Meine Arbeit mit den Besuchern beginnt dort, wo Irritation entsteht.

Aus Globale-Schwarm-Intelligenz

Der Kern meiner Methode ist hier nicht, den Besucher sofort über das Werk zu belehren, sondern von seiner Irritation auszugehen und ihn über Fragen zu seiner eigenen Wahrnehmung, Suche und Tätigkeit in Beziehung zum Raum zu bringen.

Wenn jemand das Raum-Environment betritt und zunächst nicht weiß, was er damit anfangen soll, erkläre ich ihm nicht sofort dessen Bedeutung.

Stattdessen frage ich: Was suchen Sie?

Was beschäftigt Sie?

Was ist Ihr Beruf – und vielleicht auch Ihre Berufung?

Was nehmen Sie wahr, was fühlen Sie, worauf reagieren Sie?

Von diesen eigenen Ausgangspunkten des Besuchers führt das Gespräch zurück in den Raum und zu den Werken. Seine Antworten, Wahrnehmungen und Tätigkeiten werden selbst zum Material der Untersuchung. Auf diesem Weg kann sich die Aussage des Environments erschließen, ohne dass sie dem Besucher vorgegeben wird. Er gelangt über die eigene Erfahrung, über Fragen und Rückkopplung zu einem Verständnis dessen, was das Werk für ihn und für seine eigene Lebens- und Handlungsweise bedeuten kann.

Der Begriff „Berufung“ ist dabei wichtig, weil du gerade nicht nur nach der beruflichen Funktion fragst, sondern nach dem, wofür sich jemand zuständig, angezogen oder verantwortlich fühlt. Daraus ergibt der Übergang vom Besucher zum Forschungskünstler.