Warum zerstört der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen,
Worum es hier geht
Diese Plattform stellt ein öffentliches Prüfsystem bereit, mit dem Fragen des Menschseins, der Zivilisationsentwicklung und der eskalierenden Krisen an einen einfachen, jederzeit anwendbaren Maßstab zurückgebunden werden.
Der Maßstab lautet Rückkopplung: Wirklichkeit zeigt sich dort, wo Tätigkeiten Konsequenzen haben. Ein Schnitt ist nicht nur eine „Beschreibung“, sondern eine Irreversibilität; ein Sturz ist nicht nur ein „Ereignis“, sondern eine Verletzbarkeit; Essen ist nicht nur „Konsum“, sondern Stoffwechsel; Schwimmen ist nicht nur „Freiheit“, sondern ein trainiertes Verhältnis zu Wellen, Atmung, Kraft, Zeit und Gefahr.
Sobald Begriffe, Ideale oder Geltungsordnungen so verwendet werden, dass sie diese Konsequenzen ersetzen, verdecken oder umdeuten, entsteht Drift. Drift ist in diesem Sinn kein moralischer Vorwurf, sondern ein Kopplungsproblem: Symbolische Setzungen lösen sich vom Rückmeldesystem der Welt, in der der Körper lebt und das Leben stattfindet.
Inhaltsverzeichnis:
1 Werkzweck, Rollenverständnis und Leitfrage
1.1 Künstler-Forscher als Prüfautor und Darsteller im eigenen Prüfbetrieb
1.2 Institutsidee als Institut für Konsequenz- und Rückkopplungsforschung und öffentliche Werkform
1.3 Leitfrage der gesamten Arbeit: Warum zerstört der Mensch seine eigenen Existenzbedingungen
1.4 Dialog als Prüfmaschine und Werkspur als dokumentierter Arbeitsprozess
2 Grundarchitektur der Wirklichkeit im Projekt: E1–E4
2.1 E1 Tragfähigkeit, Widerstand, Zeitlichkeit, Irreversibilität
2.2 E2 Stoffwechsel, Versorgung, Rhythmusfenster, Verletzbarkeit, Regeneration
2.3 E3 Symbolwelten: Sprache, Rollen, Eigentum, Recht, Identität, Autorität
2.4 E4 Kopplungsdesign: Verfahren, Rituale, Werkstätten, Prüfprotokolle, Rekalibrierung
2.5 Trägerwirklichkeit, Spurwirklichkeit, Geltungswirklichkeit als drei Zuständigkeitsebenen über dem Raster
3 Driftbegriff, Kalibrierung und Entkopplung
3.1 Drift als Richtungseffekt und systematische Abweichung, nicht als „kleiner Fehler“
3.2 Entkalibrierung als Normalform der Symbolwelt, wenn E3/E4 E1/E2 ersetzen
3.3 Wettbewerb als Ersatzklarheit und Abgrenzung als Scheinkriterium von Wahrheit
3.4 Konsequenzpfade als Kernformat zur Sichtbarmachung von Haftung und Verantwortlichkeit
4 Operatoren der neuen Klarheit: Dreieck und Möbius
4.1 Das künstlerische Dreieck als Minimalprozedur: Modell, Gegenüberstellung, Kopfkalibrierung, Werkverdichtung
4.2 Handwerkswissen, Scheitern und Zweifel als produktive Prüfgrößen im Dreiecksbetrieb
4.3 Möbius-Operator als Verdrehungsmarker: Innen/Außen, Darstellung/Träger, Geltung/Tragfähigkeit
4.4 Seltsame Schleifen als Diagnoseform für Entfremdung, Immunisierung und Ebenenvertauschung
5 Verhältnissystem der Ordnung: 51:49 gegen 50:50
5.1 51:49 als Minimalasymmetrie, Prioritäts- und Haftungsregel zugunsten von E1/E2
5.2 51:49 als Geltungs-Referenzsystem für E3/E4, das Symbolik zulässt, aber nicht souverän werden lässt
5.3 50:50-Symmetriedualismus als Perfektionsgrammatik, die Rückkopplung als Störung behandelt
5.4 Driftpfad 50:50 → 1:99 als Betriebswirkung von Gleichrangigkeitsbehauptungen in der Praxis
6 Werkmodule der Alltäglichkeit: Küchen-, Boden- und Körperproben
6.1 Kartoffelprobe als warm/kalt Ästhetik und als plastische versus skulpturale Identitätsform
6.2 Spatenprobe und Vergoldungsprobe als Besitznahme- und Unverletzlichkeitsillusion an der Berührungsstelle
6.3 Eisfläche, Vergoldung, Tanzbarkeit als Demonstration von Symbolübertragung auf Trägerbedingungen
6.4 Wiese, Decke, Kulturbildung und Verfaulen als Setzungsprobe von Innen/Außen und Verdrängung
6.5 1 m² Eigentum im nassen Sand als Spur-Geltungs-Konflikt und Löschbarkeit durch Medium und Zeit
7 Werkmodule der Naturdynamik: Form als Spur von Bewegung
7.1 Wasser am Hang, entstehende Flussstruktur und Zeit als Formgenerator
7.2 Gipsnegativ, gebogener Tisch und „Abendmahltisch“ als Kopplung von Spurform und Nahrungsszene
7.3 Wiederkehr von Strukturen in Wüste, Schnee, Tanglandschaft und Strömung um Steine als Analogiegenerator
7.4 Spinnennetz als E4-Fangarchitektur und als Modell für fast unsichtbare Wirksamkeit
8 Zeit- und Skalenmodule: Ein-Sekunden-Mensch und Kipppunktlogik
8.1 Erdgeschichte als 24-Stunden-Kompression und der 3-Sekunden-Mensch als Maßstabsfigur
8.2 Eskalationssegmente der jüngsten Zeit, Kipppunkte und Unauffälligkeit des Werdens und Sterbens
8.3 Zeitkegel von Vergangenheit und Zukunft, Augenblick der Unmittelbarkeit und Filterprozesse des Gehirns
8.4 Doppelhelix, Spiralmodelle und Möbius-Übergänge als Begriffsarbeit an Zeit, Innen/Außen und Gegenwart
9 Medienmodule: Fotografie, Objektivierung und Anschauungsfilter
9.1 Fotografie als technische Spurverdichtung und als Zeitversatz: Negativ/Positiv, Augenblick, Objektcharakter
9.2 Intersubjektivität beim Fotografieren und Verschwinden von Subjekten hinter dem Produkt
9.3 Subjektwirkung beim Betrachter als Möbius-Kippstelle zwischen Bildobjekt und Ereignis
9.4 Camera obscura als Filtermetapher für begrenztes Blickfeld, Umkehrung und Herrschafts-Anschauungsmodelle
10 Inszenierung und darstellende Kunst: Bühne, Requisite, Identifikation
10.1 Inszenierung als E4-Kopplungsdesign und Handwerkszeug, einschließlich goldener Schnitt als Blickführungskompetenz
10.2 Rollenfigur und Darsteller als Zuständigkeitslinie zwischen Darstellung und Trägerkörper
10.3 Unverletzlichkeitswelt als Bühnenkonvention und kontrollierte Verletzbarkeit als reale Bedingung
10.4 Projektion und Identifikation im Film als Verstärker der Subjektwirkung
10.5 Grenzfall der Kante zwischen Leinwand und Zuschauerwelt in The Purple Rose of Cairo von Woody Allen
11 Mythos-, Religions- und Philosophiemodule als Prüfobjekte der Ebenenverdrehung
11.1 „Gott“ als Totalbegriff und Ebenenmix: Rückkopplungsbegriff versus Immunisierungsbegriff
11.2 Genesis-Motive als Kopplungsmodell: Atem, Staub, Rippe, Paradies, „verbotene Weisheit“ als Maßstabsanmaßung
11.3 Trinität, Opfer- und Auferstehungslogik als mögliche Entlastung von Konsequenzen oder als Reparaturrahmen
11.4 Philosophie als Drift- oder Rückbindungsform: Plato, René Descartes, Immanuel Kant
11.5 Repräsentationskritik als Werkoperator bei René Magritte und „Das ist keine Pfeife“ als Ebenentrennung
11.6 Mythologische Modellträger als Geburts- und Wissenscode: Metis, Pandora, Athena
11.7 Astronautenanzug als Abhängigkeitsmodell und Isolationsfigur, Versorgungsschnur als Kopplungsbeweis
12 Gesellschafts- und Wissenschaftskritik als Prüfpfad der Selbstlegitimation
12.1 Reduktionismus und Holismus als mögliche Tarnformen von Entkopplung, wenn Ebenentrennung verhindert wird
12.2 Wissenschaftliche Prüfsysteme versus Pseudo-Prüfsysteme, Fehlerkultur und Katastrophenlernen als Maßstab
12.3 Eigentums- und Marktlogiken als Driftverstärker, Umverteilung als verdeckte E4-Architektur
12.4 Symbolische Perfektionssysteme als Unverletzlichkeitsangebote und als politische Legitimationstechniken
13 Plattform- und Werkform: Globale Schwarmintelligenz als Mitmachbuch und Prüfbetrieb
13.1 Plattformziel: Nutzer zum spielerischen Wissenschaftler ohne Status machen, Rückkopplung trainieren
13.2 Module, Prüfparcours und Werkspur als lernbarer Code, nicht als Meinungssystem
13.3 Kontextanker als stabiler Arbeitskern und Werk-Anker als modulare Verdichtung
13.4 Kontextuarealisierung als Integration: Zuständigkeiten, Übergänge, Verdrehungen, Stopp-Regeln
14 Versionierung, Konsolidierung und Arbeitsregel
14.1 Hypothesenpfad als sichtbares Inhaltsverzeichnis und konsolidierbarer Arbeitsverlauf
14.2 Lücken- und Bruchanalyse als Pflichtmodul zur Rekalibrierung
14.3 Arbeitsregel für neue Textlieferungen: Blockkopf „Ergänzung“, „Ersetzung“ oder „Präzisierung“ mit Zielstelle
14.4 Konsolidierung als Filterung: kompatibel integrieren, Abweichung markieren, Revision versionieren
