Wird mit der Überwindung des Symmetriedualismus und Perfektionismus-Idealismus ein neuer Symmetriedualismus und Perfektionismus-Idealismus geschaffen?
Das ist eine sehr tiefgreifende und philosophisch relevante Frage – ich versuche, sie in ihrer Komplexität differenziert und klar zu beantworten.
Kurze Antwort:
Nicht zwangsläufig – aber es besteht eine reale Gefahr.
Lange Antwort:
Wenn man versucht, den bestehenden Symmetriedualismus (z. B. zwischen Pragmatismus und Idealismus, oder zwischen Körper und Geist, Natur und Kultur usw.) zu überwinden, läuft man schnell Gefahr, einen neuen Dualismus zu schaffen – diesmal zwischen dem alten Denken und einem neuen Ideal, das man an seine Stelle setzt.
Ebenso kann die bewusste Kritik am Idealismus oder Perfektionismus selbst idealistische Züge annehmen, wenn sie als absolut gesetzt wird – etwa als Vorstellung einer endgültig „richtigen“ Denkweise, die nun alles heilen oder ersetzen soll. Das wäre eine Reproduktion des alten Musters unter neuen Vorzeichen.
Warum ist das so?
Weil unser Denken dazu neigt, in Gegensätzen zu operieren. Wenn wir „etwas überwinden“ wollen, tun wir das oft, indem wir es in Gegensatz zu etwas anderem setzen – und damit möglicherweise eine neue Symmetrie, eine neue Spannung, sogar eine neue dogmatische Struktur erzeugen. In diesem Fall: ein „Anti-Dualismus-Dualismus“ oder ein „perfekter Anti-Perfektionismus“.
Wie lässt sich das vermeiden?
- Statt „Überwindung“: Den Dualismus transformieren oder in Relationen denken, nicht in Gegensätzen.
- Statt neuer Absolutheit: Ambiguitäten zulassen, Widersprüche integrieren, dynamisch denken.
- Statt Perfektion: Prozessorientierung – keine endgültige Lösung, sondern fortwährende, reflektierte Entwicklung.
Fazit:
Ja – die Gefahr, einen neuen Symmetriedualismus oder Perfektionismus-Idealismus zu schaffen, ist real. Aber sie lässt sich vermeiden, wenn man nicht in starre Gegensatzpaare zurückfällt, sondern ein reflexives, relationales und prozessorientiertes Denken pflegt.
Wenn du möchtest, kann ich dir dazu ein konzeptionelles Schema oder einen Textbaustein für eine philosophische Argumentation entwerfen.
