Evolution und Integration durch Kunst und Gesellschaft
Sonnenuntergang: Aussicht von meinem Balkon über Berlin. Konzeptkunst: Ich und die Ki: Einordnung Ihrer Arbeit

1. Werkzweck, Rollenverständnis und Leitfrage
Das Projekt ist als öffentlicher Prüfbetrieb angelegt, in dem künstlerische Praxis, handwerkliche Maßstäbe und begriffliche Arbeit so gekoppelt werden, dass Rückkopplung wieder sichtbar und trainierbar wird. Ziel ist es, im Auftrag der Globalen Schwarm-Intelligenz Nutzer zu spielerischen Wissenschaftlern ohne Status zu machen, indem Rückkopplungen trainiert und jetzige Statuslogiken in ihrer Klarheit überprüft werden.
Ich als Künstler-Forscher, zugleich Darsteller im eigenen Prüfbetrieb, bin: Ich setze Modelle in die Verletzungswelt, zeige Konsequenzen, wie sie revidiert werden können, mache Setzungen und dokumentiere diese Revisionen als Werkspur. Daraus folgt eine Institutsidee, die nicht als akademische Statusform, sondern als Funktionsform verstanden wird: ein Institut für Konsequenz- und Rückkopplungsforschung, das Symbolwelten an Tragfähigkeits- und Stoffwechselmaßstäbe rückbindet. Die Leitfrage ist durchgehend dieselbe: Warum zerstört der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen, obwohl er über Begriffe, Werkzeuge und Prüfkulturen verfügt, die eine solche Selbstzerstörung prinzipiell erkennbar und stoppbar machen müssten? Der Dialog fungiert dabei als Prüfmaschine, weil er Setzungen zwingend expliziert, Übergänge markiert, Verdrehungen sichtbar macht und die Versionierung von Korrekturen im Textkörper selbst erzwingt.
Es geht hier um mein Lebenswerk als wiederholbares Prüfangebot. Es beschreibt nicht „eine Lehre“, sondern eine Inszenierung von Rückkopplung: Die Plattform „Globale Schwarmintelligenz“ ist dafür das Interface und die öffentliche Form. Symbolwelten werden systematisch an Funktions- und Lebensmaßstäbe rückgebunden, sodass Irrtum sichtbar wird, bevor Kipppunkte korrigieren müssen.
2. Was die Plattform praktisch anbietet: Prüfbetrieb statt Meinung
Die Plattform ist als Werkstatt organisiert, nicht als Dogmenraum. Sie bietet Texte, Beispiele, Prüfobjekte und eine Methodik, mit der Nutzerinnen und Nutzer eigene Fragen so formulieren können, dass sie in Rückkopplungen übersetzt werden. Der Kern ist ein Arbeitsmodus, der Denktätigkeit nicht abschafft, sondern anbindet: Man nimmt eine Frage, lässt sie in Alltagssprache beantworten, erzeugt eine Gegenantwort im Maßstab der vier Ebenen, und prüft dann, wo Begriffe Rückkopplung erhöhen oder Besitznahme ermöglichen. Dadurch entsteht eine neue Art von „spielerischem Wissenschaftler ohne Status“: Nicht, weil jeder alles weiß, sondern weil jeder lernen kann, wie man Aussagen an Konsequenzen kalibriert.
Das Konzept: ein Prüfoperator vorzustellen: eine Eingabeformel, die Fragen so umformt, dass sie auf Konsequenzen und Tragfähigkeit zurückführen. Nachhaltigkeit als Kopplungs- und Rückkopplungsproblem kennen zu lernen.
3. Grundarchitektur der Wirklichkeit im Projekt: E1–E4 und Zuständigkeiten
Die Grundarchitektur ist ein Vier-Ebenen-Modell, das nicht ontologisch als „Weltaufteilung“, sondern operativ als Zuständigkeitsraster geführt wird.
E1 bezeichnet Tragfähigkeit, Widerstand, Zeitlichkeit und Irreversibilität. In E1 zeigt sich Wirklichkeit daran, ob etwas trägt oder nicht trägt, ob ein Material bricht, ob Energie- und Kraftverläufe Grenzen setzen und ob Handlungen irreversible Folgen erzeugen.
E2 bezeichnet Leben als Stoffwechsel und Kopplung von Organismus und Milieu. Versorgung, Rhythmusfenster, Störung, Regeneration, Schmerzfähigkeit, Sterblichkeit und Verletzbarkeit sind hier keine „Themen“, sondern die Bedingungen, unter denen überhaupt Fortsetzungsfähigkeit möglich ist.
E3 bezeichnet Symbolwelten als Geltungs- und Bedeutungsräume. Sprache, Rollen, Eigentum, Recht, Identität, Autorität, Erzählungen und Normsetzungen gehören hierher, ebenso die Fähigkeit, Abwesenheit zu behandeln, Zukunft zu entwerfen und Sinn zu stabilisieren.
E4 bezeichnet Kopplungsdesign, also die Frage, welche Verfahren, Werkstätten, Rituale, Protokolle und Rekalibrierungsformen Symbolik so binden, dass sie Rückkopplung nicht ersetzt, sondern erzwingt.
Über diesem Raster werden drei Zuständigkeitsweisen unterschieden, die als Querschnittsbegriffe dienen. Trägerwirklichkeit bezeichnet das, was in E1 und E2 als Bedingung und Prozess wirkt. Spurwirklichkeit bezeichnet das, was Trägerprozesse als Form, Abdruck, Deformation, Erosion, Verschleiß oder Wachstum hinterlassen und damit sichtbar machen.
Geltungswirklichkeit bezeichnet das, was in E3 und E4 als Setzung, Ordnung und Durchsetzung stabilisiert wird.
Diese Ebenen sind keine „Theorie über der Welt“, sondern eine Disziplin der Unterscheidung innerhalb der Welt. Sie verhindern, dass man Begriffe so benutzt, als wären sie selbst schon Realität, und sie verhindern zugleich den umgekehrten Fehler, Symbolwelten pauschal zu verwerfen, obwohl sie als Koordinationsinstrumente unverzichtbar sind. Entscheidend ist nicht, ob wir Symbole haben, sondern ob sie gekoppelt sind. Der Kern: Tätigkeiten sind Eigenschaften, und Eigenschaften sind Rückkopplungen.
Das Projekt setzt als Grundregel, dass diese Zuständigkeiten nicht vermischt werden dürfen, wenn Prüfung möglich bleiben soll. Jede Vermischung erzeugt eine Scheinwirklichkeit, die kurzfristig Klarheit simuliert, langfristig jedoch Drift produziert. Drift, Kalibrierung und Entkopplung als Kernproblem der Moderne. Operatoren der neuen Klarheit: künstlerisches Dreieck und Möbius-Operator. Verhältnissystem der Ordnung: 51:49 als Minimalasymmetrie gegen 50:50 als Perfektionsgrammatik. Verhältnissystem der Ordnung: 51:49 als Minimalasymmetrie gegen 50:50 als Perfektionsgrammatik. Werkmodule der Alltäglichkeit: Küchen-, Boden- und Körperproben als Minimalprüfstände. Zeit- und Skalenmodule: Ein-Sekunden-Mensch, Kipppunktlogik und Gehirnfilter. Plattform- und Werkform: Globale Schwarmintelligenz als Mitmachbuch und Prüfbetrieb.
4. Gemeinsinn und techne: der vergessene Maßstab
Das klassische griechische Verständnis von techne ist in diesem Projekt nicht Folklore, sondern ein Gegenmodell zur entkoppelten Moderne. In einer polis-Kultur ist Können nicht bloß Privatbesitz, sondern ein gemeinsinniges Training von Maßstäben: Werkzeuge, Materialien, Verfahren, Grenzen, Fehler, Verantwortung. Das Gegenbild ist der Rückzug ins bloß Private, der idiotes, der aus der gemeinsamen Maßstabsarbeit herausfällt oder herausgehalten wird. Begriffe entstehen in solchen Kulturen häufig näher an der Praxis, also näher an Rückkopplung, als sie in späteren Herrschafts- und Besitzlogiken verwendet werden. Die These der Plattform lautet deshalb: Viele Begriffe sind in ihrer Entstehung wahrhaftiger, weil sie aus Kopplungserfahrung hervorgehen; sie werden später verfremdet, wenn sie zu Herrschaftsmitteln, Statusmarken oder Eigentumsformen werden.
5. Vorbild für So-Heits-Gesellschaft: Téchnē, Symmetria, Kunst, Theater und Polis als Trainingsmedien für Verantwortung und Gemeinsinn.
Téchnē bezeichnet prüfbare Könnerschaft im Vollzug; sie kann scheitern und ist gerade dadurch kalibrierbar. Maß ist betriebliche Angemessenheit unter Randbedingungen; das Einpendeln ins Toleranzfeld wird zur Normalform. Symmetria erscheint nicht als Spiegelideal, sondern als Maß-Beziehung und Passung,"51:49" die nur über Rückmeldung stabil bleibt. Kunst und Handwerk fungieren als anthropologische Trainingsfelder, weil sie Fantasie an Materialwiderstand binden, Fehler sichtbar machen, Umkehrbarkeit begrenzen, Zeit erfahrbar machen und Urteil als Konsequenzlesen einüben. Theater macht das Als-ob prüfbar, indem es Darsteller und Dargestelltes trennt und Rollenfusion als Driftquelle exponiert; Polis bezeichnet die gemeinsame Maßpraxis, in der Rückkopplung öffentlich wird und Gemeinsinn als geteilte Urteilssensorik stabilisierbar wird.
6. Die Plattform Globale Schwarmintelligenz als Prüfregime
KI wird als Differenzierungs- und Gegenprüfwerkzeug eingesetzt; Maßstab bleibt die Rückkopplung über reale Konsequenzen. Der 51:49-Minimalasymmetrie-Maßstab dient als Verantwortungsprüfung: Jede Setzung muss zeigen, wie sie Konsequenzen sichtbar hält, statt sie in scheinbarer Symmetrie zu verdecken.
Die Plattform Globale Schwarmintelligenz ist vor diesem Hintergrund als infrastruktureller Schritt zu verstehen: Menschen sollen zu Wissenschaftlern der Schwarmintelligenz werden, indem sie Prüfmodule nutzen, teilen und weiterentwickeln. KI-Kooperation als Bedingung der Urteilsfähigkeit in symbolisch überformten Lebenswelten.
Die Idee, Module in KI-Systeme einzuspeisen, dient dabei nicht der Autoritätssteigerung von KI-Antworten, sondern der Transformation des Antwortmodus. Eine gewöhnliche KI kann plausible, sprachlich glatte und konsensnahe Antworten generieren. Ein Prüfregime hingegen erzwingt, dass Aussagen an Rückkopplungen, Toleranzbereichen und Konsequenzketten gemessen werden. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt von Geltung zu Tragfähigkeit.

7. Künstlerische Zivilisationskritik als Rückkopplungsarbeit
Der interdisziplinäre Ansatz, der hier verfolgt wird, ist wesentlich künstlerisch, weil künstlerische Praxis den Widerstand von Material, Raum, Körper und Wahrnehmung erfahrbar macht und damit die erste und zweite Ebene nicht nur behauptet, sondern performativ prüft.
Kunst wird zur Zivilisationskritik, wenn sie Symbolwelten nicht moralisch kommentiert, sondern ihre Rückkopplungsdefizite sichtbar macht. In diesem Sinn ist die künstlerische Perspektive nicht Dekoration eines theoretischen Arguments, sondern ein Erkenntnismodus, der die Differenz zwischen Geltung und Tragfähigkeit praktisch demonstrieren kann.
Schwarmintelligenz wird damit zur Verantwortungsintelligenz. Die zentrale Arbeit besteht darin, die modernen Operatoren von Innen, Außen, Subjekt, Objekt, Individuum und Autonomie so umzubauen, dass sie nicht länger Unverletzlichkeit simulieren, sondern Rückkopplung ermöglichen. In dieser Umbauarbeit liegt der Kern der Verunsicherung, aber auch die Möglichkeit, aus globaler Entkopplung einen globalen Lernprozess zu machen.
Da dieses Projekt zahlreiche neue Begriffe und Ideen umfasst, finden Sie hier ein Glossar der wichtigsten Begriffe. Glossar plastischer Begriffe. Beispiel: Dysbalance als Damoklesschwert, der Menschheitsgeschichte.
8. Urheberrechtliche Hinweise, Einladung & Vermächtnis
- Ich erhebe keinen Anspruch auf Urheberrecht, mit Ausnahme der Nutzung für kommerzielle Zwecke, die nicht erlaubt sind.
- Es ist mein Beitrag zur Gestaltung einer Zukunft, in der Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft nicht mehr getrennt sind. Ich heiße Sie in dieser globalen Bewegung willkommen. Näheres meinen blauen Navigationslinks zu folgen, und sehen Sie sich hierzu die verschiedensten Startseiten an um einen Einblick zu bekommen, wie sich dieses Kunstwerk globale Schwarmintelligenz entwickelt hat.
Mit hoffnungsvollen Grüßen,
Wolfgang Fenner
