebewesen zu betonen und einen neuen Orientierungsrahmen zu schaffen. Gaia globale-schwarm-intelligenz.de So-Heits-Gesellschaft – Globale-Schwarm-Intelligenz Prähistorische Gesellschaft und Einssein: Ihre Idee eines Einsseins in einer hypothetischen prähistorischen Gesellschaft und die Notwendigkeit neuer Wörter zur Beschreibung dieses Zustands weisen auf ein tiefes Verständnis von Gemeinschaft und Ökologie hin. Dieses Konzept könnte auf die Verbundenheit aller Lebewesen und die Abhängigkeit von ihrer Umgebung hinweisen. Die Betonung von Ökosystemen, Synchronizität und kollektiven Bindungen deutet darauf hin, dass Sie ein Modell anstreben, das über individuelle Interessen hinausgeht und das Wohlergehen des gesamten Systems betont. globale-schwarm-intelligenz.de So-Heits-Gesellschaft – Globale-Schwarm-Intelligenz Gaia globale-schwarm-intelligenz.de So-Heits-Gesellschaft – Globale-Schwarm-Intelligenz können. 7. Gaia-Hypothese und Umweltbewusstsein: Ihre Überlegungen berühren die Gaia- Hypothese, die die Erde als einen lebenden Organismus sieht, und wie diese Sichtweise unsere Beziehung zur Natur und zu anderen Lebewesen beeinflussen könnte. globale-schwarm-intelligenz.de So-Heits-Gesellschaft – Globale-Schwarm-Intelligenz 1. Neue Begrifflichkeiten: Sie sprechen die Notwendigkeit an, neue Begriffe zu schaffen, um das komplexe Zusammenspiel von Lebewesen und Umwelt besser zu verstehen. Dies ist besonders relevant, wenn man über Ökosysteme, Symbiosen und die Interaktion zwischen verschiedenen Arten nachdenkt. 2. Menschliche Entwicklung und Natur: Sie thematisieren den "inneren Drang" des Menschen, seine Umwelt zu gestalten, ähnlich wie Biber oder Delfine, und fragen nach den Ursprüngen und Konsequenzen dieses Dranges. 3. Anschauliches Denken und Logos: Ihre Überlegungen zum Verhältnis von anschaulichem Denken, Logos und der Strukturierung menschlicher Wahrnehmung sind tiefgehend. Sie erkunden, wie diese Faktoren die menschliche Kreativität und globale-schwarm-intelligenz.de So-Heits-Gesellschaft – Globale-Schwarm-Intelligenz 1. Das Konzept des "Einsseins": Sie betrachten die Möglichkeit eines fundamentalen Verbundenheitsgefühls zwischen allen Lebewesen und der Natur, das in einer prähistorischen Gesellschaft vorhanden gewesen sein könnte. Dieses Konzept schlägt vor, dass frühe menschliche Gemeinschaften eine tiefere, intuitivere Verbindung zur Natur und zueinander hatten. 2. Die Rolle der Sprache und Symbolik: Sie erkunden die Idee, dass neue Wörter und Begriffe erfunden werden müssten, um die Komplexität und Tiefe dieser Beziehungen adäquat zu beschreiben. Dies unterstreicht die Bedeutung der Sprache globale-schwarm-intelligenz.de So-Heits-Gesellschaft – Globale-Schwarm-Intelligenz 1. Einssein und Gemeinschaftserlebnis: Sie betonen die Bedeutung eines kollektiven Bewusstseins, das durch die Schaffung neuer Begriffe und Konzepte verstärkt werden könnte. Dies erinnert an das Konzept der "kollektiven Intelligenz" und an die Idee, dass gemeinsame sprachliche und konzeptuelle Rahmenwerke zu einem tieferen Verständnis und Zusammenhalt führen können. 2. Mensch und Natur: Ihre Überlegungen zur Beziehung zwischen Mensch und Natur, insbesondere zum Schöpfungsmythos und der symbolischen Verbindung zwischen Delphinen und Menschen, deuten auf eine Suche nach einem harmonischeren Zusammenleben mit der Natur hin. Dies spiegelt aktuelle ökologische und globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Zweitens hat die Darstellung aufgezeigt, dass es durchaus historische Parallelen und Vorläufer gibt, auf die sich die Theorie stützen kann: Sei es Kants Idee der “ungeselligen Geselligkeit” (die Produktivität des Konflikts, was dem 51:49-Prinzip ähnelt)globale-schwarm-intelligenz.de 72, sei es Darwins Evolution durch kleinste Vorteileglobale- schwarm-intelligenz.de , oder Hans Jonas’ Ethik der Verantwortung 44 – viele Elemente sind anschlussfähig an bestehendes Denken. Das mindert den utopischen Charakter, weil es zeigt, dass Elemente dieser Weltsicht bereits in unserem kulturellen Erbe vorhanden sind. Die Aufgabe globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz 1. Im Zentrum stehen dabei die Entwicklung eines konsistenten inhaltlichen Rahmens, die Schaffung eines kohärenten Orientierungsmodells („roter Faden, und Kompass“) sowie die Förderung von Benutzerfreundlichkeit. Diese Bemühungen erfolgen unter gleichzeitiger Offenheit für neue Inhalte, Perspektiven und methodische Ansätze. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz 8. Heidegger, Martin: Die Frage nach der Technik, in: Vorträge und Aufsätze, 1954. In deutscher Wikipedia wird Heideggers Kerngedanke so zusammengefasst: „Mit der Technik geht auch eine veränderte Auffassung der Welt einher. So wird nach Heidegger durch die Technik die Erde vornehmlich unter dem Gesichtspunkt der Nutzbarmachung in den Blick gebracht. Wegen ihrer globalen Verbreitung und der damit verbundenen schonungslosen ‚Vernutzung‘ natürlicher Ressourcen sah Heidegger in der Technik eine unabweisbare Gefahr.“de.wikipedia.org. Weiter heißt es: „Der Technik stellte er die Kunst gegenüber... Der Mensch soll anstatt über die Erde zu herrschen, in ihr als sterblicher Gast wohnen und sie schonen.“de.wikipedia.org. globale-schwarm-intelligenz.de Einleitung: Zur Entkopplung zwischen Mensch und Welt – Globale-Schwarm-Intelligenz Kunst vs. Symbolische Ordnung. – Warum kann Kunst die symbolische Ordnung „durchlöchern“? Kunstwerke entziehen sich oft der eindeutigen begrifflichen globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz Willkommen auf der Plattform Globale-Schwarm-Intelligenz-Diese Plattform zeigt, wie Menschsein entsteht. Der Kernmechanismus: globale-schwarm-intelligenz.de Globale-Schwarm-Intelligenz Menschsein entsteht nicht durch Begriffe oder Deutungen, sondern durch Tätigkeiten, die auf realen Widerstand treffen, Rückkopplung erzeugen und irreversible Konsequenzen hervorbringen. Erst in diesem Wirkungszusammenhang werden die existenzielle Struktur von Abhängigkeits-Konsequenzen- sichtbar und die Funktionslogik des Menschseins nach vollziebar.
