Zielstelle: Wissenschaft der Eigenschaften / öffentliche Prüf- und Reparaturarchitektur
Nicht „das Bedürfnis einer Wissenschaft der Eigenschaften“ ist der stärkste Ausdruck, sondern die Notwendigkeit oder der Bedarf nach einer Wissenschaft der Eigenschaften. „Bedürfnis“ klingt zu subjektiv; „Notwendigkeit“ trifft den Werkzusammenhang besser, weil es um eine zivilisatorische Prüfpflicht geht.
Korrigierte und verdichtete Fassung
Entscheidend ist die Trennung zwischen zugeschriebener Eigenschaft und tragwirklich wirksamer Eigenschaft. Um die Wissenschaft der Eigenschaften als zentrale neue Verdichtungsachse der Plastischen Anthropologie 51:49 aufzunehmen, muss sichtbar werden, warum eine solche Wissenschaft notwendig ist: Der Mensch erzeugt in der Unverletzlichkeitswelt des Denkens Eigenschaften, Begriffe, Urteile, Selbstbilder und Beweise, die selbst nicht verletzbar sind, handelt mit ihnen aber in die verletzbare Welt hinein. Deshalb braucht es eine öffentliche Prüf- und Reparaturarchitektur, die jede Eigenschaft daraufhin prüft, ob sie wirklich trägt, nur zugeschrieben wird, als Denkeigenschaft funktioniert oder als skulpturale Beweiseigenschaft missbraucht wird.
Noch dichter
Die Wissenschaft der Eigenschaften wird notwendig, weil der Mensch zugeschriebene, gedachte und institutionell verfestigte Eigenschaften mit tragwirklich wirksamen Eigenschaften verwechselt. In der Unverletzlichkeitswelt des Denkens entstehen Begriffe, Beweise und Selbstbilder, die selbst nicht bluten, hungern, altern oder sterben; dennoch steuern sie Handlungen in der verletzbaren Welt. Darum braucht die Plastische Anthropologie 51:49 eine öffentliche Prüf- und Reparaturarchitektur, die Eigenschaften nach Herkunft, Wirklichkeitsebene, Verletzungsfolge und Verantwortungsstruktur prüft.
Kürzeste Werkformel
Die Wissenschaft der Eigenschaften ist notwendig, weil der Mensch Denkeigenschaften und Zuschreibungseigenschaften wie Wirklichkeitseigenschaften behandelt. Die öffentliche Prüf- und Reparaturarchitektur muss diese Verwechslung sichtbar, prüfbar und reparierbar machen.
Schärfste Fassung
Die zentrale Aufgabe der Plastischen Anthropologie 51:49 besteht darin, das Bedürfnis nach einer Wissenschaft der Eigenschaften in eine Notwendigkeit öffentlicher Prüfung zu überführen: Jede Eigenschaft muss daraufhin geprüft werden, ob sie trägt, nur gilt, nur gedacht ist oder skulptural als Beweis des Selbst, der Wahrheit, der Freiheit, des Eigentums oder der Institution verwendet wird.
