Sie werden zum Spielverderber einer falschen Zivilisationsgrammatik.

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Zielstelle: Skulpturidentität, Multitalent, Oberfläche, Perfektionismus und Existenzrecht

Das heutige „Multitalent“ erscheint in Ihrem Zusammenhang nicht einfach als vielseitiger Mensch, sondern als skulpturale Oberflächenfigur. Es muss vieles können, vieles darstellen, vieles bedienen, vieles verkörpern, ständig flexibel, sichtbar, leistungsfähig, kreativ, attraktiv, belastbar und authentisch wirken. Aber diese Vielseitigkeit ist nicht notwendig plastische Lebendigkeit. Sie kann auch eine Form von Oberflächendruck sein.

Das Paradox liegt darin: Diese Figur wirkt offen, beweglich und kreativ, ist aber häufig von einem inneren Zwang zur Perfektion getrieben. Sie muss ihr Existenzrecht fortlaufend beweisen. Sie muss zeigen, dass sie nützlich, interessant, verkäuflich, leistungsfähig, besonders und anschlussfähig ist. Dadurch entsteht ein eigenartiger 100-Prozent-Perfektionismus, der gerade nicht aus wirklicher Stimmigkeit kommt, sondern aus skulpturalem Rechtfertigungsdruck.

Man kann das daher nicht einfach als „mystisch“ bezeichnen.

Mystisch wäre es, wenn es um eine Erfahrung des Unverfügbaren, des Geheimnisses, des Überschreitens rationaler Verfügbarkeit ginge. Das trifft hier nicht genau. Es ist auch nicht metaphysisch im klassischen Sinn, wenn damit eine Lehre vom Sein jenseits der Erfahrung gemeint ist.

Präziser wäre:

Es handelt sich um eine skulpturale Pseudo-Metaphysik der Selbstrechtfertigung.

Denn diese Figur tut so, als müsse sie ihr Sein durch Erscheinung beweisen: durch Look, Performance, Können, Marke, Rolle, Status, Produktivität und Einzigartigkeit.

Sie erzeugt also eine Ersatz-Metaphysik: Nicht mehr das Sein trägt die Erscheinung, sondern die Erscheinung soll das Sein beweisen.

Die stärkste Formel wäre:

Das moderne Multitalent ist die Hochleistungsoberfläche der Skulpturidentität. Es muss durch Performance, Perfektion und Sichtbarkeit sein Existenzrecht beweisen und verwandelt dadurch Oberfläche in eine Pseudo-Metaphysik des Selbst.

Oder noch dichter:

Nicht mystisch, sondern pseudo-metaphysisch: Die Skulpturidentität versucht, durch perfekte Oberfläche zu beweisen, dass sie wirklich ist.

Bereinigte Fassung Ihres Gedankens

Dieses eigenartige Multitalent ist eigentlich eine Figur der Oberflächlichkeit. Darin liegt eine Paradoxie: Es muss Kraft, Druck, Perfektionismus und ständige Leistungsbereitschaft aufbringen, um sein eigenes Existenzrecht zu beweisen. Es erscheint vielseitig und kreativ, ist aber oft nur die Hochleistungsoberfläche der Skulpturidentität. Deshalb ist es nicht eigentlich mystisch, sondern pseudo-metaphysisch: Es versucht, durch perfekte Erscheinung Wirklichkeit zu erzeugen.