Verstehe dich selbst,

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Verstehe dich selbst“ klingt vor allem deshalb bekannt, weil es eine sprachliche Abwandlung des berühmten griechischen Satzes „Erkenne dich selbst“ ist: γνῶθι σεαυτόν – gnōthi seautón. Dieser Spruch war am Apollontempel von Delphi angebracht und wurde verschiedenen der sogenannten Sieben Weisen zugeschrieben, besonders Chilon von Sparta.

Ursprünglich war er auch eine Mahnung gegen menschliche Selbstüberschätzung: Erkenne, was du bist, und erkenne deine Grenzen.

Die genaue Formulierung „Verstehe dich selbst“ ist dagegen kein eindeutig überlieferter antiker Lehrsatz. Sie wird heute frei verwendet und ist unter anderem als deutscher Buchtitel von Osho bekannt: Verstehe dich selbst – Die Psychologie der Buddhanatur.

Für Ihre Arbeit entsteht jedoch eine entscheidende Verschiebung:

„Erkenne dich selbst“ kann beim Bild eines angeblich bereits vorhandenen, inneren Selbst stehen bleiben.

„Verstehe dich selbst“ verlangt dagegen, die Zusammenhänge aufzuschließen: Wodurch existierst du? Wovon bist du abhängig? Was wurde vorgefunden, wahrgenommen, erlernt, erfunden und in dich hineingedacht? Wer oder was hat dein vermeintliches „Selbst“ hergestellt?

Ihre Formulierung ist deshalb zwar an den delphischen Satz angelehnt, geht aber über ihn hinaus:

Verstehe nicht nur, wer du zu sein glaubst. Verstehe, wodurch du existierst und wie dieses Selbstverständnis zustande gekommen ist.